Pomerode

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Município de Pomerode
„Nossa Pequena Alemanha“,
„Unser kleines Deutschland“
Pomerode
Straßenszene in Pomerode
Straßenszene in Pomerode
Pomerode (Brasilien)
Red pog.svg
Koordinaten 26° 44′ S, 49° 11′ WKoordinaten: 26° 44′ S, 49° 11′ W
Lage des Munizips Pomerode im Bundesstaat Santa Catarina
Lage des Munizips Pomerode im Bundesstaat Santa Catarina
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 21. Januar 1959 (Emanzipation)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Santa Catarina
Região intermediária Blumenau (seit 2017)
Região imediata Blumenau (seit 2017)
Mesoregion Vale do Itajaí (1989–2017)
Mikroregion Blumenau (1989–2017)
Gliederung 1 Gesamtdistrikt
Höhe 58 m
Klima subtropisch, Cfa
Fläche 214,7 km²
Einwohner 27.759 (2010[1])
Dichte 129,3 Ew./km²
Schätzung 32.874 (1. Juli 2018)
Gemeindecode IBGE: 4213203
Postleitzahl 89107-000
Zeitzone UTC−3
Website www.pomerode.sc.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Ercio Kriek (2017–2020)
Partei Democratas (DEM)
Wirtschaft
BIP 1.711.891 Tsd. R$
53.901 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,780 (hoch) (2010)

Pomerode, amtlich portugiesisch Município de Pomerode, ist eine Kleinstadt mit rund 32.900 Einwohnern im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina. Die Stadt liegt am Rio Testo, rund 25 Kilometer nördlich von Blumenau, zu der sie bis zum 21. Januar 1959 verwaltungstechnisch gehörte. Um das Jahr 1863 von pommerschen Siedlern gegründet, hat Pomerode heute mit etwa 92 Prozent der Stadtbevölkerung den größten Anteil deutschstämmiger Einwohner in Brasilien.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet zieht sich auf etwa 8 Kilometern Länge durch das in Nord-Süd-Richtung verlaufende Tal des Rio Testo, wobei sich das Stadtzentrum unmittelbar am westlichen Ufer des Flusses erstreckt. Zwei Hauptstraßen durchziehen in etwa einem Häuserblock Abstand das Zentrum Pomerodes: Die in Teilen als Allee angelegte Avenida Vinte e Um de Janeiro und die etwas östlich davon laufende Rua Luiz Abry, die südlich des Stadtzentrums zur Rua XV de Novembro wird.

Wahrzeichen sind die beiden Stadttore, das Südtor an der Rua XV de Novembro und das weit außerhalb des Stadtzentrums an der Rua Presidente Costa e Silva gelegene Nordtor.

Östlich des Stadtzentrums befindet sich an der Rua Hermann Weege der Zoológico Pomerode (Zoologischer Garten), der auf rund 65.000 Quadratmetern diverse heimische und exotische Tierarten beherbergt, darunter Affen, Löwen, Tiger, Wölfe, Giraffen, Zebras, Elefanten, Flusspferde sowie diverse Reptilien- und Vogelarten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtpräfekt (Bürgermeister) ist seit der Kommunalwahl 2016 für die Amtszeit 2017 bis 2020 Ercio Kriek von den Democratas (DEM).[2]

Die Legislative liegt bei einem Stadtrat, den vereadores, aus neun gewählten Abgeordneten.

Sprache und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für die Stadt ist, dass sich Ostpommersch als Umgangs- und Deutsch als Schriftsprache bis heute gehalten haben. Seit 2010 ist Deutsch auch die zweite offizielle Sprache der Stadt.[3] Ferner ist der Bezug pommerscher Kultur allgegenwärtig, was sich insbesondere durch den Baustil vieler Gebäude, das kulinarische Angebot und die seit 1984 jährlich stattfindende „Festa pomerana“ ausdrückt, mit der die Bewohner mit Trachten und Blasmusik über eine Woche ihr Stadtfest feiern.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier fanden sowohl die U-18-Faustball-Weltmeisterschaft der Frauen 2014 als auch die U-18-Faustball-Weltmeisterschaft 2014 statt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größte Arbeitgeber in der Stadt sind ein Werk der Bosch Rexroth AG, in dem vor Ort circa 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, zwei Werke der Netzsch-Gruppe mit rund 600 Mitarbeitern sowie ein Werk des brasilianischen Porzellanherstellers Porcelana Schmidt.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt sowohl einen Greifswalder (Praça de Greifswald) als auch einen Torgelower Platz (Praça de Torgelow) im Zentrum Pomerodes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Hornburg: Pommern in Pomerode. In: Heimatkalender Anklam, 2010, Jahrgang 81, Neue Folge 19. Schibri-Verlag, Strasburg (Uckermark) 2009, S. 123–125, mehrere Abbildungen, ISBN 978-3-86863-032-9.
  • Helga Kirsch, Helmut Kirsch: Ein Stück Deutschland im Süden Brasiliens. Pomerode, eines der vielen Gesichter Brasiliens. In: Die Pommersche Zeitung, Jahrgang 67, Folge 30 vom 29. Juli 2017, S. 16, 4 Farbabbildungen.
  • Boris Herrmann: Brasiliens „deutscheste“ Stadt. In: Süddeutsche Zeitung, 22. Dezember 2018 (sz.de)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pomerode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IBGE: Pomerode – Panorama. In: cidades.ibge.gov.br. Abgerufen am 22. Januar 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Ercio Kriek 25 (Prefeito). In: com.br. Eleições 2016, abgerufen am 22. Januar 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. LEI Nº 2251, DE 1º DE SETEMBRO DE 2010 - INSTITUI A LINGUA ALEMÃ COMO IDIOMA COMPLEMENTAR E SECUNDÁRIO NO MUNICÍPIO