Proteobacteria

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Proteobakterien)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Proteobakterien
Citrobacter freundii (sekundärelektronenmikroskopisches Bild)

Citrobacter freundii (sekundärelektronenmikroskopisches Bild)

Systematik
Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Proteobakterien
Wissenschaftlicher Name
Proteobacteria
Cavalier-Smith 2002

Die Proteobacteria stellen eine der größeren als Abteilungen oder als Stämme (im Sinne von Phylum) angesehenen Gruppen der Domäne der Bakterien dar. Zu ihnen gehören viele wichtige stickstofffixierende Bakterien und Krankheitserreger. Wie alle Bakterien besitzen auch die Proteobacteria keinen Zellkern.

Der Name Proteobacteria ist vom griechischen Gott Proteus abgeleitet, der seine Form wechseln konnte, und bezieht sich auf die Vielfalt von Formen in dieser Gruppe. Sie ist daher nicht morphologisch, sehr wohl aber durch verwandte RNA-Sequenzen definiert. Die Zellwände der Proteobacteria bestehen insbesondere aus ein- bis wenigschichtigem Murein und Lipopolysacchariden, daher sind sie gramnegativ. Einige Arten reagieren allerdings auch gram- variabel, wie z.b. Azospirillum brasilense und Arten von Methylobacterium. Viele Arten besitzen Geißeln, andere sind in der Lage, zu gleiten.

Einige Untergruppen wie die Rhodospirillaceae (Purpurbakterien) und Chromatiaceae (Schwefel-Purpurbakterien) sind in der Lage, unter anoxischen Bedingungen anoxygene Photosynthese zu betreiben. Sie benutzen dafür organische Stoffe, Schwefelwasserstoff, Schwefel oder Wasserstoff als Elektronen-Donor und produzieren daher keinen elementaren Sauerstoff.

Die Untergruppe der Myxobacteria steht bisher als einzige bekannte Gruppe von Proteobakterien im Übergangsfeld zwischen einzelliger und mehrzelliger Lebensweise. Myxobakterien bilden vielzellige Fruchtkörper mit Sporen, eine Konvergenz zu den Schleimpilzen.

Die Proteobacteria werden in sieben Hauptgruppen eingeteilt, die als Klasse angesehen werden, und die griechischen Buchstaben Alpha bis Zeta als Präfix erhalten: Alphaproteobacteria, Betaproteobacteria, Gammaproteobacteria, Deltaproteobacteria, Epsilonproteobacteria, Oligoflexia und Zetaproteobacteria. Einige werden als möglicherweise paraphyletisch angesehen.

Die Mitochondrien der Eukaryonten, aller Lebewesen mit einem Zellkern, stammen möglicherweise von endosymbiontischen Proteobakterien ab (Siehe: Endosymbiontenhypothese).

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden werden einige wichtige Ordnungen, Familien und Gattungen der sechs Klassen der Proteobakterien aufgeführt.

und andere Taxa


und andere Taxa


und andere Taxa


und andere Taxa


und andere Taxa



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Dworkin, Stanley Falkow, Eugene Rosenberg, Karl-Heinz Schleifer, Erko Stackebrandt (Hrsg.): The Prokaryotes, A Handbook of the Biology of Bacteria. 7 Bände, 3. Auflage, Springer-Verlag, New York u. a. O., 2006, ISBN 0-387-30740-0. Vol. 5: Proteobacteria: Alpha and Beta Subclass ISBN 0-387-30745-1; Vol. 6: Proteobacteria: Gamma Subclass ISBN 0-387-30746-X; Vol. 7: Proteobacteria: Delta and Epsilon Subclass, ISBN 0-387-30747-8
  • D.J. Brenner, N.R. Krieg, J.T. Staley and G. M. Garrity (Hrsg.): Bergey's Manual of Systematic Bacteriology, 2. Auflage, Bd. 2 The Proteobacteria, part C (The Alpha-, Beta-, Delta-, and Epsilonproteobacteria), Springer, New York, 2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Proteobacteria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Tree of Life Web Project - Proteobacteria