Ralf Lyding

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Ralf Lyding
Medaillenspiegel

Ringer

Deutschland
Europameisterschaft
0Gold0 1990 Posen Feder
0Bronze0 1991 Stuttgart Feder
Junioren-Europameisterschaft
0Bronze0 1984 Slaghoven Feder

Ralf Lyding (* 8. September 1964 in Witten; † 26. Februar 2019 in Wetter[1][2]) war ein deutscher Ringer. Er war Europameister 1990 im freien Stil im Federgewicht.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ralf Lyding begann 1973 beim KSV Witten, dem Verein, dem er bis zu seinem Karriereende angehörte, mit dem Ringen. Er profitierte dabei von der guten Jugendarbeit die in diesem Verein unter der Leitung der Trainer Klaus Rost und Rainer Brockhoff geleistet wurde. Schon 1977 belegte er bei der deutschen Schülermeisterschaft in Gersweiler (heute C-Jugend) im griech.-röm. Stil in der Klasse bis 34 kg Körpergewicht den 2. Platz. Als 16-Jähriger startete Ralf Lyding im Jahre 1981 schon bei den deutschen Seniorenmeisterschaften im freien Stil im Papiergewicht (bis 48 kg Körpergewicht) und erreichte einen guten 3. Platz. Im Jahre 1982 wurde er deutscher A-Jugendmeister (Altersgruppe bis zum 18. Lebensjahr) im freien Stil im Bantamgewicht und 1983 deutscher Juniorenmeister im Federgewicht. Bei den deutschen Meisterschaften der Senioren wollte Ralf Lyding einfach kein Titelgewinn gelingen. Sechsmal belegte er den 2. Platz und viermal den 3. Platz. 1993 klappte es aber dann doch noch. Er wurde endlich deutscher Meister vor seinen Vereinskameraden Jörg Helmdach und Christian Graupeter.

1983 wurde Ralf Lyding mit dem KSV Witten allerdings schon deutscher Mannschaftsmeister.

Im Jahre 1984 startete Ralf Lyding seine internationale Laufbahn. Er belegte bei der Junioren-EM in Slaghaven in Dänemark im freien Stil, auf den er sich nunmehr konzentrierte, einen hervorragenden 3. Platz im Federgewicht. 1985 erfolgte bei der Weltmeisterschaft in Budapest sein Debüt bei den Senioren. Er startete dort bei der Weltmeisterschaft im Federgewicht. Nach einem Sieg über den Griechen Panagiotis Kalaitzidis unterlag er in seinen beiden nächsten Kämpfen und blieb unplatziert.

1986 startete Ralf Lyding sowohl bei der Europameisterschaft in Athen als auch bei der Weltmeisterschaft in Budapest. In Athen belegte er im Federgewicht den 7. Platz und in Budapest erreichte er einen hervorragenden 6. Platz. Speziell in Athen wäre eine noch weitaus bessere Platzierung möglich gewesen, wenn er nicht übermotiviert überraschenderweise gegen den Schweizer Ludwig Küng verloren hätte.

Ähnlich erging es ihm bei der Weltmeisterschaft 1987 in Clermont-Ferrand. Nach einem Sieg über den Chinesen Li Yianji unterlag er auf grund seiner risikoreichen Ringweise gegen Karsten Polky aus der DDR und Didier Vidal aus Frankreich und erreichte nur den 18. Platz.

In den Jahren 1988 und 1989 musste Ralf Lyding auf der internationalen Ringermatte seinem Vereinskameraden Jörg Helmdach den Vortritt lassen. Er kam erst bei der Europameisterschaft 1990 in Poznan, nunmehr trainiert von Michael Kuhn, wieder zum Einsatz. Er heimste dort den größten Erfolg seiner Laufbahn ein, denn er wurde mit fünf Siegen Europameister. Im Finale besiegte er dabei Karsten Polky mit 4:2 Punkten. Bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in Tokio enttäuschte Ralf Lyding. Zwei Siegen, die er dort erzielte standen drei Niederlagen gegenüber. Die Folge war ein 10. Platz, der seinen Erwartungen nicht entsprach.

Bei der Europameisterschaft 1991 in Stuttgart zeigte Ralf Lyding noch einmal hervorragende Kämpfe. Er verpasste dort allerdings wegen einer knappen Punktniederlage gegen Metin Kaplan aus der Türkei, den er 1990 noch geschlagen hatte, den Endkampf, besiegte aber im Kampf um die EM-Bronzemedaille den Italiener Giovanni Schillaci. Bei der Weltmeisterschaft 1991 in Warna verlor er seinen ersten Kampf gegen den besten Freistilringer jener Jahre, den US-Amerikaner John Smith (1:10) und auch seinen zweiten Kampf knapp mit 0:1 Punkten gegen den Türken Ismail Faikoglu und landete damit abgeschlagen auf dem 23. Platz.

1992 war Ralf Lyding die meiste Zeit verletzt oder erkrankt und konnte deshalb nicht in den Kampf um den Startplatz bei den Olympischen Spielen in Barcelona eingreifen. Bei der Europameisterschaft 1993 war er wieder dabei und verlor in der 1. Runde gegen den Zyprer Aroutioun, bei dem es sich eigentlich um den Armenier Barsegutan Arutjunow handelte. Auf Grund einer Regeländerung führte bereits diese eine Niederlage zum Ausscheiden aus dem Turnier.

1994 startete Lyding, der bei einer Größe von 1,70 m, im Federgewicht immer unter Gewichtsproblemen litt, erstmals bei einer internationalen Meisterschaft im Leichtgewicht. In Rom konnte er dabei voll überzeugen, auch wenn er nur den 4. Platz belegte. In einem hochspannenden Vorrundenkampf unterlag er dabei gegen Wadim Bogijew aus Russland sehr knapp mit 3:4 Punkten. Bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres kam aber Ralf Lyding trotzdem nicht zum Einsatz, weil dort Alexander Leipold im Leichtgewicht startete und der auch Weltmeister wurde.

Ralf Lyding, der als Postbeamter tätig war, beendete daraufhin seine internationale Karriere.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, F = freier Stil, Pa = Papiergewicht, Ba = Bantamgewicht, Fe = Federgewicht, Le = Leichtgewicht, damals bis 48 kg, 57 kg, 62 kg u. 68 kg Körpergewicht)

Deutsche Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer, Nummern: 11/1985, Seiten 5/6, 5/1986, Seiten 5/6, 11/1986, Seiten 9/10, 9/1987, Seiten 8 bis 10, 5/1990, Seiten 4 bis 7, 10/1990, Seite 4, 5/1991, Seiten 13 u. 23, 10/1991, Seite 10, 5/1993, Seite 11, 4/1994, Seiten 6 bis 8
  • Hundert Jahre Ringen in Deutschland, Verlag Der Ringer, Niedernberg, 1991, Seiten 189, 222, 224, 226 u. 227

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Deutsche Ringer-Bund trauert um Ralf Lyding, ringen.de, 28. Februar 2019
  2. Oliver Schinkewitz: Lydings Tod stürzt den KSV Witten 07 in tiefe Trauer. WAZ, 28. Februar 2019, abgerufen am 28. Februar 2019.