Reigoldswil

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Reigoldswil
Wappen von Reigoldswil
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Waldenburg
BFS-Nr.: 2893i1f3f4
Postleitzahl: 4418
Koordinaten: 619103 / 249618Koordinaten: 47° 23′ 50″ N, 7° 41′ 30″ O; CH1903: 619103 / 249618
Höhe: 509 m ü. M.
Fläche: 9,25 km²
Einwohner: 1613 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 174 Einw. pro km²
Website: www.reigoldswil.ch
Reigoldswil mit Wasserfallenbahn

Reigoldswil mit Wasserfallenbahn

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Reigoldswil (schweizerdeutsch: Reigetschwyl) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Waldenburg des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz. Sie ist der hinterste Ort im Tal der hinteren Frenke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste schriftliche Erwähnung von Reigoldswil stammt aus dem Jahre 1152. König Friedrich I nimmt das Kloster Beinwil in seinen Schutz und bestätigt ihm alle Besitzungen, darunter ein Eigengut in Rigoldswilre. Ab 1529 traten die Bewohner des Frenkentals zum reformierten Glauben über. 1832 wurde er Teil des Kanton Basel-Landschaft.

Als im Raum Basel Seidenbandweberei als Heimarbeit eingeführt wurde, standen auch in Reigoldswil zahlreiche Posamenter Webstühle. Die Abhängigkeit von den „Seidenbandherren“ führte zu einer wirtschaftlich einseitigen Orientierung nach der Stadt Basel. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise kam die Seidenband-Heimarbeit rasch zum Erliegen. Der letzte Webstuhl wurde 1977 aufgegeben.[2] Als neuer Wirtschaftsfaktor siedelten sich im Oberbaselbiet mittelständische Betriebe an und der Tages-Tourismus wurde entdeckt.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reigoldswil ist ein zusammengesetzter -wil-Name. Im ersten Glied steckt der altdeutsche Personenname Rigold oder Regold. Das -wil ist eine verkürzte Form des Frankoromanischen villare was so viel wie ‘zum Gutshof gehörig’ bedeutet. Reigoldswil bedeutet demzufolge: Bei Rigolds/Regolds Gehöft.

In der Schweiz enden viele Ortsnamen mit „-wil“. Varianten sind „-willer“ in Frankreich und „-wihl“, „-weil“ oder „-weiler“ in Süddeutschland und Österreich.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde schon Anfang des 20. Jahrhunderts durch die erste konzessionierte Buslinie der Schweiz durch die AAGL mit der Kantonshauptstadt Liestal verbunden. 1873 scheiterte das Eisenbahnprojekt Wasserfallen. Reigoldswil ist als Talstation der Wasserfallenbahn (Gondelbahn) und dank seiner guten Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz ein beliebter Startort für Tagesausflüge.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruine Rifenstein
  • Wander- und Erholungsgebiet Wasserfallen
  • Dorfmuseum „Feld“
  • Höhle zur Wasserfallen

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reigoldswil pflegt partnerschaftliche Beziehungen zur deutschen Gemeinde Bad Bellingen am südlichen Oberrhein und zur elsässischen Gemeinde Petit-Landau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Probst (1880–1966) Bildhauer
  • Ernst Lotz (1862–1947) Pfarrer
  • Paul Suter (1899–1989) Lehrer und Heimatforscher
  • Max Schneider (1916–2010) Architekt, Zeichner
  • Michael Herrmann (* 1973), Politiker (FDP)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reigoldswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Dominik Wunderlin: Reigoldswil. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 23. Dezember 2011, abgerufen am 12. Juni 2019.