Reinhard Appel

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Reinhard Appel, Mitte der 1970er Jahre in Bonn

Reinhard Appel (* 21. Februar 1927 in Königshütte; † 26. Juni 2011 in Bonn[1]) war ein deutscher Journalist, Redakteur und Intendant.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Appel verbrachte seine Kindheit und Jugend ab Dezember 1927 in Berlin-Spandau und besuchte die Volks- und Mittelschule. Danach bewarb er sich an der Lehrerbildungsanstalt Berlin-Schöneberg (die im Gebäude des Prinz-Heinrich-Gymnasiums untergebracht war), wurde auch angenommen und nach deren Schließung 1944 Lehramtsanwärter in Brandenburg (Havel). Die Einberufung zur Wehrmacht im Januar 1945 beendete jedoch seine pädagogische Laufbahn.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1946 bis 1950 war er Volontär, dann Redakteur und Reporter bei der Stuttgarter Zeitung, wo sein ältester Bruder Reinhold bereits als Sportjournalist angestellt war. Anschließend zog er mit seiner Familie in die damalige Bundeshauptstadt Bonn, wo er bis 1971 Korrespondent der Stuttgarter Zeitung war. In den Jahren 1962 und 1963 war er zugleich Vorsitzender der Bundespressekonferenz.

Danach war Appel von 1963 bis 1973 und erneut von 1986 bis 1991 Moderator der ZDF-Reihe „Journalisten fragen – Politiker antworten“ und von 1976 bis 1986 Moderator der ZDF-Reihe „Bürger fragen – Politiker antworten“. Er moderierte zwischen 1965 und 1987 auch die sogenannten „Elefantenrunden“ mit dem jeweils amtierenden Bundeskanzler und den Herausforderern bzw. den Parteivorsitzenden der Oppositionsparteien.[2] Weiterhin leitete Appel verschiedene Fernsehsendungen, in denen Bürger mit dem Bundespräsidenten diskutierten.

1973 bis 1976 war er Intendant des Deutschlandfunks und danach zwischen 1976 und 1988 Chefredakteur des ZDF. Dort arbeitete er an der Gründung vieler Sendungen mit, die bis heute das Programm prägen (Heute-Journal, WISO, Morgenmagazin).[3] Im März 1977 kandidierte er für das Amt des ZDF-Intendanten, unterlag aber Karl-Günther von Hase.[4] Als Hörfunkbeauftragter des ZDF für den Deutschlandsender Kultur von 1993/94 bis zur Fusion mit dem RIAS zum Deutschlandradio wirkte Reinhard Appel wesentlich mit an der Umformung der Deutschen Welle in ihre heutige Struktur.

Mit seiner Frau Marianne, geb. Bauder, hat er drei Kinder: die Söhne Stephan und Clemens sowie Tochter Eva.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhard Appel gehörte seit der Stiftung des Gustav-Heinemann-Bürgerpreises im Jahre 1977 bis zu seinem Tode dessen 20köpfigem Kuratorium an[6]. Ebenso war er langjähriges Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Ebert-Stiftung[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. spiegel.de: Gestorben: Reinhard Appel. In: DER SPIEGEL 27/2011. (abgerufen am 1. Dezember 2014)
  2. Joachim Huber: tagesspiegel.de: Elefantenrunde: Weg vom Duellchen (abgerufen am 2. Dezember 2014)
  3. Jochen Hieber: Zum Tode von Reinhard Appel. Als Politiker noch antworteten. In: FAZ.NET. 27. Juni 2011. Abgerufen am 27. Juni 2011.
  4. ZDF: Irgendein Huddel. Der Spiegel, 7. März 1977, abgerufen am 13. April 2016.
  5. BZ-online: In Memoriam Reinhard Appel (abgerufen am 22. November 2011)
  6. SPD-jahrbuch 2009/2010: Liste der Kuratoriumsmitglieder des Gustav-Heinemann-Preises PDF-datei/7,2 MB, S.100 (abgerufen am 2. Dezember 2014)
  7. library.fes.de: Mitglieder des Kuratoriums, Stand: März 2010 PDF-datei/5,6 MB, S.98 (abgerufen am 2. Dezember 2014)