Repperndorf

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Repperndorf
Stadt Kitzingen
Wappen von Repperndorf
Koordinaten: 49° 45′ 3″ N, 10° 7′ 22″ O
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 97318
Vorwahl: 09321
Karte
Lage von Repperndorf (fett) im Kitzinger Gemeindegebiet
Ortsansicht von Repperndorf mit St.Laurentiuskirche
Ortsansicht von Repperndorf mit St.Laurentiuskirche

Repperndorf ist ein Ortsteil der unterfränkischen Kreisstadt Kitzingen in Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Repperndorfer Mühlbach fließt durch das drei Kilometer westlich des Kitzinger Stadtkerns liegende Dorf. In Kitzingen mündet der Bach in den Main. Auf der Gemarkung befindet sich die Eherieder Mühle am Eherieder Mühlbach östlich von Kaltensondheim. Repperndorf lag an der Reichsstraße von Nürnberg nach Würzburg, auf die der Straßenname Alte Reichsstraße hinweist. Die Trasse der Bundesstraße 8 führt am Bebauungsgebiet vorbei.

Naturräumlich liegt Repperndorf als einziger Kitzinger Stadtteil auf den sogenannten Hochflächen im südlichen Maindreieck, die zu den Gäuflächen im Maindreieck gezählt werden. Typisch sind die etwa 300 m hohen Ebenen, die in Richtung des Maines steil abfallen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde als Fronhof des Benediktinerklosters Kitzingen zum ersten Mal im 11. Jahrhundert erwähnt. Mit diesem ging er 1544 in den Besitz der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach über. Die Markgrafen lösten in ihrer Funktion als Pfandherren der Stadt Kitzingen das Kloster auf. Im Zuge der Wiedereinlösung fiel Repperndorf als wichtiger Bestandteil des ehemaligen Klosters an das Fürstbistum Würzburg zurück. Mit diesem wurde es 1803 zuerst kurfürstlich bayrisch, 1806 großherzoglich würzburgisch, und im Jahr 1814 Teil des Königreichs Bayern. Seit der Gemeindegebietsreform, die am 1. Januar 1978 in Kraft trat, ist Repperndorf ein Ortsteil von Kitzingen[1] und hat heute ca. 700 Einwohner.[2] Vor der Zuwanderung von Auswärtigen nach 1945 lag die Zahl der Einwohner ständig bei ca. 500 (1933: 463).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SPD und CSU sind mit einem eigenen Ortsverein bzw. Ortsverband vertreten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Repperndorf.png
Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot; vorne ein roter Hahnenkopf, hinten ein senkrecht gestellter silberner Rost.“[3]
Wappenbegründung: Ein Gerichtssiegel des 18. Jahrhunderts zeigte den heiligen Laurentius. Das Wappen enthält mit dem Rost noch das Attribut des Heiligen, der gleichzeitig Ortspatron von Repperndorf ist. Die ehemalige Zugehörigkeit zu den Herren von Hohenlohe und ihren Ministerialen, den Rittern von Dettelbach, wird durch den roten Hahn symbolisiert. Später war das Dorf Teil des Hochstifts Würzburg, dessen Farben Rot und Silber sind.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arkaden mit Kanzel

Ähnliche Anlagen sind noch in Marktsteft, Mainbernheim, Wiesenbronn, Abtswind und Prichsenstadt zu finden.

  • Weinlehrpfad in den nahe gelegenen Weinbergen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserversorgung wurde nach der Eingemeindung 1978 von den Licht-, Kraft- und Wasserwerken Kitzingen (LKW) übernommen.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Repperndorf ist heute Weinbauort im Anbaugebiet Franken. Eine Weinlage existiert um das Dorf; der Wein wird seit den 1970er Jahren unter dem Namen Repperndorfer Kaiser Karl vermarktet und verweist auf die Durchreisen des Frankenkönigs. Repperndorf ist Teil des Bereichs MainSüden; bis 2017 waren die Winzer im Bereich Maindreieck zusammengefasst. Die Muschelkalkböden um Repperndorf eignen sich ebenso für den Anbau von Wein wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Repperndorf Weinbau. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Laut der Sage soll Karl der Große in Repperndorf den ersten Weinstock gepflanzt haben. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zur Selbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Maines heraus.

Der Weinbau erlebte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.[4]

Der Weinbau prägt auch heute noch teilweise den Ort, was sich etwa im jährlich stattfindenden Weinfest oder in der außerhalb des Ortes errichteten Zentrale der Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF), heute als Winzergemeinschaft Franken firmierend, widerspiegelt. Die größte fränkische Winzergenossenschaft hat wegen der zentralen Lage des Ortes im Anbaugebiet ihren Sitz in Repperndorf. Ein Wein- und Naturlehrpfad informiert den interessierten Besucher über den Weinbau.

Weinlage[5] Größe 1993[6] Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage
Kaiser Karl 33 ha Südwesten 15–25 % Silvaner, Müller-Thurgau Kitzinger Hofrat

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV Jahn Repperndorf e. V. unterhält mehrere Abteilungen, von denen die Fußballabteilung die aktivste ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.
  • Hans Bauer: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In: Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Repperndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 747.
  2. Stand: 28. Oktober 2009
  3. Bauer, Hans: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. S. 60.
  4. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
  5. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen, PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019.
  6. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.