Riedrode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 39′ 0″ N, 8° 29′ 44″ O

Riedrode
Stadt Bürstadt
Wappen von Riedrode
Höhe: 91 m ü. NN
Einwohner: 852 (31. Dez. 2010)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 68642
Vorwahl: 06206
Die Kreuzung der Bahnhofstraße mit den Gleisen der Nibelungenbahn ist die einzige öffentliche Zufahrtsstraße in den Ort

Die Kreuzung der Bahnhofstraße mit den Gleisen der Nibelungenbahn ist die einzige öffentliche Zufahrtsstraße in den Ort

Riedrode ist ein Stadtteil von Bürstadt im Kreis Bergstraße in Hessen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riedrode liegt östlich der Kernstadt Bürstadt im Hessischen Ried. Die geradezu brettebene Gemarkung umfasst den nördlich der Nibelungenbahn gelegenen nordöstlichen Teil des Stadtgebietes mit landwirtschaftlich genutzten Flächen und einem kleinen Teil des Lorscher Waldes.

Die nächstgelegenen Ortschaften sind im Westen die Kernstadt Bürstadt, im Nordwesten Bobstadt und Biblis, im Nordosten Einhausen, im Osten Lorsch und im Süden Lampertheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. September 1933 erließ die hessische Landesregierung unter Federführung von Landeskulturrat Hans Reich die Richtlinien zum Bau von Riedrode. Vorgesehen war die Errichtung von 28 Bauernhöfen für Milchviehhaltung mit je 30 Morgen Land. Am 1. Mai 1935 begann der Bau der ersten Häuser durch den Reichsarbeitsdienst. Ab Oktober 1935 zogen die ersten Siedler ein. Am 1. Juli 1936 wurde Riedrode als erstes hessisches Erbhofdorf eingeweiht mit Namensgebung und Wappen. Die Gemarkung wurde gebildet aus Teilen von Bürstadt sowie Klein-Hausen und aus Lorscher Wald.

Am 12. September 1936 kam David Lloyd George, der britische Premierminister des Ersten Weltkriegs, anlässlich eines Besuchs bei Adolf Hitler auch nach Riedrode.

1937 wurde das Gemeinschaftshaus gebaut (Backhaus, Freiwillige Feuerwehr, Milchabnahme, Kindergarten und Jugendraum) und die einklassige Volksschule nahm mit 42 Schülern den Unterrichtsbetrieb auf. Seit 15. Mai 1939 hielten Züge am neu errichteten Haltepunkt Riedrode. Der Zweite Weltkrieg endete für Riedrode am 26. März 1945 mit der Besetzung durch amerikanische Truppen. 1954 wurde der erste Bebauungsplan für ein Neubaugebiet in Riedrode beschlossen. Im Jahr 1961 wurde die Gemarkungsgröße mit 438 ha angegeben, davon waren 112 ha Wald.[2]

Riedrode schloss sich im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 1. Juli 1971 mit Grenzänderungsvertrag der Stadt Bürstadt an.[3] Für Riedrode wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet. 1979/80 wurde das Schulhaus abgerissen und an seiner Stelle wurde 1981 ein Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht.

Verwaltung und Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riedrode gehörte bei seiner Gründung zum Kreis Bensheim. Die hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurden 1937 nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage aufgehoben. Zum 1. November 1938 trat dann eine umfassende Gebietsreform auf Kreisebene in Kraft. In der ehemaligen Provinz Starkenburg war der Kreis Bensheim besonders betroffen, da er aufgelöst und zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen wurde. Der Kreis Heppenheim übernahm auch die Rechtsnachfolge des Kreises Bensheim und erhielt den neuen Namen Landkreis Bergstraße.[4] Riedrode allerdings kommt zum Kreis Worms, der damals zu Rheinhessen gehörte. Mit der Neueinteilung der Bundesländer, durch die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs nach 1945, wurde Rheinhessen westlich des Rheins dem Bundesland Rheinland-Pfalz zugeschlagen und Riedrode in den Kreis Bergstraße integriert.[2]

Die zuständige Gerichtsbarkeit der ersten Instanz liegt beim Amtsgericht Lampertheim.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Einwohnerzahlen sind dokumentiert[2]:

  • 1939: 199 Einwohner
  • 1961: 295 Einwohner
  • 1970: 424 Einwohner
Riedrode: Einwohnerzahlen von 1939 bis 1967
Jahr     Einwohner
1939
  
199
1946
  
231
1950
  
230
1956
  
252
1961
  
295
1967
  
403
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnsteig des Haltepunkts Riedrode

Für den überörtlichen Verkehr ist Riedrode durch die hier als Nibelungenstraße bekannte Kreisstraße K 62 bzw. Bundesstraße 47 erschlossen, die auf der dem Ort abgewandten Südseite der Nibelungenbahn mit dieser parallel läuft. In Höhe des Haltepunktes Riedrode schafft ein Bahnübergang die Verlängerung der Bahnhofstraße bis zur Einmündung in die Nibelungenstraße und somit die einzige öffentliche Zufahrtsstraße in den Ort.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeittafel von Riedrode. Arbeitskreis Dorfgeschichte Riedrode, abgerufen am 10. Februar 2015.
  2. a b c d „Riedrode, Landkreis Bergstraße“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 18. Dezember 2012, abgerufen am 1. Oktober 2013.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 348.
  4. 175 Jahre BA – 175 Schlagzeilen. Die Entstehung des Kreises Bergstraße. In: Morgenweb. Bergsträßer Anzeiger, 2007, S. 109, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 9. Februar 2015 (PDF; 9,0 MB).