Nibelungenbahn

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Worms–Bensheim
Streckennummer (DB): 3571 (Hofheim–Bensheim)
3577 (Lorsch–Heppenheim)
Kursbuchstrecke (DB): 653
Streckenlänge: 23,9 km
5,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Main-Neckar-Bahn von Darmstadt
Bahnhof, Station
23,9 0,0 Bensheim 109 m
   
Bensheim Süd (geplant)
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Main-Neckar-Eisenbahn
BSicon STR.svgBSicon exSTR.svgBSicon BHF.svg
5,2 Heppenheim (Bergstr)
BSicon STR.svgBSicon exSTRlf.svgBSicon xSTRl+r.svg
Main-Neckar-Bahn nach Weinheim
BSicon SBRÜCKE.svgBSicon .svgBSicon exSBRÜCKE.svg
A 5
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ehem. Verbindungsstrecke
Brücke über Wasserlauf (groß)
Weschnitz
Bahnhof, Station
18,2 0,0 Lorsch
Straßenbrücke
A6 67
   
16,4 0,0 Lorscher Wald
Haltepunkt, Haltestelle
12,9 0,0 Riedrode
Turmbahnhof – unten
10,2 0,0 Bürstadt (Turmbahnhof) Riedbahn
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Strecke von Biblis
Bahnhof, Station
5,6 0,0 Hofheim (Ried)
Strecke – geradeaus
Strecke nach Worms

Die Nibelungenbahn ist eine 23,9 Kilometer lange, nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke von Worms über Hofheim, Bürstadt und Lorsch nach Bensheim. Zu ihrem Namen kam die Strecke, weil sie mehrere Orte miteinander verbindet, die in der Nibelungensage eine wichtige Rolle spielen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem 1846 die Main-Neckar-Eisenbahn in Nord-Süd-Richtung entlang der Bergstraße eröffnet worden war, plante man, auch den hessischen Teil des vorderen Odenwaldes mit der Eisenbahn zu erschließen. Ein Ziel war, die aus dieser Gegend stammenden Rohstoffe mit dem Hafen in Worms zu verbinden. In den 1860er Jahren begannen erste Planungen, wobei sich sowohl die Stadt Bensheim als auch das etwas südlicher gelegene Heppenheim darum bemühten, Ausgangspunkt der Odenwaldstrecke zu werden. Ein Problem bereitete jedoch der hierbei zu überquerende Höhenrücken entlang der Bergstraße.

Trotz unbeendeter Planungen der Odenwaldstrecke wurde die Nibelungenbahn am 27. Oktober 1869 eröffnet. Man hatte sich für die Trassenführung Worms–Bensheim entschieden, bei der die Strecke zwischen Worms und Hofheim gemeinsam mit der alten Riedbahn verlief. Ein späterer Bauabschnitt der Riedbahn überquert die Nibelungenbahn im Bahnhof Bürstadt, einem Turmbahnhof.

Derweil zögerten sich die Planungen für die Odenwaldstrecke noch bis 1890 hinaus. Die endgültige Streckenführung der 1895 eröffneten Weschnitztalbahn hat jedoch den Ausgangspunkt in Weinheim, von wo aus die Bahnlinie dem Tal der Weschnitz folgt.

Erst 1903 wurde die Verbindungsstrecke Heppenheim–Lorsch gebaut. Wegen der unterbliebenen Verbindung des Odenwaldes mit der Nibelungenbahn blieb auch das erhoffte Verkehrsaufkommen hinter den Erwartungen zurück. Einige Jahrzehnte später wurde daher die Strecke Heppenheim–Lorsch stillgelegt und demontiert. Vom 12. bis 18. September 1990 fand auf der Strecke außerdem die Aktion Lindwurm statt.[2]

Der für 2006 geplante Anschluss der Nibelungenbahn an das elektronische Stellwerk in Weinheim, der verkürzte Einfahrzeiten in die Bahnhöfe ermöglichen würde, so dass die heutige Fahrzeit von ca. 30 Minuten zwischen Worms und Bensheim gesunken wäre, wurde nicht durchgeführt. Die Machbarkeit einer zusätzlichen Station Bensheim Süd wird derzeit geprüft. Im Zuge der Ausschreibung der Nibelungenbahn als Teil des Streckenbündels 'Rheinhessen/Weinstraße' wurde eine vollständige Streckenmodernisierung angestrebt; eine Erneuerung der Sicherungstechnik ist dabei aktuell nicht mehr vorgesehen. Die Bahnsteige sollen jedoch auf 55 cm erhöht werden, um nach der Ausschreibung barrierefreien Zugang zu den Zügen zu ermöglichen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verbliebene Nibelungenbahn ist bis heute eine nur schwach ausgelastete Nebenstrecke, die von der Deutschen Bahn AG (DB) mit Dieseltriebwagen der Baureihe 622 und Baureihe 623 als Linie RB 63 bedient wird. Es verkehren stündliche Regionalbahnen mit Begegnung meist zur Symmetriezeit in Bürstadt, in den Hauptverkehrszeiten von Montag bis Freitag mit einzelnen Verstärkerzügen und Kreuzung in Lorsch. Die Strecke verläuft vollständig innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN). Für Fahrten in Richtung Darmstadt und Frankfurt gelten auf der Strecke außerdem die Tarife des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 verkehrten Dieseltriebwagen der Baureihe 628.

Um die Verbindungen zwischen Worms und Darmstadt zu verbessern, wird öfters eine Durchbindung auf hessischer Seite bis Darmstadt Hbf gefordert. Dies wird jedoch erst nach einer Entlastung der Main-Neckar-Bahn durch die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim möglich sein.

Betriebsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofheim (Ried)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Hofheim (Ried) ist der Bahnhof des Lampertheimer Ortsteils Hofheim. Im Bahnhof verzweigen sich die Strecken nach Biblis (Riedbahn) und Bensheim (Nibelungenbahn).

Bürstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Bürstadt ist ein Turmbahnhof an der Nibelungenbahn und der Riedbahn.

Riedrode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnsteig des Haltepunktes Riedrode

Der Haltepunkt Riedrode ist die Bahnstation des Bürstädter Stadtteils Riedrode. Der Haltepunkt liegt am südlichen Ortsrand. Unweit des Haltepunktes schafft ein Bahnübergang die einzige öffentliche Zufahrtsstraße in den Ort.

Lorscher Wald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Station Lorscher Wald erschloss das gleichnamige Waldgebiet zwischen Riedrode und Lorsch.

Lorsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lorscher Bahnhof im Mai 2007 (Bahnseite)

Der Bahnhof Lorsch ist die einzig verbliebene Kreuzungsmöglichkeit zwischen Bürstadt und Bensheim. Zugkreuzungen finden jedoch nur noch vereinzelt in den werktäglichen Hauptverkehrszeiten in Lorsch statt. Von 1903 an zweigte hier die Verbindungskurve nach Heppenheim von der Strecke nach Bensheim ab, ehe sie einige Jahrzehnte später wieder stillgelegt wurde.

Heppenheim (Bergstr)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Heppenheim (Bergstr) wurde im Zuge der Eröffnung des Streckenabschnittes LangenDarmstadt–Heppenheim der Main-Neckar-Bahn am 22. Juni 1846 eröffnet. 1903 wurde die Verbindungsstrecke Heppenheim–Lorsch gebaut, die aufgrund der unterbliebenen Verbindung des Odenwaldes mit der Nibelungenbahn nach mehr als 30 Jahren wieder stillgelegt wurde.

Bensheim Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage eines neuen Haltepunkts Bensheim Süd an Nibelungen- und Main-Neckar-Bahn wird etwa seit dem Jahr 2000 diskutiert.[3]

Bensheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Bensheim

Der Bahnhof Bensheim wurde wie sein Pendant in Heppenheim im Zuge der Eröffnung des Streckenabschnittes Langen–Darmstadt–Heppenheim der Main-Neckar-Bahn am 22. Juni 1846 eröffnet. 1869 wurde die Nibelungenbahn zwischen Worms und Bensheim in Betrieb genommen, wodurch Bensheim zum Eisenbahnknotenpunkt wurde. Ab 2018 soll der Bahnhof außerdem in das Netz der S-Bahn RheinNeckar integriert werden.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Fritz Engbarth: Von der Ludwigsbahn zum Integralen Taktfahrplan – 160 Jahre Eisenbahn in der Pfalz. 2007, S. 41.
  3. Hessischer Landtag, Drucksache 15/1246