Rolf Wollrad

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Rolf Wollrad (* 6. Februar 1938 in Döbeln, Sachsen; † 9. Februar 2022[1][2] in Dresden) war ein deutscher Opernsänger (Bass).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolf Wollrad absolvierte sein Gesangsstudium an der Musikhochschule Leipzig bei Peter Russ sowie bei einem einjährigen Auslandsaufenthalt am Nationalkonservatorium Sofia bei Ilja Jossifoff.[3]

Von 1961 bis 1964 war Wollrad Mitglied des Opernstudios der Staatsoper Dresden. 1964 wurde er in Leipzig mit dem Bach-Preis ausgezeichnet.[3] Nach dem Abschluss seiner Ausbildung erhielt er sein erstes Engagement an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul, wo er 1964 als Sarastro in der Mozart-Oper Die Zauberflöte debütierte. Ab 1970 war Wollrad festes Ensemblemitglied an der Staatsoper Dresden.[1][2] Ab 1973 fungierte er dort auch als Ensemblesprecher.[3] 1975 wurde er zum Kammersänger ernannt.[1]

Auf der Bühne interpretierte Wollrad sowohl das seriöse Bass-Fach, aber auch zahlreiche Buffo-Partien. Zu seinen Hauptpartien gehörten die Mozart-Rollen Osmin, Figaro, Leporello und Sarastro, außerdem Rocco in Fidelio, Daland in Der Fliegende Holländer, Graf Waldner in Arabella und Pimen in Boris Godunow. Im komischen Fach sang er den Don Pasquale, weiters Dulcamara in Der Liebestrank, Falstaff in Die lustigen Weiber von Windsor, Baculus in Der Wildschütz und van Bett in Zar und Zimmermann.

1990 sang er an der Staatsoper Dresden den König Treff in Die Liebe zu den drei Orangen. 1991 war er dort als Don Magnifico in La Cenerentola zu hören. Mit dieser Rolle beendete er 1997 auch seine aktive Sängerlaufbahn an der Dresdner Staatsoper.[3] Nach der „Wende“ wurde er 1991 unter dem damaligen Intendanten Christoph Albrecht dessen Stellvertreter und zugleich Operndirektor der Staatsoper Dresden.[1][2] Bis 2003 gehörte Wollrad der Staatsoper Dresden an.[1][2] Bei seinem Ausscheiden wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.[1][2]

Wollrad gastierte gelegentlich an der Staatsoper Berlin sowie bei den Musikfestspielen Wiesbaden und am Opernhaus Leningrad. Im Konzertbereich wurde er insbesondere als Bach- und Händel-Interpret geschätzt.

2003 übernahm er, nach einer stimmlichen Auszeit aus gesundheitlichen Gründen, an der Staatsoperette Dresden noch einmal den Falstaff in Die lustigen Weiber von Windsor.[3] 2005 sang er am Theater Erfurt den Baron Mirko Zeta in der Lehár-Operette Die lustige Witwe.[4] 2008 trat er am Theater Gera als Doktor Bartolo auf.[3] In der Spielzeit 2010/11 gab er an den Städtischen Bühnen Lübeck sein Rollen-Debüt als Milchmann Tevje im Musical Anatevka.[3][5]

Nach 52 Bühnenjahren beendete Wollrad 2013 seine Sängerlaufbahn am Goethe-Theater in Bad Lauchstädt mit der Partie des Dr. Bartolo in Der Barbier von Sevilla.[2][4]

Rolf Wollrad starb im Februar 2022, wenige Tage nach seinem 84. Geburtstag.[1][2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Opernsänger Rolf Wollrad gestorben. Musik Heute vom 10. Februar 2022. Abgerufen am 12. Februar 2022
  2. a b c d e f g Semperoper trauert um früheren Operndirektor Rolf Wollrad. Blick.de vom 10. Februar 2022. Abgerufen am 12. Februar 2022
  3. a b c d e f g Rainer Wulff im Gespräch mit Ks. Rolf Wollrad (2011). Abgerufen am 12. Februar 2022
  4. a b Früherer Operndirektor der Semperoper Dresden, Rolf Wollrad, gestorben. MDR Kultur vom 10. Februar 2022. Abgerufen am 12. Februar 2022
  5. Auf Tränen folgt Applaus: "Anatevka" trifft Zuschauer mitten ins Herz. Aufführungskritik. shz.de vom 5. Oktober 2010. Abgerufen am 12. Februar 2022