Ruben Östlund

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Ruben Östlund (2012)

Claes Olle Ruben Östlund (* 13. April 1974 in Styrsö, Västra Götalands län, Schweden)[1] ist ein schwedischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Ruben Östlund Anfang der 1990er einige Skifilme produzierte, entschloss er sich 1998, sich an der Högskolan för Fotografi och Film in Göteborg für ein dreijähriges Studium einzuschreiben, das er 2001 beendete. Neben vereinzelten Kurzfilmen und Dokumentationen veröffentlichte er 2004 mit Gitarrmongot seinen ersten Spielfilm. Um diesen Film zu realisieren, setzte er auf Laiendarsteller. Mit Ausnahme von Maria Lundqvist waren auch in seinem zweiten Spielfilm De ofrivilliga von 2008, für den er jeweils eine Guldbaggen-Nominierung in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch erhielt, ausschließlich Laiendarsteller im Einsatz.

In seinem dritten Spielfilm Play – Nur ein Spiel? arbeitete er abermals mit Laiendarstellern zusammen. Der Film erzählt die Geschichte einer afrikanischen Unterschichtbande, welche durch dubiose Tricks weiße Mittelschichtkinder bestiehlt. Als der Film in Schweden veröffentlicht wurde, war Östlund fast täglich rassistischen Anschuldigungen ausgesetzt. Doch internationale Kritiker, die den Film auf Filmfesten wie den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2011 oder dem Tromsø Internasjonale Filmfestival sahen, waren der Meinung, dass der Film gekonnt mit den rassistischen Vorurteilen spiele, und lobten den Film durchgängig.[2] Der Film wurde unter anderen in Tromsø mit dem Publikumspreis und dem Friedenspreis ausgezeichnet. Beim schwedischen Filmpreis Guldbagge erhielt Östlund erstmals die Auszeichnung für die Beste Regie.

2014 schrieb Östlund das Drehbuch und führte Regie an dem Spielfilm Höhere Gewalt mit Johannes Kuhnke und Lisa Loven Kongsli in den Hauptrollen. Vom film-dienst als „formal brillantes Drama“ gelobt, „als von satirischen Tönen durchdrungene Bestandsaufnahme der Kleinfamilie und ihrer Rollenbilder“,[3] gewann Östlunds vierter Spielfilm über 30 internationale Film- und Festivalpreise und wurde für den Oscar und Golden Globe Award jeweils in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert. In Schweden gewann der Regisseur den Guldbagge in den Kategorien Regie, Drehbuch und Schnitt, während sich Höhere Gewalt in der Kategorie Bester Film u. a. gegen Roy Anderssons Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach durchsetzen konnte.

Nach dem Erfolg von Höhere Gewalt inszenierte Östlund mit The Square (2017) ein ähnlich satirisches Drama, das in der Stockholmer Kunstszene angesiedelt ist. Der Film lief im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes, wo Östlund als erster schwedischer Regisseur die Goldene Palme gewann.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Filmfestspiele von Cannes
Guldbagge
  • 2009: Nominierung für das Beste Drehbuch mit De ofrivilliga
  • 2009: Nominierung für die Beste Regie mit De ofrivilliga
  • 2012: Nominierung für das Beste Drehbuch mit Play
  • 2012: Auszeichnung für die Beste Regie mit Play
  • 2015: Auszeichnung für die Beste Regie, das Beste Drehbuch und den Besten Schnitt mit Höhere Gewalt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruben Östlund. In: sfi.se, abgerufen am 2. November 2011 (schwedisch)
  2. Luuk Imhann: Interview Ruben Östlund. In: movie2movie.nl, 31. Januar 2012, abgerufen am 31. März 2012 (niederländisch)
  3. Esther Buss: Höhere Gewalt. In: film-dienst 24/2014 (abgerufen via Munzinger Online).
  4. Geklaute Echtzeit: Ruben Östlunds Spielfilm Play. In: FAZ, 24. Januar 2013, Seite 29