Samzche-Dschawachetien

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სამცხე-ჯავახეთი
Samzche-Dschawachetien

Region innerhalb Georgiens
Wappen Georgiens

Wappen Georgiens

Flagge Georgiens

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Über dieses Bild
Landessprachen Georgisch
Ethnien Armenier (50,5 %)
Georgier (48,3 %)
Russen (0,4 %)
Griechen (0,3 %)
Osseten (0,2 %)
(Stand 2014)[1]
Religionen orthodox[2] (45,6 %)
armenisch-apostolisch (40,3 %)
katholisch[3] (9,4 %)
muslimisch (3,8 %)
keine (0,6 %)
(Stand 2014)[4]
Hauptstadt Achalziche
Größte Städte Achalziche (17.903 Ew.)
Bordschomi (10.546 Ew.)
Achalkalaki (8.295 Ew.)
Status innerhalb Georgiens Region
Fläche 6.412,9 km2
Gesamtbevölkerung 160.504 (2014)[5]
Bevölkerungsdichte 25,0 Ew./km2
Gouverneur Akaki Matschutadse
Webseite samtskhe-javakheti.gov.ge

Samzche-Dschawachetien (georgisch სამცხე-ჯავახეთი, Samzche-Dschawacheti; vollständig სამცხე-ჯავახეთის მხარე, Samzche-Dschawachetis mchare) ist eine 1995 gebildete Region im Süden Georgiens. Sie grenzt im Süden an Armenien und die Türkei. Die Hauptstadt ist Achalziche.

Die Region umfasst die sechs Munizipalitäten (munizipaliteti) Achalkalaki, Achalziche, Adigeni, Aspindsa, Bordschomi und Ninozminda (bis 2006 gleichnamige Rajons). Verwaltungssitze der Munizipalitäten sind die gleichnamigen Städte Achalkalaki, Achalziche (gehört selbst nicht zur Munizipalität, sondern ist als Hauptstadt der Region dieser direkt unterstellt), Bordschomi und Ninozminda sowie die Minderstädte (georgisch daba, დაბა) Adigeni und Aspindsa. Eine weitere Stadt ist Wale, weitere Minderstädte sind Abastumani, Achaldaba, Bakuriani, Bakurianis Andesiti und Zaghweri.

Der südöstliche Teil der Region um die Städte Achalkalaki und Ninozminda entspricht der historischen Provinz Dschawachetien (englische Transkription Javakheti),[6] der Nordwesten dem nach den Mescheten benannten historischen Meschetien, georgisch Samzche.

Im Süden der Region erstreckt sich entlang der Staatsgrenze der Dschawacheti-Nationalpark, im Norden ein Teil des Nationalparks Bordschomi-Charagauli.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samzche-Dschawachetien ist die einzige Region Georgiens – mit Ausnahme des de facto selbständigen Abchasiens seit den 1990er-Jahren, in Folge des Abchasienkonflikts – in der die ethnischen Georgier nicht die Mehrheit besitzen: Armenier stellten bei der Volkszählung 2014 50,5 % der Einwohner, mit abnehmender Tendenz (2002 waren es noch 54,4 %), Georgier dagegen 48,3 %. In den südöstlichen Munizipalitäten Achalkalaki und Ninozminda stellen Armenier über 90 %, in den Munizipalitäten Achalziche und Aspindsa liegt ihr Anteil mit etwa einem Drittel beziehungsweise einem Sechstel ebenfalls weit über dem Landesdurchschnitt; unter der Landbevölkerung beträgt ihr Anteil insgesamt fast 60 %. Trotzdem ist die armenische Sprache nicht offizielle Sprache der Region;[6] dies ist in ganz Georgien nur die georgische Sprache. Daneben gibt es eine geringe Zahl (jeweils unter 0,5 %) von Russen, Griechen, Osseten und anderen.

Ein Großteil der armenischen Bevölkerung kann seinen Ursprung auf zwei Einwanderungswellen zurückführen: eine kleinere Welle nach dem Russisch-Türkischen Krieg 1828/29 und eine größere nach dem Völkermord an den Armeniern und der damit einher gehenden Vertreibung der Armenier aus dem Osmanischen Reich 1915. Zur Zeit des Krieges zwischen den nach dem Ende des Russischen Kaiserreiches ausgerufenen Demokratischen Republiken Armenien und Georgien der dschawachetische Teil der heutigen Region einer der Streitpunkte, neben der Provinz Lori, heute in Armenien, und Bortschali, dem Gebiet um die heutige Stadt Marneuli im georgischen Niederkartlien.

Eine ab den 1990er-Jahren in der der Region aktive nationalistische armenische Bewegung ist die Vereinigte Demokratische Allianz Dschawachet. 2008 kam es zu einem Bombenanschlag in der der süddschawachetischen Stadt Achalkalaki, in dessen Folge wurden mehrere zentrale Mitglieder der Bewegung festgenommen wurden.[7] Im Zuge der Krimkrise 2014 gab es Berichte auf, dass in Georgien lebende ethnische Armenier massenhaft russische Pässe beantragt hätten.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Samzche-Dschawachetien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2014: Total population by regions and ethnicity bei GeoStat (Excel-Datei, englisch)
  2. vorwiegend Angehörige der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche
  3. vorwiegend Angehörige der Armenisch-katholischen Kirche
  4. Volkszählung 2014: Population by regions and religion bei GeoStat (Excel-Datei, englisch)
  5. Volkszählung 2014: Number of population by administrative-territorial units and sex bei GeoStat (Excel-Datei, englisch)
  6. a b Jonathan Wheatley: Obstacles Impeding the Regional Integration of the Javakheti Region of Georgia. ECMI (European Centre for Minority Issues) Working Paper #22, 2004. Online (PDF; 163 kB)
  7. Paul Rimple/Justyna Mielnikiewicz: Post-Crimea, Phantom of Armenian Separatism Haunts Georgia, eurasianet.org 9. April 2014.
  8. Robin Forestier-Walker: Georgia wary of Russia 'expansion plans', aljazeera.com, 6. April 2014.

Koordinaten: 42° N, 43° O