Sant Mateu de Bages

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Gemeinde Sant Mateu de Bages
Burg (castell) und Kirche (esglesia) von Coaner
Burg (castell) und Kirche (esglesia) von Coaner
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Sant Mateu de Bages
Sant Mateu de Bages (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KatalonienKatalonien Katalonien
Provinz: Barcelona
Comarca: Bages
Koordinaten 41° 48′ N, 1° 44′ OKoordinaten: 41° 48′ N, 1° 44′ O
Höhe: 500 msnm
Fläche: 102,32 km²
Einwohner: 618 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 6,04 Einw./km²
Postleitzahl: 08263, 08269
Gemeindenummer (INE): 08229 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.santmateudebages.cat

Sant Mateu de Bages ist ein Ort und eine Gemeinde (municipi) mit 618 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) in der Comarca Bages in der Provinz Barcelona in der Autonomen Region Katalonien. Zur stark bewaldeten und flächenmäßig vergleichsweise großen Gemeinde gehören auch die Dörfer Castelltallat, Coaner, Salo und Valls de Torroella.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Sant Mateu de Bages liegt in einer Höhe von etwa 300 bis 900 Metern ü. d. M. etwa 85 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich von Barcelona bzw. etwa 15 Kilometer nordwestlich von Manresa.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1990 2000
Einwohner 860 810 628 573 491

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte die Gemeinde zeitweise deutlich über 1.000 Einwohner, doch die Mechanisierung der Landwirtschaft führte zu einem nachhaltigen Verlust von Arbeitsplätzen und zur Abwanderung der Menschen in die umliegenden Städte.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher lebten die Einwohner hauptsächlich als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Anbau von Wein und die Haltung von Vieh gehörte. Seit dem 19. und 20. Jahrhundert wird vor allem für die Bauindustrie in größerem Umfang Forstwirtschaft betrieben. Seit den 1960er Jahren ist die Vermietung von Ferienwohnungen (casas rurales) als Einnahmequelle hinzugekommen; auch der Wandertourismus spielt eine gewisse Rolle im Leben der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie die archäologische Funde (jungsteinzeitlicher Dolmen, iberische Wallanlage, ein Gräberfeld aus westgotischer Zeit, mittelalterliche Burgen etc.) beweisen, ist das Gemeindegebiet bereits seit langem besiedelt. Der Ort Sant Mateu wird erstmals in einer Urkunde des Jahres 983 als Sancto Matheo erwähnt; die erste Erwähnung der Burg (castell) fällt in das Jahr 1018.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sant Mateu
Kirche (església) von Sant Mateu
Einsiedlerkapelle (Ermita Sant Miquel de les Planes)
  • Die aus weitgehend unbearbeiteten Bruchsteinen errichtete Kirche des knapp 100 Einwohner zählenden Ortes stammt aus dem 18. Jahrhundert. Aufgrund mehrerer hufeisenförmiger Fensteröffnungen im Glockenturm (campanar) wird dieser von einigen Forschern manchmal noch in die präromanische Epoche – also in die Zeit vor dem Jahr 1000 – eingeordnet.
  • Neben der Kirche wurden vier anthropomorphe Steinkistengräber freigelegt.
  • Die Ruine der mittelalterlichen Burg (castell) befindet sich auf einem Hügel etwa einen Kilometer außerhalb des Ortes.
  • In der Nähe steht die kleine Einsiedlerkapelle Sant Miquel de les Planes.
  • Ein Gräberfeld aus westgotischer Zeit wurde ebenfalls etwa 300 Meter außerhalb des Ortes gefunden.
Coaner
  • Der runde Bergfried (torre de l’homenatge) der mittelalterlichen Burg erhebt sich auf einem erst 1999 zur Stabilisierung angelegten mehrfach abgestuften Unterbau.
  • Die im Jahr 1024 geweihte Kirche Sant Julià de Coaner gehört zu den Schmuckstücken der katalanischen Romanik.
  • Eine einschiffige Marienkapelle (Santuari de la Mare de Déu de Coaner) aus dem Jahr 1654 mit einem zweigeteilten Glockengiebel (espadanya) steht unweit der Kirche. Sie barg eine spätromanische polychrom gefasste Marienfigur, die jedoch derzeit andernorts aufbewahrt wird; von Interesse dagegen ist der spätbarocke Altarretabel aus dem Jahr 1716, der sich genau in die Apsis der Kapelle einfügt.
Salo
  • Von der ehemaligen Burg existieren nur noch spärliche Reste.
Castelltallat
  • Auf dem Gebiet des Ortes steht ein megalithischer Dolmen. Bei Ausgrabungen im Jahr 1920 wurden Knochenreste von sieben Personen, sowie Keramikbruchstücke und kleinere Schmuckstücke aus Stein und Metall entdeckt.
  • Im Jahre 1999 wurde im Bereich der Burgruine eine Wallanlage aus iberischer Zeit (6. Jahrhundert v. Chr.) freigelegt.
  • Die auf einer Bergspitze in gut 900 Meter Höhe thronende romanische Kirche (Església Sant Miquel) erhielt im 16. und 17. Jahrhundert zwei Kapellenanbauten; zur Ausstattung gehören mehrere Barockaltäre.
  • In unmittelbarer Nähe steht ein modernes Observatorium.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vicenç Buron: Esglésies Romàniques Catalanes. Artestudi Edicions, Barcelona 1977, S. 84f, ISBN 84-85180-06-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sant Mateu de Bages – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).