Sarfraz Ahmed

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Sarfraz Ahmed
Spieler-Informationen
Geboren 22. Mai 1987 (34 Jahre alt)
Karatschi, Pakistan
Körpergröße 1.70 m
Batting-Stil Rechtshänder
Bowling-Stil Rechtshändiger Off Break
Spielerrolle Wicket-Keeper
Test-Debüt (cap 198) 14. Januar 2010 v Australien Australien
Letzter Test 16. Oktober 2018 v Australien Australien
ODI-Debüt (cap 156) 18. November 2007 v Indien Indien
Letztes ODI 9. November 2018 v Neuseeland Neuseeland
ODI Shirt-Nr. 54
T20I-Debüt (cap 36) 19. Februar 2010 v England England
Letztes T20I 4. November 2018 v Neuseeland Neuseeland
T20I Shirt-Nr. 54
Nationale Mannschaften
Jahre Mannschaft
2005 – 2015 Karachi Dolphins
2005 – 2006 Karachi Harbour
2006 – 2008 Sindh
2006 – Pakistan International Airlines
2016 – Quetta Gladiators (squad no. 54)
2017 – Yorkshire (squad no. 56)
2017 Khulna Titans
Karriere-Statistiken
Spielform Test ODI T20 FC
Spiele 43 95 53 143
Runs (Gesamt) 2.457 1.816 745 7.423
Batting Average 39,00 33,01 28,65 40,78
100s/50s 3/16 2/8 0/3 10/52
Highscore 112 105 89* 213*
Bälle 12 4
Wickets 0
Bowling Average 7,50
5 Wickets in Innings
10 Wickets im Spiel
Beste Bowlingleistung
Catches/Stumpings 118/18 95/23 30/9 443/46
Quelle: ESPN Cricinfo, 2. November 2018 {{{year}}}

Sarfraz Ahmed (* 22. Mai 1987 in Karatschi, Pakistan) ist ein pakistanischer Cricketspieler, der als Wicket-Keeper-Batsman pakistanischer Nationalspieler ist und aktuell Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft in allen drei Spielformaten ist. Nachdem er 2016 als Twenty20- und 2017 ODI-Kapitän etabliert wurde, wurde er nach dem Rücktritt von Misbah-ul-Haq der 32. Test-Kapitän Pakistans. Größter Erfolg als Kapitänwar der Gewinn der ICC Champions Trophy 2017 im Juni 2017. Im März 2018 wurde Sarfraz Ahmed als jüngster Pakistaner mit der höchsten pakistanischen zivilen Auszeichnung, der Sitara-i-Imtiaz, geehrt.[1]

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sarfraz wuchs in Karatschi auf und verbrachte gegen den ausdrücklichen Willen seines Vaters viel Zeit auf dem Cricketfeld. Zunächst betätigte er sich dort als Bowler, bevor er sich dem Wicket-Keeping zuwandte. Der Widerstand der Familie brach, als der für die U15 Jugendauswahl der Zone VI in Karatschi ausgewählt wurde. Seine Auftritte dort und in der Nachfolgenden U17 Auswahl führten dazu, dass der Pakistan Cricket Club auf ihn aufmerksam wurde. 2004 scheiterte er bei der Vorauswahl für die U17-Nationalmannschaft Pakistans. Seine nachfolgenden Leistungen in der U19-Auswahl Karatschis führten jedoch dazu, dass er für die U19-Nationalmannschaft ausgewählt wurde. Als Kapitän der U19-Nationalmannschaft gelang ihm mit dem Finalsieg gegen Indien und somit dem Gewinn des ICC U19-Cricket-Weltmeisterschaft 2006, der erste große Erfolg. Ebenfalls gelang ihm der Aufstieg ins First-Class-Team von Karatschi.[2]

Internationale Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginn der Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2007 wurde Sarfraz als Backup für Kamran Akmal in die Nationalmannschaft berufen. Seinen ersten Auftritt hatte er beim fünften ODI bei der Tour in Indien. Seine Test-Karriere begann in der Saison 2009/10 als er bei der pakistanischen Tour in Australien beim dritten Test in Hobart eingesetzt wurde, nachdem Kamran Akmal zuvor schlechte Leistungen gezeigt hatte.[3] Jedoch konnte er sich zunächst nicht für die Stamm-Mannschaft etablieren.[2][4] Erst ab der Saison 2009/10 gelang es Sarfraz Ahmed sich durchzusetzen. So spielte er im November 2011 in der ODI-Serie bei der Tour gegen Sri-Lanka und in der nachfolgenden Serie gegen Bangladesch und im Asia Cup 2012. Grade letzteres wurde für seine Karriere als entscheidend angesehen, da er bisher als Schlagmann nicht überzeugen konnte und vor allem Adnan Akmal eine große Konkurrenz auf der Wicket-Keeper-Position.[5] Es war letztendlich die Tour gegen Sri Lanka 2013/14 auf der er erstmals überzeugen konnte.[6] Sein Durchbruch in allen drei Formen gelang 2014. Nachdem er innerhalb von drei Monaten sowohl in Sri Lanka, gegen Australien und gegen Neuseeland ein Test-Century erzielte (100 Runs in einem Innings) wurde er Stammspieler im Nationalteam. 2015 wurde Sarfraz in den Kader für den Cricket World Cup 2015 berufen, aber erst im fünften Spiel gegen Südafrika eingesetzt. Im Spiel gegen Irland erzielte er mit 101 (not out) seinen ersten ODI-Century und rechtfertigte damit seine Nominierung.[7]

Aufstieg zum Kapitän[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Turnier trat Misbah-ul-Haq als ODI-Kapitän zurück und Sarfraz rückte in das Amt des Vize-Kapitäns für die Limited-Overs-Formate auf.[8] Während des ersten Test gegen Sri-Lanka in der Saison 2015 in Galle erzielte er als insgesamt siebter pakistanischer Wicketkeeper 1000 Runs. Allerdings wurde Sarfraz Ahmed nicht für die nachfolgenden Twenty20-Serie nominiert, was in den pakistanischen Medien und vom Verband stark kritisiert wurde.[9] Kurz darauf wurde er als Kapitän der Twenty20-Mannschaft vorgeschlagen.[10] Kurz darauf wurde er in das ICC Test Team of the Year 2015 gewählt.[11] Nach dem für das pakistanische Team enttäuschend verlaufenden ICC World Twenty20 2016 in Indien wurde er als Ersatz für Shahid Afridi Kapitän des Twenty20-Teams.[12] Diese füllte er erstmals bei der Tour in England in der Saison 2016 aus. Der Gewinn dort und auch der folgende Gewinn der Twenty20-Serie gegen die West Indies festigten seine Position im Team. Der nach der Niederlage in der im Winter folgenden ODI-Serie in Australien unter Druck geratenen Azhar Ali wurde kurz darauf durch Sarfraz als ODI-Kapitän ersetzt.[13] Als Kapitän in beiden Limited-Overs-Formen konnte er das Team daraufhin in den West Indies zu erfolgen führen. Die große Bewährungsprobe folgte beim ICC Champions Trophy 2017 in England, bei dem er das Team mit einem Finalsieg gegen Indien zum Titel führte.[14] Daraufhin wurde der, nachdem Misbah-ul-Haq sich von seinem Amt als Test-Kapitän zurückzog, zum Kapitän in allen drei Spielformen bestimmt.[15] Nach der erfolgreich gestalteten Twenty20-Serie gegen eine Weltauswahl, übernahm der die neue Rolle erstmals bei der Tour gegen Sri Lanka. Sein dortinges Ausscheiden im zweiten Test leitete die erste "Heim"-Test-Tour-Niederlage für Pakistan seit sie zehn Jahren zuvor gegen Südafrika verloren hatten.[16][17] Während der Tour wurde bekannt, dass der Weltverband ICC eine Untersuchung einleitete, als Sarfraz einen Korruptionsversuch nach dem dritten ODI der Serie meldete.[18] Die folgende Saison gelangen dem Team unter seiner Leitung durchwachsene Ergebnisse. Vor allem das Ausscheiden der Mannschaft beim Asia Cup 2018 gegen Bangladesch wurde scharf kritisiert.[19] In der Tour gegen Australien zum Beginn der Saison 2018/19 wurde er im zweiten Test zweimal verletzt. Zunächst wurde er am ersten Tag von einem Ball am Arm getroffen, konnte jedoch nach einer Behandlungspause den Tag zu Ende spielen.[20] Am dritten Tag wurde er erneut, dieses Mal am Kopf getroffen. Nachdem er am folgenden Morgen über Kopfschmerzen klagte, wurde er ins Krankenhaus gebracht und das Team gewann den Test ohne ihn.[21]

Nationale Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Sarfraz zunächst für Karachi gespielt hatte wechselte er 2007 zu Pakistan International Airlines.[22] Mit ihnen gelang ihm der Gewinn des RBS Pentangular Cup 2008/09[23] und der Quaid-e-Azam Trophy 2011/12.[24]

In der Pakistan Super League wurde Sarfraz von den Quetta Gladiators gedraftet und war in der Saison 2016 Kapitän der Mannschaft. Sarfraz Ahmed führte seine Mannschaft bis ins Finale, verlor jedoch dort gegen Islamabad United.[25] In der Saison 2018 verlor das Team von Sarfraz im Finale gegen Peshawar Zalmi.[26] In der dritten Ausgabe der PSL verlor sein Team wieder gegen Peshawar Zalmi in der K.O.-Phase.[27]

In der Saison 2017 spielte er für Yorkshire im englischen Twenty20 Cup.[28]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sitara-I-Imtiaz
  • PCB's Outstanding Player of the year: 2017[29]
  • PCB's Spirit of cricket award: 2018[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sarfraz awarded Sitara-e-Imtiaz on Pakistan Day. In: ESPN Cricinfo. Abgerufen am 24. März 2018.
  2. a b Nabeel Hashmi: Sarfaz's story: Missing the father that said no (englisch) The Express Tribune. 16. Januar 2015. Abgerufen am 10. November 2018.
  3. Pakistan rush Sarfraz Ahmed to Australia (englisch) Cricinfo. 6. Januar 2010. Abgerufen am 10. November 2018.
  4. Osman Samiuddin: Karachi association slams Pakistan team composition (englisch) Cricinfo. 11. August 2010. Abgerufen am 10. November 2018.
  5. Nasir Jamshed, Sarfraz Ahmed in Pakistan squad (englisch) Cricinfo. 3. März 2012. Abgerufen am 10. November 2018.
  6. S Rajesh: Pakistan's hunt for a wicketkeeper-batsman (englisch) Cricinfo. 24. Januar 2014. Abgerufen am 10. November 2018.
  7. Daniel Brettig: 'No choice' Sarfraz comes up trumps (englisch) Cricinfo. 15. März 2015. Abgerufen am 10. November 2018.
  8. Umar Farooq: Azhar Ali named Pakistan ODI captain (englisch) Cricinfo. 30. März 2015. Abgerufen am 10. November 2018.
  9. Dropping Sarfraz Ahmed: PCB seeks answer from Shahid Afridi. thenewstribe. 5. August 2015. Abgerufen am 24. August 2016.
  10. Sarfraz should become next T20 captain: Waqar Younis. The Express Tribune. 6. August 2015. Abgerufen am 24. August 2016.
  11. Smith, Boult in ICC teams of the year (englisch) Cricinfo. 2. Dezember 2015. Abgerufen am 10. November 2018.
  12. Sarfraz Ahmed named Pakistan's T20I captain. Cricinfo. 5. April 2016. Abgerufen am 5. April 2016.
  13. Azhar Ali likely to lose ODI captaincy after 4-1 thumping (englisch) Cricinfo. 26. Januar 2017. Abgerufen am 10. November 2018.
  14. Smashed, broken and crumbled: The tale of Pakistan's runaway success against a star-studded India exactly a year ago (englisch) 18. Juni 2018.
  15. Danyal Rasool: Sarfraz to lead Pakistan in all three formats (englisch) Cricinfo. 4. Juli 2017. Abgerufen am 10. November 2018.
  16. Osman Samiuddin: Will try not to sweep in crucial moments again - Sarfraz (englisch) Cricinfo. 10. Oktober 2017. Abgerufen am 10. November 2018.
  17. Osman Samiuddin: Pakistan look to seniors to undo Abu Dhabi anomaly (englisch) Cricinfo. 5. Oktober 2017. Abgerufen am 10. November 2018.
  18. Umar Farooq: ICC investigates approach made on Sarfraz (englisch) Cricinfo. 21. Oktober 2017. Abgerufen am 10. November 2018.
  19. Osman Samiuddin und Umar Farooq: Sleepless Sarfraz feels the heat after Asia Cup exit (englisch) Cricinfo. 27. September 2018. Abgerufen am 10. November 2018.
  20. Osman Samiuddin: Pakistan could call up Rizwan as substitute wicketkeeper for Sarfraz (englisch) Cricinfo. 16. Oktober 2018. Abgerufen am 10. November 2018.
  21. Osman Samiuddin: Sarfraz sent to hospital for precautionary scans (englisch) Cricinfo. 29. Januar 2013. Abgerufen am 10. November 2018.
  22. Pakistan likely to call up additional wicketkeeper (englisch) Cricinfo. 11. November 2007. Abgerufen am 10. November 2018.
  23. PIA clinch title with 59-run win (englisch) Cricinfo. 1. April 2009. Abgerufen am 10. November 2018.
  24. PIA romp to seventh QEA title (englisch) Cricinfo. 23. Dezember 2011. Abgerufen am 10. November 2018.
  25. Islamabad crowned PSL champions. The Express Tribune. 24. Februar 2016. Abgerufen am 24. August 2016. (englisch)
  26. Sarfraz Ali: PSL 2017 final: Peshawar beat Quetta by 58 runs, crowned champions, Daily Pakistan. 5. März 2017. Abgerufen am 2. März 2018. 
  27. Alagappan Muthu: Peshawar steal one-run win, Quetta knocked out. Cricinfo. 20. März 2018. Abgerufen am 10. November 2018.
  28. George Dobell: Sarfraz joins Yorkshire for short T20 stint (englisch) Cricinfo. 15. Juli 2017. Abgerufen am 10. November 2018.
  29. Sarfaraz bags outstanding player of the year at PCB awards 2017. Dawn News. 14. September 2017. Abgerufen am 29. Oktober 2017.
  30. Fakhar Zaman steals PCB awards ceremony. Abgerufen am 9. August 2018.