Schloss Syburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Syburg
Gemeinde Bergen
Koordinaten: 49° 3′ 55″ N, 11° 8′ 7″ O
Höhe: 521 m ü. NHN
Einwohner: 15 (1987)[1]
Postleitzahl: 91790
Vorwahl: 09147
Torturm des Wasserschlosses Syburg
Torturm des Wasserschlosses Syburg

Das Schloss Syburg ist ein Wasserschloss im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und bildet mit mehreren Häusern einen Ortsteil der Gemeinde Bergen. Der Weiler liegt auf einer Höhe von rund 521 Metern über NHN und hat 15 Einwohner (Stand: 1987).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss steht auf einer Hochfläche der Weißenburger Alb, einem Teilhöhenzug der Fränkischen Alb, im Osten des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen südöstlich von Bergen und nahe dem Ortsteil Thalmannsfeld. Im Süden liegt Nennslingen. Das Schloss ist umrahmt von Wäldern und Wiesen. Der Schlossgraben und der unweit davon befindliche südliche Gutzenweiher wird vom Hauptgraben gespeist, der mit dem nahegelegenen Augraben östlich des Schlosses zum Erlenbach zusammenfließt. Eine kleine Straße verbindet das Schloss mit der Kreisstraße WUG 16, die südöstlich des Schlosses zur Kreisstraße WUG 14 führt. Am Schloss führen ein Wanderweg und ein Radwanderweg vorbei. Der Ortsteil liegt inmitten des Naturparks Altmühltal in einem Landschaftsschutzgebiet und ist umrahmt von einem Fauna-Flora-Habitat.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf das Schloss

Schloss Syburg ist ein 1470 erstmals erwähntes Wasserschloss, das auf eine Wasserburg des 11. Jahrhunderts zurückgeht und das von den Schenken von Geyern erworben wurde.[3] Im 18. Jahrhundert fand ein Ausbau zur Rokokoanlage statt. Der Hauptbau ist ein dreigeschossiger, zweiflügliger Walmdachbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Ökonomiehof stammt aus dem 16. Jahrhundert, der Torturm ist von 1759, die Orangerie und der Gartenpavillon entstanden um 1750.[4]

Im Jahre 1846 waren im Ort Syburg neben dem Schloss neun Häuser, dreizehn Familien und 41 „Seelen“ sowie ein Wirt und ein Schuhmacher verzeichnet.[5] 1875 lebten die vierzig Einwohner des Ortes in elf Gebäuden. Sie besaßen insgesamt fünf Pferde und 21 Stück Rindvieh.[6] Vor der Gemeindegebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren war Syburg ein Ortsteil von Thalmannsfeld,[7] welches am 1. Mai 1978 nach Bergen eingemeindet wurde.

Bis in die 1960er Jahre war das Schloss Sitz eines Zweiges der Adelsfamilie Schenk von Geyern. Maximilian Ernst Freiherr Schenk von Geyern verkaufte es 1970 an Ernst August Prinz zur Lippe. Im Jahre 1977 ersteigerte ein Privatmann das Schloss, der regionales Interesse auf sich zog, da er sich aufgrund einer nahen Kläranlage in einem Rechtsstreit mit der Gemeinde und dem Landkreis befand.[8] Für Januar 2017 war die Zwangsversteigerung durch das Amtsgericht Weißenburg vorgesehen, die derzeit ausgesetzt ist.[9]

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamte Schlossanlage wurde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter der Nummer D-5-77-115-31 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Die untertägigen Bestandteile des Wasserschlosses und die mittelalterliche Vorgängeranlage wurden zu einem Bodendenkmal unter der Nummer D-5-6932-0091 erklärt. Außerdem ist ein Gasthaus südöstlich des Schlosses, ein zweigeschossiger Walmdachbau aus dem 18. Jahrhundert, zusammen mit seinem Nebengebäude unter der Nummer D-5-77-115-32 in die Denkmalliste eingetragen.[4] Das Schloss ist als landschaftsprägendes Denkmal eingestuft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gotthard Kießling: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band V.70/1). Karl M. Lipp Verlag, München 2000, ISBN 3-87490-581-0, S. 58–60.
  • Karl Hannakam und Ludwig Veit (Bearb.): Archiv der Freiherrn Schenk von Geyern auf Schloß Syburg, München 1958

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schloss Syburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand: 25. Mai 1987. München (Beiträge zur Statistik Bayerns 450), 1991, S. 350
  2. Topographische Karten, Bayerisches Vermessungsamt (BayernAtlas)
  3. bergen-mittelfranken.de, abgerufen am 9. August 2015
  4. a b Bergen in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege
  5. Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern, 1846, Seite 124
  6. Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. […] mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München, 1877, Spalte 1269
  7. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. München (Beiträge zur Statistik Bayerns 260), 1964, Spalte 836
  8. Ein Mann kämpft gegen die Welt, Süddeutsche Zeitung, erschienen am 25. August 2013, abgerufen am 9. August 2015
  9. Zwangsversteigerung 2017