Nennslingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Nennslingen
Nennslingen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Nennslingen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 3′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Nennslingen
Höhe: 523 m ü. NHN
Fläche: 21,97 km²
Einwohner: 1395 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91790
Vorwahl: 09147
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 151
Marktgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schmiedgasse 1
91790 Nennslingen
Webpräsenz: www.nennslingen.de
Bürgermeister: Günter Obermeyer (Wählergruppe A)
Lage des Marktes Nennslingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Gunzenhausen Absberg Alesheim Muhr am See Bergen (Mittelfranken) Burgsalach Dittenheim Ettenstatt Haundorf Heidenheim (Mittelfranken) Höttingen Langenaltheim Markt Berolzheim Meinheim Nennslingen Pappenheim Pfofeld Polsingen Solnhofen Theilenhofen Treuchtlingen Weißenburg in Bayern Westheim (Mittelfranken) Raitenbuch Pleinfeld Gnotzheim Ellingen Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Ansbach Landkreis EichstättKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Nennslingen ist ein Markt mit 1.375 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2013) im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Nordosten des Landkreises in der Region Westmittelfranken und etwa 13 Kilometer östlich der Kreisstadt Weißenburg in Bayern. Sie befindet sich auf einer Hochfläche der Weißenburger Alb, einem Teilhöhenzug des Mittelgebirges Fränkische Alb und ist von einer weiten Offenlandschaft geprägt. Nordöstlich des Ortsteils Biburg befindet sich der östlichste Punkt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Im Nordosten verläuft die Grenze zum benachbarten Landkreis Roth, im Südosten zum Landkreis Eichstätt in Oberbayern. Das Gemeindegebiet liegt zwischen etwa 490 und 576,3 Meter (Kesselberg) über dem Meeresspiegel. Die Anlauter durchfließt in ihrem Tal die Gemeinde und auch den Hauptort. Sie wird innerhalb des Gemeindegebiets vom Hirschgraben und vom Erlenbach gespeist. Der Ort Nennslingen liegt auf einer Höhe von 523 Metern über NN und wird von der Anlauter in eine westliche und eine östliche Hälfte geteilt. Am nördlichen Ortsrand befindet sich der Schwabenweiher. Nördlich von Nennslingen liegt das Feuchtgebiet des Erlenbaches. Durch Nennslingen führt die Staatsstraße 2227 in Richtung Weißenburg und die Kreisstraße WUG 14.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nennslingen hat acht amtliche Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Biburg, Gersdorf und Wengen. Die Wohnplätze Waldmühle und Kappelhof sind keine offiziellen Ortsteile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung als Ort erfolgte etwa zwischen 400 und 450 durch die Juthungen. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 914. Unter dem Eichstätter Bischof Gundekar II. wurde im 11. Jahrhundert eine Kirche geweiht. Der Nachfolgebau, eine Marienkirche, war im Mittelalter und auch nach der Reformation noch eine beliebte Wallfahrtsstätte; Gnadenbild war das „Maria hilf“-Bild, das seit der Reformation in einem verschlossenen Kasten auf einem Seitenaltar untergebracht war und in bayerischer Zeit 1811 nach einer öffentlichen Versteigerung in die Pfarrkirche von Raitenbuch kam.[3]

Die Herrschaft über den Ort teilten sich das Fürstentum Ansbach und die Schenk von Geyern. Die Rechte des preußischen Fürstentums Ansbach fielen vor der Rheinbundakte 1806 durch Tausch an das Königreich Bayern. Die Herrschaftsrechte der Schenk von Geyern im Markt Nennslingen wurden ebenfalls 1806 mediatisiert.

Im 13. Jahrhundert versuchten die Schenken von Geyern, sich ein eigenes Herrschaftsgebiet mit Nennslingen als Mittelpunkt aufzubauen. 1539 erfolgte die Erhebung Nennslingens zum Markt. Am 27. August 1582 wurde dem Markt von Kaiser Rudolf II. ein Wappen verliehen. Die Verleihungsurkunde ist heute noch im Besitz der Gemeinde. 1562 führte der Ortsherr Konrad von Ehenheim auf Verlangen der Gemeinde die Reformation ein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast völlig entvölkert. 1640 wanderten Exulanten aus Österreich ein. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verarmte Nennslingen infolge der Kriegslasten aus den Jahren 1805 bis 1815. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die damalige Gemeinde.

Weitere Daten: 1954 Bau der Wasserleitung, 1957/58 Bau der katholischen Kirche „Mariä Namen“ (seit 1960 Filialkirche von Pfraunfeld), da die Zahl der Katholiken nach dem Zweiten Weltkrieg durch Heimatvertriebene stark zugenommen hatte, von 1960 bis 1966 Flurbereinigung. 1978 wurde der Markt Nennslingen Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Nennslingen, die 14 Ortschaften mit 17 Gemeindeteilen umfasst.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Mai 1978 sind die früher selbstständigen Gemeinden Markt Nennslingen, Biburg, Gersdorf und Wengen im Zuge der Gemeindegebietsreform im Markt Nennslingen vereinigt.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1.410 Einwohner[4]
  • 1970: 1.467 Einwohner[4]
  • 1987: 1.294 Einwohner
  • 2000: 1.483 Einwohner
  • 2011: 1.350 Einwohner
  • 2013: 1376 Einwohner[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Günter Obermeyer (Wählergruppe A). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Karl Michael Gloßner (Wählergruppe A).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Nennslingen
Wappenbeschreibung:

„Aus dem offenen Tor einer goldenen Zinnenmauer quellend silbernes und blaues Wasser, das den Schildfuß füllt; über der Mauer gespalten; vorne in Schwarz ein silberner Balken, hinten geteilt von Schwarz und Silber.“[6]

Wappenbegründung:

Im Jahr 1582, erhielt der Markt von Kaiser Rudolf II. das Wappen. Die Wappen der beiden damaligen Herrschaftsinhaber, der Herren von Ehenheim und der Schenk von Geyern, stehen in der oberen Hälfte. Die Mauer und das Wasser stellen die Quelle der Anlauter dar (siehe Bild links). König Ludwig I. verlieh 1844 das Wappen erneut. Otto Hupp stellte die Mauer, deren Farbe nicht festgelegt war, in seinem Wappenbuch rot dar. 1983 wurde die Farbe der Mauer offiziell als Gold definiert, da es in der Heraldik kein Braun oder Erdfarben gibt. Die teilweise noch mit einer roten Mauer kursierenden Darstellungen entsprechen daher nicht dem offiziellen Wappen.


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2003 findet in Nennslingen jedes Jahr im August das Playground Open Air Festival mit bekannten Bands wie Betontod, Normahl, MC Fitti, Dendemann oder Slime statt.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 571.000 Euro, davon waren 81.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 73 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 119 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 482. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 2 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 77 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1828 ha, davon waren 1232 ha Ackerfläche und 595 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2011):

  • Einen Kindergarten mit 50 Plätzen und 54 Kindern
  • Eine Volksschule mit 29 Lehrern und 301 Schülern. Diese vom Schulverband der Gemeinden Nennslingen, Bergen, Burgsalach und Raitenbuch betriebene Volksschule wurde zum Schuljahr 2011/2012 in eine Grund- und Mittelschule umgewandelt. Auf Grund der zurückgehenden Schülerzahlen wurde die Mittelschule zum Ende des Schuljahres 2013/14 aufgelöst, so dass nur eine Grundschule mit den Klassen 1 bis 4 verbleibt.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. Pastoralblatt des Bistums Eichstätt, 5 (1858), S. 191
  4. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  5. a b Tischvorlage Gemeinderatssitzung Raitenbuch 8. Mai 2014
  6. Stadler, Klemens: Deutsche Wappen, Bd. 6, Bremen 1968, S. 24; Schöler, Eugen: Historische Familienwappen in Franken (J. Siebmachers Grosses Wappenbuch F), Neustadt a.d. Aisch 1975, S. 95, Taf. 1 (Schenk von Geyern), S. 41, Taf. 2 (von Ehenheim)
  7. Playground Open Air Nennslingen. Abgerufen am 23. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nennslingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien