Schmalspurbahn Oschatz–Mügeln–Döbeln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oschatz–Döbeln Hbf
Strecke der Schmalspurbahn Oschatz–Mügeln–Döbeln
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen 1902
Streckennummer: 6969; sä. OD
Kursbuchstrecke (DB): 502
Streckenlänge: 30,940 km
Spurweite: 750 mm (Schmalspur)
Maximale Neigung: 17 
Minimaler Radius: 100 m
Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
BSicon KBHFa.svgBSicon .svg
0,00 Oschatz 129 m
BSicon STR.svgBSicon .svg
(Anschluss von Hauptbahn Leipzig–Dresden)
BSicon eABZlf.svgBSicon .svg
0,21 nach Strehla
BSicon STR.svgBSicon .svg
Dreischienengleis 750/1435 mm
BSicon eABZlf.svgBSicon .svg
0,81 Anschluss Zuckerfabrik Oschatz
BSicon HST.svgBSicon .svg
1,05 Oschatz Lichtstraße 126 m
BSicon HST.svgBSicon .svg
1,30 Oschatz Körnerstraße 126 m
BSicon eHST.svgBSicon .svg
1,75 Oschatz Markt nur 2006
BSicon BHF.svgBSicon .svg
2,08 Oschatz Süd 123 m
BSicon eHST.svgBSicon .svg
2,35 Oschatz Tierpark nur 2006
BSicon HST.svgBSicon .svg
2,77 Kleinforst-Rosensee 124 m
BSicon HST.svgBSicon .svg
3,29 Altoschatz-Rosenthal 125 m
BSicon HST.svgBSicon .svg
4,30 Thalheim (b Oschatz) 129 m
BSicon BHF.svgBSicon .svg
7,22 Naundorf (b Oschatz) 139 m
BSicon HST.svgBSicon .svg
9,14 Schweta Gasthof 145 m
BSicon HST.svgBSicon .svg
9,88 Schweta (b Oschatz) 144 m
BSicon HST.svgBSicon .svg
10,66 Grauschwitz Flocke 145 m
BSicon eABZrg.svgBSicon exSTRlg.svg
BSicon BHF.svgBSicon exSTR.svg
11,37 Mügeln (b Oschatz) 148 m
BSicon STRrf.svgBSicon exSTR.svg
nach Neichen
BSicon .svgBSicon exHST.svg
13,89 Lüttnitz 169 m
BSicon .svgBSicon exHST.svg
15,85 Schrebitz Nord früher Görlitz (b Oschatz) 190 m
BSicon .svgBSicon exBHF.svg
16,56 Schrebitz 201 m
BSicon .svgBSicon exHST.svg
18,41 Kiebitz früher Trollschütz
BSicon .svgBSicon exHST.svg
20,19 Zaschwitz 231 m
BSicon .svgBSicon exHST.svg
20,91 Tronitz 233 m
BSicon .svgBSicon exHST.svg
22,45 Mockritz-Jessnitz 211 m
BSicon .svgBSicon exBHF.svg
24,00 Döschütz
BSicon .svgBSicon exHST.svg
26,08 Gadewitz 190 m
BSicon .svgBSicon exBST.svg
26,59 Bk Gärtitz (Signalstation)
BSicon .svgBSicon exABZrg.svg
von Wilsdruff
BSicon .svgBSicon exBHF.svg
29,70 Döbeln-Gärtitz früher Gärtitz 178 m
BSicon .svgBSicon exSTR.svg
(Anschluss an Hauptbahn Chemnitz–Riesa)
BSicon .svgBSicon exBHF.svg
30,05 Döbeln Nord früher Großbauchlitz 177 m
BSicon .svgBSicon exSTR.svg
Vierschienengleis 750/1435 mm
BSicon .svgBSicon exKBHFe.svg
30,92 Döbeln Hbf 176 m
BSicon .svgBSicon .svg
(Anschluss an Hauptbahn Chemnitz–Riesa)

Die Schmalspurbahn Oschatz–Mügeln–Döbeln ist eine sächsische Schmalspurbahn. In Betrieb ist heute nur noch der Abschnitt von Oschatz nach Mügeln, die weitere Strecke bis nach Döbeln ist seit 1968 stillgelegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

99 1568 am 15. Juli 1988 in Oschatz

Die Schmalspurbahn von Oschatz über Mügeln nach Döbeln war eine der ersten schmalspurig ausgeführten Bahnstrecken in Sachsen. Der erste Abschnitt von Mügeln bis Großbauchlitz wurde am 15. September 1884 eröffnet. Die restlichen Abschnitte folgten am 1. November 1884 (Großbauchlitz–Döbeln) und 7. Januar 1885 (Oschatz–Mügeln).

In den Folgejahren entwickelte sich der Abschnitt zwischen Oschatz und Mügeln zu einer der wichtigsten Schmalspurbahnen in Sachsen. Demgegenüber unbedeutend blieb der Abschnitt zwischen Mügeln und Döbeln. Größere Verkehrsleistungen wurden dort nur während der Zuckerrübenernte im Herbst eines jeden Jahres erbracht. Der Abschnitt zwischen den Bahnhöfen Mügeln und Döbeln gehörte darum zu den ersten stillgelegten Schmalspurbahnen in Sachsen. Bereits am 14. Dezember 1964 wurde dort der stets spärliche Reisezugverkehr aufgegeben. Der Güterverkehr wurde noch bis 1967 aufrechterhalten. Am 1. Januar 1968 wurde die Strecke stillgelegt und wenig später abgebaut.

Auch für die Strecke Oschatz–Mügeln war ursprünglich bis 1975 eine Stilllegung vorgesehen. Am 28. September 1975 verkehrten dort die letzten Reisezüge. Unverändert bedeutsam war dagegen der Güterverkehr. Vor allem für das Kaolinwerk in Kemmlitz, aber auch für die vielen Industriebetriebe in Mügeln waren umfangreiche Transporte auszuführen.

Zur Wende in der Verkehrspolitik der DDR kam es 1981, als völlig unerwartet das aus der Sowjetunion importierte Erdöl nicht mehr in der benötigten Menge zur Verfügung stand. Fortan galt die Devise, möglichst sämtliche Transporte mit der Bahn auszuführen. Die ursprünglich angestrebte Stilllegung der Strecke wurde nun nicht mehr weiterverfolgt. Bis 1984 wurden die mittlerweile völlig verschlissenen Gleise vollständig erneuert.

Güterzug in Oschatz (1988)

1984 wurde das hundertste Jubiläum der Strecke mit einer Vielzahl von Sonderzügen gefeiert. In den 1980er Jahren verkehrten bis zu sechs Güterzugpaare täglich, um das umfangreiche Güteraufkommen zu bewältigen. Erst nach der politischen Wende im Osten Deutschlands 1989 veränderte sich die Situation. Nur durch die Initiative des Landkreises und des Fahrgastverbandes Pro Bahn gelang es, die Strecke zu erhalten. Im Dezember 1993 ging die Strecke in das Eigentum der neugegründeten Döllnitzbahn über. Trotzdem kam es in den Folgejahren zu einem weiteren Verkehrsrückgang. Im Jahr 2001 wurde der Güterverkehr gänzlich aufgegeben.

1995 wurde durch die Döllnitzbahn auch der Reisezugverkehr wieder aufgenommen. Zunächst verkehrten Züge für den Schülerverkehr zwischen Oschatz und Altmügeln (Strecke Mügeln–Neichen). Erst später wurde auch ein regelmäßiger Verkehr an Werktagen eingeführt, welcher mittlerweile wegen zu geringer Auslastung wieder eingestellt wurde.

Seit der Einstellung des Güterverkehrs im Jahr 2001 wird die Strecke nur noch von Sonder- und Schülerzügen befahren. Im Februar 2011 gab der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) die Abbestellung des Schülerverkehrs zum 8. Juli 2011 bekannt.[1]

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotiven der Gattung IV K (Mügeln, 1984)

In den Anfangsjahren kamen zunächst die dreifach gekuppelten I K-Lokomotiven auf der Strecke zum Einsatz. Später wurde der Zugverkehr auch von der sächsischen Gattung III K bewältigt. Ab der Jahrhundertwende kam die leistungsstärkere Gattung IV K (DR-Baureihe 99.51-60) zum Einsatz, welche bis Anfang der 1990er Jahre den Gesamtverkehr bewältigten.

Der Güterverkehr wurde anfangs mit Schmalspurgüterwagen abgewickelt, später wurde auch der Rollfahrzeugverkehr eingeführt. Die eingesetzten Wagen entsprachen den allgemeinen sächsischen Bau- und Beschaffungsvorschriften für die Schmalspurbahnen und konnten daher freizügig mit Fahrzeugen anderer sächsischer Schmalspurstrecken getauscht werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludger Kenning: Schmalspurbahnen um Mügeln und Wilsdruff, Verlag Kenning, Nordhorn 2000, ISBN 3-933613-29-9
  • Wolfram Wagner: Die Schmalspurbahn Mügeln-Döbeln: Chronik einer fast vergessenen Bahnstrecke, Nossen 2004

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Rettungszug für den Wilden Robert“