Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt

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Wolkenstein–Jöhstadt Ldst
Strecke der Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt
Ausschnitt aus der Streckenkarte Sachsens 1902
Streckennummer: 6975; sä. WJ
Kursbuchstrecke: 422 (1984); 12600 (2008);
Streckenlänge: 24,328 km
Spurweite: 750 mm (Schmalspur)
Maximale Neigung: 25 
Minimaler Radius: 80 m
Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h
   
0,000 Wolkenstein (Schmalspurbahnhof) 392 m
   
von Flöha (Normalspur)
Strecke – geradeaus
Dreischienengleis 1435 / 750 mm (abgebaut)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Zschopau (55 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Zschopau (66,79 m)
   
1,900 Abzw Wolkenstein Stw 1
   
nach Annaberg-Buchholz unt Bf (Normalspur)
   
2,010 Zschopau (54 m)
   
2,736 Preßnitz (24 m)
   
3,212 Preßnitz (24 m)
   
3,584 Preßnitz (37,2 m)
   
3,745 Mühlgraben (31,5 m)
   
3,830 Streckewalde 417 m
   
3,977 Preßnitz (26,5 m)
   
4,306 Preßnitz (27,9 m)
   
4,846 Preßnitz (40,8 m)
   
5,257 Preßnitz (17,88 m)
   
5,555 Preßnitz (23,92 m)
   
5,732 Mühlgraben (11,35 m)
   
5,941 Preßnitz (27,54 m)
   
6,040 Großrückerswalde 442 m
   
7,017 Preßnitz (17,88 m)
   
7,582 Preßnitz (26,4 m)
   
7,836 Preßnitz (32,8 m)
   
9,156 Preßnitz (26,4 m)
   
9,271 Werkgraben (11,7 m)
   
9,369 Preßnitz (31,8 m)
   
9,424 Niederschmiedeberg 481 m
   
Anschl dkk
   
9,944 Mühlgraben (13,36 m)
   
10,843 Preßnitz (31,8 m)
   
12,417 Preßnitz (23,95 m)
   
12,749 Preßnitz (48 m)
   
13,357 Preßnitz (18,58 m)
   
13,550 Oberschmiedeberg 525 m
   
14,220 Preßnitzbrücke (17,68 m)
   
14,577 Oberschaar (69,5 m)
   
14,63 Mühlgraben (20,64 m)
   
14,812 Preßnitz (14,76 m)
   
14,956 Steinbach (bei Jöhstadt) 543 m
Haltepunkt, Haltestelle
15,500 Wildbach (seit 2000) 545 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
16,226 Preßnitz (23,75 m)
Haltepunkt, Haltestelle
16,560 Stolln (seit 1998) 560 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
16,588 Preßnitz (19,5 m)
Haltepunkt, Haltestelle
18,350 Forellenhof (seit 1996) 590 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
18,727 Preßnitz (16 m)
Bahnhof, Station
18,920 Schmalzgrube 598 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
19,017 Schwarzwasser (13,02 m)
Haltepunkt, Haltestelle
21,200 Loreleifelsen (seit 1994) 650 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
21,410 Schwarzwasser (26 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
21,675 Schwarzwasser (34 m)
Haltepunkt, Haltestelle
21,770 Schlössel 666 m
Brücke über Wasserlauf (klein)
22,223 Schwarzwasser (13,2 m)
Haltepunkt, Haltestelle
22,400 Ausstellungs- und Fahrzeughalle (seit 2014) 675 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
22,592 Mühlgraben (18,5 m)
   
22,950 Jöhstadt 684 m
   
24,328 Jöhstadt Ldst. 702 m

Die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt (auch Preßnitztalbahn) war eine sächsische Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 750 mm im mittleren Erzgebirge. Sie verlief im Preßnitztal zwischen Wolkenstein und der Landesgrenze bei Jöhstadt. Die in den Jahren 1984 bis 1986 vollständig stillgelegte Strecke wurde zwischen 1992 und 2000 auf dem Abschnitt Steinbach-Jöhstadt als Museumsbahn wieder aufgebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Bau der Schmalspurbahn bestanden im Preßnitztal etwa 60 bis 70 von der Wasserkraft abhängige Betriebe, wie Mühlen, Sägewerke und auch Papiermühlen. Der An- und Abtransport der produzierten Waren konnte zu dieser Zeit nur über steile Wege aus dem Tal heraus erfolgen, da auch noch keine Straße im Preßnitztal bestand. Nach dem Bau der Zschopautalbahn Chemnitz–Weipert–Komotau 1866/1872 und der Flöhatalbahn Chemnitz–Reitzenhain–Komotau 1875 besserte sich die verkehrliche Situation für das Preßnitztal, das grundsätzliche verkehrliche Problem für das Preßnitztal bestand jedoch fort.

Ein erstes Eisenbahnprojekt zur Erschließung des Preßnitztals wurde schon 1869 vorgestellt, als eine zweigleisige Hauptbahn Chemnitz–Komotau–Prag durch das Preßnitztal führen sollte. Zugunsten der Strecke über Weipert wurde das Projekt nicht realisiert.

Schon um 1869/70 war die Notwendigkeit erkannt worden, die Flächenerschließung mit Bahnen untergeordneter Bedeutung, den sog. Sekundärbahnen durchzuführen. Erstmals 1874 erging eine Petition der Stadt Jöhstadt an den Sächsischen Landtag, mit der Forderung, eine solche Sekundärbahn im Preßnitztal zu bauen. Es sollte jedoch noch bis 1878 dauern, bis in Sachsen die ersten Sekundärbahnen errichtet wurden.

Weitere in den 1880er Jahren an den sächsischen Landtag gerichtete Gesuche führten schließlich zum Erfolg und der Bau einer Bahn im Preßnitztal wurde 1890 genehmigt. Wie zu jener Zeit in Sachsen generell üblich, wurde eine schmalspurige Bahn vorgesehen, welche in Wolkenstein an der Zschopautalbahn beginnen sollte.

Im Februar 1891 begann mit ersten Vorarbeiten der Bau der Strecke. Der Bau schritt recht schnell voran. Im Winter 1891/92 mussten die Bauarbeiten zwar unterbrochen werden, trotzdem gelang es, die Strecke bis Mai 1892 fertigzustellen.

Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 1892 wurde die Strecke mit einer Festveranstaltung eingeweiht. In den ersten Jahren wurde der Betrieb mit drei Zugpaaren täglich abgewickelt. Sowohl in Jöhstadt als auch in Wolkenstein waren Behandlungsanlagen für Lokomotiven und Wagen vorhanden. Am 15. Mai 1893 wurde die Streckenverlängerung bis zur Landesgrenze in Betrieb genommen, welche jedoch nur für den Güterverkehr vorgesehen war.

Erweiterungspläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem zur leichteren Einfuhr der böhmischen Kohle bestanden mehrere Projekte für Streckenverlängerungen nach den das Erzgebirge überschreitenden Normalspurbahnen.

Von 1893 datiert ein Gesuch an den Sächsischen Landtag, welches eine schmalspurige Strecke von Mittelschmiedeberg nach Reitzenhain vorsah. Wegen zu hoher Baukosten und der erwarteten Unrentabilität wurde dieses Projekt von vornherein abgelehnt.

Mehrere Projekte sahen auch Streckenverlängerungen von Schmalzgrube oder Jöhstadt über die böhmische Bergstadt Preßnitz nach Sonnenberg an der Bahnstrecke Komotau–Weipert vor. Größere Aussicht auf Realisierung hatte ein 1913/14 ausgearbeitetes Projekt einer Streckenverlängerung von Jöhstadt nach Weipert. Wegen des Ersten Weltkrieges kam das Projekt über eine Entwurfsplanung nicht heraus, und nach 1918 bestand kein Bedarf mehr an einer solchen Verbindung, da sich die Einfuhr böhmischer Kohle ohnehin stark verringerte.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Anfang an lag die Bedeutung der Bahn eher im Güterverkehr, so dass schon 1911 der Rollwagenverkehr auf der Strecke eingeführt wurde. Befördert wurden vor allem die Erzeugnisse der örtlichen Industrie, wie Bretter, Holzstoff, Pappen, aber auch Baumaterialien und Kohle. Die in Jöhstadt an der Landesgrenze gelegene Firma Flader produzierte in wachsendem Maße Feuerlöschgeräte wie Spritzen und Pumpen, später auch komplette Feuerlöschfahrzeuge, die ausnahmslos über die Schmalspurbahn versandt wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in einer ehemaligen Papierfabrik in Niederschmiedeberg die Produktion von Kühlschränken in einem Zweigwerk von dkk. Ab den 1960er Jahren entwickelte sich dieses Werk zum bedeutendsten Güterkunden an der Strecke.

In den Abendstunden des 20. Juli 1955 kam es im Fichtelberggebiet zu einem Starkregen, der ein Hochwasser im Schwarzwassertal verursachte. In der 2 m hohen Flutwelle starben sieben Menschen; der Verkehr auf der Schmalspurbahn war aufgrund der Beschädigungen am Bahnkörper für vier Wochen unterbrochen.

Erst in den letzten Betriebsjahren ab 1980 begann auch ein Aufschwung im Reisezugverkehr, als mehr und mehr Ausflügler die Züge benutzten. Um nun den Ansturm der Reisenden zu bewältigen, mussten den Zügen an den Wochenenden zuweilen bis zu vier Verstärkungswagen beigestellt werden.

Stilllegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon ab Mitte der 1960er Jahre war auch für die Schmalspurbahn die Stilllegung vorgesehen. Ständig steigende Frachtmengen, die vor allem für das Kühlschrankwerk von dkk befördert werden mussten, verhinderten das jedoch zunächst. Erst Ende der 1970er Jahre wurde auch für die Preßnitztalbahn der Verkehrsträgerwechsel vorbereitet. Jedoch war zunächst völlig ungeklärt, wie die weiterhin steigende Transportmenge für das Kühlschrankwerk auf der Straße abgewickelt werden sollte.

99 1715 am Wasserhaus im Bahnhof Steinbach (b Jöhstadt), 2010
99 1561 in Niederschmiedeberg (1984)

Erst als 1981 auch die DDR von einer Ölkrise betroffen war, wurden die Alternativen zum Betrieb der Schmalspurbahn eingehend untersucht. Im Wesentlichen wurden drei Varianten erarbeitet: Dabei wurde auch die Möglichkeit des Weiterbetriebes der Schmalspurbahn erörtert. Nötig wäre dafür eine umfassende Sanierung und Modernisierung der Bahn gewesen, was damals aus Kostengründen letztlich ausschied. Als zweite Variante war die Umspurung des Abschnittes Wolkenstein–Niederschmiedeberg auf Normalspur vorgesehen. Als dritte und letztlich realisierte Variante wurde an der Stilllegung festgehalten. Die nötigen Investmittel sollten nun stattdessen dem Ausbau der Straße im Preßnitztal und auch der Errichtung eines Containerbahnhofes in Annaberg zugutekommen.

Wie bei vielen Eisenbahnstrecken erfolgte auch bei der Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt eine schrittweise Stilllegung und Demontage der Anlagen: Im Frühjahr 1982 wurde der Güterverkehr zwischen Steinbach und Jöhstadt wegen des schlechten Streckenzustands eingestellt. Am Freitag, dem 13. Januar 1984, verkehrten die letzten Reisezüge zwischen Niederschmiedeberg und Jöhstadt, nachdem die zuständige Bahnmeisterei die Verantwortung für einen Weiterbetrieb auf den maroden Gleisen nicht mehr übernehmen wollte. Die Einstellung des Personenverkehrs auf dem Reststück zwischen Wolkenstein und Niederschmiedeberg folgte am 30. September 1984. Bis zum 20. November 1986 wurde der Güterverkehr für das Kühlschrankwerk in Niederschmiedeberg noch aufrechterhalten, da erst die nötigen Voraussetzungen für den endgültigen Verkehrsträgerwechsel geschaffen werden mussten. Die Gesamtstilllegung der Strecke erfolgte am 31. Dezember 1986.

Die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt war die letzte Schmalspurbahn, die in der DDR stillgelegt und abgebaut wurde: Beginnend kurz nach der Stilllegung des Abschnittes bis Jöhstadt wurde von Januar 1984 bis Sommer 1989 in verschiedenen Etappen an der Demontage der Gleisanlagen gearbeitet.

Am Ende der Abrissarbeiten war das Gleis fast vollständig verschwunden, rund zwei Drittel der Brücken zerlegt. Auf dem Gelände des Bahnhofs Steinbach wurde schon kurz nach der Stilllegung ein Kindergarten errichtet, in Jöhstadt entstand auf dem Bahnhofsgelände ein Wohnblock. Der Bahndamm der Strecke wuchs nach der Stilllegung und dem Abbau der Gleisanlagen und Brücken zu.

Der Wiederaufbau als Museumsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnbrücke Annaberger Straße in Chemnitz mit Werbung der Preßnitztalbahn (2016)
KKw = Klappdeckelwagen mit Drehgestellen und weniger als 30 t Ladegewicht

Seit 1992 wird durch die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn die Strecke zwischen Steinbach und Jöhstadt als Museumsbahn wieder aufgebaut und betrieben.

Der Aufbau der Museumsbahn erfolgte in mehreren Abschnitten: 1990 begannen erste Arbeiten für die Museumsbahn mit der Sanierung der Lokschuppenruine in Jöhstadt. Im April 1992 wurden die ersten 180 Meter Streckengleis verlegt, und 1993 fuhren die Züge zum Bahnhof Schlössel, 1994 bis zum neuen Haltepunkt Loreleifelsen und 1995 zum Bahnhof Schmalzgrube. 1996 war der Bahnhof Schmalzgrube fertiggestellt und die Strecke bis zum neuen Haltepunkt Forellenhof verlängert worden.

Neuer Endpunkt der Strecke war ab 1998 der neue Haltepunkt am Andreas-Gegentrum-Stolln. Im Jahr 2000 wurde mit einer großen Festwoche der Streckenabschnitt Stolln–Bf. Steinbach eröffnet. Damit beträgt die Streckenlänge der Museumsbahn nunmehr 8 km. Dafür wurde der erst 1987/88 errichtete Kindergarten von Steinbach wieder abgerissen. Steinbach ist der einzige Bahnhof der neuen Preßnitztalbahn, der fast vollständig originalgetreu wieder aufgebaut worden ist.

Ein Weiterbau ist nicht vorgesehen – der Verein konzentriert sich jetzt auf den Erhalt von Strecke und Fahrzeugen und die weitere Ausgestaltung der Anlagen. Von 2004 bis 2005 wurde die Ausstellungs- und Fahrzeughalle der Preßnitztalbahn in Jöhstadt errichtet. Der Streckenteil Steinbach–Wolkenstein ist zu einem Radweg ausgebaut worden.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vereinfachtes Höhenprofil der Strecke
Bahnhof Wolkenstein, Dreischienengleis (2016)

Ausgangspunkt der Strecke war der Spurwechselbahnhof Wolkenstein an der normalspurigen Bahnstrecke Annaberg-Buchholz unt Bf–Flöha (Zschopautalbahn). Im Tal der Zschopau teilte sich die Schmalspurbahn die Trasse mit der Normalspur auf einem Dreischienengleis. Nach 1,9 Kilometer gen Süden zweigte die Schmalspurbahn nach Südosten in das Tal der Preßnitz ab. Über zahlreiche Brücken verlief die Trasse nun bis Schmalzgrube im Tal dieses Flusses. Hinter dem Bahnhof Schmalzgrube verließ die Bahnstrecke das Preßnitztal und folgte nun bis Jöhstadt dem Jöhstädter Schwarzwasser. Sein Ende fand die Trasse direkt an der Grenze zu Böhmen (heute: Tschechische Republik). Nach der Stilllegung der Trasse ist der untere Abschnitt Wolkenstein–Steinbach (bei Jöhstadt) größtenteils als Preßnitztalradweg nutzbar. Auf der parallel dazu verlaufenden Talstraße findet an den Fahrtagen der Preßnitztalbahn zwischen Wolkenstein und Steinbach ein Schienenersatzverkehr mit historischen Fahrzeugen statt. Der obere Abschnitt Steinbach (bei Jöhstadt)–Jöhstadt ist als Museumsbahn reaktiviert wurden. Der Abschnitt zwischen Bahnhof Jöhstadt und der Ladestelle Jöhstadt an der Grenze zu Tschechien ist nicht mehr erhalten, parallel dazu verläuft der Talweg.

Betriebsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolkenstein

Hauptartikel: Bahnhof Wolkenstein

Der Bahnhof Wolkenstein wurde am 1. Februar 1866 an der normalspurigen Bahnstrecke Annaberg–Flöha eröffnet. Von 1892 bis 1986 verkehrte von Wolkenstein aus die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt nach Jöhstadt. Der Bahnhof ist über die Bundesstraße 101 und die Straße „Am Bahnhof“ erreichbar. Am gegenüber liegenden Ufer der Zschopau thront auf einer steilen Felswand das Schloss Wolkenstein. Im Bahnhof befindet sich das „Wolkensteiner Zughotel“, welches in originalen Waggons eine Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit bietet.[1]

Streckewalde

Die Haltestelle Streckewalde wurde am 1. Juni 1892 eröffnet und 1905 zum Bahnhof geweiht. Seit 1933 war sie wieder eine Haltestelle. Mit der Einstellung des Schienenverkehrs auf dem Abschnitt Wolkenstein–Niederschmiedeberg ging die Station am 1. Oktober 1984 außer Betrieb. Die Haltestelle lag nordöstlich des Orts an der Preßnitz. Alle Hochbauten wurden nach der Stilllegung abgerissen.

Großrückerswalde

Bahnhof Großrückerswalde im Ortsteil Boden (2012)

Der Bahnhof Großrückerswalde wurde am 1. Juni 1892 als Haltestelle Boden bei Wolkenstein in Betrieb genommen und 1905 zum Bahnhof geweiht. Die Station im 1936 nach Großrückerswalde eingemeindeten Ort Boden trug folgende Namen:

  • bis 1911: Boden bei Wolkenstein
  • bis 1933: Boden b Wolkenstein
  • bis 1937: Boden (b Wolkenstein)
  • seit 1937: Großrückerswalde

Mit der Stilllegung der Strecke ging die Station am 4. Dezember 1986 außer Betrieb. Sie befand sich im Großrückerswalder Ortsteil Boden direkt nach dem Bahnübergang der Straße Großrückerswalde–Mauersberg bzw. der Straße im Preßnitztal. Das Empfangsgebäude der Station wird heute als Imbiss-Gaststätte genutzt.

Niederschmiedeberg

Der Bahnhof Niederschmiedeberg wurde am 1. Juni 1892 als Haltestelle eröffnet und 1905 zum Bahnhof geweiht. Für die Anlage der Station wurde die Preßnitz verlegt. Das erst 1914 eröffnete Stationsgebäude stand quer zu den Gleisen an der Wolkensteiner Ausfahrt zwischen der Talstraße und der Brücke über die Preßnitz. Der Bahnhof Niederschmiedeberg entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer wichtigen Kreuzungsstelle. Er war für die Personen-, Gepäck- und Expressgutbeförderung zugelassen. Neben dem Durchgangsgleis verfügte die Station noch über ein Abstell-, ein Kreuzungs- und ein Überholgleis. Durch die Zentralisierung des Güterverkehrs wuchs der Bahnhof Niederschmiedeberg zur bedeutendsten Zwischenstation heran. Das 1955 eröffnete Zweigwerk des „VEB DKK Scharfenstein“ schickte Anfang der 1970er Jahre ungefähr 90 % der in Niederschmiedeberg produzierten Kühlschränke per Bahn. Für das DKK-Werk waren bis zuletzt auch täglich drei Zugpaare im Berufsverkehr unterwegs.

Mit Einstellung des Verkehrs auf dem Abschnitt Niederschmiedeberg–Jöhstadt am 13. Januar 1984 wurde der Bahnhof fortan oberer Endpunkt der Strecke. Der Güterverkehr für das Zweigwerk des VEB DDK Scharfenstein auf dem Reststück wurde bis zum 20. November 1986 aufrechterhalten, da erst die nötigen Voraussetzungen für den endgültigen Verkehrsträgerwechsel geschaffen werden mussten. Bis 1989 wurden die Gleisanlagen etappenweise abgebaut. Auf dem an der Preßnitz liegenden Gelände des Bahnhofs Niederschmiedeberg befinden sich heute ein Kinderspielplatz, eine Parkanlage und ein Parkplatz. In dem angrenzenden Gebäude der „Pappenfabrik Max Bergt“ sind das „Preßnitztalmuseum“ und die „Freiwillige Feuerwehr Niederschmiedeberg“ untergebracht. Die Wartehalle existiert nicht mehr. [2]

Oberschmiedeberg

Restaurierte Wartehalle der ehemaligen Preßnitztalbahn in Oberschmiedeberg
(Juli 2001)

Die Haltestelle Oberschmiedeberg wurde am 1. Juni 1892 eröffnet und 1905 zum Bahnhof geweiht. 1933 wurde die Station zu einer Haltestelle und ab 1967 zum Haltepunkt zurückgestuft. Die Haltestelle hatte zunächst zwei Gleise, allerdings wurde das Ladegleis Ende der 1960er Jahre geschlossen und demontiert. Im Frühjahr 1982 wurde zunächst der Güterverkehr eingestellt, der Personenverkehr folgte am 14. Januar 1984.[3] In der Folgezeit wurden die Gleisanlagen demontiert, die Wartehalle blieb erhalten und wurde nach der politischen Wende 1990 restauriert. 2001 wurde der Preßnitztalradweg in diesem Abschnitt eröffnet.[4]

Steinbach (b Jöhstadt)

Der Bahnhof Steinbach war die wichtigste Unterwegsstation der Preßnitztalbahn. Nach der Stilllegung der Strecke errichtete die Gemeinde Steinbach auf dem Gelände eine Kindertagesstätte, wobei die alten Hochbauten allerdings erhalten blieben.

Heute ist der Bahnhof Steinbach Endpunkt der von Jöhstadt kommenden Museumsbahn. Die Kindertagesstätte wurde Ende der 1990er Jahre abgerissen und die Gleisanlage nach historischem Vorbild neu errichtet. Im Jahr 2000 wurde der neue Bahnhof in Betrieb genommen.

Wildbach

Der Haltepunkt Wildbach wurde erst im Zuge des Wiederaufbaus des oberen Streckenabschnitts am 8. August 2000 eröffnet. Er befindet sich zwischen der Schmalzgrubener Straße und der Preßnitz. Über eine Brücke über die Preßnitz ist die Raststätte „Am Wildbach“[5] zu erreichen.[6]

Stolln

Der Haltepunkt Stolln wurde erst im Zuge des Wiederaufbaus des oberen Streckenabschnitts im Jahr 1998 eröffnet. Er befindet sich in der Nähe des Besucherbergwerks „Andreas-Gegentrum-Stolln“, welches somit das einzige Schaubergwerk im Erzgebirge mit Kleinbahnanschluss ist.[7] Zwischen 1998 und 2000 war die Station vorläufiger Endpunkt der wieder aufgebauten Strecke von Jöhstadt.

Forellenhof

Der Haltepunkt Forellenhof wurde erst im Zuge des Wiederaufbaus des oberen Streckenabschnitts im Jahr 1996 eröffnet. Er befindet sich in der Nähe der Gaststätte „Forellenhof“ im Norden von Schmalzgrube.[8][9]

Schmalzgrube

Bahnhof Schmalzgrube, 2003

Der Bahnhof Schmalzgrube besaß nur eine geringe Bedeutung im Reise- und Güterverkehr. Er bestand im Originalzustand nur aus einem Kreuzungsgleis und einem Ladegleis mit Seitenladerampe.

Heute dient der Bahnhof Schmalzgrube als Kreuzungsbahnhof im Museumsbahnbetrieb. Die Gleisanlagen wurden Ende der 1990er Jahre wieder errichtet.

Loreleifelsen

Der Haltepunkt Loreleifelsen wurde erst im Zuge des Wiederaufbaus des oberen Streckenabschnitts am 2. Juni 1995 eröffnet. Er befindet sich im Tal des in die Preßnitz mündenden Schwarzwassers in der Nähe des Loreleifelsens.[10]

Schlössel

Einfahrt eines Museumszuges der Preßnitztalbahn kurz vor der Station Schlössel aus Richtung Schmalzgrube
(2007)

Der Haltepunkt Schlössel wurde am 1. Juni 1892 eröffnet. Zwischen dem 1. Juni 1923 und dem 1. Juni 1924 war die Station geschlossen. Im Frühjahr 1982 wurde zunächst der Güterverkehr eingestellt, der Personenverkehr folgte am 14. Januar 1984.

Im Zuge des Wiederaufbaus des oberen Streckenabschnitts wurden Anfang der 1990er Jahre die Gleise neu verlegt und die Station aus Richtung Jöhstadt seit 1993 wieder angefahren. In den folgenden Jahren wurde die Strecke kontinuierlich in Richtung Steinbach erweitert.[11] In Richtung Jöhstadt wird direkt hinter der Station die "Schlösselstraße" passiert.

Ausstellungs- und Fahrzeughalle

Der Haltepunkt Ausstellungs- und Fahrzeughalle wurde erst am 7. Juni 2014 eröffnet. Er entstand im Zuge des Baus der neuen Fahrzeughalle der Museumsbahn im Jöhstädter Stadtteil Schlössel.[12] Der derzeit jüngste Halt der Preßnitztalbahn wird nur bei Bedarf bedient. Er befindet sich direkt südlich der Fahrzeughalle. Kurz vorher wurde aus Richtung Steinbach das Jöhstädter Schwarzwasser passiert.

Jöhstadt

Bahnhof Jöhstadt (2015)

Der Bahnhof Jöhstadt war der Betriebsmittelpunkt der Preßnitztalbahn. Hier befand sich neben umfangreichen Abstellgleisen auch ein dreiständiger Lokschuppen, welcher die Lokomotiven der Strecke beheimatete. Nach der Stilllegung des oberen Abschnittes im Januar 1984 begann im Sommer 1985 der Abriss der Anlagen. 1987 begann der Bau eines Wohnblockes auf dem Bahnhofsgelände, das Empfangsgebäude wurde fortan als Kindertagesstätte genutzt.

Nach 1990 wurde ein Teil der Gleisanlagen durch die IG Preßnitztalbahn für den Museumsbahnbetrieb wieder aufgebaut.

Jöhstadt Ldst

Jöhstadt Ladestelle wurde am 5. Mai 1893 für den Güterverkehr eröffnet. Seit 1911 war die Station als Jöhstadt Ldst ausgewiesen. Die Station befand sich im Tal des Jöhstädter Schwarzwassers direkt an der Grenze zu Böhmen. Ein 1913/14 ausgearbeitetes Projekt einer Streckenverlängerung von Jöhstadt in den böhmischen Nachbarort Weipert wurde aufgrund des mangelnden Bedarfs nach der politischen Veränderung in Folge des Ersten Weltkriegs nicht realisiert.

Nachdem die Ladestelle im Jahr 1964 außer Betrieb genommen wurde, war der Abbau bis 1967 realisiert. Am Standort befindet sich heute eine Firma für Pumpen- und Feuerlöschtechnik.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

99 1542 der Baureihe IV K bei der Einfahrt in Schmalzgrube.

Im Gegensatz zu vielen anderen Schmalspurstrecken Sachsens, wo die leistungsschwache Gattung I K genügen musste, kamen auf der neigungsreichen Schmalspurbahn von Anfang an leistungsfähige Lokomotiven zum Einsatz. Zur Betriebseröffnung wurden 1892 drei noch weitgehend fabrikneue Lokomotiven der Gattung III K von Thum nach Jöhstadt umgesetzt. Später waren zeitweise dann doch einige I K-Lokomotiven auf der Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt beheimatet, die Hauptlast des Verkehrs trugen jedoch die III K. 1910 gelangten drei fabrikneue Lokomotiven der bewährten, noch leistungsstärkeren Gattung IV K zur Schmalspurbahn, um für den ab 1911 eingeführten Rollwagenverkehr entsprechend leistungsfähige Lokomotiven zur Verfügung zu haben. Bis 1923 schieden die nun in untergeordnete Dienste verdrängten III K aus dem Betriebsdienst aus. Die Lokomotiven der Gattung IV K sollten dann bis zur Betriebseinstellung im Jahr 1986 die einzige hier eingesetzte Gattung sein.

Der Güterverkehr wurde ab 1911 mittels Regelspurwagen, die auf Rollfahrzeugen verladen wurden, durchgeführt. Die eingesetzten Wagen entsprachen den allgemeinen sächsischen Bau- und Beschaffungsvorschriften für die Schmalspurbahnen und konnten daher freizügig mit Fahrzeugen anderer sächsischer Schmalspurstrecken getauscht werden.

Nach der Stilllegung wurden die Lokomotiven auf andere Strecken umgesetzt. Ein Teil der Wagen fand ebenfalls bei anderen Strecken neuen Einsatz, der andere Teil wurde zerlegt oder an Einheimische als Kasten und Schuppen verkauft.

Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumszug im Stil der 1970er Jahre im Bahnhof Schmalzgrube

1988 gründete sich in Großrückerswalde als Ortsgruppe des Kulturbundes der DDR die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn mit dem Ziel, Zeitzeugen und Erinnerungsstücke an die stillgelegte Preßnitztalbahn zu erhalten. Zeitweilig bestand sogar die Vorstellung, in Großrückerswalde einen Denkmalszug nach dem Vorbild von Geyer aufzustellen. Inmitten dieser Bemühungen wurde durch die politische Wende in der DDR und durch zahlreiche Eisenbahnfreunde die Idee angestoßen, die Preßnitztalbahn als Museumsbahn wieder aufzubauen. Unter Anerkennung der Realitäten wurde mit der Neugründung am 22. November 1990 als eingetragener Verein auch die Zielsetzung präzisiert, eine Museumsbahn zwischen Jöhstadt und Schmalzgrube mit der Verlängerungsoption bis nach Steinbach aufzubauen.

Der Verein Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn ist heute Betriebsführer der Museumsbahn Steinbach–Jöhstadt und Eigentümer aller Fahrzeuge (ausgenommen natürlich Gastfahrzeuge). Als Eisenbahninfrastrukturunternehmen fungiert die Stadt Jöhstadt, die dafür im Jahre 1994 vom Freistaat Sachsen die Konzession erhielt.[13]

Der Verein hat rund 420 Mitglieder (Stand Dezember 2004) und seinen Sitz in Jöhstadt im früheren Bahnhofsgebäude. Die Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich beim Fahrbetrieb der Museumsbahn, der Strecken- und Fahrzeugunterhaltung.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VI K 99 1715, V10c 199 009 und IV K 99 1590 in Jöhstadt
199 008 Jöhstadt, 2. Oktober 2011
Gastlokomotive AQUARIUS C am HP Forellenhof (15. Oktober 2011)

Die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn besitzt folgende Fahrzeuge:

  • 5 eigene Dampflokomotiven: 99 1542, 99 1568, 99 1590, 99 1594 (alle Sächsische IV K) sowie die 99 4511 (Einzelstück)
  • 3 Diesellokomotiven (Ns4 199 007, V10c 199 008, V10c 199 009)
  • 16 Reisezugwagen verschiedener sächsischer Bauarten (12 Personen- und 4 Gepäckwagen)
  • 10 schmal- und 4 normalspurige Güterwagen
  • 8 Rollfahrzeuge zum Transport regelspuriger Güterwagen
  • 7 Bahndienstfahrzeuge

Sie fahren nach Fahrplan oder auf Bestellung auf der Museumsstrecke, werden aber auch bei Gasteinsätzen auf anderen 750-mm-Schmalspurbahnen eingesetzt.

Die Museumsbahn verkehrt von Mai bis Oktober an jedem Wochenende sowie zu Feiertagen (Ostern, Maifeiertag, Himmelfahrt, Pfingsten, 3. Oktober), im Advent sowie zwischen Weihnachten und Neujahr sowie zu jeder beliebigen Zeit auf Bestellung und Kundenwunsch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Baldauf: 90 Jahre Schmalspurbahn Wolkenstein – Jöhstadt in: Kulturbund der DDR (Hg.): Jahrbuch Erzgebirge 1982, Olbernhau 1982, S. 45–54
  • IG Preßnitztalbahn e.V. (Hg.): 100 Jahre Preßnitztalbahn, Jöhstadt 1992
  • Andreas W. Petrak: Die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt, Verlag Kenning, Nordhorn 2006, ISBN 3-933613-78-7
  • Bernd Schreiter: Die Preßnitztalbahn / 120 Jahre Dampf im Tal – 20 Jahre Museumsbahn. VBS Arnsfeld, 2012

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Preßnitztalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Webseite des Wolkensteiner Zughotels
  2. Artikel der „Freien Presse“ vom 17./18. November 2009
  3. Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 3. Januar 2013
  4. Bahntrassenradeln – Bahntrassenradwege in Sachsen, abgerufen am 28. November 2010
  5. Webseite der Raststätte „Am Wildbach“
  6. Der Haltepunkt Wildbach auf www.sachsenschiene.net
  7. Webseite des „Andreas-Gegentrum-Stollns“
  8. Webseite der Gaststätte „Forellenhof“
  9. Der Haltepunkt Forellenhof auf www.sachsenschiene.net
  10. Der Haltepunkt Loreleifelsen auf www.sachsenschiene.net
  11. Der Haltepunkt Schlössel auf www.sachsenschiene.net
  12. Die Fahrzeughalle der Preßnitztalbahn auf der Webseite der Bahn
  13. Information des Eisenbahnbundesamtes – Liste der EVU in der BRD