Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg

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Der Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg ist ein Weitwanderweg, der in Nord-Süd-Richtung den bayerischen Regierungsbezirk Schwaben durchquert. Der Hauptweg verbindet die Städte Augsburg und Sonthofen und ist mit einem blauen Andreaskreuz markiert. Die Länge beträgt 145 km[1] (nach anderer Quelle 157 km[2]), die Wanderzeit – je nach Kondition – 4 bis 7 Tage. Durch den Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg besteht direkter Anschluss an die beiden Fernwanderwege E4 und E5, er stellt damit das Portal des Regierungsbezirks Schwaben in die weite Welt dar.

Der Wanderweg wurde 1978 auf Anregung des Oberallgäuer Landrates Theo Rössert eingerichtet und sein Verlauf im Wesentlichen von Hans Schmidt erkundet und festgelegt, der auch den ersten Wanderführer verfasste. Bei der Routenführung ging es darum, die beiden Städte Augsburg und Sonthofen abseits von Straßen und größeren Siedlungen möglichst geradlinig so zu verbinden, dass gleichzeitig eine landschaftlich attraktive Strecke mit vielen Fernblicken auf die Alpen entsteht, die auch einige kunstgeschichtlich herausragende Sehenswürdigkeiten einschließt.[3]

Der Charakter der Strecke wird im Nordteil durch lange Passagen im Wald geprägt, während im Südteil der alpine Charakter immer stärker in Erscheinung tritt. Der größte Teil der Strecke verläuft auf unbefestigten Feld- und Waldwegen ohne technische Schwierigkeiten, an wenigen Stellen müssen kurze Trampelpfade bewältigt werden. Abgesehen vom Schlussstück am Fuß der Alpen kann der Weg zu jeder Jahreszeit begangen werden. Die Beschilderung ist im Nordteil vorbildlich und auf beide Richtungen hin ausgelegt, ab dem Eibsee manchmal lückenhaft und nur noch in Südrichtung, sodass eine Wanderkarte erforderlich ist, um den Weg zuverlässig zu finden. Die ursprüngliche Route wurde von den für die Beschilderung verantwortlichen Landratsämtern stellenweise abgeändert, v. a. im Bereich von Markt Wald, St.-Anna und am Eibsee weicht der heutige Verlauf stark von der 1978 festgelegten Route ab. Bereits vom Wegemacher Hans Schmidt intendiert sind die beiden "alpineren Varianten" im Bereich von Oy-Mittelberg durch das Tal der Wertach bzw. über den Höhenzug bei Faistenoy mit einfacheren Varianten über Forststraßen.[4] Aufgrund der etwas lieblosen Beschilderung im Oberallgäu, die das kanonische Ablaufen der Strecke verleidet, bietet sich dem erfahrenen Wanderer die Möglichkeit, Sonthofen statt auf dem offiziellen Weg direkt über den Gipfel des Grünten zu erreichen.

Gestartet wird in Stadtbergen-Leitershofen oder am Schloss Wellenburg. Offizieller Ausgangspunkt des Weges ist jeweils der Wanderparkplatz in beiden Orten. Im nördlichen Abschnitt durchquert man über Burgwalden, Reinhartshofen, Schwabegg und Markt Wald den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder. Über Tussenhausen und Dorschhausen gelangt man nach Irsee mit seinem bekannten Kloster. Der Weg meidet die Städte Bad Wörishofen und Kaufbeuren. Ab Irrsee ändert sich der Charakter des Weges, der immer häufiger Fernblicke auf die Alpen gewährt und eine alpiner anmutende Landschaft bietet. Westlich von Kaufbeuren geht es über einen Höhenzug nach Ruderatshofen, um dann das wellige, von den Gletschern der Eiszeit geschaffene Hügelland über Geisenried, Oberthingau und Görisried nach Oy-Mittelberg zu durchwandern. Die Schlussetappe erklimmt den Höhenzug von Elleg und führt zuletzt durch das tief eingeschnittene Tal zwischen Grünten und Wertacher Hörnle nach Berghofen, einem Ortsteil von Sonthofen. Offizieller Endpunkt der Strecke ist die markant auf einem Hügel gelegene Kirche in Berghofen. In Sonthofen kreuzen sich die beiden Fernwanderwege E4 und E5.

Neben der Hauptroute existieren, soweit noch beschildert, Anschlusswege mit den Ausgangspunkten Neu-Ulm, Günzburg, Dillingen, Bad Wörishofen, Kaufbeuren-Neugablonz und Kempten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Schmidt, Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg Augsburg-Sonthofen und seine Anschlußwege Dillingen, Günzburg-Krumbach, Neu-Ulm, Kaufbeuren, Kempten und Oberstdorf (ISBN 3-928934-13-9), Franz-Brack-Verlag Altusried 1993 (nur antiquarisch zu beziehen).
  • Helmut Dumler, Fernwanderwege Voralpenland, Deutscher Wanderverlag [Kompass Wanderführer] (ISBN 3-8134-0222-3), Ostfildern 1997, S. 79–165 (nur antiquarisch zu beziehen).
  • Christel Blankenstein: Die bayerischen Fernwanderwege, Stöppel-Verlag (ISBN 3-89987-223-1)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schmidt, Hand: Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg. 4. Auflage. Franz-Brack-Verlag, Altusried 1993, ISBN 3-928934-13-9, S. 18.
  2. Dumler, Helmut: Fernwanderwege Voralpenland. 3. Auflage. Deutscher Wanderverlag Dr. Mair & Schnabel (Kompass Wanderführer), Ostfildern 1979, ISBN 3-8134-0222-3, S. 80.
  3. Schmidt, Hans: Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg. 4. Auflage. Franz-Brack-Verlag, Altusried 1993, ISBN 3-928934-13-9, S. 8.
  4. Schmidt, Hand: Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg. 4. Auflage. Franz-Brack-Verlag, Altusried 1993, S. 53; 57.