Irsee

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Dieser Artikel behandelt den Markt im Ostallgäu. Der Irrsee dagegen ist ein See im Salzkammergut
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Irsee
Irsee
Deutschlandkarte, Position des Marktes Irsee hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Ostallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Pforzen
Höhe: 755 m ü. NHN
Fläche: 17,47 km2
Einwohner: 1481 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87660
Vorwahl: 08341
Kfz-Kennzeichen: OAL, FÜS, MOD
Gemeindeschlüssel: 09 7 77 139
Adresse der
Marktverwaltung:
Meinrad-Spieß-Platz 1
87660 Irsee
Webpräsenz: www.irsee.de
Bürgermeister: Andreas Lieb (Bürgerforum)
Lage des Marktes Irsee im Landkreis Ostallgäu
Österreich Kempten (Allgäu) Landkreis Oberallgäu Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Unterallgäu Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Landsberg am Lech Rettenbach am Auerberg Westendorf (Allgäu) Wald (Allgäu) Waal (Allgäu) Untrasried Unterthingau Halblech Stöttwang Stötten am Auerberg Seeg Schwangau Rückholz Ruderatshofen Roßhaupten Ronsberg Rieden (bei Kaufbeuren) Rieden am Forggensee Pfronten Pforzen Osterzell Oberostendorf Obergünzburg Nesselwang Mauerstetten Marktoberdorf Lengenwang Lechbruck am See Lamerdingen Kraftisried Kaltental Jengen Irsee Günzach Hopferau Görisried Germaringen Füssen Friesenried Eisenberg (Allgäu) Eggenthal Buchloe Bidingen Baisweil Biessenhofen AitrangKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Irsee ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Ostallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Pforzen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irsee liegt in der Region Allgäu im Landkreis Ostallgäu. Es existiert nur die Gemarkung Irsee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich lautete der Name des Ortes Ursin.[2] Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 982.[3] Die zunächst hier noch ansässigen Feudalherren, welche sich von Ursin nannten, errichteten eine Burg und stifteten im 12. Jahrhundert das Kloster Irsee.

Der Markt Irsee gehörte bis zur Säkularisation 1803 zur Reichsabtei Irsee. Irsee besaß das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern.

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden folgende Einwohnerzahlen ermittelt:[4]

Einwohnerentwicklung
Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 574 965 1091 1082 1092 1616 1509 1324 1248 1304 1332 1350 1385 1412 1481

Irsee wuchs von 1988 bis 2008 um 166 Einwohner bzw. ca. 14 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 70,7 % wurden die zwölf Gemeinderäte neu gewählt.

Bürgermeister ist Andreas Lieb sen. (Bürgerforum). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Rudolf Scharpf (CSU/Unabhängige Bürger). Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 93,5 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeindefinanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.137.000 Euro, davon waren 256.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Irsee.png

Beschreibung: In Rot übereinander zwei silberne Löwen, der obere nach rechts, der untere nach links gewendet.

Der Entwurf für das Wappen mit den zwei Löwen führt die Wappenfiguren aus dem Wappen der Herren von Ramschwag, den letzten Stiftsvögten. Das Wappen wurde 1837 durch König Ludwig I. verliehen.[5]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1987 ist die französische Gemeinde Montsûrs im Département Mayenne Partnergemeinde von Irsee.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irsee

Es gab 2009 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft drei, im produzierenden Gewerbe 32 und im Bereich Handel und Verkehr 98 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 44 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 389.

Im Jahr 2007 bestanden 30 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mehr als zwei Hektar. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte betrug 979 ha. Davon waren 121 ha Ackerfläche und 836 ha Wiesen und Weideland.[4]

Im Bauhauptgewerbe gab es im Jahr 2010 einen Betrieb.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 bestanden folgende Einrichtungen :[4]

  • ein Kindergarten mit 75 Plätzen, den 63 Kinder besuchten
  • eine Volksschule, wo in vier Klassen von vier Lehrkräften 61 Kinder unterrichtet wurden (Schuljahr 2010/11)

Kultur, Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Horton im ALTBAU, 2008

Veranstaltungen im Kloster Irsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Irseer Pegasus ist eine jährlich im Januar im Kloster Irsee stattfindende Literaturveranstaltung der Regionalgruppe Schwaben des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) und der Schwabenakademie Irsee.

Von 1993 bis 2011 fand jährlich Ende August/Anfang September im Kloster Irsee das Festival Klang & Raum unter Leitung des Dirigenten Bruno Weil statt. Es widmete sich der Musik des 18. und 19. Jahrhunderts und ihrer Aufführung auf historischen Instrumenten.

Galerie und Kleinkunstbühne ALTBAU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kleine privat geführte Kulturzentrum besteht seit 1978. Es ist die älteste Einrichtung dieser Art im Allgäu und eine der ältesten Kleinkunstbühnen Bayerns.[6]

Biomarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1998 findet jeden Freitag im historischen Dorfkern von Irsee ein Biomarkt statt.

Natur und Naherholungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oggenrieder Weiher am westlichen Ortsrand ist ein beliebtes Badegewässer.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Euthanasie-Denkmal in Klosternähe

Kloster Irsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Ostteil des Ortes gelegene Kloster Irsee ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner. Das der Heiligen Maria geweihte Kloster wurde 1186 durch Markgraf Heinrich von Ronsberg auf dem Irseer Burgberg gegründet, allerdings bereits ab 1190 am heutigen Standort am Fuß des Berges neu errichtet. Die Hauptvögte waren von 1390 bis 1803 die Habsburger.

Im Jahre 1849 wurde im ehemaligen Kloster eine „Kreisirrenanstalt“ eingerichtet, die in der Zeit der NS-Gewaltherrschaft zur Tötung „lebensunwerten Lebens“ missbraucht wurde. Von 1939 bis 1945 wurden über 2000 Kinder, Frauen und Männer entweder in die Tötungsanstalten Hadamar, Grafeneck und Hartheim verschleppt oder in Irsee durch Verabreichung von „E-Kost“ (eine von bestimmten essentiellen Bestandteilen „befreite“ Nahrung) oder mittels Injektionen getötet. Die Verantwortung dafür hatte der damalige Anstaltsleiter und Psychiater Valentin Faltlhauser.[7] Seit 1981 erinnert eine Skulptur des Bildhauers Martin Wank in der ehemaligen Anstalt an dieses Geschehen.[8]

Heute ist das Kloster ein Tagungs- und Bildungszentrum des Bezirks Schwaben, Sitz der Schwabenakademie Irsee.

Klosterbrauerei und Brauereimuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irsee ist Sitz der Brauerei Irseer Klosterbräu in deren Brauereimuseum die jahrhundertealte Brautradition des Ortes dokumentiert ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Karte: Das Allgäu im 12. Jahrhundert. Abgerufen am 21. Oktober 2016.
  3. Franz Ludwig Baumann: Geschichte des Allgäus, Erster Band, Verlag der Jos. Kösel’schen Buchhandlung in Kempten, Kösel, 1883–1894, S. 485
  4. a b c d Statistik kommunal – Irsee (PDF; 1,3 MB)
  5. Haus der Bayerischen Geschichte – Markt Irsee
  6. ALTBAU Homepage
  7. Harald Lachmann: Himmel und Hölle in Irsee. Im Allgäu treffen Kultur und die Schrecken der NS-Verbrechen in einem Dorf zusammen. In: neues deutschland vom 19. Dezember 2016, S. 13
  8. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 151

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Irsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien