Schwabe AG

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Druckermarke der Schwabe AG

Die Schwabe AG in Basel ist das älteste noch bestehende Druck- und Verlagshaus der Welt. Die Schwabe AG führt sich auf die nach 1488 gegründete Offizin von Johannes Petri zurück und ist seither ein unabhängiges Schweizer Familienunternehmen. Seit 2017 besteht eine Niederlassung in Berlin.

Verlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Schwerpunkt Geisteswissenschaften publiziert Schwabe jährlich rund 60 Bücher sowie Zeitschriften. Das akademische Lektorat und die Zusammenarbeit mit universitären Institutionen und Akademien sichern die wissenschaftliche Qualität von Einzeltiteln, Grossprojekten (z. B. Historisches Lexikon der Schweiz, Historisches Wörterbuch der Philosophie, Grundriß der Geschichte der Philosophie, Augustinus-Lexikon, Karl Jaspers Gesamtausgabe) und der über 20 laufenden Reihen.

Der Verlag verwendet als Signet die aus der Schule Hans Holbein gestaltete Druckermarke der Buchdruckerfamilie Petri, welche die Bibelstelle Jeremias 23,29 illustriert: "Sind nicht meine Worte wie Feuer, spricht der Herr, wie ein Hammer, der den Felsen zerschmeisst?"

Seit 2018 ist er Teil der Schwabe Verlagsgruppe, zu der auch die Verlage NZZ Libro, Zytglogge und Bergli gehören. Der traditionsreiche Medizin-Teil des Verlages mit den Zeitschriften Swiss Medical Weekly (gegründet 1871), Swiss Medical Forum wurde 1997 in den Schweizerischen Ärzteverlag EMH eingebracht, an dem das Unternehmen eine Beteiligung hält.

Das Gesamtunternehmen, die Officina Petri, zu der neben der Schwabe Verlagsgruppe und dem Schweizerischen Ärzteverlag EMH, auch das Produktionsunternehmen Die Medienmacher AG in Muttenz und der Verlagsdienstleister mbassador gehören, beschäftigt rund 160 Mitarbeitende.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1488 kaufte Johannes Petri von Langendorf bei Hammelburg in Franken, der noch zu Lebzeiten Gutenbergs in Mainz die Buchdruckerkunst und den Schriftguss erlernt hatte, das Basler Bürgerrecht und das Zunftrecht der Safranzunft. In der Folge veröffentlichte er teils selbständig, mehrheitlich aber in Druck- und Verlagsgemeinschaft mit Johannes Amerbach und Johannes Froben. Nach seinem Tod übernahm sein Neffe Adam Petri das Geschäft und druckte fast alle wichtigen Schriften Martin Luthers nach. Adams Sohn Heinrich Petri druckte Literatur von der Theologie über klassische Autoren und Zeitgeschichte bis zur Mathematik und Naturwissenschaft, Medizin und Alchemie, darunter zahlreiche Sammelwerke und Enzyklopädien.

Nach Heinrich Petris Tod 1579 führte Sebastian Henricpetri während 50 Jahren den Betrieb weiter. Von dessen Erben übernahm Jacob Bertsche 1665 die Firma, die dann über die Familie Lüdin und die Druckerdynastie der Decker an die Schweigerhauserische Verlagsbuchhandlung überging. Diese wurde nach mehrfachen Umgestaltungen 1868 von Benno Schwabe übernommen. Benno Schwabes Nachkommen führten das Unternehmen ins 20. Jahrhundert, ab 1926 unterstützt von seinem Enkel Christian Overstolz, der 1963 die Firma übernahm. Diese wurde schliesslich von einer Kollektivgesellschaft in eine in Familienbesitz befindliche Aktiengesellschaft umgewandelt[1].

2009 trat der Verlag als erstes Schweizer Unternehmen dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels bei.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Hieronymus: 1488 Petri – Schwabe 1988. Eine traditionsreiche Basler Offizin im Spiegel ihrer frühen Drucke. 2 Bände, Basel 1988, ISBN 3-7965-1000-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Portal Kunstgeschichte: Schwabe Verlag Basel
  2. Schwabe Verlag erstes Schweizer Mitglied im Börsenverein