Simson Spatz

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Simson Spatz, SR4-1 SK

Der „Spatz“ war als Nachfolgemodell des Mopeds SR2E das kleinste Kraftrad aus der sogenannten „Vogelserie“ des früheren Thüringer Zweiradherstellers VEB Simson aus Suhl. Ab 1999 wurde bei Simson erneut ein Modell mit dem Namen MSA 50 Spatz gebaut.

Die Typbezeichnung des Einsitzers lautete „SR 4-1“ mit zusätzlichen Buchstaben zur weiteren Unterscheidung. Es gab ihn in drei verschiedenen Versionen: Eine als Moped mit Tretkurbel bzw. Pedalen (Typ „P“ für „Pedale“) sowie zwei als Mokick mit Kickstarter (Typ „K“ für „Kickstarter“ bzw. „SK“ für „Simsonmotor + Kickstarter“). Der Spatz wurde im Zeitraum von 1964 bis 1970 (dem Fertigungsbeginn des Simson-Mofas SL1) in einer Gesamtzahl von 152.000 Stück produziert.[1] Er hatte einen fahrtwindgekühlten 50-cm³-Zweitaktmotor (letzte Bezeichnung M52) mit Graugusszylinder und erreichte mit seinem handgeschalteten Zweiganggetriebe eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 km/h. Viele Bauteile, Baugruppen und Ersatzteile des „Spatz“ entstammten einem Baukastensystem und wurden gleichermaßen auch in den anderen Fahrzeugen der „Vogelserie“ eingebaut.

Die recht einfache Fahrzeugelektrik war auf 6 Volt ausgelegt. Die Farbgebung des „Spatz“ entsprach weitgehend der des „Star“ (zum Beispiel weinrot/grau-grün, in etwa RAL 3003 und 6019). Er wurde im ersten Produktionsjahr in geringer Stückzahl auch in Braun (Maron) oder Blau lackiert. Der Ladenpreis (EVP) für den Spatz betrug in der DDR stets 1050,00 Mark. Der „Spatz“ wurde aber auch vom Versandhaus Neckermann nach Westdeutschland importiert und dort zum Neupreis von 598,00 DM verkauft. Diese Fahrzeuge hatten aufgrund der westdeutschen Vorschriften (StVZO) für geschwindigkeitsbegrenzte Kleinkrafträder weder Batterie noch Hupe, sondern eine Fahrradklingel sowie 15 Watt Dauerabblendlicht und eine geänderte Rücklichteinheit. Außerdem waren sie auf eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h gedrosselt.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Spatz SR 4-1P Spatz SR 4-1K Spatz SR 4-1SK
Motor Rheinmetall-Zweitakt Simson-Zweitakt
Starter Pedalstarter Kickstarter
Kühlung Fahrtwind
Bohrung (mm) 38 40
Hub (mm) 42 39,5
Hubraum (cm³) 47,6 49,6
Verdichtung bei Sö 4-1 Motor: 7,5:1, M 52 KH-Motor: 8,5:1
Leistung (PS/min) 2/5200 2,3/5250
Getriebe 2-Gang, Handschaltung
Vergaser BVF NKJ 134-1 BVF NKJ 134-3
Tankinhalt (l) 8,5
Rahmen Zentralrohr-Schalenrahmen
Bereifung 20 × 2,75
Bremse vorn/hinten Innenbacken/Vollnaben
Radführung vorn Kurzschwinge auf Schraubenfedern
Radführung hinten Langschwinge mit Federbeinen
Eigengewicht (kg) 65 68
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 50 (Werksangabe)
Bauzeit 1964–1967 1964–1966 1967–1970
Stückzahl 30 000 122 000
Zylinder 1
Kraftstoff Normalbenzin 1:33
Verbrauch je 100 km (l) 2,3
Sitzplätze 1

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erhard Werner: „Simson-Vogelserie“ – Ein Ratgeber für Spatz, Star, Sperber und Habicht. MZA-Verlag, Vellmar 2005, ISBN 3980948110.
  • Frank Rönicke: Schrader-Typen-Chronik. Simson Schwalbe & Co 1955–1991. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02813-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simson Spatz SR 4-1 Wissenswertes. In: DDRMoped.de. Abgerufen am 21. September 2017.