Sivaganga (Distrikt)

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Distrikt Sivaganga
சிவகங்கை மாவட்டம்
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Tamil Nadu
Verwaltungssitz: Sivaganga
Fläche: 4.233 km²
Einwohner: 1.339.101 (2011)
Bevölkerungsdichte: 316 Ew./km²
Website: sivaganga.tn.nic.in

Der Distrikt Sivaganga (Tamil: சிவகங்கை மாவட்டம்) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Verwaltungszentrum ist die namensgebende Stadt Sivaganga. Der Distrikt Sivaganga hat eine Fläche von 4.233 Quadratkilometern und rund 1,3 Millionen Einwohner (Volkszählung 2011).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaft im Distrikt Sivaganga

Der Distrikt Sivaganga liegt im südlichen Binnenland Tamil Nadus. Nachbardistrikte sind Tiruchirappalli im Norden, Pudukkottai im Nordosten, Ramanathapuram im Südosten, Virudhunagar im Südwesten und Madurai im Westen.

Die Fläche des Distrikts Sivaganga beträgt 4.233 Quadratkilometer.[1] Das Distriktgebiet ist flach und ohne besondere landschaftliche Merkmale. Durch den Südteil des Distrikts Sivaganga verläuft der periodisch wasserführende Fluss Vaigai. Im äußersten Nordwesten erreichen vereinzelte Ausläufer der Ostghats das Distriktgebiet (Piranmalai). Die Distrikthauptstadt Sivaganga befindet sich im Zentrum des Distrikts. Im Nordosten des Distriktgebiets um die Städte Karaikkudi und Devakottai liegt die Region Chettinad.

Im Distrikt Sivaganga herrscht ein wechselfeuchtes Tropenklima vor. Die Jahresmitteltemperatur in Sivaganga beträgt 28,8 °C, das Jahresmittel des Niederschlages liegt bei 916 mm. Die meisten Niederschläge fallen während des Nordostmonsuns zwischen Oktober und Dezember. Auch während des Südwestmonsuns im August und September kommt es zu Regenfällen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palast der Rajas von Sivaganga

Ursprünglich gehörte das Gebiet des Distrikts Sivaganga zum Machtbereich der Setupatis (lokaler Fürstentitel) von Ramanathapuram (Ramnad). 1730 gelang es einem Vasallen der Setupatis namens Sasivarnan infolge von Erbfolgestreitigkeiten unter den Herrschern von Ramanathapuram, zwei Fünftel von deren Herrschaftsgebiet an sich zu reißen und sich als Raja von Sivaganga selbstständig zu machen. Sein Sohn und Nachfolger fiel 1773 im Kampf gegen die Briten, die Sivaganga daraufhin zu einem Teil Britisch-Indiens machten. Anfang des 19. Jahrhunderts setzten die Briten die Erben des Herrschers als Zamindars (Grundherren) ein.

Während der Kolonialzeit gehörte das Gebiet von Sivaganga zunächst zum Distrikt Madurai, ab 1910 dann zum neugegründeten Distrikt Ramanathapuram der Provinz Madras. Nach der indischen Unabhängigkeit kam das Gebiet 1956 zum neuformierten Bundesstaat Madras (heute Tamil Nadu). 1985 spaltete sich der Distrikt Sivaganga von diesem als eigenständiger Distrikt ab.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktszene im Dorf Alampattu

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Sivaganga 1.339.101 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 316 Einwohnern pro Quadratkilometer deutlich unter dem Durchschnitt Tamil Nadus (555 Einwohner pro Quadratkilometer). 31 Prozent der Einwohner des Distrikts leben in Städten. Der Urbanisierungsgrad ist damit ebenfalls niedriger als der Mittelwert des Bundesstaates (48 Prozent).[3] 17 Prozent der Einwohner des Distrikts sind Angehörige niederer Kasten (Scheduled Castes).[4] Die Alphabetisierungsquote entspricht mit 80 Prozent dem Durchschnitt Tamil Nadus.[5]

Unter den Einwohnern des Distrikts Sivaganga stellen die Hindus nach der Volkszählung 2011 mit 89 Prozent die Mehrheit. Daneben gibt es größere Minderheiten von Christen und Muslimen (jeweils 5,5 Prozent).[6] Die Hauptsprache ist, wie in ganz Tamil Nadu, das Tamil. Nach der Volkszählung 2001 wird es von 99 Prozent der Einwohner des Distrikts als Muttersprache gesprochen.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chettinad-Anwesen in Kanadukathan

Im Nordosten des Distrikts Sivaganga befindet sich die Region Chettinad, die Heimat der Chettiar-Händlerkaste. Hier findet sich eine große Zahl repräsentativer Anwesen, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von reichen Chettiar-Händlern errichtet wurden, nachdem sie in Südostasien zu Geld gekommen waren. Die Chettinad-Anwesen zeichnen sich durch eine Kombination tamilischer und europäischer Stilelemente und den Einsatz luxuriöser Baumaterialien wie importiertem Teakholz aus. Beispiele für diese Architekturtradition finden sich in den Städten Karaikkudi und Devakottai sowie in dem kleineren Ort Kanadukathan. Die Chettinad-Region ist auch für ihre nicht-vegetarische Küchentradition bekannt. In jüngerer Zeit gibt es Bestrebungen, die Chettinad-Region touristisch zu erschließen, indem ehemalige Chettiar-Anwesen zu Luxushotels umfunktioniert werden.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Sivaganga ist in sechs Taluks unterteilt:

Taluk Hauptort Einwohner
(2011)[8]
Devakottai Devakottai 157.631
Ilayangudi Ilayangudi 109.267
Karaikkudi Karaikkudi 300.527
Manamadurai Manamadurai 207.223
Sivaganga Sivaganga 288.674
Tirupathur Tirupathur 275.779

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2011)[8]
Devakottai 51.865
Ilayangudi 24.767
Kanadukathan 5.275
Kandanur 7.696
Karaikkudi 106.714
Kottaiyur 14.766
Manamadurai 32.257
Nattarasankottai 5.860
Nerkuppai 7.165
Pallathur 9.580
Puduvayal 11.284
Sankarapuram 26.536
Singampuneri 18.143
Sivaganga 40.403
Tirupathur 25.980
Tiruppuvanam 24.554

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 23: Singhbhūm to Trashi-Chöd-Zong. New edition. Clarendon Press, Oxford 1908, S. 63 f., Stichwort: Sivaganga Estate.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Distrikt Sivaganga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Primary Census Abstract – Tamil Nadu. (PDF; 873 kB)
  2. Klimadaten nach climate-data.org.
  3. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - Tamil Nadu. Chapter - I Population, Size and Decadal Change.
  4. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - Tamil Nadu. Chapter - II Scheduled Castes and Scheduled Tribes Population.
  5. Census of India 2011: Primary Census Data Highlights - Tamil Nadu. Chapter - III Literates and Literacy Rate.
  6. Census of India 2011: C-1 Population By Religious Community. Tamil Nadu.
  7. Census of India 2001: C-15 : Population by Mother Tongue (Tamil Nadu), abgerufen unter Tabulations Plan of Census Year - 2001.
  8. a b Census of India 2011: Primary Census Abstract Data Tables: Sivaganga.