Sophienfließ

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Sophienfließ
Unterlauf des Sophienfließes kurz nach der Drachenkehle

Unterlauf des Sophienfließes kurz nach der Drachenkehle

Daten
Gewässerkennzahl DE: 696224
Lage Märkische Schweiz, Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg, Deutschland
Flusssystem Oder
Abfluss über Schermützelsee → Werderfließ → Buckowsee (Buckow) → Stobber → Friedländer Strom → Alte Oder → Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße → Oder → Stettiner Haff
Ursprung Schloßsee bei Prötzel
52° 38′ 1″ N, 13° 59′ 36″ O
Quellhöhe 77 m ü. NHN[1]
Mündung in Buckow in den SchermützelseeKoordinaten: 52° 34′ 5″ N, 14° 4′ 2″ O
52° 34′ 5″ N, 14° 4′ 2″ O
Mündungshöhe 27 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied 50 m
Sohlgefälle 5 ‰
Länge 10 km[1]
Einzugsgebiet 48,5 km²[2]
Abfluss an der Mündung[3]
AEo: 48,5 km²
MQ 1977–1984
Mq 1977–1984
210 l/s
4,3 l/(s km²)
Kleinstädte Buckow
Gemeinden Prötzel, Oberbarnim

Das Sophienfließ ist ein knapp 10 Kilometer langer Bach in der Märkischen Schweiz in Brandenburg.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fließ speist sich aus dem im Naturpark Märkische Schweiz nahe Prötzel gelegenen Schloßsee. Sein Oberlauf auf dem Barnim bei Prötzel und Grunow ist durch menschliche Eingriffe naturfern umgebaut und zusätzlich durch Einleitung nährstoffreicher Abwasser ökologisch stark beeinträchtigt worden und wird derzeit (2011) renaturiert. Im Unterlauf ist dagegen ein naturnaher Zustand des Fließes erhalten geblieben. Nach insgesamt fast zehn Kilometern mündet das Sophienfließ im Buckower Kessel von Norden in den Schermützelsee. Im Jahresmittel von 1977 bis 1984 führte das Fließ dem Schermützelsee jährlich 3,5 Mio. m³ Wasser zu.[3] Unter dem Namen Werderfließ verlassen die um Grundwasser angereicherten Wasser den Schermützelsee am Ostufer und gelangen nach wenigen hundert Metern in den Buckowsee, der vom Stobber durchflossen wird.

Entlang des Sophienfließes verläuft ein Fontanewanderweg. Am Fließ liegt das Naturdenkmal Wurzelfichte.

Natura 2000, FFH-Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unterlauf des Sophienfließes im Barnimsüdhang ist Teil des kohärenten europäischen ökologischen Netzes besonderer Schutzgebiete Natura 2000. Unter den zehn FFH-Gebieten des Naturparks Märkische Schweiz zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen ist es dem FFH-Gebiet „Tornowseen-Pritzhagener Berge“ zugeordnet.[4] Der Steckbrief des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) enthält für das 682 Hektar umfassende Gebiet unter der Nummer 3450-306 folgende Beschreibung:

„Reich strukturierter Stauch-Endmoränenkomplex mit ausgeprägten, in historischen Waldrodungsperioden entstandenen Kerbtälern, dem dystrophen Kleinen und dem eutrophen Großen Tornowsee, naturnahen Laubmischwäldern und dem naturnahen Sophienfließ.“

Bundesamt für Naturschutz. Steckbrief FFH-Gebiet Tornowseen-Pritzhagener Berge.[5]

Namengebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bach ist nach dem weiblichen Vornamen Sophie (Σοφία, Griechisch für „Weisheit“) benannt. Die Namensgeberin konnte laut Brandenburgischem Namenbuch nicht mehr festgestellt werden. Als erster bekannter schriftlicher Eintrag (Sophien Fließ) wird das preußische Urmesstischblatt von 1841 angegeben.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sophienfließ – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Naturpark Märkische Schweiz: Sophienfließ.
  2. Ausmessung im Brandenburg-Viewer, abgerufen am 15. Februar 2016
  3. a b Brigitte Nixdorf, Mike Hemm u. a.: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands, Teil 5, Brandenburg, Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Abschlussbericht F&E Vorhaben FKZ 299 24 274, im Auftrag des Umweltbundesamtes am Lehrstuhl Gewässerschutz der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, 2004. Kapitel 1.26 Schermützelsee S. 112f PDF.
  4. LAG Märkische Schweiz e. V.: Naturraum Märkische Schweiz.
  5. 3450-306 Tornowseen – Pritzhagener Berge.  (FFH-Gebiet) Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 21. November 2017.
  6. Brandenburgisches Namenbuch. Teil 10: Die Gewässernamen Brandenburgs. Begründet von Gerhard Schlimpert, bearbeitet von Reinhard E. Fischer. Herausgegeben von K. Gutschmidt, H. Schmidt, T. Witkowski. Berliner Beiträge zur Namenforschung im Auftrag des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e.V. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1996, ISBN 3-7400-1001-0, S. 267.