Sowkomflot

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Совкомфлот
(Sovcomflot / SCF Group)
Rechtsform ПAO (Offene AG)
Gründung 1988
Sitz Sankt Petersburg, RusslandRussland Russland
Leitung Sergei Frank (Generaldirektor)[1]
Mitarbeiter 7.467[2]
Umsatz 1,387 Mrd. US-Dollar[2]
Branche Schifffahrt
Website www.sovcomflot.ru
Stand: 31. Dezember 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014

Sowkomflot (russisch Совкомфлот; englische Transkription Sovcomflot, auch Sovkomflot oder SCF Group) ist ein russisches Staatsunternehmen. Die Reederei mit Sitz in St. Petersburg ist spezialisiert auf den Transport von Erdöl und Flüssigerdgas.

Aktuell betreibt das Unternehmen 143 Schiffe mit einer Verdrängung von insgesamt 12.411.552 dwt.[3] Dazu zählen 63 Öltanker, 50 Produktentanker, 10 Gastanker und 10 Shuttletanker.

2007 war ein Börsengang geplant.[4] Generaldirektor ist seit 2004 der ehemalige russische Verkehrsminister Sergei Ottowitsch Frank.[1]

Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reederei wurde am 22. Juni 1988 als Handelsunternehmen Soviet Commercial Fleet gegründet. Die Gründungsaktionäre waren das Handelsmarineministerium der UdSSR und Schifffahrtsgesellschaften Far Eastern, Black Sea, Novorossiysk, Latvian, Baltic und Soviet Danube. Zur Gründung übernahm die Reederei insgesamt 150 Schiffe der beteiligten Reedereien zu einem Gegenwert von 250 Millionen Rubel Aktienkapital. Dazu kamen 28 weitere in Joint Ventures oder abhängigen Reedereien betriebene Einheiten. Insgesamt begann die Reederei nach Lloyd's List mit 178 Einheiten mit zusammen 3,4 Millionen Tonnen und einem Wert von 1,8 Milliarden Rubel.[5]

Das Unternehmen ist in folgende Konzerngesellschaften gegliedert:[6]

  • PAO Sowkomflot (russisch Публичное акционерное общество Совкомфлот (ПAO Совкомфлот)) mit Sitz in Moskau - dieser Unternehmensteil arbeitet als Betreiber von LNG- und LPG-Gastankern, Suezmax-Tankern, Aframax-Tankern, von eisgängigen Zubringertankern, Produktentankern und der Mehrzweckschiffe
  • Noworossijskoje morskoje parochodstwo mit Sitz in Noworossijsk - dieser Unternehmensteil arbeitet als Betreiber von Aframax-Tankern, Produktentankern und Massengutschiffen.
  • Sovcomflot (Cyprus) Limited mit Sitz in Limassol - dieser Unternehmensteil ist für den Einsatz und die Vercharterung der Schiffe verantwortlich.
  • Unicom Management Services (Cyprus) Ltd. mit Sitz in Limassol - dieser Unternehmensteil ist für den technischen Betrieb und die Besetzung der Schiffe verantwortlich. Daneben führt Unicom die Neubauplanung und Bauaufsicht der Schiffe durch.
  • Sovcomflot (UK) Ltd. mit Sitz in London - dieser Unternehmensteil dient dem Finanz-, Eigentums- und Zahlungswesen innerhalb der Gruppe.
  • SCF Marpetrol S.A. mit Sitz in Madrid - dieser Unternehmensteil arbeitet als Betreiber von Chemietankern und Asphalttankern sowie als Basis für den spanischen LNG-Markt.
  • SAO Rosnefteflot (ЗАО Роснефтефлот) mit Sitz in Moskau - dieser Unternehmensteil arbeitet als Betreiber von Öllager- und Umschlagschiffen, Terminals und Offshoreschiffen.

Im Jahr 2002 richtete die russische Staatsreederei einen SCF St. Petersburg Line genannten Ro/Ro-Frachtdienst zwischen Kiel und St. Petersburg ein, dessen Weiterführung mit der dänischen DFDS Tor Line unter dem Namen SCF DFDS Line im September 2005 beschlossen wurde.[7]

Seit 2010 nutzt Sowkomflot die Nordostpassage (Sewmorput) als effizienten Seeweg nach Asien.[8][9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sowkomflot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b President and CEO
  2. a b Geschäftsbericht 2014
  3. List of Vessels
  4. Sowkomflot plant Börsengang (THB Deutsche Schiffahrts-Zeitung vom 10. April 2007)
  5. G. J. R.: Sovcomflot rechnet selbst, flaggt aus und macht Gewinn. In: Schiffahrt International. Vol. 41, Nr. 9, September 1990, S. 349.
  6. Konzernstruktur der SCF (englisch)
  7. DFDS Tor Line kooperiert mit Sovcomflot bei Verkehrsrundschau.de abgerufen am 2. Januar 2013
  8. Erste Öltanker auf der Nordostpassage unterwegs (Der Standard vom 18. Juli 2010)
  9. Der Nördliche Seeweg: Perspektive seiner Nutzung (Stimme Russlands vom 25. November 2011)

Koordinaten: 59° 56′ 33″ N, 30° 19′ 40″ O