Lukoil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
LUKoil (russisch ЛУКОЙЛ)
Logo
Rechtsform Offene Aktiengesellschaft (OAO)
Aktiengesellschaft (Russland)
ISIN RU0009024277
US6778621044 (ADR)
Gründung 1991
Sitz Moskau, RusslandRussland Russland

Leitung

  • Wagit Alekperow, Gründer, größter Aktionär und Vorstandsvorsitzender
  • Waleri Graifer, Vorsitzender des Aufsichtsrats (Совета директоров)
Mitarbeiter 110.300 (2014)[1]
Umsatz 144,1 Mrd. US-Dollar (2014)[2][1]
Branche Öl und Gas
Website www.lukoil.com
Eine Lukoil-Tankstelle in Tula
Eine Lukoil-Tankstelle in den USA

Lukoil (eigene Schreibweise LUKOIL, russisch ЛУКОЙЛ) ist ein russischer Mineralölkonzern. Das heute international aufgestellte Unternehmen ist im RTS Index gelistet.

Positionierung auf dem Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lukoil ist der sechstgrößte börsennotierte Ölkonzern der Welt und der erste in Russland, der vertikal integriert ist.

Lukoil förderte 2014 pro Tag 2,31 Millionen Barrel Öl und Gas. Der Konzern verfügt über ein Öläquivalent von 17,6 Milliarden Barrel. Damit liegt er weltweit auf Platz zwei nach ExxonMobil und vor BP. Bei den Rohölreserven übertrifft er alle anderen an der Börse gehandelten Unternehmen der Welt. Sie betragen 16 Milliarden Barrel; das sind 0,4 Prozent der weltweiten Ölreserven.

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lukoil-Konzern gehört mehrheitlich seinen russischen Managern. Der US-Ölkonzern ConocoPhillips hält 20 Prozent der Anteile. Nach Angaben von Moskauer Medien hält Wagit Jussufowitsch Alekperow einen Anteil von 13 Prozent.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. November 1991 wurde auf Anordnung des Ministerrates der Sowjetunion der staatliche Ölkonzern LangepasUraiKogalymneft (LUKOIL) (ЛангепасУрайКогалымнефть (ЛУКОЙЛ)) aus mehreren kleineren Erdölförder- und -verarbeitungsbetrieben geschaffen. Benannt wurde er nach den drei westsibirischen Städten Langepas, Urai und Kogalym, in deren Gebiet die drei damaligen Haupt- und auch heute noch wichtigen Fördergebiete des Konzerns lagen. 1993 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft unter dem nunmehr alleinigen Namen Lukoil und im Folgejahr begann die Privatisierung.

Am 8. November 2016 gab LUKOil bekannt, dass es seit seiner Gründung im Jahre 1991 inzwischen 2 Milliarden Tonnen Erdöl gefördert hat. Während die Förderung der ersten Milliarde noch 15 Jahre (1991 bis 2006) dauerte, erfolgte die Produktion der zweiten Milliarde in nur 10 Jahren.[3]

Lukoil Ölproduktion nach Region in Millionen Tonnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 stieg die Erdölproduktion um 3,6 Prozent verglichen mit dem Vorjahr und erreichte mit 100,7 Millionen Tonnen (736 Millionen Barrel) die bisher größte Menge in der Firmengeschichte.[4]

Teile dieses Artikels scheinen seit 2011 nicht mehr aktuell zu sein.
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

Region 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Russland 82,720 86,277 89,561 91,100 89,945 91,868 89,767 84,966
Westsibirien 56,351 58,469 59,764 59,917 56,187 52,962 50,934 49,102
Ural 10,082 10,307 10,923 11,257 11,625 12,042 12,500 12,937
Wolga 3,175 3,210 3,214 3,240 3,263 3,072 3,137 3,426
Timan-Petschora-Ölfeld 11,732 12,476 13,601 14,576 16,685 21,662 21,175 17,547
Andere 1,380 1,815 2,059 2,110 2,185 2,130 2,021 1,954
International 3,480 3,881 5,674 5,545 5,295 5,747 6,225 5,951
Gesamt 86,200 90,158 95,235 96,645 95,240 97,615 95,922 90,917
Quelle[5]

Die Ölförderung des Unternehmens stieg von 2004 bis 2009 um über 10 Prozent. 2011 jedoch sank die Fördermenge des Unternehmens, v.a. in Russland spürbar. Die Internationale Förderung sank ebenfalls, macht aber nur einen kleinen Teil der Gesamtproduktion aus. Lukoil zufolge liegt der Rückgang 2011 einerseits an der Erschöpfung einiger Felder in Sibirien, andererseits daran, dass man die modernsten Fördertechnologien an vielen Förderanlagen installiert, während dieser Zeit kann dort nicht gefördert werden. Die Förderrate hatte sich laut Lukoil in der 2. Jahreshälfte 2011 in West-Sibirien wieder erholt.

LUKOil hat in den vergangenen Jahren viele neue kleine Felder für die Erdöl- sowie Erdgasproduktion erschlossen.

Ursprünglich sollte LUKOil gemeinsam mit dem norwegischem Konzern Statoil das irakische West Qurna-Ölfeld, eines der weltweit größten Erdölfelder, erschließen und langfristig die Produktion massiv erhöhen. Statoil verkaufte seine 18,75 Prozent Anteile jedoch und LUKOil sicherte sich diese womit das Unternehmen 75 Prozent der Anteile besitzt und das irakische staatliche Ölunternehmen 25 Prozent. Wegen der Größe des Feldes ist es in mehrere Projekte aufgeteilt. LUKoil hat Anteile an der "Phase II". Dieser Teil des Feldes produzierte im Januar 2017 etwas über 400.000 Barrel Erdöl täglich.[6]

LUKOil erhielt 2015 10,558 Millionen Tonnen sogenanntes "compensation oil" für die Investitionen zur Erschliessung des Feldes. Die Phase II produzierte über 20 Millionen Tonnen Erdöl im Jahr 2015. In den ersten 9 Monaten des Jahres 2016 sanken die Lieferungen auf 4,477 Millionen Tonnen.[7] Die Allianz, die jetzt nur noch aus LUKOil besteht sollte 1,15 US-Dollar je produziertem Barrel erhalten sowie eine Entschädigung für die enorm hohen Kosten der Erschliessung sowie dem Bau der Infrastruktur.[8]

Ausländische Produktion wird in Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen, so befindet man sich mit dem Iran in Verhandlungen. Ebenso in zahlreichen anderen ölreichen Staaten. Die Erdgasförderung wurde ebenfalls gesteigert, auch hier finden große Teile im Ausland wie z.b. Usbekistan statt. Beim Erdöl setzt man ebenfalls auf ehemalige Sowjetrepubliken, etwa in Aserbaidschan und Kasachstan.

Ölraffinerien und petrochemischen Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lukoil Neftochim Burgas- größte Raffinerie Südosteuropas

Lukoil besitzt sieben ölverarbeitenden Unternehmen in Osteuropa mit einer Gesamtkapazität von 54,1 Millionen Jahrestonnen und hält 49 % Anteil der ISAB Raffinerie-Komplex in Sizilien sowie 45 % der Anteile der TRN-Raffinerie in den Niederlanden:

Staat Name Ort Gebaut v. Lukoil erworben Kapazität, mln tpa
RusslandRussland Lukoil-Nischegorodnefteorgsintes Kstowo 1958 2000 15,0
RusslandRussland Lukoil-Permnefteorgsintes Perm 1958 1991 12,0
RusslandRussland Lukoil-Wolgogradneftepererabotka Wolgograd 1957 1991 9,9
RusslandRussland Lukoil-Uchtaneftepererabotka Uchta 1934 2000 3,7
UkraineUkraine Lukoil-Odesski NPS Odessa 1937 1999 3,6
BulgarienBulgarien LUKOIL Neftochim Burgas Burgas 1964 1999 7,5
RumänienRumänien Petrotel-Lukoil Ploiești 1904 1998 2,4
ItalienItalien ISAB Priolo Gargallo 1975 2008* 16,0*
NiederlandeNiederlande TRN Vlissingen 1973 2009* 7,9*

* – 49 % und 45 % der Anteile

Lukoil Neftechim betreibt mehrere petrochemische Werke in Budjonnowsk (Stawrolen), Saratow (Saratoworgsintes) und Kalusch (Karpatneftechim).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2014
  2. Gewinneinbruch beim zweitgrößten russischen Ölkonzern, Handelsblatt, 3. März 2015
  3. Presseerklärung bezüglich der Förderung der 2. Milliarde Tonnen
  4. LUKOil: Development and Production
  5. lukoil.com
  6. Lukoil hopes for Iran oilfield decision this year
  7. Lukoil Data for the first nine months of 2016 and the 3rd Quarter 2016
  8. West Qurna Phase II

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: LUKOIL – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 55° 46′ 0,1″ N, 37° 38′ 10″ O