St. Chrischona

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St. Chrischona
Kirche St. Chrischona

Kirche St. Chrischona

Höhe 522 m ü. M. [1]
Lage bei Bettingen; Kanton Basel-Stadt (Schweiz); an Grenze zum Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg (Deutschland)
Gebirge Dinkelberg
Dominanz 4,1 km → Hirzenleck
Schartenhöhe 28 m ↓ Auf der Lugen
Koordinaten 618210 / 269194Koordinaten: 47° 34′ 23″ N, 7° 40′ 50″ O; CH1903: 618210 / 269194
St. Chrischona (Kanton Basel-Stadt)
St. Chrischona
pd4
Blick vom Fernsehturm St. Chrischona auf die Siedlung St. Chrischona mit Basel im Hintergrund

St. Chrischona ist der 522 m ü. M.[1] hohe Hausberg der nahen Stadt Basel und der westlichste und dritthöchste Berg des Gebirgszugs Dinkelberg. Er liegt bei Bettingen im Schweizer Kanton Basel-Stadt, und über die gipfelnahen Hochlagen verläuft im Nordosten, Osten und Süden die Grenze zum baden-Württembergischen Landkreis Lörrach und damit die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

Auf dem Berg steht der 250,57 m hohe Fernsehturm St. Chrischona, der weithin sichtbar ist.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Chrischona erhebt sich mit Gipfellage im Gemeindegebiet von Bettingen (Schweiz), deren Kernort sich westlich des Berges ausbreitet. Bis auf seine nordöstlichen Hochlagen reicht das Gemeindegebiet von Inzlingen und bis auf die östlichen und südlichen jenes von Grenzach-Wyhlen (beide in Deutschland). Der Gipfel liegt bei der Kirche der Bettinger Siedlung St. Chrischona.

Auf dem Südhang des Berges entspringt der Ruschbach (Rustel), der nahe Grenzach-Wyhlen in den Rhein mündet, nördlich vorbei fließt durch Inzlingen und das Schweizer Riehen der Aubach (Mühlebach), ein Zufluss des zur Wiese strebenden Neuen Teichs.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg St. Chrischona gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Hochrheingebiet (Hochrheintal; Nr. 16), in der Haupteinheit Dinkelberg (161) zum Naturraum Westliches Dinkelbergplateau (161.00). Die Landschaft fällt nach Süden, Westen und Nordwesten in den Naturraum Dinkelberg Südabhang (161.03) ab.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Legende nach geht St. Chrischona auf drei Schwestern, Ottilie, Chrischona und Margarethe zurück, von denen jede auf einem der drei Hügel in der Umgebung von Basel, in Sichtweite der anderen, eine Kirche baute. Von St. Chrischona sind daher die Kirchen St. Ottilien im deutschen Ort Tüllingen und in Binningen St. Margarethen zu sehen.

St. Chrischona war im Mittelalter bis zur Reformation ein Wallfahrtsort. Die erste Kirche wurde um 700 errichtet und im 9./10. Jahrhundert erweitert. Das heutige Kirchengebäude entstand im 15. Jahrhundert (Westturm 1450–1460) und Anfang des 16. Jahrhunderts (Chor 1503–1509, Schiff 1513–1516). Während des Dreissigjährigen Krieges wurde die Kirche von schwedischen Truppen geschändet und geplündert. Die Kirche wurde zunehmend vernachlässigt und 1818 gar als Stall genutzt. 1839 erhielt Christian Friedrich Spittler die Erlaubnis zur Renovierung der Kirche, in deren Sakristei 1840 die Pilgermission St. Chrischona gegründet wurde, die auch heute noch hier besteht.

Aussichtsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Gipfelregion des St. Chrischona fällt der Blick bei guten Sichtbedingungen in die Oberrheinische Tiefebene mit der westlich liegenden Agglomeration Basel, nach Süden zum Jura und nach Süden bis Südosten zu den Alpen; das Alpenpanorama reicht etwa von der Jungfrau bis zum Säntis.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Günther Reichelt: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 185 Freiburg i. Br. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1964. → Online-Karte (PDF; 3,7 MB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • François Maurer-Kuhn: St. Chrischona bei Basel. Ehemalige Wallfahrtskirche ob Bettingen. Basel 1978

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]