Binningen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Binningen
Wappen von Binningen
Staat: Schweiz
Kanton: Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Arlesheim
BFS-Nr.: 2765i1f3f4
Postleitzahl: 4102
Koordinaten: 609974 / 265254Koordinaten: 47° 32′ 17″ N, 7° 34′ 16″ O; CH1903: 609974 / 265254
Höhe: 296 m ü. M.
Fläche: 4.43 km²
Einwohner: i15'391 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 3474 Einw. pro km²
Website: www.binningen.ch
Karte
DeutschlandDeutschlandFrankreichKanton AargauKanton Basel-StadtKanton SolothurnKanton SolothurnBezirk LaufenBezirk LiestalAesch BLAllschwilArlesheimBiel-BenkenBinningenBirsfeldenBottmingenEttingenMünchensteinMuttenzOberwil BLPfeffingen BLReinach BLSchönenbuchTherwilKarte von Binningen
Über dieses Bild
ww

Binningen (Baseldeutsch: Binnige) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Binningen liegt im Leimental auf 292 m ü. M. und liegt als letzte Gemeinde am Fluss Birsig, bevor dieser in Basel in den Rhein mündet. Seine Nachbargemeinden sind im Süden Bottmingen, im Südwesten Oberwil, im Westen Allschwil und im Norden und Osten die Stadt Basel. Binningen hat einen engen Kontakt zur Stadt und ist beliebt als Wohngegend. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 4,43 km², davon sind 68 % Siedlungen, 23 % Landwirtschaftszonen und 9 % Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert tauchte der Name der Gemeinde in verschiedenen Varianten auf, z. B. als «Binnengin» oder als «Biningin». Im Jahre 2004 feierte Binningen die älteste erhaltene Nennung des Ortsnamens in einer Urkunde aus dem Jahre 1004 mit einem grossen Fest unter dem Motto: "Botz 1000".

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Auf silbernem Grund schwarzer Pfahl mit drei silbernen Sternen

Das Gemeindewappen geht auf eine von 1292 bis 1300 bezeugtes Familienwappen der Basler Familie «von Binningen» zurück, das im Jahre 1921 von der Gemeinde übernommen wurde.

Grafische Darstellung der Einwohnerentwicklung ab 1585

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

33 % der Bevölkerung sind reformiert und 27 % römisch-katholisch. Der Ausländeranteil beträgt 20,4 %.

Einwohnerentwicklung
Jahr 1585 1774 1815 1850 1900 1950 1970 1980 1990 2000 2005 2008 2011 2016
Einwohner 25 325 627 1.229 5.135 7.846 15.344 14.462 14.285 13.848 14.400 14.533 14.843 15.391

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einwohnerrat als oberste gesetzgebende Instanz der Einwohnergemeinde umfasst 40 Mitglieder, die auf jeweils vier Jahre gewählt werden. In der Wahlperiode 2016–2020 setzt er sich wie folgt zusammen:

Partei FDP SP SVP Grüne CVP
Sitze 12 11 8 5 4

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat als planende, leitende und vollziehende Instanz der Einwohnergemeinde besteht aus sieben Mitgliedern und wird für die Dauer von vier Jahren gewählt. Von 2016 bis 2020 gehören ihr je drei Mitglieder der FDP und der Sozialdemokraten sowie ein Mitglied der SVP an.

Parlamentswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Binningen: SVP 23,9 %, SP 23,3 %, FDP 22,3 %, Grüne 12,5 %, CVP 8,7 %, Grünliberale 3,9 %, BDP 2,6 %, EVP 1,9 %, Grüne-Unabhängige 1,7 %.[2]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Binningen pflegt seit 1993 freundschaftliche Beziehungen zur Stadt Kaluga in Russland. Mit den Schweizer Gemeinden Duvin in Graubünden und Soubey im Clos du Doubs (Kanton Jura) bestehen partnerschaftliche Beziehungen.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Binningen, ehemaliges Weiherschloss, das im 13. Jahrhundert erbaut wurde, gehört der Einwohnergemeinde und ist seit 1870 eine Gastwirtschaft
  • Kirche zu St. Margarethen auf dem Margarethenhügel[4]
  • Holeeschloss von 1550.
  • Gasthof Neubad, ehemaliges Badehaus aus dem Jahre 1765.
  • Ortsmuseum
  • Monteverdi Car Collection, grösstes Schweizer Automobilmuseum (wurde Ende 2016 geschlossen)

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kunstausstellung Arte-Binningen gibt es seit 1992. Sie findet jeden Herbst statt und hat sich von lokal geprägten Anfängen zu einer Ausstellung mit internationaler Beteiligung und themenbezogenen Sonderausstellungen entwickelt.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sportanlagen Spiegelfeld[5] bieten ein Hallenbad, Fussballfelder und verschiedene Nebenanlagen wie Beachvolleyball-court, Boule-Bahn, Finnenbahn, Laufbahn, Hartplatz, Tennenplatz etc. Ausserdem gibt es ein Restaurant.

Viele Vereine bieten Sportmöglichkeiten an. Der «SC Binningen» ist der wohl bekannteste Fussballverein des Leimentals.

Der Handballclub «HB Blau Boys Binningen» gehört zusammen mit den Partnervereinen aus Oberwil und Therwil zu den grössten Vereinen der Nordwestschweiz. Unter dem Label HSG Leimental sind dabei die interregionalen Teams aufgeführt. Auch die Leichtathletik-Riege Binningen bietet Trainings an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Salathé (1793–1858), Zeichner, Graphiker und Maler
  • Jonas Breitenstein (1828–1877), Pfarrer, Armenhelfer und Schriftsteller, 1852–1870 Pfarrer in Binningen
  • Gustav Adolf Seiler (Philologe) (1848–1936), Lehrer, Dialektologe und Turner, in Binningen geboren
  • Curt Goetz (1888–1960), Schauspieler, Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur; nannte seine Autobiografie «Die Memoiren des Peterhans von Binningen».
  • Willy Ackermann (1896–1973), Schauspieler, Operettenbuffo und Kabarettist, in Binningen geboren
  • Otto Brunner (1896–1973), Kommunist und Bataillonskommandeur im Spanischen Bürgerkrieg, in Binningen geboren
  • Otto Abt (1903–1982), Maler, in Binningen geboren
  • Ernst Baldinger (1911–1970), Physiker
  • Kurt Baldinger (1919–2007), romanistischer Linguist, in Binningen geboren
  • Peter-Lukas Graf (* 1929), Flötist, lebt in Binningen
  • Peter Monteverdi (1934–1998), Autobauer, in Binningen geboren
  • Hans Fünfschilling (* 1940), FDP-Ständerat 1999 bis 2007, lebt in Binningen
  • René C. Jäggi (* 1948), Unternehmer, lebte in Binningen
  • Claude Janiak (* 1948), Anwalt, Politiker (SP), Nationalratspräsident 2006
  • Claude Cueni (* 1956), Schriftsteller, lebte in Binningen (heute Allschwil)
  • Martin Senn (1957–2016), Versicherungsmanager, in Binningen geboren
  • Bernhard Heusler (* 1963), Präsident des FC Basel 1893
  • Oumar Kondé (* 1979), Fussballer
  • Griot, Rapper

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft. Band I: Der Bezirk Arlesheim, mit Kantonseinleitung. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 57). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1969, DNB 457321989.
  • Beat von Scarpatetti u. a.: Binningen – die Geschichte. (= Quellen und Forschungen zur Geschichte und Landeskunde des Kantons Basel-Landschaft. Band 85). Verlag des Kantons Basel-Landschaft, Liestal 2004, ISBN 3-85673-278-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Binningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 4. September 2016.
  3. Gemeinde Binningen – Überblick, abgerufen am 13. April 2018
  4. Hans-Rudolf Heyer: St. Margarethen-Kirche Binningen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 135). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1996.
  5. Sportanlagen Spiegelfeld auf der Website von Binningen