Stabenberg

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Stabenberg
Stabenberg2.jpg

Stabenberg von Deidesheim aus

Höhe 496 m ü. NHN [1]
Lage Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens

Deutschland

Gebirge Haardt (Pfälzerwald)
Koordinaten 49° 23′ 40″ N, 8° 8′ 11″ OKoordinaten: 49° 23′ 40″ N, 8° 8′ 11″ O
Stabenberg (Rheinland-Pfalz)
Gestein Gesteine des Unteren und Mittleren Buntsandsteins
Alter des Gesteins 251 bis 243 Mio. Jahre
Besonderheiten Aussichtswarte auf dem Gipfel; an den Hängen diverse Grenzsteine und Hohler Fels
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Die Stabenbergwarte

2012 Pfälzerwald 217 Aufstieg Stabenberg Grenzstein.jpg

Einer der Grenzsteine

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Der Kaffenstein

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Der Stabenberg, im Schrifttum auch Staweberg, Steffen-[1] oder Steffelsberg,[2] in der örtlichen Mundart Staweberg oder Stäweberg genannt, ist ein 496 m[1] hoher Berg in der Haardt, dem Ostrand des Pfälzerwalds (Rheinland-Pfalz). Auf dem Gipfel steht ein gedrungenes, nur etwa 5 m hohes Aussichtsbauwerk aus Buckelquadern, die Stabenbergwarte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stabenberg erhebt sich im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord, im Naturpark Pfälzerwald und im Mittelteil des Gebirgszugs der Haardt auf dem Gebiet der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße bei deren Ortsteil Königsbach. Sein Gipfel liegt etwa 2 km nordwestlich von Königsbach auf dessen Waldgemarkung, 2,4 km nordnordwestlich des Ortsteils Gimmeldingen, 4 km westsüdwestlich der Stadt Deidesheim und 3,5 km nordöstlich der Gemeinde Lindenberg.

Zwei markante Kerbtäler setzen den Berg von den umgebenden Erhebungen ab, das Klausental im Nordosten, das von Königsbach aufwärts führt, und das Gimmeldinger Tal im Südwesten, das sich „hinter“ dem Stabenberg in Richtung Norden als Benjental fortsetzt.

Auf dem Stabenberg erstrecken sich Teile des Vogelschutzgebiets Haardtrand (VSG-Nr. 6514-401; 147,28 km²).[3]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich bis südlich vorbei am Berg fließt der Mußbach, ein knapp 12 km langer linker Zufluss des Rehbachs, nördlich der Weinbach (knapp 8 km), ein linker Zufluss der Marlach. Auf der Ostflanke entspringt die Zeiselbachquelle, deren Wasser über den Zeiselbach (2,7 km) und den Riedgraben (16,3 km) von rechts die Marlach erreicht.

Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stabenberg ist östlichster Mittelgebirgspunkt der lokalen Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten des Speyerbachs im Süden und der Isenach im Norden. Die Wasserscheide verläuft vom Stabenberg aus im Wesentlichen nach Nordwesten über Eckkopf (516 m), Steinkopf (528 m), Hoher Stoppelkopf (566 m), Drachenfels (571 m) und Engelskopf (441 m).

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stabenberg gehört zum Naturraum Pfälzerwald, der in der Systematik des von Emil Meynen und Josef Schmithüsen herausgegebenen Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands und seinen Nachfolgepublikationen[4] als Großregion 3. Ordnung klassifiziert wird. Betrachtet man die Binnengliederung des Naturraums, so gehört der Stabenberg zum Mittleren Pfälzerwald und hier zum Gebirgszug der Haardt, welche den Pfälzerwald zur Oberrheinischen Tiefebene hin abgrenzt.[5]

Zusammenfassend folgt die naturräumliche Zuordnung des Stabenbergs damit folgender Systematik:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in den 1790er Jahren französische Truppen mit den Gebieten links des Rheins auch die heutige Pfalz erobert hatten, nutzten die Besatzer den Stabenberg zur optischen Nachrichtenübermittlung mit einem „Dillegraph“,[6] wie die von Claude Chappe entwickelte Technik der optischen Telegrafie in der Pfälzer Mundart genannt wurde.[7]

Verkehr und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestlich am Stabenberg vorbei führt von Wachenheim im Nordosten über den Kurpfalz-Park nach Lindenberg im Südwesten die Kreisstraße 16. Von dieser zweigt am Südostrand des Kurpfalz-Parks die Kreisstraße 15 ab, die durch das Silber- und das Gimmeldinger Tal nach Südosten verläuft; an der Grenze des Landkreises Bad Dürkheim zur Stadt Neustadt wird sie zur K 13. In Gimmeldingen trennt sich nach links die K 21 ab, die – im Wesentlichen nach Nordost gerichtet – unterhalb von Königsbach die Landesstraße 516 erreicht. Letztere verläuft östlich des Stabenbergs in der Rheinebene durch Deidesheim und Forst an der Weinstraße nach Wachenheim. Somit kann der Berg umfahren werden.

Der Gipfel ist verkehrstechnisch nicht erschlossen und nur auf markierten Wanderwegen (Wegzeichen: Roter Punkt) erreichbar.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Aufstieg zum Gipfel stehen auf der Waldgemarkung von Königsbach an vier Stellen historische Grenzsteine, die hier auch Loogfelsen genannt werden und als Kulturdenkmäler erfasst sind. Es handelt sich um zwei unregelmäßig geformte Felsen, eine Steinstele und zwei Steinplatten. Sie sind – teils mehrfach – in den Jahren 1694, 1752, 1776 und 1826 bezeichnet.[8]

Ausschließlich Fußwege führen zu drei Loogfelsen, die einst zur Abgrenzung der Waldgemarkungen von Deidesheim, Gimmeldingen und Königsbach mit Einritzungen versehen wurden und die ebenfalls als Kulturdenkmäler eingestuft sind.[9] Sämtlich auf Deidesheimer Gemarkung gruppieren sie sich halbkreisförmig um den Gipfel, von dem sie jeweils einige hundert Meter entfernt sind: der Kaffenstein am Südhang des Stabenbergs oberhalb des Gimmeldinger Tals, der Schwehrstein am Westhang und der Spielstein am Nordhang.

Am Nordwesthang über dem Benjental steht in 347 m Höhe auf Deidesheimer Gemarkung der Hohle Fels,[10] eine zimmergroße Felsenhöhle. Früher diente sie zum zeitweiligen Aufenthalt von Menschen, heute ist sie als Unterstand bei Regen oder Gewitter geeignet. Der nach Westen zeigende ummauerte Eingang ist mit einer Infotafel versehen.[11] Vom Benjental aus wird der Hohle Fels nach etwa 600 m über einen Wanderweg erreicht, der auf halber Strecke in einen Fußpfad übergeht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stabenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Lage und Höhe des Stabenbergs auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 1. November 2020.
  2. Rundwanderung 60. Wanderportal Pfalz, abgerufen am 2. März 2021.
  3. Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Bundesanstalt für Landeskunde: Geographische Landesaufnahme. Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten, Blatt 160: Landau i. d. Pfalz (Adalbert Pemöller, 1969; 47 S.).
  5. Helmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz − Benennung und räumliche Abgrenzung. In: Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Heft 2, Trier 1989, S. 327–359.
  6. Turm 16. Wanderportal Pfalz, abgerufen am 2. März 2021.
  7. Albert H. Keil: Französisches „Spracherbe“ in der Pfalz. Verlag PfalzMundArt, abgerufen am 2. März 2021.
  8. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße. (PDF) Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, 2018, S. 45, abgerufen am 2. März 2021.
  9. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Bad Dürkheim. Mainz 2021[Version 2022 liegt vor.], S. 26 (PDF; 5,1 MB).
  10. Hohler Fels auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 29. Oktober 2020.
  11. Hohler Felsen. oastatic.com, abgerufen am 14. Oktober 2020 (Foto des Eingangs).