Stabenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stabenberg
Der Stabenberg, von Deidesheim aus fotografiert

Der Stabenberg, von Deidesheim aus fotografiert

Höhe 496 m ü. NHN [1]
Lage bei Königsbach an der Weinstraße; kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße, Rheinland-Pfalz (Deutschland)
Gebirge Haardt (Pfälzerwald)
Koordinaten 49° 23′ 40″ N, 8° 8′ 11″ OKoordinaten: 49° 23′ 40″ N, 8° 8′ 11″ O
Stabenberg (Rheinland-Pfalz)
Stabenberg
Gestein Buntsandstein
Besonderheiten Aussichtswarte

Der Stabenberg, im Schrifttum auch Stebenberg,[1] Steffen- oder Steffelsberg[2] und in der örtlichen Mundart Stäweberg genannt, ist ein 496 m ü. NHN[1] hoher Berg der Haardt, einem Gebirgszug entlang dem Ostrand des Pfälzerwaldes. Er liegt im Gebiet der kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße bei Königsbach an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Auf dem Berg steht eine Aussichtswarte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stabenberg erhebt sich im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord, im Naturpark Pfälzerwald und im Mittelteil des Gebirgszugs Haardt. Sein Gipfel liegt etwa 2 km nordwestlich des Neustadter Ortsteils Königsbach an der Weinstraße (auf dessen Waldgemarkung), 2,4 km nordnordwestlich des Neustadter Ortsteils Gimmeldingen, 4 km westsüdwestlich der Stadt Deidesheim und 3,5 km nordöstlich der Gemeinde Lindenberg. Südwestlich bis südlich vorbei am Berg fließt der Mußbach, nördlich der Weinbach; auf der Ostflanke liegt die Zeiselbachquelle.

Auf dem Stabenberg liegen Teile des Vogelschutzgebiets Haardtrand (VSG-Nr. 6514-401; 147,28 km²).[3]

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stabenberg gehört zum Naturraum Pfälzerwald, der in der Systematik des von Emil Meynen und Josef Schmithüsen herausgegebenen Handbuches der naturräumlichen Gliederung Deutschlands und seinen Nachfolgepublikationen[4] als Großregion 3. Ordnung klassifiziert wird. Betrachtet man die Binnengliederung des Naturraums, so gehört der Stabenberg zum Mittleren Pfälzerwald und hier zum Gebirgszug der Haardt, welche den Pfälzerwald zur Oberrheinischen Tiefebene hin abgrenzt.[5]

Zusammenfassend folgt die naturräumliche Zuordnung des Stabenbergs damit folgender Systematik:

  1. Großregion 1. Ordnung: Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens
  2. Großregion 2. Ordnung: Pfälzisch-saarländisches Schichtstufenland
  3. Großregion 3. Ordnung: Pfälzerwald
  4. Region 4. Ordnung (Haupteinheit): Mittlerer Pfälzerwald
  5. Region 5. Ordnung: Haardt

Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stabenberg ist östlichster Mittelgebirgspunkt der lokalen Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der Isenach im Norden und des Speyerbachs im Süden. Sie verläuft vom Stabenberg aus im Wesentlichen nach Nordwesten über Eckkopf (516 m), Steinkopf (528 m), Hoher Stoppelkopf (566 m), Drachenfels (571 m) und Engelskopf (441 m).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in den 1790er Jahren französische Revolutionstruppen mit den Gebieten links des Rheins auch die heutige Pfalz erobert hatten, nutzten die Besatzer den Stabenberg zur optischen Nachrichtenübermittlung mit einem „Dillegraph“, wie die von Claude Chappe entwickelte Technik der optischen Telegrafie in der Pfälzer Mundart genannt wurde.[6]

Aussichtswarte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussichtswarte von 1904

Auf dem Stabenberg steht eine gedrungene Aussichtswarte, die auch Stabenbergturm oder Stabenbergwarte[7] genannt wird und als Kulturdenkmal[8] geschützt ist. Sie ist das erste Bauwerk, das vom Pfälzerwald-Verein errichtet wurde. Die Planung begann 1902; die Pläne stammten von Otto Volker, der auch das Vereinsabzeichen des Pfälzerwald-Vereins entworfen hatte. Am 26. September 1904 wurde die Warte eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich auf 1725 Reichsmark.[9]

Den steinernen Unterbau der Warte, deren Grundfläche rund 3 x 3 m misst, schließt auf etwa 5 m Höhe eine Aussichtsplattform ab, deren Unterseite als Innenraumdecke dient. Ursprünglich stand darauf noch eine Art hölzerner Pavillon von gut 3 m Höhe, so dass die Warte von der Rheinebene aus sichtbar war. Doch schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der durch Verwitterung schadhaft gewordene Holzaufsatz entfernt und durch ein einfaches Eisengeländer ersetzt. Samt diesem beträgt die Gesamthöhe heute nur noch etwa 6 m. Somit fällt das Bauwerk wegen der umstehenden – allerdings nicht sehr dicht gewachsenen – kiefernartige Nadelbäume aus der Ferne nicht mehr auf. Auf den Bau aus Bossenquadern führt eine außen angebaute Steintreppe. Das Mauerwerk des Unterbaus umschließt einen kleinen Raum, der als Unterstand gedacht ist. Er ist über einige Treppenstufen und eine Türöffnung zugänglich.

Die Aussichtswarte bietet Aussicht in die Oberrheinische Tiefebene unter anderem mit den bergnahen Ortschaften Königsbach an der Weinstraße und Gimmeldingen und dem jenseits der Ebene gelegenen Odenwald sowie auf Teile der Haardt.

Verkehr und Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestlich vorbei am Stabenberg führt von Wachenheim im Nordosten vorbei am Kurpfalzpark nach Lindenberg im Südwesten die Kreisstraße 16. Von dieser Straße zweigt am Südostrand des Kurpfalzparks die K 13 ab, die südwestlich vorbei am Berg nach Gimmeldingen verläuft. Von dieser Straße wiederum zweigt die K 21 ab, die südöstlich des Berges und in dieser Richtung vorbei an Königsbach an der Weinstraße zur Landesstraße 516 führt. Letztere verläuft östlich vom Berg in der Oberrheinischen Tiefebene durch Deidesheim und Forst an der Weinstraße nach Wachenheim. Somit kann der Berg umfahren werden. Sein Gipfel ist verkehrstechnisch nicht erschlossen und nur auf markierten Wanderwegen (Wegzeichen: Roter Punkt) erreichbar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stabenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c LANIS: Stabenberg auf topographischer Karte vom Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 16. Mai 2017.
  2. Wanderportal Pfalz: Rundwanderung 60. Abgerufen am 8. Juni 2011.
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Bundesanstalt für Landeskunde: Geographische Landesaufnahme. Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten, Blatt 160: Landau i. d. Pfalz (Adalbert Pemöller, 1969; 47 S.).
  5. Helmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz − Benennung und räumliche Abgrenzung. In : Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Heft 2, Trier 1989, S. 327–359.
  6. Wanderportal Pfalz: Turm 16. Abgerufen am 8. Juni 2011.
  7. Stabenbergturm auf Wandern in der Pfalz
  8. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße. Abgerufen am 8. Juni 2011 (PDF; 1,4 MB).
  9. Pfälzerwald-Verein: Infotafel bei der Aussichtswarte.