Landkreis Hirschberg im Riesengebirge

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Karte des Landkreises Hirschberg (1932–1945)
Riesengebirge mit der Schneekoppe und der Stadt Hirschberg nördlich davon auf einer Landkarte um ca. 1900

Der Landkreis Hirschberg i. Rsgb. war ein preußischer Landkreis in Schlesien, der von 1816 bis 1945 bestand. Sein polnischer Nachfolger ist der Powiat Jeleniogórski.

Der Landkreis Hirschberg i. Rsgb. umfasste am 1. Januar 1945 die drei Städte

und 53 weitere Gemeinden sowie einen Gutsbezirk (Forsten).

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress trat mit der Neugliederung der Regierungsbezirke zum 1. Mai 1816 der Kreis Hirschberg in der Provinz Schlesien vom Regierungsbezirk Liegnitz zum neuen Regierungsbezirk Reichenbach. Das Landratsamt war in Hirschberg.

Mit dem 24. Januar 1818 wurde aus Teilen des bisherigen Kreises Hirschberg der neue Kreis Hirschberg gebildet, während aus dem Rest der neue Kreis Landkreis Schönau entstand.

Nach Auflösung des Regierungsbezirks Reichenbach wurde der Kreis Hirschberg am 1. Mai 1820 dem Regierungsbezirk Liegnitz zugeteilt.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 8. November 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus den Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz wurde die neue Provinz Niederschlesien gebildet. Zum 1. April 1922 wurde aus der bisher kreisangehörigen Stadtgemeinde Hirschberg der Stadtkreis Hirschberg gebildet. Damit erhielt der bisherige Kreis Hirschberg die Bezeichnung Landkreis. Am 1. Januar 1924 wurde der Gutsbezirks Hartau aus dem Landkreis Hirschberg in den Stadtkreis Hirschberg eingegliedert. Am 9. Juli 1927 erhielt der Landkreis Hirschberg, der bisher auch den Zusatz i. Schles. trug, die neue Bezeichnung Hirschberg im Riesengebirge. Es setzte sich bald die amtliche Schreibweise Hirschberg i. Rsgb. durch. Am 17. Oktober 1928 wurde der Gutsbezirk Schwarzbach aus dem Landkreis Hirschberg i. Rsgb. in den Stadtkreis Hirschberg eingegliedert. Zum 30. September 1929 fand im Landkreis Hirschberg i. Rsgb. entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Zum 1. Oktober 1932 fand eine erhebliche Veränderung und Vergrößerung des Kreisgebietes statt:

  • Eingliederung der Stadtgemeinde Kupferberg (kleinste Stadt Preußens im Riesengebirge) und der Landgemeinden Boberstein, Dreschburg, Eichberg, Jannowitz, Kammerswaldau, Maiwaldau, Nieder Berbisdorf, Ober Berbisdorf, Rohrlach, Schildau, Seiffersdorf, Waltersdorf aus dem Kreis Schönau in den Landkreis Hirschberg i. Rsgb.,
  • Eingliederung der Landgemeinden Röhrsdorf (Riesengebirge) und Rothenzechau aus dem Landkreis Hirschberg i. Rsgb. in den Landkreis Landeshut i. Schles.

Am 1. April 1938 wurden die preußischen Provinzen Niederschlesien und Oberschlesien zur neuen Provinz Schlesien zusammengeschlossen. Zum 18. Januar 1941 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus den bisherigen Regierungsbezirken Breslau und Liegnitz wurde die neue Provinz Niederschlesien gebildet.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Kreisgebiet von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. Im Kreisgebiet begann daraufhin der Zuzug polnischer Zivilisten, die zum Teil aus den an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen. In der Folgezeit wurde die deutsche Bevölkerung größtenteils aus dem Kreisgebiet vertrieben.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1818–1832: Karl von Vogten und Westerbach
1832–1845: Gustav von Matuschka
1845–1849: Graf zu Stolberg-Wernigerode
1849–0000: Hugo von Grävenitz
1867–1870: Hans von Kanitz (1841–1913) (kommissarisch)
1870–1874: N.N.
1874–1894: Heinrich IX. Reuß zu Köstritz j. L. (1827–1898)
1894–1902: Maximilian von Küster
1902–1913: August von Pückler
1913–1926: Hermann von Bitter
1926–1933: Kurt Schmeißer
1933–1937: Friedrich von Alten
1937–1939: Fritz Schmige (1880–1974)
1939–1941: Arthur Joachim
1941–1942: Walter Bitter
1942–1945: Georg von Schellwitz (1897–1974)
1945–0000: Georg Geist[1] (1895–1974) (kommissarisch)[2]

Kommunalverfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Hirschberg gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Bad Warmbrunn (Riesengebirge), Kupferberg (Riesengebirge) und Schmiedeberg i. Rsgb. führten jetzt die Bezeichnung Stadt.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Hirschberg im Riesengebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitte Mai-Dezember 1945
  2. Kreisarchiv Esslingen N 12 Bü. 3