Studio Braun

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Studio Braun als Fraktus live im Beatpol in Dresden (2013)

Studio Braun ist ein Ende der 1990er Jahre gegründetes Trio aus Hamburg, das für seine Telefonstreiche bekannt ist. Es besteht aus Heinz Strunk (bürgerlich Mathias Halfpape), Rocko Schamoni (Tobias Albrecht) und Jacques Palminger (Heiner Ebber). Seit 2007 tritt das Trio als Band Fraktus auf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studio Braun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruppe geht auf eine Idee eines Managers des Plattenlabels Mercury Records zurück. Es sollte eine deutsche Version des amerikanischen Telefonscherz-Duos The Jerky Boys entstehen.[1] Als ihr Vorbild nennen die drei Mitglieder den Graphiker und Satiriker Heino Jaeger. Der erste Name der Gruppe lautete Studio Bach.[2] Die erste Studio-Braun-CD Gespräche erschien 1998, zunächst noch mit Matthias Strzoda. Auf mehreren CDs veröffentlichten sie Telefonstreiche, Musik („depressiver Sprechgesang“) und Texte. Die Namen der Angerufenen sind häufig unkenntlich gemacht. Die Telefonstreiche sind häufig nachträglich geschnitten. Das Stück Stuhlverhalten (2002) bezieht sich auf ein 1989 im Satiremagazin Titanic veröffentlichtes Bild des Malers Michael Sowa namens Toscana-Therapie.[3]

Studio Braun absolvierten mehrere Tourneen mit Live-Programm. 2007 veröffentlichen sie die DVD 20.000 Jahre Studio Braun. Ein Jubiläum feiert Geburtstag. 2010 wurde im Hamburger Deutschen Schauspielhaus ein von Studio Braun produziertes Stück mit dem Titel Rust – Ein deutscher Messias über Mathias Rust uraufgeführt.

Fraktus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 2000er Jahren entwickelten Studio Braun die fiktive Technogruppe Fraktus. 2006 veröffentlichte Schamoni unter dem Namen Fraktus die Single Affe sucht Liebe, 2007 trat das Trio unter dem Namen Fraktus auf dem Melt-Festival auf. 2008 trat Fraktus in der Folge „Tod eines Roadies“ in der Eifelkrimi-Serie Mord mit Aussicht auf. Am 8. November 2012 erschien die Mockumentary Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte über die fiktive Electropop-Band Fraktus, die darin als Pioniere des deutschen Techno dargestellt wird.

In Folge 38 der ARD-Krimiserie Mord mit Aussicht steht die Band im Mittelpunkt, denn Fraktus-Roadie Gonzo wird ermordet.[4][5] Das Drehbuch schrieben Fraktus-Regisseur Jessen, der in der Folge auch Regie führt, sowie Benjamin Hessler. In Folge 53 der Computerspiele-Sendung Reload vom 2. Dezember 2014 haben Fraktus ebenso einen Gastauftritt.[6] In dieser tritt Torsten Bage als Produzent und Mastermind des Nachfolgers des fiktiven Computerspiele-Klassikers Smirkeys Dopehouse auf. In der Sendung des Neo Magazin Royale vom 10. Dezember 2015 warb Jan Böhmermann für das neueste Album von Fraktus Welcome to the internet. Die Gruppe trat zum Ende der Sendung als musikalischer Gast auf.

Eine unter dem Titel Fraktus Against America[7] geplante Serie, die im Sender Sky ausgestrahlt werden sollte, wurde laut Strunk nach der Produktion eines Piloten bisher nicht realisiert.[8]

Pseudonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Strunk: Jürgen Dose, Jürgen Gabler, Strunker, Heinzer, Bernd Schwanenmeister, Bernd Würmer, Frau Marmelbeene, Frau Hotz, Eckhardt Gundel
  • Rocko Schamoni: Bims Brohm, Bernd Peterchen, Bernd Pöhler, Mike Strecker, Malte Börenboim oder Birrenboim, Harry Töppel, Georgie Snyder, Samuel Lightwood, 14 Euro
  • Jacques Palminger: Hans Fuchs, Kloben Sund, Kurt Sartorius, Ferdi Binger, Claudius Cornelius, Mertahens, Silvio Strecker, Sebastian Salzgeber, Bernie Thiel, Bernd Wand, Adelheid Strelicks, Benedetto Nietnagel

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studio Braun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gespräche (1998)
  • Gespräche 2 (2000)
  • Jeans Gags (2000)
  • 1:1:0 am Millerntor – FC St. Pauli – TSC Studio Braun (2001)
  • Fear of a Gag Planet (2002)
  • Ein Kessel Braunes (2004)
  • Bierchen (7″-Single, 2005)
  • Die andere Realität (7″-Single, 2005)
  • Braunes Gold (2012)

Fraktus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Studio Braun präsentiert: Fraktus – Millennium Edition (Album, 2012, Staatsakt)
  • Welcome to the Internet (2015)
  • Optische Täuschung (Fraktus II) (2016)

Buch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Warum hast du deinen Glauben verloren? – Heinz Strunk im Hotel Matze. Abgerufen am 3. Juni 2021 (englisch).
  2. Humorkritik (7) | August 2000 | TITANIC – Das endgültige Satiremagazin. Abgerufen am 7. Juni 2021.
  3. TITANIC Heft September 1989 (Papier). Abgerufen am 15. Juni 2021.
  4. 6,40 Mio. sehen Fraktus bei “Mord mit Aussicht”, ZDF punktet mit “Aldi-Story”, Meedia, 10. Dezember 2014.
  5. Gastauftritt in Krimi-Serie Fraktus in Mordfall verwickelt (Memento vom 8. Januar 2015 im Internet Archive), Puls, 9. Dezember 2014.
  6. "Reload, Folge 53" einsplus, 2. Dezember 2014.
  7. 11 September 2018 21:19 Uhr: Heinz Strunk schreibt keine Freakshows. 11. September 2018, abgerufen am 21. März 2022.
  8. Warum sich Heinz Strunk früher nicht auf den Kiez traute. In: MOPO. 16. Juli 2021, abgerufen am 21. März 2022 (deutsch).