Tötungsanstalt Hadamar

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Mahnmal auf dem Friedhof der Gedenkstätte (2008)

In der Tötungsanstalt Hadamar im mittelhessischen Hadamar wurden zwischen Januar 1941 und März 1945, im Rahmen der sogenannten Aktion T4, etwa 14.500 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in einer Gaskammer, durch tödliche Injektionen und Medikationen sowie durch vorsätzliches Verhungernlassen ermordet. Die Anstalt war im heutigen Altbau des vitos Hadamar (Psychiatrische Klinik) auf dem Mönchberg untergebracht. An die Verbrechen erinnert heute die Gedenkstätte Mönchberg.

Die Tötungsanstalt Hadamar[Bearbeiten]

Garage der grauen Busse, mit denen Menschen in die Tötungsanstalt gebracht wurden. Heute Teil der Gedenkstätte.
Innenansicht der Busgarage.

In einem Flügel des Hauptgebäudes der Landesheilanstalt Hadamar war 1940 die sechste NS-Tötungsanstalt des Deutschen Reichs für das nationalsozialistische Euthanasie-Programm (im Nachkriegssprachgebrauch Aktion T4) eingerichtet worden, nachdem im November die Provinz Hessen-Nassau die Leitung der Anstalt an die für die Aktion T4 zuständigen Berliner Behörden abgab. Die Landesheilanstalt Hadamar war die letzte der sechs späteren Tötungsanstalten, die von den jeweiligen Gebietskörperschaften in die Hoheit des Reichs übergingen. Hierzu war ein Teil der Anstalt vom Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau an die Gemeinnützige Stiftung für Anstaltspflege, einer Tarnorganisation der mit der Durchführung des Krankenmordes beauftragten Kanzlei des Führers, verpachtet worden.

1940 traf ein Abgesandter der Berliner Reichskanzlei mit Decknamen Hase erste Vorbereitungen zum Umbau der Anstalt. Neben der Einrichtung von Büro-, Schlaf- und Gesellschaftsräumen für das neue Personal wurden die Gaskammer und das angeschlossene Krematorium gebaut. Die Umbauarbeiten der Kellerräumlichkeiten wurden von Fritz Schwerwing, einem Schwager des Landesrat Fritz Bernotat, und anderen Installateuren ausgeführt, die bevorzugt nicht aus der Region kamen. Kurz vor Weihnachten erreichte dann das extra für das Euthanasie-Programm ausgewählte Personal, bestehend aus Ärzten, Schwestern und Pflegern, sowie drei Omnibusse der Gekrat die Landesheilanstalt Hadamar. Das bisherige Personal wurde zum Stillschweigen über die künftigen Vorgänge verpflichtet.

Herkunft der Opfer[Bearbeiten]

Die Herkunft der Opfer war durch das vorgegebene Einzugsgebiet der seit 1907 bestehenden Landesheil- und Pflegeanstalt Hadamar bestimmt. In Hadamar wurden ab 1941 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen aus Heilanstalten der preußischen Provinzen Hessen-Nassau, Westfalen, Hannover und der Rheinprovinz sowie der Länder Hessen, Baden und Württemberg ermordet.

Die Zwischenanstalten[Bearbeiten]

Hadamar waren neun sogenannte Zwischenanstalten zugeordnet, in die die zu ermordenden Menschen aus den einzelnen Heilanstalten ohne vorherige Information der Angehörigen in Sammeltransporten verlegt wurden. Von dort wurden sie je nach vorhandener Kapazität in Hadamar abgerufen und zur gezielten Ermordung abtransportiert.

  1. Landes-Heilanstalt Herborn (Dillkreis, Hessen-Nassau)
  2. Landes-Heilanstalt Weilmünster (Oberlahnkreis, Hessen-Nassau)
  3. Landes-Heil- und Pflegeanstalt Eichberg/Eltville am Rhein (Rheingaukreis, Hessen-Nassau)
  4. Privat-Heilerziehungsanstalt Kalmenhof/Idstein (Untertaunuskreis, Hessen-Nassau)
  5. Heilerziehungs- und Pflegeanstalt Scheuern/Nassau (Unterlahnkreis, Hessen-Nassau)
  6. PHP Galkhausen (Rhein-Wupper-Kreis, Rheinprovinz)
  7. PHP Andernach (Landkreis Mayen, Rheinprovinz)
  8. PLK Wiesloch (Landkreis Heidelberg, Baden)
  9. Heilanstalt Weinsberg (Landkreis Heilbronn, Württemberg)

In den Zwischenanstalten wurden Menschen nach Abschluss der ersten Phase der Aktion T4 in eigener Verantwortung der Anstaltsärzte dezentralisiert ermordet.

Zahl der Opfer 1941[Bearbeiten]

Die Gaskammer in Hadamar
In diesem Gebäude befanden sich Gaskammer und Krematorium

Nach einer erhalten gebliebenen internen T4-Statistik wurden in der Tötungsanstalt Hadamar in nur acht Monaten zwischen dem 13. Januar 1941 und dem 1. September 1941 insgesamt 10.072 Menschen[1] durch das Gas Kohlenmonoxid ermordet, in der Sprache ihrer Mörder: desinfiziert. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen wurde im Sommer 1941 die Verbrennung des 10.000sten Patienten gefeiert, bei der sämtliche Angestellte eine Flasche Bier erhielten. Gemäß aktualisierter Opferliste der Gedenkstätte Hadamar (Stand 2010) betrug die Opferzahl 10.122.[2] Die Menschen wurden in einem als Duschraum getarnten Kellerraum ermordet und ihre Leichen im angrenzenden Krematorium verbrannt. Die Rauchwolken des Krematoriums und der Geruch nach verbrannten Leichen führten zusammen mit Berichten des Personals der Anstalt dazu, dass die Einwohner von Hadamar und Umgebung die systematischen Ermordungen zumindest vermuten konnten. Das Sonderstandesamt Hadamar-Mönchberg versandte an Angehörige Sterbeurkunden mit unzutreffenden Todesursachen.

Die Opferzahl von mehr als 10.000 Menschen umfasst lediglich die erste Phase der Aktion T4 in Hadamar. Diese wurde auf Anordnung Adolf Hitlers mit dem Datum 24. August 1941 abgeschlossen. Dazu hatte der Protest der katholischen Kirche beigetragen. Auch der Limburger Bischof Antonius Hilfrich, in dessen Diözese Hadamar lag, hatte einen Protestbrief an das Reichsjustizministerium geschickt.

Am Ende dieser ersten Phase der sogenannten Erwachsenen-Euthanasie waren über 70.000 Kranke durch Gas getötet worden. Der Reichsbeauftragte für die Heil- und Pflegeanstalten, Herbert Linden, konnte daher feststellen, dass der Krankenbestand seit 1939 um 25 % abgenommen habe. Seine Zielvorgabe war jedoch, weitere 60 % der Klinikbetten in den Psychiatrien für eine Verwendung durch Bombenkriegsopfer und verwundete Soldaten freizumachen. Dies war Aufgabe der zweiten Phase des Euthanasie-Programms, die unter der Bezeichnung 'wilde', 'dezentrale', 'Medikamenten-Euthanasie' oder Aktion Brandt bekannt wurde. Im Gegensatz zum bisherigen Vorgehen wurde nicht mehr in wenigen zentralen Anstalten durch Gas getötet, sondern in zahlreichen Anstalten im ganzen Reich durch gezielte Mangelernährung bis zum Hungertod und durch Überdosen von Medikamenten wie Luminal, Veronal bzw. Injektionen von Morphin-Skopolamin oder einfach Luft.

Zeitraum von 1942 bis 1945[Bearbeiten]

In der Zentraldienststelle T4 war bis zum Sommer 1942 noch nicht bekannt, ob die Gasmorde nach dem Stopp wieder aufgenommen werden würden. Bis endgültige Klarheit darüber bestand, wurden die NS-Tötungsanstalten weiter in Bereitschaft gehalten. Das Pflegepersonal wurde teils an Heil- und Pflegeanstalten abgeordnet oder für den sogenannten Osteinsatz verwendet.

Im Sommer 1942 war in Berlin die Entscheidung gefallen, dass die Gasmordaktion nicht mehr fortgeführt und die Vergasungsanstalten aufgelöst werden. In Hadamar wurden daher die entsprechenden Anlagen entfernt, benutzte Gebäudeteile wieder in den Ursprungszustand versetzt und die Räumlichkeiten für ihre vormalige Nutzung hergerichtet. Die Arbeiten in Hadamar waren bis Ende Juli beendet, sodass die Anstalt am 31. Juli 1942 in die Trägerschaft des Bezirksverbandes Nassau in Wiesbaden zurückgegeben werden konnte, der ab dem 1. August 1942 die Landesheilanstalt wieder komplett betrieb.

Wahlmann mit Hilfspfleger Karl Willig (rechts) nach ihrer Festnahme im April 1945.
Vernehmung der Oberschwester Irmgard Huber, Hadamar Mai 1945.

Auf Geheiß von Landesrat Fritz Bernotat übernahm Oberarzt Adolf Wahlmann die ärztliche Leitung und Landessekretär Alfons Klein die Verwaltungsgeschäfte, wobei Klein, der im Gegensatz zu Wahlmann als „parteipolitisch zuverlässig“ galt, selbst eine ärztliche Leitungsbefugnis von Bernotat erhielt und ausübte.[3] Unter der Verantwortung dieser beiden Männer wurden ab August 1942 die Morde an behinderten und psychisch kranken Menschen fortgesetzt, jetzt jedoch nicht mehr in einer Gaskammer, sondern durch von Ärzten und Pflegern verabreichte Injektionen, überdosierte Medikamente sowie durch planmäßiges und vorsätzliches Verhungernlassen. Im Gegensatz zur ersten Phase waren nicht nur Ärzte die todgebenden Täter, sondern ebenso Krankenschwestern und Pfleger.

Der Kreis der zu ermordenden Menschen wurde in dieser zweiten Phase der Tötungsanstalt Hadamar noch zweimal erweitert. Im April 1943 wurde dort auf Anweisung des Reichsministeriums des Innern ein vorgebliches „Erziehungsheim für minderjährige jüdische Mischlingskinder“ (Kinder mit einem jüdischen Elternteil) aus staatlichen Fürsorgeeinrichtungen des Reichs eingerichtet. An sich waren diese Kinder auf Grund der Nürnberger Gesetze als so genannte Halbjuden vor Deportation und Ermordung geschützt. Nun wurden sie in die allgemeine Vernichtung mit einbezogen: 39 jüdische Mischlinge wurden nach Hadamar eingewiesen. 34 Kinder wurden durch Giftinjektionen ermordet, fünf Kinder wurden auf energischen, auch juristischen Druck ihrer Angehörigen hin wieder aus der Anstalt entlassen.

Ab Ende Juli 1944 wurden angeblich unheilbar an Tuberkulose erkrankte Ostarbeiter durch Giftinjektionen ermordet. Es handelte sich um 274 Männer, 173 Frauen und 21 Kinder im Alter von unter 15 Jahren, insgesamt um 468 Menschen. 375 waren Sowjetbürger und 63 Polen.

Zwischen dem 13. August 1942 und dem 24. März 1945 wurden 4.817 Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung nach Hadamar transportiert, die meisten davon durch die Gekrat, die Transportorganisation der T4. 4.422 von ihnen starben in diesem Zeitraum, der überwiegende Teil keines natürlichen Todes.

Erst die Besetzung Hadamars durch US-Truppen am 26. März 1945 beendete die bis zum Kriegsende anhaltende systematische Ermordung von Menschen. Die Gesamtzahl der Opfer in der Tötungsanstalt Hadamar beläuft sich auf mindestens 14.494 Menschen.

Tötungsärzte[Bearbeiten]

Das Ermächtigungsschreiben Hitlers vom 1. September 1939

Die T4-Organisatoren Viktor Brack und Karl Brandt ordneten an, dass die Tötung der Kranken ausschließlich durch das ärztliche Personal erfolgen durfte, da sich das Ermächtigungsschreiben Hitlers vom 1. September 1939 nur auf Ärzte bezog. Die Bedienung des Gashahns war somit Aufgabe der Vergasungsärzte in den Tötungsanstalten. Allerdings kam es im Laufe der Aktion auch vor, dass bei Abwesenheit der Ärzte oder aus sonstigen Gründen der Gashahn auch vom nichtärztlichen Personal bedient wurde. Alle Ärzte traten im Schriftverkehr nach außen nicht mit ihrem richtigen Namen auf, sondern verwendeten Tarnnamen. In Hadamar waren als Tötungsärzte tätig:

Bekannte Todesopfer[Bearbeiten]

Aufarbeitung der Vergangenheit[Bearbeiten]

Die Erinnerung an den systematischen Krankenmord auf dem Hadamarer Mönchberg begann im Jahr 1953[5] durch die Installation eines Gedenkreliefs im Eingangsbereich der ehemaligen Tötungsanstalt. In den 1960er Jahren wurde die Thematik u. a. im Spiegel[6] aufgegriffen, jedoch nicht systematisch erforscht. Der Frankfurter Wissenschaftler Ernst Klee recherchierte und publizierte umfänglich zu den Morden auf dem Mönchberg in Hadamar. Der Rechtsnachfolger der für die Morde verantwortlichen Institution, der Landeswohlfahrtsverband Hessen, zeigte wenig Interesse an einer kritischen Befassung mit den Verbrechen. Im Jahr 1985 publizierten der Sozialarbeiter Gerhard Kneuker und der ärztliche Direktor Wulf Steglich einen nicht-wissenschaftlichen Erfahrungsbericht. Das Buch basiert zum Teil auf Forschungen im Hessischen Hauptstaatsarchiv, insbesondere den Akten zum Hadamar-Prozess der Jahre 1946/1947, sowie auf eigenen Gesprächen mit Zeitzeugen.

Zu Beginn der 1980er Jahre gründete sich eine aus 18 Studierenden und zwei Professoren zusammengesetzte Arbeitsgruppe an der Fachhochschule Frankfurt am Main [7] deren definiertes Ziel die gründliche Erforschung des Krankenmordes auf dem Mönchberg war. Unter dem Arbeitstitel „Psychiatrie im Faschismus: Die Anstalt Hadamar 1933–1945“ begannen die Forscher, die im Hessischen Hauptstaatsarchiv vorhandenen Akten zum Hadamar-Prozess auszuwerten sowie die bisher unbearbeiteten Akten im Keller der ehemaligen Tötungsanstalt zu sichten und systematisch zu bearbeiten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die rund 5000 im Keller der ehemaligen Mordanstalt gelagerten Patientenakten nicht beachtet oder archiviert worden. Vielmehr lagen sie „verstaubt und durchfeuchtet ... archivarisch völlig unversorgt“[8] in einem nicht abgeschlossenen Kellerraum. Die sich über drei Jahre erstreckende Forschungsarbeit wurde durch den Landeswohlfahrtsverband nicht unterstützt, sondern behindert. Dies formulierte die von der Hessischen Landesregierung unterstützte Forschergruppe nach Abschluss der Arbeit in aller Deutlichkeit in ihrem Vorwort zu einer Publikation.

Die „Behinderungsstrategien ... waren wesentlich bestimmt durch das Motiv, den in den Archiven lagernden politischen Zündstoff so weit wie möglich zu entschärfen.“ [9] Trotz der institutionell-politischen Widerstände entstand die erste grundlegende Untersuchung zur Rolle der Anstalt Hadamar, weil das Projekt durch die Hessische Landesregierung und den Minister für Soziales, Armin Clauss unterstützt wurde. Bis in die Gegenwart wird die so entstandene wissenschaftliche Studie von Roer/Henkel nicht in den Literaturhinweisen der Gedenkstätte Hadamar auf den Seiten des LWV aufgeführt. Dies, obwohl die erste Ausstellung in den Kellerräumen der Mordanstalt auf dieser Studie basierte und somit der Grundstein für die Einrichtung der Gedenkstätte Hadamar gelegt war. Erst im Jahr 2002 erfolgte, diesmal allerdings unter der Federführung des Landeswohlfahrtsverband Hessen eine grundlegende Erforschung der Rolle des Bezirksverbands im Rahmen der Aktion T4 und der sich anschließenden 2. Phase des Krankenmordes. [10] Nachdem die vormals im Berlin Document Center gelagerten Akten zur Aktion T4, also der 1. Mordphase im Bundesarchiv Berlin seit Mitte der 1990er Jahre allgemein zugänglich sind, ist die systematische Aufarbeitung, auch und gerade von Opferbiografien Gegenstand zahlreicher Studien.

Gedenkstätte Hadamar[Bearbeiten]

Außenansicht des heutigen Hauptgebäudes

1953 wurde in der Eingangshalle des Psychiatrischen Krankenhauses Hadamar ein Wandrelief angebracht. 1964 wurde der Friedhof, auf dem die Toten der Jahre 1942 bis 1945 liegen, umgestaltet und durch den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Pfarrer Martin Niemöller, der Öffentlichkeit übergeben. Ein Mahnmal und symbolische Grabsteine erinnern an die Opfer.

1983 erarbeiteten Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Frankfurt eine erste Ausstellung zu den Krankenmorden, die in den Kellerräumen der einstigen Tötungsanstalt gezeigt wurde. Diese ehrenamtliche Initiative gilt als Gründungsimpuls für die Gedenkstätte Hadamar, die bis in die Gegenwart in der offiziellen Geschichtsschreibung des Landeswohlfahrtsverband Hessen nur zögerlich anerkannt wird. 1991 wurde der Öffentlichkeit durch den Landeswohlfahrtsverband Hessen eine neu konzipierte Dauerausstellung präsentiert, die seitdem nicht mehr im Keller, sondern im Erdgeschoss des Gebäudes untergebracht ist. Betrieb und Pflege der Gedenkstätte liegen beim Landeswohlfahrtsverband.

Seit 2006 steht eine digitale Opferdatenbank zur Verfügung, die in ihrer Vollständigkeit einmalig für die sechs Tötungsanstalten ist. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, Angehörige bei der Aufdeckung der verschleierten Todesumstände zu unterstützen. Sie leistet so einen wichtigen Beitrag zum Gedenken.

Die Gedenkstätte umfasst neben der Ausstellung ein Archiv, eine Bibliothek und Seminarräume. Ein Förderverein unterstützt die Arbeit der Gedenkstätte. Rund 15.000 Menschen besuchen pro Jahr die Gedenkstätte, die meisten von ihnen im Rahmen einer etwa dreistündigen Führung. Zusätzlich zum Denkmalschutz hat die Gedenkstätte den Schutzstatus für den Kriegsfall nach der Haager Konvention erhalten.

2007 erhielt die Gedenkstätte Hadamar den Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung für Wir entdecken unsere Geschichte. Menschen mit Lernschwierigkeiten arbeiten zum Thema NS- ‚Euthanasie’-Verbrechen in der Gedenkstätte Hadamar.[11][12]

Neuer Leiter seit April 2014 ist Historiker Jan Erik Schulte. [13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dorothee Roer, Dieter Henkel (Hrsg.): Psychiatrie im Faschismus. Die Anstalt Hadamar 1933-1945 Psychiatrie Verlag, Bonn 1983, ISBN 3-88414-079-5.
  • Wulf Steglich, Gerhard Kneuker (Hrsg.): Begegnung mit der Euthanasie in Hadamar, Psychiatrie-Verlag 1985, ISBN 978-3-88414-068-0 / Neuauflage Heimdall Verlag 2013, ISBN 978-3-939935-77-3
  • Gerhard Baader, Johannes Cramer, Bettina Winter: „Verlegt nach Hadamar“. Die Geschichte einer NS-„Euthanasie“-Anstalt. Begleitband zu einer Ausstellung des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen; Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, Kataloge Band 2; Landeswohlfahrtsverband Hessen, Kassel 1991, ISBN 3-89203-011-1.
  • Peter Chroust u.a. (Hrsg.): „Soll nach Hadamar überführt werden“. Den Opfern der Euthanasiemorde 1933 bis 1945 (Ausstellungskatalog), Mabuse, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-925499-39-3.
  • Uta George, Stefan Göthling (Hrsg.): Was geschah in Hadamar in der Nazizeit? Ein Katalog in leichter Sprache, Ausstellungskatalog der Gedenkstätte Hadamar 2005. (= Geschichte verstehen, Band 1)
  • Uta George: Hadamar. Heilstätte - Tötungsanstalt - Therapiezentrum, Marburg 2006, ISBN 978-3-89445-378-7. (Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen: Quellen und Studien, 12)
  • Uta George: Kollektive Erinnerung bei Menschen mit geistiger Behinderung. Das kulturelle Gedächtnis des nationalsozialistischen Behinderten- und Krankenmordes in Hadamar. Eine erinnerungssoziologische Studie. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2008. ISBN 978-3-7815-1649-6, (Zugleich Dissertation an der Universität Gießen 2007).
  • Birthe Klementowski: Stille/Silence. Euthanasie in Hadamar 1941-1945. Berlin 2010, ISBN 978-3-86505-195-0.
  • Peter Sander: Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus, Psychosozial-Verlag, Gießen 2003, ISBN 978-3-89806-320-3 (= Historische Schriftenreihe des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen: Hochschulschriften, 2)

Film[Bearbeiten]

  • Thomas Koerner: „War der Hitler ein Drecksack“ – Ein Besuch der Gedenkstätte Hadamar. Deutschland, 2007; 30 Min.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ernst Klee (Hrsg.): Dokumente zur „Euthanasie“. Fischer, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3596243270.
  2. Tötungsanstalt Hadamar auf der Website der Gedenkstätte Hadamar, abgerufen am 26. März 2015
  3. Gerhard Kneuker, Wulf Steglich: 19. September 1983: Dr. Adolf Wahlmann in Begegnungen mit der Euthanasie in Hadamar, S. 33–41
  4. FAZ.net 29. Juli 2015 / Uwe Ebbinghaus: Wenn Du nicht brav bist, kommst Du nach Hadamar
  5. Gedenkrede von Herrn Landesrat Dr. Friedrich Stöffler anlässlich der Enthüllung eines Gedächtnismals für die Opfer der „Euthanasie“ in der Landesheilanstalt Hadamar am 13. März 1953.
  6. Die Kreuzelschreiber (Der Spiegel Nr. 19/1961 S. 35 ff.)
  7. Dorothee Roer, Dieter Henkel (Hrsg.): Psychiatrie im Faschismus. Die Anstalt Hadamar 1933–1945, Psychiatrie-Verlag, Bonn 1986, ISBN 3-88414-079-5.
  8. Dorothee Roer, Dieter Henkel (Hrsg.): Psychiatrie im Faschismus. Die Anstalt Hadamar 1933–1945, Psychiatrie-Verlag, Bonn 1986, ISBN 3-88414-079-5, S. 7.
  9. Dorothee Roer, Dieter Henkel (Hrsg.): Psychiatrie im Faschismus. Die Anstalt Hadamar 1933–1945, Psychiatrie-Verlag, Bonn 1986, ISBN 3-88414-079-5, S. 9.
  10. Sandner, Peter. Verwaltung des Krankenmordes (2003)
  11. Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2007 Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, Collegium Leoninum (Bonn), 30. November 2007
  12. Das Institut » Preis für Innovation » Innovationspreis 2007
  13. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Website der Gedenkstätte, abgerufen am 28. August 2014

50.4508333333338.0417777777778Koordinaten: 50° 27′ 3″ N, 8° 2′ 30,4″ O