Thierstein (Fichtelgebirge)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Thierstein
Thierstein (Fichtelgebirge)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Thierstein hervorgehoben
50.10666666666712.1025600Koordinaten: 50° 6′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Verwaltungs­gemeinschaft: Thiersheim
Höhe: 600 m ü. NHN
Fläche: 12,93 km²
Einwohner: 1161 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95199
Vorwahl: 09235
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 159
Marktgliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
95199 Thierstein
Webpräsenz: www.thierstein.de
Bürgermeister: Thomas Schoberth (FWG)
Lage des Marktes Thierstein im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-Süd Meierhöfer Seite Weißenstadter Forst-Süd Weißenstadter Forst-Nord Tröstauer Forst-West Tröstauer Forst-Ost Selb Neubauer Forst-Süd Kaiserhammer Forst-Ost Vordorfer Forst Selb Selb Hohenberg an der Eger Hohenberg an der Eger Marktleuthen Thierstein (Fichtelgebirge) Selb Selb Wunsiedel Weißenstadt Tröstau Thiersheim Schönwald (Bayern) Schirnding Röslau Marktredwitz Kirchenlamitz Hohenberg an der Eger Höchstädt im Fichtelgebirge Arzberg (Oberfranken) Bad Alexandersbad Nagel (Fichtelgebirge) Tschechien Landkreis Tirschenreuth Landkreis Bayreuth Landkreis Hof Kaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Thierstein – Blick von Norden (von der Autobahn A 93 aus)
Thierstein – Blick von Osten
Thierstein – Blick von Süden

Thierstein ist ein Markt im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Regierungsbezirk Oberfranken) und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Thiersheim. Der Ort liegt im Fichtelgebirge, nahe der Grenze zur Tschechischen Republik unmittelbar an der A 93 (Anschlussstelle 10, Höchstädt).

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Thierstein sind im Uhrzeigersinn im Norden beginnend: Selb, Hohenberg an der Eger, Thiersheim, Höchstädt i.Fichtelgebirge und Marktleuthen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Thierstein besteht aus insgesamt 15 Ortsteilen[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Thierstein ist erstmals am 20. März 1340 in einer von Albrecht der Nothaft von Tirstein ausgestellten Urkunde im Kreisarchiv Eger (Cheb) nachgewiesen. Drei Jahre später, am 16. Juli 1343, belehnte Kaiser Ludwig der Bayer Albrecht Nothaft mit der von diesem „auf des Reichß Perg und Poden“ errichteten Burg Thierstein. Am Ende des 14. Jahrhunderts verkaufte die Familie Notthafft die Herrschaft Thierstein, zu der auch die Märkte Thiersheim und Marktleuthen sowie eine Reihe von Dörfern in der Umgebung gehörten, an den Markgrafen Wilhelm I. von Meißen. Von dessen Erben gelangte die Burg mit ihrem Herrschaftsgebiet 1415 an die Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern. Diese besetzten die Burg mit Amtleuten, zu denen unter anderen Oswalt von Truhendingen gehörte. 1603 befahl Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg die Auflassung der Burg und den Bau eines neuen Amtshauses außerhalb des Ortes Thierstein. Die Burg wurde dem Verfall preisgegeben.

Der Markt Thierstein wurde als Burgsiedlung gegründet. Ähnlich wie in Hohenberg an der Eger, wo die markgräfliche Regierung noch 1499 durch die Gewährung von allerlei Freiheiten bestrebt war, „das daselbst vor dem Sloss mehr Mannschaft gemacht würde“, werden auch die Nothafft ihre Burgsiedlung mit allerlei Rechten und Freiheiten ausgestattet haben, um Handwerker und andere Siedlungswillige anzulocken. Dass die Nothafft durchaus in der Lage waren, Privilegien für die in ihrem Besitz befindlichen Orte zu erteilen, beweist eine Urkunde vom 10. Mai 1399, in der Markgraf Wilhelm I. von Meißen den Bürgern zu Thiersheim die Freiheiten, Rechte und Gewohnheiten bestätigte, die sie „vorher von dem Ehrbaren Peter Nothaft gehabt haben“.

Für das 15. Jahrhundert ist für Thierstein eine magistratische Verfassung mit eigenem Ratssiegel nachgewiesen. 1725 wurde der Ort durch ein im Pfarrhaus ausgebrochenes Feuer weitgehend eingeäschert; 1945 wurde er durch amerikanischen Artilleriebeschuss teilweise zerstört. Die weithin sichtbare Burgruine ist ein beliebtes touristisches Ziel; vom Bergfried genießt man eine herrliche Rundumsicht über den gesamten Innenraum des Fichtelgebirges bis in das Egerland hinein.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden die Gemeinde Birkenbühl sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Schwarzenhammer, die am 1. Juli 1953 ihren Namen erhielt (vorher Hebanz)[4], eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu der folgenden Sitzverteilung im Marktgemeinderat:

2002 2008
Freie Wählergemeinschaft/CSU 7 7
SPD 5 4
Alternative für Thierstein n.a. 1
Gesamt 12 12

Bei der Kommunalwahl 2014 traten die CSU und die Freie Wählergemeinschaft nicht mehr als gemeinsame Liste, sondern als separate Listen an. Zusätzlich traten die SPD und die Alternative für Thierstein mit eigenen Listen an. Die Wahl führte zu folgender Sitzverteilung im Marktgemeinderat:

2014
CSU 4
SPD 4
Freie Wähler 3
Alternative für Thierstein 1
Gesamt 12

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sechsämterland-Brunnen; im Hintergrund die Burgruine

Friedhof[Bearbeiten]

Auf dem Ortsfriedhof erinnert ein Sammelgrab mit Gedenkstein an 69 KZ-Opfer, die durch die NS-Gewaltherrschaft ihr Leben verloren und hier begraben wurden.[6] Die KZ-Häftlinge starben auf dem "Evakuierungsmarsch" vom KZ Buchenwald zum KZ Flossenbürg vor Erschöpfung oder sie wurden von SS-Wachmannschaften ermordet; ihre Namen sind unbekannt. Ihre Leichen wurden zunächst am Wegesrand oder in Wäldern verscharrt. Die Umbettung auf den Friedhof erfolgte im Juni 1945, im Juni 1946 fand in Thierstein eine Trauerfeier statt, das Mahnmal wurde im August 1948 eingeweiht.[7]

Der Burgstall Foerles-Neudürrlas ist ein Burgstall nahe Neudürrlas.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Thierstein (Fichtelgebirge)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111206/194552&attr=OBJ&val=1311
  3. Dr. Hans Vollet und Kathrin Heckel: Die Ruinenzeichnungen des Plassenburgkartographen Johann Christoph Stierlein. 1987.
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 598.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700.
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 195
  7. siehe Darstellung in Constanze Werner: KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern, Schnell und Steiner: Regensburg 2011, ISBN 978-3795424831, Seite 204-205; mit Karte und Foto des Denkmals.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thierstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien