Weißenstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weißenstadt
Weißenstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weißenstadt hervorgehoben
Koordinaten: 50° 6′ N, 11° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
Höhe: 630 m ü. NHN
Fläche: 42,23 km²
Einwohner: 3120 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95163
Vorwahl: 09253
Kfz-Kennzeichen: WUN, MAK, REH, SEL
Gemeindeschlüssel: 09 4 79 166
Stadtgliederung: 21 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 1
95163 Weißenstadt
Webpräsenz: www.weissenstadt.de
Bürgermeister: Frank Dreyer (SPD)
Lage der Stadt Weißenstadt im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
Martinlamitzer Forst-Süd Meierhöfer Seite Weißenstadter Forst-Süd Weißenstadter Forst-Nord Tröstauer Forst-West Tröstauer Forst-Ost Selb Neubauer Forst-Süd Kaiserhammer Forst-Ost Vordorfer Forst Selb Selb Hohenberg an der Eger Hohenberg an der Eger Marktleuthen Thierstein (Fichtelgebirge) Selb Selb Wunsiedel Weißenstadt Tröstau Thiersheim Schönwald (Bayern) Schirnding Röslau Marktredwitz Kirchenlamitz Hohenberg an der Eger Höchstädt im Fichtelgebirge Arzberg (Oberfranken) Bad Alexandersbad Nagel (Fichtelgebirge) Tschechien Landkreis Tirschenreuth Landkreis Bayreuth Landkreis Hof Kaiserhammer Forst-OstKarte
Über dieses Bild

Weißenstadt ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt eingebettet im Tal der Eger zwischen Waldstein, Rudolfstein und Höllpass auf der Hochebene des Fichtelgebirges.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Weißenstadt ist in 21 Stadtteile eingeteilt[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenstadt im September 2005

Der Ort erschien erstmals urkundlich 1299 als „Weißenkirchen“ (lat.: alba Ecclesia) und gehörte zum Herrschaftsbereich der nahegelegenen Burg Rudolfstein. Diese wurde erstmals 1317 erwähnt und befand sich damals im Besitz der Herren von Hirschberg, die sie von den Grafen von Henneberg zu Lehen erhalten hatten. Die Henneberger hatten das Gebiet um den Rudolfstein aus dem Erbe der Andechs-Meranier übernommen. Nicht lange danach befand sich der Rudolfstein und damit auch der zu seinen Füßen gelegene Ort Weißenkirchen in der Herrschaft des Klosters Waldsassen, das diesen Besitz 1347 an die Burggrafen Johann II. und Albrecht den Schönen von Nürnberg weiterveräußerte. Diese erhoben den Ort wenig später zur Stadt, denn 1368 wurde die Siedlung erstmals Weißenstadt genannt. In der Folge erlangte Weißenstadt große Bedeutung durch den in der Umgebung betriebenen Zinnbergbau und die Zinnverarbeitung. Schon im 14. Jahrhundert bestand dort ein eigenes „Zinnergericht“. Das 1398 durch Burggraf Johann III. von Nürnberg in Weißenstadt eingesetzte „Zeidelgericht“ weist auf die hier ebenfalls umfangreiche Waldbienenzucht hin. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurden in Weißenstadt auch Bergkristalle bergmännisch gefördert, die beispielsweise beim Bau des Neuen Schlosses in der Bayreuther Eremitage verwendet wurden. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verließen die Hirschberger, die seit dem Verkauf des Rudolfsteins an die Nürnberger Burggrafen als hohenzollerische Amtmänner fungiert hatten, die klimatisch ungünstig gelegene Höhenburg Rudolfstein und verlegten ihren Amtssitz nach Weißenstadt, wo sie zwei Edelsitze besaßen. Diese Schlösser fielen dem großen Stadtbrand von 1823 zum Opfer; es sind keine Reste mehr davon zu sehen. Mit der Verwaltungsreform 1613 wurden die Stellen der adeligen Amtmänner im Sechsämterland abgeschafft; Weißenstadt wurde Sitz eines markgräflichen Richteramtes. Neben Wunsiedel war Weißenstadt die einzige Stadt im Sechsämterland, die über eine Stadtmauer verfügte. 1899 bekam Weißenstadt auch einen Eisenbahnanschluss. Eine 1993 stillgelegte Stichbahn verband die Stadt bei Kirchenlamitz-Ost (Niederlamitz) mit der Bahnstrecke Regensburg–Hof.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurden die Gemeinden Franken und Voitsumra sowie Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Reicholdsgrün eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 16 Mitglieder: Wahlperiode 2014–2020

Wahlperiode 2008–2014

Wahlperiode 2002–2008

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde[4]
  • Katholische Pfarrgemeinde

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osterbrunnen in Weißenstadt
  • Die evangelische Stadtkirche St. Jakobus wurde unter Verwendung der alten Außenmauern nach dem Brand von 1823 wieder aufgebaut.[5]
  • Die evangelische Gottesackerkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit hat sich ihre reiche Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert bewahrt.[6]
  • Im Kurpark stehen nahe der Scheunenreihe an der Bayreuther Straße die Ruinen der Steinschleiferei Erhard Ackermanns.
  • In der Kirchenlamitzer Straße 12 liegt das nach Vereinbarung öffentlich zugängliche ,Drogeriemuseum in Sack's Destille', verbunden mit der Weißenstädter Unterwelt, einem Kristallbergwerk.[7]
  • Zwischen See und Campingplatz befindet sich eines der ersten Zeugnisse der Steinschleiferei, ein Fischkasten aus Granit.
  • Die für das Fichtelgebirge früher typischen Scheunenreihen an den Ortseinfallsstraßen sind in Weißenstadt noch weitgehend erhalten. In einer ehemaligen Scheune ist eine Info-Stelle des Naturparks Fichtelgebirge über den Fluss und das Biotop Eger untergebracht.
  • Felsenkeller im Umfeld der Stadt[8]
  • Die Burgruinen und Naturdenkmäler Rudolfstein und Waldstein
  • Teile der Stadtmauer

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Weißenstadt

Weißenstädter Kellerwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felsenkeller zur Lagerung oberhalb des Friedhofes

Ein System von unterirdischen Lagern und Erdkellern befindet sich in der sogenannten Weißenstädter Kellerwelt, die einhundertdreißig unterirdische Lagerräume auf einem Gelände etwas größer als ein Fußballfeld umfasst. Die Keller bilden zusammen ein „labyrinthisches System aus Lagerräumen und weitverzweigten Gängen“, das noch nicht systematisch erfasst ist. Nach Gerald Kastl, einem Mitglied des Arbeitskreises Kellerforschung Weißenstadt, wurden die Keller ab 1756 vor der Stadt als Lagerräume für die Lagerung der seinerzeit neu eingeführten Kartoffeln angelegt.[9][10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißenstädter See, im Hintergrund Radon-Kur- und Erholungshotel
Weißenstädter Marktplatz mit Maibaum

Der 50 ha große Weißenstädter See liegt am Rand der Stadt. Er ist von allen Seiten zugänglich und bietet viele Freizeitmöglichkeiten wie zum Beispiel ein Beachvolleyball- und ein Basketballfeld und man hat die Möglichkeit, einige Wassersportarten zu betreiben. Der 4,2 Kilometer lange, durchgehend asphaltierte Seeweg eignet sich zum Inlineskaten und zum Spazierengehen. Der Kurpark und die Landschaft um den See laden zur Entspannung und Erholung ein. Am Südwestufer des Sees wurde am 18. August 2007 ein Radon-Kur- und Erholungshotel eröffnet.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bademöglichkeiten
    • Naturfreibad
    • Stadtnahe Badezonen am Nordende des Weißenstädter See
    • modernes Hallenbad im Kurhotel am Südende des Weißenstädter Sees (nur für Hotelgäste)
  • Kneipp-Anlagen
    • Kneipp-Anlage am Weg vom Parkplatz zum Nordwestende des Sees
    • Kneipp-Anlage am Radweg nach Kirchenlamitz (etwa drei Kilometer vom Zentrum Weißenstadts)
  • Wassersport
    • Surfclub mit Lagerfläche am Südende des Weißenstädter Sees
    • Segelverein mit Lagerfläche und Slipbahn am Südende des Weißenstädter Sees
    • Zwei Tretboot-Verleihstellen beim Segelverein und auf Halbinsel
  • Camping
    • Campingplatz in Seenähe mit verschiedenen Arealen für Dauerparker, mobile Wohnwagen und Zelte
  • Tennisplätze
    • Anlage mit drei Plätzen am Parkplatz nahe dem Westende des Weißenstädter Sees
  • Basketball
    • Teerplatz im Osten des Weißenstädter Sees nahe dem Wehr
  • Sport- und Fußballplätze
    • Ein Turnier- und ein Trainingsplatz in der Nähe des Naturfreibades
    • Leichtathletikanlage bei der Grund- und Hauptschule
  • Sporthallen
    • Mehrzwecksportanlage der Grund- und Hauptschule
    • Sporthalle des Turnvereins
  • Loipen
    • Mehrere durch den WSV Weißenstadt gepflegte Loipen in Richtung Schneeberg und Waldstein mit Anbindung an die Loipen der Nachbargemeinden
  • Rodeln
    • Kleiner Rodelhügel im Kurpark
    • Rodelhang am Großen Waldstein unmittelbar am Waldsteinhaus
  • Radwege
    • Beschilderte Mountainbike-Strecken in den umliegenden Wäldern (Routen Schneeberg und Waldstein)
    • Asphaltierter Rundweg um den Weißenstädter See (auch für Inliner)
    • Schotterweg auf ehemaliger Bahnstrecke nach Kirchenlamitz
    • Die ca. drei Kilometer entfernte Saalequelle ist der Ausgangsort des 427 Kilometer langen Radwanderweges Saale
    • Vorbei an der Eger-Quelle über den Schneebergpass (798 m) kommt man nach ca. 5 Kilometer zum Beginn des (Weiß-)Main-Radwanderweg auf ehemaliger Bahnstrecke von Bischofsgrün nach Bad Berneck (durchgehend asphaltiert und auf der der Straße gegenüberliegenden Flussseite).
    • Asphaltierte Nebenstrecken in Richtung Grub, Birk, Ruppertsgrün für Rundfahrten und Touren
  • Wanderwege
  • Klettern
    • An den Felsentürmen des Rudolfsteins
    • An den Felsentürmen der Drei Brüder
  • Reiten
    • Private Angebote in Weißenstadt, Meierhof und Vordorf

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsneckname von Weißenstadt beziehungsweise der Spitzname der Weißenstädter Bürger ist Bummelhenker, da man, als die Stadtmauer mit Gras bedeckt war, die Idee gehabt haben soll, den Bummel, den Zuchtstier der Gemeinde, am Seilzug zu befestigen und ihn hinauf zu ziehen, damit er das Gras fressen kann. Da man aber das Seil am Hals befestigte, wurde das Tier stranguliert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietmar Herrmann: Der Große Waldstein im Fichtelgebirge. Verlag Fichtelgebirgsverein e. V., 2008.
  • Georg Krauss: Weißenstädter Heimatbuch. Weiden 1984.
  • Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz. Die Kunstdenkmäler von Bayern, VIII. Regierungsbezirk Oberfranken, Band 1. München 1954. ISBN 3-486-41941-2. S. 355–398.
  • Harald Stark: Über die Verfassung und Rechte der Stadt Weißenstadt in früherer Zeit. In: Weißenstadter Hefte. 5/1988, S. 66–73; 6/1988, S. 46–54.
  • Harald Stark: Weißenstadt und die Herren von Hirschberg. In: Weißenstadter Hefte. 5/1988, S. 50–56.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Weißenstadt – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Weißenstadt – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111206/195402&attr=OBJ&val=1313
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 700.
  4. http://weissenstadt-evangelisch.de
  5. http://www.weissenstadt-evangelisch.de/seite/80421/stadtkirche-st.-jakobus.html.
  6. http://www.weissenstadt-evangelisch.de/seite/80422/friedhofskirche-%E2%80%9Ehl.-dreifaltigkeit%E2%80%9D.html.
  7. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Erst ein Spiritus gegen Rheuma - und dann ab in die Welt der Kristalle. (Das Drogeriemuseum in Sack's Destille in Weißenstadt) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2, Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 153-154, ISBN 978-3-7776-2511-9.
  8. Stadtverwaltung Weißenstadt: Die Felsenkeller. auf www.weissenstadt.de
  9. siehe Seite über die Kellerwelt und den Artikel in der FAZ unter Weissenstadt.de
  10. Gerald Kastl, Steffen Schwarz (Fotos): Bloß nicht von Hobbits reden (kurzer Artikel über die Weißenstädter Kellerwelt mit zahlreichen Fotos) in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 14. November 2013, PDF