Thilo Bode (Umweltschützer)

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Thilo Bode (* 14. Januar 1947 in Eching am Ammersee) ist Gründer und Internationaler Direktor der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und war vorher lange Jahre Geschäftsführer bei Greenpeace.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bode ist der Sohn des Journalisten Thilo Bode und einer Buchhändlerin. Nach seinem Abitur 1966 am Karlsgymnasium München-Pasing gründete er den Juso-Ortsverein Herrsching am Ammersee und war Juso-Vorsitzender im Landkreis Starnberg. An den Universitäten München und Regensburg studierte er zunächst Soziologie, wechselte dann zu Volkswirtschaft. Nach seinem Abschluss als Diplom-Volkswirt 1972 erhielt er ein Promotionsstipendium und wurde 1975 mit einer Dissertation über Direktinvestitionen zum Dr. rer. pol. promoviert. Anschließend arbeitete er für Lahmeyer International in Frankfurt, für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Frankfurt und als Vorstandsassistent bei einem mittelständischen Metallkonzern in Düsseldorf.

Von 1989 bis 1995 war er Geschäftsführer des deutschen Arms der Umweltorganisation Greenpeace[1] und von 1995 bis 2001 in derselben Position bei Greenpeace International. 2002 gründete er die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch e. V. und leitete sie als Geschäftsführer. Im April 2017 gab er die Geschäftsführung von foodwatch Deutschland an Martin Rücker ab und fungiert seither als Direktor von foodwatch International.[2]

Außerdem veröffentlicht er regelmäßig politikwissenschaftliche Beiträge, etwa in den Blättern für deutsche und internationale Politik.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Social Entrepreneur des Jahres – Deutschland, verliehen von der Schwab Stiftung[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die häufig von Foodwatch wegen ihrer Verbraucherpolitik kritisierte[5][6] Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) warf Thilo Bode und den Kampagnen von Foodwatch vor, von „Skandalisierung“ zu leben: „Das ist sein Geschäftsmodell, um möglichst viele Mitglieder und Spendengelder zu gewinnen.“ Sie halte „Kampagnen, die ein Klima der Verunsicherung schüren, für bedenklich“.[7]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Demokratie verrät ihre Kinder. Ex-Greenpeace-Chef fordert die Mächtigen heraus. DVA, Stuttgart/München 2003, ISBN 3-421-05679-X.
  • Abgespeist: Wie wir beim Essen betrogen werden und was wir dagegen tun können. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3-10-004307-3.
  • Die Essensfälscher: Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen. S. Fischer, Frankfurt am Main 2010, ISBN 3-10-004308-1.
  • Die Freihandelslüge: Warum TTIP nur den Konzernen nützt – und uns allen schadet. DVA, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-421-04679-6.
  • Die Diktatur der Konzerne: Wie globale Unternehmen uns schaden und die Demokratie zerstören. S. Fischer, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-10-397362-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Neffe: „Ich kann ohne Wale leben“. Spiegel Online. In: Der Spiegel 38/1995. 18. September 1995, abgerufen am 13. September 2018.
  2. Führungswechsel bei foodwatch in Deutschland
  3. Beiträge von Thilo Bode, Blätter für deutsche und internationale Politik
  4. Social Entrepreneur des Jahres – Deutschland 2011. In: Schwab Foundation for Social Entrepreneurship. Archiviert vom Original am 26. Juni 2012; abgerufen am 29. Mai 2012. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schwabfoundseoy.org
  5. Ärger für Aigner: Foodwatch: Noch mehr Gift in Verpackungen, Der Tagesspiegel vom 4. Dezember 2012, abgerufen 28. März 2013
  6. Pferdefleisch-Skandal: Foodwatch wirft Ministerin Aigner Täuschung vor, Focus vom 18. Februar 2013, abgerufen 28. März 2013
  7. Wirtschaftswoche, 6. November 2010.