Tidal (Musikstreaming)

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Tidal

Antonio Jackson Tidal Logo.png
Basisdaten

Entwickler Aspiro AB (Teil von Square)
Erscheinungsjahr 28. Oktober 2014
Betriebssystem Microsoft Windows
macOS, iOS,
Android, watchOS
Kategorie Musik- & Musikvideo-Streaming
Lizenz Proprietär
deutschsprachig ja
tidal.com

Tidal (auch bekannt als TIDALHiFi) ist ein kostenpflichtiger Musikstreaming-Dienst, der unter anderem mit einer verlustfreien Datenkompression für sich wirbt.[1] Der verwendete proprietäre MQA-Standard ist jedoch verlustbehaftet und für die Dekodierung fallen indirekt weitere Lizenzgebühren an.[2][3][4]

Tidal wurde im Jahr 2014 von der norwegisch-schwedischen Technologiefirma Aspiro AB gegründet. Nachdem Aspiro im März des Jahres 2015 von dem Rapper Shawn Corey Carter (bekannt als Jay-Z) übernommen wurde, startete Tidal unter anderem mit dem Hashtag „#TIDALforAll“ eine großangelegte Werbekampagne in den sozialen Medien. Auf einer Pressekonferenz am 16. März 2015 wurde bekannt gegeben, dass neben Jay-Z 16 weitere Künstler zu den Anteilseignern gehörten, darunter Beyoncé, Prince, Rihanna, Kanye West, Daft Punk, Jack White, Madonna, Alicia Keys, Usher, deadmau5, Nicki Minaj und J. Cole.

Bei der Eröffnung des Dienstes standen über 25 Millionen Musiktitel und 85.000 Musikvideos zur Verfügung, im Februar 2021 waren es mehr als 70 Millionen[5] Lieder und 240.000 Musikvideos.[6][7] Darüber hinaus ermöglicht Tidal den Import von Wiedergabelisten anderer Streaming-Anbieter. Tidal ist derzeit (März 2019) in 53 verschiedenen Ländern verfügbar, darunter auch in Deutschland, Österreich, und der Schweiz.[8]

Nach eigenen Angaben hatte Tidal im September 2015 eine Million zahlende Abonnenten, im März 2016 drei Millionen, im Oktober 2016 nur noch 1,1 Millionen. Ein Bericht der norwegischen Zeitung Dagens Næringsliv widersprach diesen Angaben jedoch: Internen Dokumenten zufolge, die der Zeitung vorlägen, habe es im September 2015 nur 350.000 Abonnenten gegeben, im März 2016 nur 850.000. Tidal hatte schon früher zugegeben, die Abonnentenzahl zu hoch angegeben zu haben, dies aber den vorherigen Eigentümern angelastet.[9]

Im März 2021 gab Jack Dorseys Zahlungsunternehmen Square den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Tidal für 297 Millionen US-Dollar bekannt.[10] Jay-Z soll im Vorstand des Unternehmens bleiben.[11]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezensenten lobten bei der Einführung der deutschen Ausgabe von Tidal die im Vergleich zu anderen Streamingdiensten wie beispielsweise Apple Music oder Spotify deutlich bessere Klangqualität.[12][13] In den USA wurde jedoch auch bemängelt, dass die Mehrheit der potenziellen Hörer gar nicht in der Lage sei, die akustischen Vorteile des neuen Dienstes zu nutzen.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hartmut Gieselmann: Musik im Reißwolf. Wie Streaming-Dienste den Klang verändern. In: Christian Heise, Ansgar Heise, Christian Persson (Hrsg.): c't. Nr. 7. Heise Medien, Hannover 16. März 2019, S. 64–69 (heise.de [abgerufen am 16. März 2019]).
  2. MQA is Bad For Music. Here's Why. Abgerufen am 15. Juni 2021 (englisch).
  3. Benchmark Media Systems: Is MQA DOA? Abgerufen am 15. Juni 2021 (englisch).
  4. Christoph Engemann, Anton.schlesinger@studio-singer.de: MQA – A clever stealth DRM-Trojan. Abgerufen am 15. Juni 2021 (englisch).
  5. Eine globale Musikstreaming- und Entertainment-Plattform. TIDAL Music AS, abgerufen am 16. März 2019.
  6. Jay Z promotes 'artist-owned' music streaming brand
  7. About Us (Memento vom 16. November 2015 im Internet Archive)
  8. Which countries is TIDAL available?. TIDAL Music AS. Abgerufen am 19. März 2019.
  9. Tidal may have been inflating its subscriber numbers. In: The Verge. Abgerufen am 26. Februar 2021.
  10. Katherine Rosman: Square acquires majority of Tidal, Jay-Z’s streaming service, in $297 million deal. In: The New York Times. 4. März 2021, abgerufen am 5. März 2021 (englisch).
  11. Square, Inc. Announces Plans To Acquire Majority Ownership Stake In TIDAL. In: squareup.com. 4. März 2021, abgerufen am 5. März 2021 (englisch).
  12. Apple Music ist McDonald’s für die Ohren, Die Welt vom 20. Juni 2015
  13. Tidal kurz vorgestellt FAZ.NET vom 14. Juli 2015
  14. 3 reasons why Jay Z's new Tidal streaming service is stupid, USA Today vom 30. März 2015