Tiefenbach (Braunfels)

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Tiefenbach
Stadt Braunfels
Wappen von Tiefenbach
Koordinaten: 50° 31′ 56″ N, 8° 20′ 11″ O
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 7,2 km²[1]
Einwohner: 1081 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35619
Vorwahl: 06473
Karte
Lage von Tiefenbach in Braunfels

Tiefenbach ist ein Stadtteil von Braunfels im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in den nördlichen Ausläufern des Taunus, nordwestlich der Kernstadt von Braunfels und unweit der Lahn. Tiefenbach liegt in einem Tal, das teilweise von Wald umgeben ist. In der Tiefenbacher Gemarkung entspringt der Lindelbach, der das Dorf verrohrt durchfließt und nordwestlich, unweit der Siedlungsgrenze in die Lahn mündet. Die nächste größere Stadt ist Wetzlar, die etwa 14 Kilometer entfernt liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansichtskarte der 1920er Jahre

Tiefenbach wurde erstmals im Jahr 1245 als Difenbach[2] urkundlich erwähnt, als Graf Heinrich I. von Solms von dem Adligen Volpert von Gemünden dessen Güter im Ort kauft. Diese Ersterwähnung ist gleichzeitig die der Stadt Braunfels, da in der Verhandlung auch erstmals der Name Brunenvelß genannt wird.

Während des Dreißigjährigen Krieges wird der Ort sowohl von spanischen (1621) und kaiserlichen (1622), als auch (1634) von schwedischen Truppen überfallen, die Bewohner werden ausgeraubt. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges war die Ortschaft schließlich nicht mehr bewohnt, da die Einwohner nach Braunfels geflohen waren.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eigenständige Gemeinde Tiefenbach wurde am 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Braunfels eingemeindet.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Tiefenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[4][5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiefenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
426
1840
  
503
1846
  
567
1852
  
579
1858
  
560
1864
  
609
1871
  
616
1875
  
625
1885
  
639
1895
  
695
1905
  
703
1910
  
724
1925
  
805
1939
  
837
1946
  
1.099
1950
  
1.041
1956
  
1.006
1961
  
977
1967
  
1.033
1970
  
1.039
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [4]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[4]

• 1834: 409 evangelische, 17 jüdische Einwohner
• 1961: 899 evangelische (= 92,02 %), 65 römisch-katholische (= 6,65 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Tiefenbach gibt es einen Ortsbeirat mit einem Ortsvorsteher. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern, wovon seit der Kommunalwahlen in Hessen 2016 zwei Mitglieder von der SPD und zwei Mitglied von der CDU gestellt werden. Die Ortsvorsteherin ist Ute Dietrich (parteilos).[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 wird in Tiefenbach wieder Wein angebaut. Der Weinberg befindet sich in Südhanglage am Ortsrand und gehört zur Großlage Lahntal im Weinbaugebiet Mittelrhein.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nahe der Bundesstraße 49 und besitzt eine eigene Ausfahrt. Sie ist über die K 380 zu erreichen, welche gleichzeitig die Hauptstraße von Tiefenbach ist und dort als Neue Kreisstraße und Am Hühnerberg geführt wird. Sie verläuft weiter Richtung Südosten und führt nach etwa 5 Kilometern auf die L 3451 am westlichen Rand der Kernstadt von Braunfels. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im benachbarten Leun-Stockhausen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Bökel (* 1946), wohnte als hessischer Innenminister und hessischer SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender in Tiefenbach
  • Manuel Möglich (* 1979), Journalist und Dokumentarfilmer, wuchs in Tiefenbach auf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tiefenbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistische Daten Tiefenbach. In: Internetauftritt. Stadt Braunfels, abgerufen am 8. Mai 2020.
  2. Kop. XV. Jh. Lich, Rotes Buch fol. 202 v, vgl. hierzu Solmser Urkunden 1 S. XII. Abbildung in: Tiefenbacher Chronik S. 13
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 380.
  4. a b c Tiefenbach, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. August 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 250 (Online bei google books).
  7. Ortsbeirat Tiefenbach im Internetauftritt der Stadt Braunfels, abgerufen im Februar 2017.