Tiefgreifende Entwicklungsstörung

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Die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen sind gekennzeichnet durch eine Beeinträchtigung der Kommunikation und der sozialen Beziehungen sowie durch ein beschränktes Repertoire an Aktivitäten. Diese Störungen sind angeboren oder im frühesten Kindesalter erworben, und die ersten Symptome zeigen sich bereits vor dem dritten Lebensjahr. Die Entwicklung ist zu keinem Zeitpunkt dem Alter entsprechend. Diese Störungen werden von den umschriebenen bzw. spezifischen Entwicklungsstörungen abgegrenzt.[1]

Alle tiefgreifenden Entwicklungsstörungen haben einige Symptome gemeinsam:

  • Schwierigkeiten mit Verwendung und Verständnis von Sprache
  • Schwierigkeiten mit der Beziehung zu anderen Menschen
  • Schwierigkeiten mit Veränderungen der Umgebung und des Tagesablaufs
  • repetitive Körperbewegungen und andere stereotype Verhaltensweisen

Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden international gebräuchlichen Klassifikationssysteme für Krankheiten kategorisieren die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen wie folgt:

DSM

Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV) von 1994 benennt fünf tiefgreifende Entwicklungsstörungen:

Im DSM-5 von 2013 wurde die Kategorie für tiefgreifende Entwicklungsstörungen aufgelöst und durch Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) ersetzt.[2]

ICD

In der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) von 1992 sind die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen in acht Kategorien eingeteilt:[3]

  • F84.0: frühkindlicher Autismus (Kanner-Autismus, Kanner-Syndrom)
  • F84.1: atypischer Autismus
  • F84.2: Rett-Syndrom
  • F84.3: andere desintegrative Störung des Kindesalters - (z. B. Hellersche Demenz)
  • F84.4: überaktive Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien
  • F84.5: Asperger-Syndrom (früher als autistische Psychopathie bezeichnet)
  • F84.8: andere tiefgreifende Entwicklungsstörung
  • F84.9: nicht näher bezeichnete tiefgreifende Entwicklungsstörung

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Petermann (Hrsg.): Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie. 6. vollständig überarbeitete Auflage. Hogrefe, Göttingen u. a. 2008, ISBN 978-3-8017-2157-2, S. 173 ff.
  2. Autism Research Institute: DSM-V: What Changes May Mean.
  3. DIMDI-Eintrag: Einleitung zu den Tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (F.84)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entwicklungsauffälligkeiten – kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!