Asperger-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
Eintrag fehlt Asperger-Syndrom
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Asperger-Syndrom wird eine abgeschwächte Variante innerhalb des Autismusspektrums bezeichnet, welches seinerseits zum Katalog der sogenannten tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (im Gegensatz zu spezifischen Entwicklungsstörungen) gehört. Die Variante ist vor allem durch Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet, sowie durch eingeschränkte und stereotype Aktivitäten und Interessen.

Beeinträchtigt ist vor allem die Fähigkeit, nichtsprachliche Signale (Gestik, Mimik, Blickkontakt) bei anderen Personen zu erkennen und selbst auszusenden. Das Kontakt- und Kommunikationsverhalten von Asperger-Autisten kann dadurch merkwürdig und ungeschickt erscheinen. Da ihre Intelligenz in den meisten Fällen normal ausgeprägt ist, werden sie von ihrer Umwelt leicht als wunderlich wahrgenommen. Gelegentlich fällt das Asperger-Syndrom mit einer Hoch- oder Inselbegabung zusammen. Es gilt als angeboren und nicht heilbar und es macht sich etwa vom vierten Lebensjahr an bemerkbar.[1]

Menschen mit Asperger-Syndrom entwickeln oft leidenschaftlich gepflegte Spezialinteressen; dieser Junge beschäftigt sich mit Molekularstrukturen.

Das Asperger-Syndrom ist nicht nur mit Beeinträchtigungen, sondern oft auch mit Stärken verbunden, etwa in den Bereichen der Wahrnehmung, der Selbstbeobachtung, der Aufmerksamkeit oder der Gedächtnisleistung. Ob es als Krankheit oder als eine Normvariante der menschlichen Informationsverarbeitung eingestuft werden sollte, wird von Wissenschaftlern und Ärzten sowie von Asperger-Autisten und deren Angehörigen uneinheitlich beantwortet. Uneinig ist sich die Forschergemeinschaft auch hinsichtlich der Frage, ob man im Asperger-Syndrom ein selbstständiges Störungsbild oder eine graduelle Variante des frühkindlichen Autismus sehen sollte.

Die Entdeckung des Asperger-Syndroms[Bearbeiten]

Das Asperger-Syndrom ist in der Psychiatrie erst spät beschrieben und diskutiert worden. Die älteste Darstellung stammt von der russischen Kinderpsychiaterin Grunja Sucharewa, die dafür 1926 den Ausdruck „schizoide Psychopathie“ verwendete. Der österreichische Kinderarzt Hans Asperger bezeichnete es in seiner 1943 eingereichten Habilitationsschrift als „autistische Psychopathie“.[2]

Aspergers Schrift erschien damals fast gleichzeitig mit Leo Kanners grundlegendem Aufsatz über den frühkindlichen Autismus (1943). Man nimmt an, dass beide Autoren zunächst nichts über die Arbeit des jeweils anderen wussten.[3] Kanners in den USA veröffentlichte Arbeit fand sofort internationale Beachtung; der Aufsatz des Österreichers Asperger wurde damals – mitten im Zweiten Weltkrieg – außerhalb der deutschsprachigen wissenschaftlichen Gemeinschaft kaum bekannt. Auch ein 1962 von zwei niederländischen Autoren veröffentlichter Aufsatz, in dem eine Unterscheidung zwischen der „autistischen Psychopathie“ Aspergers und dem Kanner-Autismus versucht wurde,[4] fand zunächst wenig Resonanz.

Von der internationalen Forschungsgemeinschaft wurde das Asperger-Syndrom erst nach 1981 beachtet, als die britische Psychiaterin Lorna Wing Aspergers Arbeit fortsetzte und die Abweichung, die bis dahin als Psychopathie galt, als Teilbereich des Autismusspektrum nach Hans Asperger benannte.[5]

In den späten 1980er Jahren wurden dann von verschiedenen Seiten Diagnosekriterien formuliert,[6][7][8] die sich zum Teil erheblich von einander unterschieden.[9] 1992 wurde das Asperger-Syndrom in das medizinische Klassifikationssystem ICD der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen. Im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM), dem Klassifikationssystem der American Psychiatric Association, erscheint es seit 1994.[10][11]

Im DSM-5 von 2013 und im Entwurf (Stand: August 2015) für die Neufassung der ICD (ICD-11) wurde das Asperger-Syndrom als getrennt definierbare Abweichung entfernt. Es zählt hiernach zusammen mit anderen Erscheinungsformen des Autismus zum Spektrum autistischer Erkrankungen (autism spectrum disorders). Der Grund für die Änderung war, dass sich in der Wissenschaft zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt hatte, das eine klare Abgrenzung nicht möglich war, und man deshalb von einem stufenlosen Übergang zwischen milden und bedeutenderen Formen ausgehen sollte.[12]

Unterscheidung von Asperger-Syndrom und Hochfunktionalem Autismus[Bearbeiten]

Im englischsprachigen Raum wurde beim frühkindlichen Autismus oft zwischen verschiedenen Formen unterschieden. Eine war der Hochfunktionale Autismus (HFA).[13] Eine Studie des Yale Child Study Center schlug 1995 vor, dass es berechtigt sein könnte, zwischen HFA und Asperger-Syndrom zu unterschieden.[14]

Spätere Metaanalysen zeigten jedoch, dass die empirischen Daten eine solche Unterscheidung nicht rechtfertigten.[15][16]

Lorna Wing hatte bereits 1991 vorgeschlagen, Autismus als nahtloses Kontinuum unterschiedlich schwerer Störungen zu beschreiben, in dem HFA und Asperger-Syndrom milde Ausprägungsformen bilden.[17] Viele Autoren sprechen heute darum von „Autismusspektrumsstörungen“ (ASS).[18]

Da das Autismusspektrum beim Asperger-Syndrom nicht endet, sondern sich weit in die Normalität – zum Beispiel bis in die „ganz normale“ Schüchternheit oder Eigenbrötlerei – hinein erstreckt, wurde für Erscheinungsbilder mit schwach ausgeprägten autistischen Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensweisen der Begriff Broader Autism Phenotype (BAP) geprägt.[19]

Häufigkeit[Bearbeiten]

Die Häufigkeit (Prävalenz) des Asperger-Syndroms im Kindesalter variiert je nach den zugrunde gelegten Diagnosekriterien. In einer Untersuchung von 2007 bei 4422 achtjährigen Kindern in Finnland[20] waren die Prozentanteile 0,25 nach DSM-IV, 0,29 nach ICD-10, 0.27 nach den Gillberg-Kriterien[7] und 0,16 nach den Szatmari-Kriterien.[8]

Das Verhältnis der betroffenen Jungen und Mädchen in der finnischen Studie betrug 0,8:1 nach DSM-IV und 2:1 nach den Gillberg-Kriterien.[20] Bezüglich des gesamten Autismusspektrums zeigte eine Übersicht von 2015, dass die Zahlen zur Geschlechterverteilung wegen methodischer Schwierigkeiten stark variierten. Das Verhältnis männlich-weiblich betrage jedoch mindestens 2:1 bis 3:1, was auf einen biologischen Faktor in dieser Frage hindeute.[21]

Repräsentative Untersuchungen zur Häufigkeit des Asperger-Syndroms im Erwachsenenalter liegen (Stand: 2009) noch nicht vor.[1] Die Charakteristik neigt jedoch dazu, bis ins Erwachsenenalter fortzubestehen.[22]

Diagnostische Kriterien[Bearbeiten]

DSM-IV bis 2013[Bearbeiten]

Im DSM-IV, herausgegeben 2000, der American Psychiatric Association werden folgende Kriterien genannt:

  • Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion
(mindestens zwei der folgenden Merkmale):
  1. merkliche Beeinträchtigung mehrerer nicht-verbaler Verhaltensweisen, die die soziale Interaktion steuern, wie Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gesten
  2. Beziehungen zu Gleichaltrigen werden nicht oder nicht dem Entwicklungsstand entsprechend entwickelt
  3. Mangel an spontaner Hinwendung zu anderen, um mit diesen Freude, Interessen oder Stolz über eine Leistung zu teilen (betroffene Kinder neigen zum Beispiel nicht dazu, Dinge, die sie interessieren, anderen Menschen zu zeigen)
  4. Mangel an sozialer oder emotionaler Gegenseitigkeit
  • Beschränkte repetitive und stereotype Verhaltens-, Interessen- und Aktivitätenmuster
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
  1. umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren stereotypen und beschränkten Interessenmustern, die entweder hinsichtlich der Intensität oder hinsichtlich des Gegenstandes abnormal sind
  2. offensichtlich starres Festhalten an bestimmten nicht-funktionalen Routinen oder Ritualen
  3. stereotype und repetitive motorische Angewohnheiten (zum Beispiel Hand- oder Fingerbewegungen oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers)
  4. beharrliche Beschäftigung mit Objektteilen
  • Die Störung verursacht eine klinisch signifikante Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen.
  • Keine klinisch bedeutsame allgemeine Sprachverzögerung (zum Beispiel Gebrauch einzelner Wörter im zweiten Lebensjahr, kommunikative Sätze im dritten Lebensjahr).
  • Keine klinisch bedeutsame Verzögerung der Entwicklung der Kognition, der praktischen Fähigkeiten (self-help skills) und des Anpassungsverhaltens (außer soziale Interaktion), sowie – in der Kindheit – Neugier auf die Umgebung.
  • Die Störung erfüllt nicht die Kriterien einer anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörung oder von Schizophrenie.

DSM-5 seit 2013[Bearbeiten]

Im DSM-5, herausgegeben 2013, wurde die Kategorie „Asperger-Syndrom“ als Einzelstörung entfernt. Sie zählt zusammen mit den Störungsbildern des Autismus, der desintegrativen Störung des Kindesalters (childhood disintegrative disorder) und anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (pervasive developmental disorder, not otherwise specified) in das Spektrum autistischer Störungen (autism spectrum disorders).[23] Die Begründung hierfür lautete, die Forscher gingen heute davon aus, dass es sich weniger um unterschiedliche Erkrankungen handele als um ein Kontinuum von sehr milden bis schweren Verlaufsformen einer Entwicklungsstörung, die bereits in der frühen Kindheit beginne. Bei den Symptomen wird unterschieden zwischen Defiziten in zwei Kategorien: Gestört ist erstens die soziale Interaktion und Kommunikation (zum Beispiel Blickkontakte, Fähigkeit zur Konversation oder Aufbau von Beziehungen sind schwach ausgeprägt). Zweitens sind repetitive Verhaltensweisen und fixierte Interessen und Verhaltensweisen Merkmale autistischer Störungen.[24]

ICD-10[Bearbeiten]

In der ICD der Weltgesundheitsorganisation, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz primär zur Krankheitsklassifikation angewendet wird, werden folgende Kriterien genannt:[25]

Generelle Kriterien für Entwicklungsstörungen (F80–F89)

Kriterien nach F84.5 – Asperger-Syndrom

  • qualitative Abweichungen der wechselseitigen sozialen Interaktionen (wie beim Autismus)
  • ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten
  • keine allgemeine Entwicklungsverzögerung (anders als beim Autismus)
  • kein Entwicklungsrückstand der Sprache und kognitiven Entwicklung (anders als beim Autismus)

In der seit 1. Januar 2015 gültigen deutschen Fassung ICD 10-GM 2015 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme 10. Revision German Modification Version 2015)[26] wurde seit der Herausgabe des DSM-5 noch keine Veränderung bezüglich der Kategorisierung autistischer Störungen vorgenommen, das Asperger-Syndrom ist weiterhin unter der Klassifizierung F84.5[25] zu finden.

ICD-11 (Entwurf – Stand: August 2015)[Bearbeiten]

Der Entwurf für die Neufassung der ICD (ICD-11) folgt dem DSM-5 von 2013 insofern, als auch hier das Asperger-Syndrom keine eigenständige Abweichung mehr ist, sondern Teil des Autismusspektrums.

  • 7A20 Spektrum autistischer Störungen (Autism spectrum disorder)
    • 7A20.1 Spektrum autistischer Störungen ohne Störung der intellektuellen Entwicklung und milde oder keine Beeinträchtigung funktioneller Sprache (Autism spectrum disorder without disorder of intellectual development and mild or no impairment of functional language)
    • 7A20.2 Spektrum autistischer Störungen mit Störung der intellektuellen Entwicklung (Autism spectrum disorder with disorder of intellectual development)
    • 7A20.3 Spektrum autistischer Störungen mit Beeinträchtigung funktioneller Sprache (Autism spectrum disorder with impairment of functional language)
    • 7A20.4 Spektrum autistischer Störungen mit sowohl Störung der intellektuellen Entwicklung als auch Beeinträchtigung funktioneller Sprache (Autism spectrum disorder with both disorder of intellectual development and impairment of functional language)[27]

Gillberg und Gillberg (1989)[Bearbeiten]

Vor dem Erscheinen der beiden heute gängigen Klassifikationssysteme DSM und ICD veröffentlichten verschiedene Autoren eigene Diagnosekriterien, und es gab 2008 die Auffassung, dass die DSM- und ICD-Kriterien „aufgrund der [in ihnen enthaltenen] Forderung nach unauffälliger frühkindlicher Entwicklung bzw. des Fehlens kommunikativer oder motorischer Besonderheiten angezweifelt“ wurden und daher vielfach „kaum durchgängig Anwendung“ fanden.[28] Der schwedische Professor der Kinder- und Jugendpsychiatrie Christopher Gillberg veröffentlichte zusammen mit seiner Frau Carina Gillberg 1989 die unten folgenden diagnostische Kriterien. Der britische Psychologe Tony Attwood äußerte 1998, dass es „Ansichtssache“ sei, welche Kriterien man anwende. Er selbst bevorzuge die der Gillbergs.[29]

Soziale Beeinträchtigung
(mindestens zwei der folgenden Merkmale):
  1. Unfähigkeit, mit Gleichaltrigen zu interagieren
  2. mangelnder Wunsch, mit Gleichaltrigen zu interagieren
  3. mangelndes Verständnis für soziale Signale
  4. sozial und emotional unangemessenes Verhalten
Eingegrenzte Interessen
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
  1. Ausschluss anderer Aktivitäten
  2. repetitives Befolgen der Aktivität
  3. mehr Routine als Bedeutung
Repetitive Routine
(mindestens eines der folgenden Merkmale):
  1. für sich selbst, in Bezug auf bestimmte Lebensaspekte
  2. für andere
Rede- und Sprachbesonderheiten
(mindestens drei der folgenden Merkmale):
  1. verzögerte Entwicklung
  2. (oberflächlich gesehen) perfekter sprachlicher Ausdruck
  3. formelle, pedantische Sprache
  4. seltsame Prosodie, eigenartige Stimmmerkmale
  5. beeinträchtigtes Verständnis einschließlich Fehlinterpretationen von wörtlichen/implizierten Bedeutungen
Nonverbale Kommunikationsprobleme
(mindestens zwei der folgenden Merkmale):
  1. begrenzter Blickkontakt
  2. begrenzte Gestik
  3. unbeholfene oder linkische Körpersprache
  4. begrenzte Mimik
  5. unangemessener Ausdruck
  6. eigenartig starrer Blick
Motorische Unbeholfenheit
Mangelnde Leistung bei Untersuchung der neurologischen Entwicklung

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Während die ersten Anzeichen für sonstige Formen von Autismus bereits in den ersten Lebensmonaten auftreten, wird das Asperger-Syndrom in der Regel erst nach dem dritten Lebensjahr sichtbar.[1] Allgemeine Kennzeichen sind eine qualitative Beeinträchtigung der sozialen Kommunikation und Interaktion, mangelndes Einfühlungsvermögen, sensorische, motorische und sprachliche Eigenarten sowie ausgeprägte Sonderinteressen.[10]

Motorik[Bearbeiten]

Häufig treten beim Asperger-Syndrom motorische Besonderheiten auf, die bei sonstigem Autismus normalerweise fehlen. Dazu zählen ungelenke Bewegungen, Ungeschicklichkeit sowie grob- und feinmotorische Koordinationsstörungen.[10] Manche Kinder mit Asperger zeigen, wenn sie erregt oder ängstlich sind, seltsame Bewegungsabläufe (Manierismen), die auch bei sonstigem Autismus vorkommen, wie zum Beispiel ein flatterndes Auf- und Abschlagen der Arme, Hände oder Finger.[30]

Sozialverhalten[Bearbeiten]

Ebenso wie andere autistische Kinder nehmen Kinder mit Asperger-Syndrom eher wenig und nur flüchtig Blickkontakt auf. Im Alltag ist ein mangelndes Einfühlungsvermögen und Unverständnis für zwischenmenschliche Gefühle auffällig. Kinder mit Asperger-Syndrom sind oft sozial isoliert und ecken aufgrund ihrer Besonderheiten leicht an.[10] Im Klassenverband werden sie häufig gehänselt, ausgegrenzt und gemobbt.[31] Im englischen Sprachraum bezeichnen viele Menschen mit Asperger ihr Anders-Sein scherzhaft als „Wrong Planet Syndrome“ (deutsch: Falscher-Planet-Syndrom) und drücken damit ihr Gefühl aus, irrtümlich auf einem fremden Planeten gestrandet zu sein, dessen Regeln und Bewohner sie nicht verstehen.[32]

Menschen mit Asperger-Syndrom werden, auch wenn sie zu anderen Kontakt aufnehmen wollen, auf Grund ihres häufig abgewendeten Blickes und ihrer „verschlossenen“ Körpersprache oft als förmlich, gefühlslos, ängstlich, schüchtern, ausweichend, abweisend oder desinteressiert wahrgenommen, wodurch eine Kontaktaufnahme häufig scheitert.[33]

Hans Asperger beobachtete, dass die betroffenen Kinder darüber hinaus auch zur „autistischen Selbstbeschau“ neigen. In Situationen, in denen andere Kinder selbstvergessen „dahinleben“, stehen Asperger-Kinder sich selbst und ihren körperlichen Funktionen oft (kritisch) beobachtend gegenüber.[34]

Mangelndes Selbstvertrauen taucht häufig in Erfahrungsberichten und in der Ratgeberliteratur auf. Gezielte wissenschaftliche Untersuchungen hierzu liegen bislang (Stand: August 2015) noch nicht vor. Das Thema wird jedoch manchmal am Rande behandelt.[35] Auf jeden Fall hat es große Bedeutung im Bereich Beruf und Beschäftigung.[36]

Sprache[Bearbeiten]

Im Bereich der sprachlichen Entwicklung zeigen sich beim Asperger-Syndrom deutlich andere Auffälligkeiten als beim sonstigen frühkindlichen Autismus. Charakteristisch für letzteren ist eine generelle Sprachentwicklungsverzögerung. Damit verbunden sind Symptome wie zum Beispiel unpassendes Nachsprechen (Echolalie) oder Vertauschung der Pronomina. Selbst beim hochfunktionalen Autismus sind die Artikulation, der verbale Ausdruck, die auditive Wahrnehmung, der Wortschatz und das verbale Gedächtnis gestört.[10]

Beim Asperger-Syndrom fehlen derartige Symptome. Die betroffenen Kinder entwickeln eine grammatisch und stilistisch hochstehende Sprache.[10] Die Beobachtungen hinsichtlich des Sprachbeginns gehen auseinander. Während zum Beispiel Remschmidt feststellt, dass Asperger-Kinder früh zu sprechen beginnen,[37] berichtet Attwood, dass fast die Hälfte dieser Kinder erst spät sprechen lernt, diesen Rückstand bis zum Alter von fünf Jahren aber aufholt.[38] Wie bereits Hans Asperger beobachtete, fallen betroffene Kinder regelmäßig auf durch eine ihrem Alter nicht entsprechende, erwachsene, pedantische Ausdrucksweise und eine unübliche Betonung (Prosodie). Im englischen Sprachraum wird das Asperger-Syndrom darum auch als „Little Professor Syndrome“ (deutsch: Kleiner-Professor-Syndrom) bezeichnet.[39] Die Tonlage ist oft monoton und unterstützt zum Beispiel nicht den Unterschied zwischen ernst und humorvoll gemeinten Äußerungen. Oft sind Sprechgeschwindigkeit und die Lautstärke unangepasst oder ungewöhnlich. Auch unflüssiges, ruckartiges Sprechen kommt vor.[40]

Viele Kinder und Erwachsene mit Asperger-Syndrom neigen dazu, unablässig und langatmig zu reden, meist über ihr Lieblingsthema, und missachten dabei oft vollständig, ob der Zuhörer an diesem Thema interessiert ist und das Gespräch mitträgt.[40] Einige Autoren halten dieses monologische, egozentrische Reden, in dem sich deutlich die Unempfindlichkeit von Asperger-Menschen für soziale Feinheiten offenbart, für einen der auffälligsten Züge des Syndroms.[41] Weitere Charakteristika sind eine sehr detailorientierte Erzählweise mit Schwierigkeiten, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden,[1] abrupte und für den Zuhörer nicht nachvollziehbare Themenwechsel, das Wörtlichnehmen von bildhaften Redewendungen, das Antworten auf rhetorische Fragen, die Verwendung von bildlichen Ausdrücken (Metaphern) und Wortschöpfungen, die nur ihnen selbst geläufig sind, das Festhaften an Formulierungen, die wie auswendig gelernt oder wie aus einem Buch vorgetragen klingen,[42] Selbstgespräche,[43] das Nichterfassen von Feinheiten (Nuancen) – zum Beispiel Ironie, Necken – und ungenaues Zuhören.[44]

Spezialinteressen[Bearbeiten]

Von außen betrachtet scheinen Personen mit Asperger-Syndrom kaum an ihren Mitmenschen interessiert zu sein. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Belegen dafür, dass sie ein großes Interesse an sozialen Kontakten haben können, jedoch nicht wissen, wie sie dies umsetzen können. Schwierigkeiten, die Körpersprache und Mimik anderer zu erkennen, spielen dabei eine Rolle und werden oft als mangelnde Einfühlung verstanden. Während Menschen evolutionsbiologisch als Spezialisten für sozialen Kontakt bezeichnet werden, entwickeln Asperger-Patienten diese Spezialkompetenz nicht oder in unzureichendem Maße. Typischerweise haben sie jedoch andere Spezialinteressen, die von der Sache oder in ihrer Intensität ungewöhnlich erscheinen.[1] Diese Interessen liegen oft in technischen oder naturwissenschaftlichen Gebieten wie Informatik,[45] Mathematik, Physik, Biologie oder Astronomie. Andere Betroffene beschäftigen sich leidenschaftlich mit Musik oder dem Auswendiglernen verschiedenartigster Fakten. Manche sind leidenschaftliche Sammler, oft ungewöhnlicher Objekte.[46]

Grundsätzlich weisen Personen innerhalb des Autismusspektrums sehr häufig eine Hoch- oder Inselbegabung auf. Nach neueren Untersuchungen trifft dies mindestens für jeden Dritten zu, und man geht inzwischen davon aus, dass wegen der besonderen Informationsflüsse im Gehirn (siehe unten: Neuropsychologie) autistische Merkmale und die Tendenz zu Spezialbegabungen miteinder verknüpft sind.[47]

Emotionen[Bearbeiten]

Hans Asperger empfand die Emotionen seiner Probanden nicht als unterentwickelt, sondern eher als von andersartiger Qualität.[48] Die autistische Wissenschaftlerin und Erfinderin Temple Grandin äußerte sich so zu ihren Gefühlen: „Meine Emotionen sind einfacher als die der meisten anderen Menschen. Ich weiß nicht, was eine vielschichtige Emotion in einer zwischenmenschlichen Beziehung ist. Ich verstehe nur einfache Emotionen wie Wut, Furcht, Glück und Traurigkeit“.[49]

Intelligenz[Bearbeiten]

Im Unterschied zu manchen anderen Formen von Autismus ist die Intelligenz bei Personen mit Asperger-Syndrom oft normal ausgeprägt.[10] Bei Asperger-Kindern wird gelegentlich auch vorzeitiges Lesen (Hyperlexie) beobachtet.[50] Häufig zeigen Kinder mit Asperger-Syndrom ein unausgeglichenes Intelligenzprofil. Sie zeigen oft Stärken in den verbalen Aufgabenteilen.[51]

Asperger-Syndrom und Genie[Bearbeiten]

Hans Asperger schrieb: „Es scheint, dass für Erfolg in der Wissenschaft oder in der Kunst ein Schuss Autismus erforderlich ist.“[52] Die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Asperger-Syndrom und herausragenden Leistungen beschäftigte auch den irischen Kinderpsychiater Michael Fitzgerald, der seit 1999 eine Reihe von Aufsätzen und Büchern veröffentlichte, in denen er die Lebensläufe berühmter Persönlichkeiten auf Anzeichen des Asperger-Syndroms hin prüfte. Fitzgerald ist davon überzeugt, dass viele Merkmale des Asperger-Syndroms Kreativität begünstigen und dass die Fähigkeit, sich intensiv auf einen Gegenstand zu konzentrieren und für eine schöpferische Arbeit endlose Mühsal auf sich zu nehmen, für dieses Syndrom charakteristisch sei.[53] Andere Forscher wie Christopher Gillberg[54] und Oliver Sacks[55] haben ähnliche postume Diagnoseversuche unternommen. Um manche Persönlichkeiten – wie Isaac Newton und Albert Einstein – sind regelrechte Kontroversen entstanden.[56] Wieder andere Forscher stehen solchen Diagnoseversuchen grundsätzlich skeptisch gegenüber, wie zum Beispiel Fred Volkmar vom Yale Child Study Center, der (2001 oder früher) äußerte: „Es gibt leider eine Art Hausindustrie, aufzudecken, dass jeder Asperger hat.“[57]

Konzentrations- und Lernprobleme[Bearbeiten]

Manche Kinder mit Asperger-Syndrom fallen dadurch auf, dass sie ihre Aufmerksamkeit willentlich nur schlecht steuern können (exekutive Funktionen) und bei Aktivitäten, die sie nicht selbst gewählt haben – zum Beispiel in der Schule, in hohem Grade unkonzentriert sind, woraus sich selbst bei hoher Intelligenz erhebliche Lernschwierigkeiten ergeben können.[58]

„Diese Störung der aktiven Aufmerksamkeit ist bei Kindern dieses Typs fast regelmäßig zu finden. Es ist also nicht oder nicht nur die landläufige Konzentrationsstörung vieler neuropathischer Kinder zu beobachten, die von allen äußeren Reizen, von jeder Bewegung und Unruhe um sie herum von ihrem Arbeitsziel abgelenkt werden. Diese Kinder sind vielmehr von vornherein gar nicht geneigt, ihre Aufmerksamkeit, ihre Arbeitskonzentration auf das zu richten, was die Außenwelt, in diesem Fall die Schule, von ihnen verlangt.“

Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter, S. 119

Wenn solche Konzentrationsschwierigkeiten bestehen, ist das Asperger-Syndrom sogar mit AD(H)S zu verwechseln (siehe Differentialdiagnose).[59] Als Lernhindernis erweist sich auch die für das Asperger-Syndrom typische Beeinträchtigung der zentralen Kohärenz: der Fähigkeit, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden.

Ritualisierte Handlungen[Bearbeiten]

Menschen mit Asperger sind oft darauf fixiert, ihre äußere Umgebung und Tagesabläufe möglichst gleichbleibend zu gestalten. Plötzliche Veränderungen können sie überfordern oder sehr nervös machen.[1][31] Dies liegt daran, dass Veränderungen einen höheren Grad an Aufmerksamkeit erfordern, was bei der angenommenen Schwäche von Menschen mit Autismusspektrum, Informationen auszublenden, zu einer erhöhten Belastung führt.

Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter[Bearbeiten]

Erwachsene mit Asperger-Syndrom leben oft zurückgezogen und haben wenige direkte Sozialkontakte. An deren Stelle treten heutzutage häufig Kontakte über das Internet. Obwohl es einigen Menschen mit Asperger gelingt, eine stabile Partnerschaft aufzubauen und eine Familie zu gründen,[60] ist es für andere aufgrund einer mangelnden Sozialkompetenz bereits schwierig, überhaupt Kontakt zu möglichen Partnern aufzubauen. Oft werden die Anforderungen einer Partnerschaft auch als anstrengend empfunden. Entscheidend für die berufliche Entwicklung von Menschen mit Asperger ist die Frage, ob es gelingt, ihre Spezialinteressen beruflich umzusetzen.[1]

Einige erwachsene Menschen mit Asperger-Syndrom bauen bewusst oder unbewusst Bekanntschaften zu Menschen auf, mit deren charakterlichen Eigenschaften sie leicht umgehen können. Sie bauen sich ein soziales Netzwerk mit Menschen auf, die meist ebenfalls eher introvertiert sind, sich vorwiegend auf einer sachlichen Ebene verständigen und oft ebenfalls Spezialinteressen haben, die aber nicht unbedingt selbst autistisch sind (Modebegriffe: Geeks und Nerds). Erwachsene Menschen mit Asperger-Syndrom und einem gut laufenden sozialen Umfeld sind sich ihrer autistischen Züge häufig nicht bewusst. Sie sind jedoch leicht überfordert, wenn sie unfreiwillig etwas mit Menschen zu tun haben, deren Persönlichkeit sich zu sehr von der eigenen unterscheidet.[61]

Diagnose im Erwachsenenalter[Bearbeiten]

Bei der Diagnose im Erwachsenenalter spielen oft weniger der Schweregrad als vielmehr die Lebensumstände eine Rolle. Bei guter privater und beruflicher Integration ist unter Umständen keine Diagnose oder zusätzliche Therapie nötig. Lebenskrisen, hervorgerufen etwa durch Arbeitslosigkeit oder Scheidung, können dazu führen, dass eine Andersartigkeit im sozialen Umgang deutlicher sichtbar wird und zu einer Diagnose führt. Dies berichten viele erst im Erwachsenenalter diagnostizierte Autisten.

Beruf[Bearbeiten]

„Gerade bei den Autistischen sehen wir – mit weit größerer Deutlichkeit als bei den ‚Normalen‘ –, daß sie schon von frühester Jugend an für einen bestimmten Beruf prädestiniert erscheinen, daß dieser Beruf schicksalhaft aus ihren besonderen Anlagen herauswächst.“

Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter, S. 133

Der Geophysiker Peter Schmidt beschreibt, wie sich das Asperger-Syndrom im modernen, akademischen Berufsleben auswirkt. Danach wird der Autor hinsichtlich seines Asperger-Syndroms eher als Problemfall („Widerstand“) und hinsichtlich seiner Stärken als „Kapazität“ wahrgenommen. Menschen mit Asperger-Syndrom, die anscheinend von Kindheit an für einen bestimmten Beruf vorherbestimmt (prädestiniert) zu sein scheinen, stoßen in der modernen Arbeitswelt, in der es immer mehr auf Mobilität, Flexibilität, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit ankommt, auf große Schwierigkeiten. Inwieweit es ihnen gelingt, eine ihren Eigenarten entsprechende Nische zu finden, hängt sowohl von den Menschen, mit denen der Autist zusammenarbeiten muss, besonders den Vorgesetzten, als auch von den bereitgestellten Arbeitsbedingungen ab.[62]

Kriminalstatistik[Bearbeiten]

Obwohl gegenwärtig noch nicht genügend epidemiologische Studien vorliegen, vermuten die meisten Autoren, dass autistische Menschen eine niedrigere Kriminalrate hätten als nicht autistische Menschen. Sie seien eher Opfer als Täter. Zudem würden sie dazu neigen, Gesetze rigide anzuwenden, und hätten Probleme mit Gesetzesüberschreitungen.[63]

Prognose[Bearbeiten]

Nach Hans Asperger hängt eine günstige Prognose vom intellektuellen Begabungsgrad ab. Weniger begabte Menschen kämen oft nur in einen untergeordneten Außenseiterberuf hinein und trieben sich im ungünstigsten Fall als „komische Originale auf den Straßen herum“.[64] Bei „intellektuell intakten“ und überdurchschnittlich begabten Autisten komme es:

„zu einer guten Berufsleistung und damit zu einer sozialen Einordnung, oft in hochgestellten Berufen, oft in so hervorragender Weise, daß man zu der Anschauung kommen muß, niemand als gerade diese autistischen Menschen seien gerade zu solcher Leistung befähigt.“

Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. S. 133

Abgrenzung[Bearbeiten]

Differentialdiagnose[Bearbeiten]

Hochfunktionaler Autismus und Asperger-Syndrom werden von folgenden anderen Abweichungen abgegrenzt (Differentialdiagnose):

  • Schizoide Persönlichkeitsstörung. Menschen mit leichtem Autismus sind im Gegensatz hierzu häufig sehr offen, ehrlich und direkt und haben oft nur wenig Angst davor, anderen einen Einblick in ihr Innenleben zu geben. Dies kann man gut an der sehr offenen und persönlichen Selbstdarstellung in den vielen Autobiographien und Interviews dieser Personen erkennen. Sie wünschen sich gerade im Erwachsenenalter oft Freunde und Bekannte. Wegen ihrer Schwierigkeiten, vielschichtige Gefühle beim Gegenüber wahrzunehmen oder angemessen darauf zu reagieren, sind sie jedoch oft nur begrenzt zu Freundschaften in der Lage.[65]
  • Schizophrenie. Klassische schizophrene Symptome (wie Wahn, Halluzinationen und Denkstörungen) sind beim Asperger-Syndrom nicht zu beobachten. In etwa fünf Prozent der Fälle findet jedoch ein Übergang vom Asperger-Syndrom in eine schizophrene Erkrankung statt.[66] Menschen mit Asperger-Syndrom flüchten sich gelegentlich in ihre Fantasie oder in ihre Spezialinteressen, das hat aber nichts mit Schizophrenie zu tun, denn sie sind durchaus in der Lage, wieder in die Alltagsrealität zurückzukehren.[67]
  • Paranoia. Menschen mit Asperger-Syndrom sind in ihrem Verständnis zwischenmenschlichen Geschehens beeinträchtigt und neigen vermutlich aus diesem Grunde stärker als andere zu paranoiden Weltdeutungsmustern.[68] Ihre paranoiden Tendenzen sind jedoch schwächer als bei Personen mit Wahnvorstellungen und von diesen abgrenzbar.[69]
  • Atypischer Autismus. Diese Diagnose (F84.1) wird gestellt, wenn die Kriterien weder für frühkindlichen Autismus noch für das Asperger-Syndrom passen, aber dennoch Charakteristika oder Probleme vorliegen, die dem Autismus-Spektrum zuzuordnen sind.[70]

Für die Differentialdiagnose im Erwachsenenalter werden in einem Überblick von 2013 zusätzlich folgende andere Abweichungen erläutert, die vom Asperger-Syndrom zu trennen seien: Soziale Angststörung (Soziale Phobie), Zwangsstörung, Zwanghafte Persönlichkeitsstörung und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).[22]

Mögliche Begleiterscheinungen[Bearbeiten]

Manchmal tritt das Asperger-Syndrom auch gemeinsam mit anderen Abweichungen auf (Komorbidität):

  • Zu den häufigsten Begleiterscheinungen zählt die Depression, die meist durch Beeinträchtigungen im Privat- und Berufsleben mitbedingt ist.[1]
  • Einige Menschen mit Asperger-Syndrom erfüllen auch die Kriterien für eine Zwangsstörung oder eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Im Falle einer einfachen Zwangsstörung ist die Abgrenzung vom Asperger-Syndrom einfacher als im Falle einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung. Asperger-Syndrom und Zwangsstörung können aber auch gleichzeitig vorliegen.[71]
  • Wenn Konzentrationsschwierigkeiten vorliegen, wird das Asperger-Syndrom leicht mit ADHS verwechselt.[59] Beide Störungen können aber auch gemeinsam auftreten. In einer Übersicht von 2012 wurde betont, dass sowohl ihre Überlappungen als auch ihre Unterschiede beachtet werden müssen.[72]
  • Gelegentlich ist ein gemeinsames Vorkommen von Asperger-Syndrom und Tourette-Syndrom beschrieben worden. Wenn ein Asperger-Syndrom alleine vorliegt, ist es vom Tourette-Syndrom jedoch gut zu unterscheiden.[10]
  • Manchmal wird auch ein gemeinsames Vorkommen von Asperger-Syndrom und Magersucht (Anorexia nervosa) beobachtet.[73]

Ursachen[Bearbeiten]

Die Ursachen des Asperger-Syndroms, wie des gesamten Autismusspektrums, liegen in entwicklungsbiologischen Abweichungen bei Entstehung und Wachstum des Gehirns, und zwar bezüglich Anatomie und Funktion, insbesondere bei der Ausbildung von Nervenverbindungen (Konnektom).[74] Die möglichen Ursachen der Abweichungen, die in erster Linie – aber nicht nur – die Embryonalentwicklung betreffen, sind Gegenstand der Forschung. In Frage kommen, neben besonderen genetisch vererbten Bedingungen, im Prinzip alle Faktoren, die die Arbeit der Gene in kritischen Zeitfenstern beeinflussen (Teratologie).[75]

Genetik[Bearbeiten]

Die genetischen Ursachen des Gesamtbereichs des Autismusspektrums haben sich als äußerst vielfältig und hochkomplex erwiesen.[76] In einer Übersicht von 2011 wurden bereits 103 Gene und 44 Genorte (Genloci) als Kandidaten für eine Beteiligung identifiziert, und es wurde vermutet, dass die Zahlen weiter stark steigen würden.[77] Es wird allgemein davon ausgegangen, dass die immensen Kombinationsmöglichkeiten vieler genetischer Abweichungen die Ursache für die große Vielfalt und Breite des Autismusspektrums sind, einschließlich des Asperger-Syndroms.[78]

Gehirn[Bearbeiten]

Durch bildgebende Verfahren konnten – auf Gruppenebene, (noch) nicht im Einzelfall – immer wieder strukturelle und funktionelle Abweichungen im Gehirn festgestellt werden.[79] Bildliche Darstellungen einzelner Gehirne lassen bislang wegen der natürlichen Variationsbreite noch keine Aussagen zu, aber bei statistisch ermittelten Gruppendaten sind die Abweichungen bezüglich einer Vergleichsgruppe deutlich. Sie betreffen weite Teile des Gehirns und stimmen überein mit den typischen Abweichungen im Verhalten.

Neuropsychologie[Bearbeiten]

Auffällig oft wiederholtes Stapeln oder Aufreihen als möglicher Ausdruck von Überspezialisierung.

2004 entdeckte eine Forschergruppe um Marcel Just und Nancy Minshew an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (USA) die Erscheinung der veränderten Konnektivität (großräumiger Informationsfluss, engl. connectivity) im Gehirn bei den Gruppendaten von 17 Probanden aus dem Asperger-Bereich des Autismusspektrums. Funktionelle Gehirnscans (fMRI) zeigten im Vergleich zur Kontrollgruppe sowohl Bereiche erhöhter als auch Bereiche verminderter Aktivität, sowie eine verminderte Synchronisation der Aktivitätsmuster verschiedener Gehirnbereiche. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse entwickelten die Autoren erstmals die Theorie der Unterkonnektivität (underconnectivity) für die Erklärung des Autismusspektrums.[80]

Die Ergebnisse wurden relativ schnell in weiteren Studien bestätigt, ausgebaut und präzisiert, und das Konzept der Unterkonnektivität wurde entsprechend fortentwickelt.[81][82] Bezüglich anderer Theorien wurde es nicht als Gegenmodell, sondern als übergreifendes Generalmodel präsentiert. In den folgenden Jahren nahm die Anzahl der Studien zur Konnektivität bei Autismusspektrum explosionsartig zu.

Dabei wurde neben eher globaler Unterkonnektivität häufig auch eher lokale Überkonnektivität gefunden. Letztere wird allerdings – gestützt auf Kenntnisse der frühkindlichen Gehirnentwicklung bei Autismus – eher als Überspezialisierung und nicht als Steigerung der Effektivität verstanden. Um beide Erscheinungen zu berücksichtigen, wird das Konzept nun atypische Konnektivität genannt. Es zeichnet sich ab (Stand: Juli 2015), dass es sich als Konsensmodell in der Forschung etabliert.[83][84] Dies gilt auch, wenn der Asperger-Bereich des Autismusspektrums für sich betrachtet wird.[85] Die beim Autismusspektrum vorliegende atypische Konnektivität wird verstanden als Ursache des hier beobachteten besonderen Verhaltens, wie etwa bei der Erfassung von Zusammenhängen zwischen Dingen, Personen, Gefühlen und Situationen.

Behandlung[Bearbeiten]

Nicht jede Diagnose eines Asperger-Syndroms führt zur Einstufung als Krankheit, die beachtet oder gar behandelt werden sollte.[1] Auch gibt es derzeit keine kausal wirksame Therapie. Möglich ist eine symptomatische Therapie, die sich auf verhaltenstherapeutische Ansätze (zum Beispiel TEACCH, ABA) und die Einübung sozialer Fertigkeiten stützt. Mit den Behandlungsgrundsätzen für Menschen mit Asperger haben sich insbesondere Klin und Volkmar beschäftigt.[86] Zur Behandlung bei Erwachsenen liegt eine umfassende Übersicht von 2013 durch die Freiburger Autismus-Studiengruppe vor.[87] Auch eine Anpassung der äußeren Umgebung an die Schwierigkeiten der Patienten kann sinnvoll sein.[71] Wenn Symptome wie ausgeprägte Hyperaktivität und Unruhe, aggressives Verhalten, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen hinzukommen, werden auch Medikamente eingesetzt.[10]

Autismusrechtsbewegung[Bearbeiten]

In der neurowissenschaftlichen und medizinischen Forschung wird das Asperger-Syndrom als eine Abweichung in der Informationsverarbeitung des Gehirns beschrieben. Einen anderen Ansatz verfolgt zum Beispiel der britische Psychologe Tony Attwood, der das Syndrom nicht als Abweichung, sondern als eine Normvariante der Informationsverarbeitung begreift. Attwood gesteht ein, dass Asperger-Autisten in einem sozialen Umfeld, dessen Verhaltensregeln sie nur schlecht folgen können, strukturell benachteiligt sind, betont jedoch, dass diese Normvariante des Gehirns eine volle Daseinsberechtigung habe.[88]

Von Attwood stammt auch der Ausdruck „neurologisch typisch“ (NT) als Bezeichnung für Menschen, die nicht autistisch sind. Während „NT“s emotional gesteuert seien und durch Intuition lernen würden, seien Asperger-Autisten logisch gesteuert und würden durch Instruktion lernen. Hilfreicher als eine Diagnose und die Aufzeichnung der Mängel eines Asperger-Autisten sei es, dessen Stärken und Talente zu identifizieren. Als Alternative zu klinisch klingenden Bezeichnungen, wie „Asperger-Patient“ oder „Asperger-Autist“, hat die US-amerikanische Pädagogin Liane Holliday Willey 1999 den Ausdruck „Aspie“ geprägt, eine (Selbst-) Bezeichnung, die vor allem die Fähigkeiten und Stärken von Menschen mit Asperger betonen soll.[89]

Manche Menschen mit Asperger sind heute organisiert und fordern – unter anderem auf Veranstaltungen wie dem Autistic Pride Day – die Entpathologisierung und die gesellschaftliche Anerkennung der autistischen Persönlichkeit. Der Kampfbegriff der Autismusrechtsbewegung – „Neurodiversität“ (neurodiversity) – bringt die Idee zum Ausdruck, dass eine untypische neurologische Entwicklung ein normaler menschlicher Unterschied sei, der ebenso Akzeptanz verdiene wie jede andere – physiologische oder sonstige – Variante des Menschseins.

Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

Zu den Einrichtungen, an denen Forschungsschwerpunkte für das Asperger-Syndrom bestehen, zählen das Center for Cognitive Brain Imaging an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh/USA (Marcel Just, Nancy Minshew),[90] das Yale Child Study Center der Yale University School of Medicine (Fred Volkmar),[91] das Gillberg Neuropsychiatry Centre der Universität Göteborg (Christopher Gillberg, Carina Gillberg)[92] und das Universitäre Zentrum Autismus Spektrum (UZAS) in Freiburg.[93]

Aktuelle Ergebnisse der internationalen Autismusforschung werden auf der seit 2007 jährlich stattfindenden Wissenschaftlichen Tagung Autismus-Spektrum (WTAS) vorgestellt. Diese Tagung ist mit Gründung der Wissenschaftlichen Gesellschaft Autismus-Spektrum (WGAS)[94] 2008 auch deren wesentliches Organ.

Rechtssituation[Bearbeiten]

Hauptartikel: Autismus#Rechtssituation

Das Asperger-Syndrom als Thema in der Kunst[Bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten]

Jugendliteratur[Bearbeiten]

Spielfilme/Serien[Bearbeiten]

Trickfilme[Bearbeiten]

Videospiele[Bearbeiten]

Verwandte Themen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Forschungsliteratur[Bearbeiten]

  • Hans Asperger: Das psychisch abnorme Kind. In: Wiener Klinische Wochenzeitschrift. Jg. 51, 1938, ISSN 0043-5325, S. 1314–1317.
  • Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Bd. 117, 1944, S. 73–136.
  • Lorna Wing: Asperger’s syndrome: a clinical account. In: Psychological Medicine. Band 11, Nummer 1, Februar 1981, S. 115–129, PMID 7208735. (Wissenschaftliche Veröffentlichung, in der das Symptombild erstmals als „Asperger-Syndrom“ bezeichnet wird).
  • Ami Klin, Fred R. Volkmar, Sara S. Sparrow (Hrsg.): Asperger Syndrome. Guilford, New York 2000, ISBN 1-57230-534-7.
  • Helmut Remschmidt und Inge Kamp-Becker: Asperger-Syndrom. Verlag Springer, 2006, ISBN 3-540-20945-X.
  •  Mandy Roy et al.: Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter. In: Dtsch Arztebl Int. Nr. 106(5), 2009, S. 59–64 (Artikel).
  • Ludger Tebartz van Elst: Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter: und andere hochfunktionale Autismus-Spektrum-Störungen. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsges., 2012, ISBN 3-941468-80-4.
  •  Timo Lorenz, Kathrin Heinitz: Aspergers – Different, Not Less: Occupational Strengths and Job Interests of Individuals with Asperger’s Syndrome. PLOS ONE, 20. Juni 2014, doi:10.1371/journal.pone.0100358.

Neurobiologie des Autismusspektrums einschließlich des Asperger-Syndroms[Bearbeiten]

  • J. O. Maximo, E. J. Cadena, R. K. Kana: The implications of brain connectivity in the neuropsychology of autism. In: Neuropsychology review. Band 24, Nummer 1, März 2014, S. 16–31, doi:10.1007/s11065-014-9250-0, PMID 24496901, PMC 4059500 (freier Volltext) (Review).
  • R. A. Müller, P. Shih, B. Keehn, J. R. Deyoe, K. M. Leyden, D. K. Shukla: Underconnected, but how? A survey of functional connectivity MRI studies in autism spectrum disorders. In: Cerebral cortex (New York, N.Y. : 1991). Band 21, Nummer 10, Oktober 2011, S. 2233–2243, doi:10.1093/cercor/bhq296, PMID 21378114, PMC 3169656 (freier Volltext) (Review).
  • Reinhard Krüger: homo significans: Der Mensch als Zeichenerzeuger. Förderung kommunikativer Kompetenz und die neurobiologischen Grundlagen des Lernens bei Menschen mit ASS. In: unterstützte kommunikation & forschung. Band 1: Hirnforschung und Autismusspektrumsstörung. Von Loeper, Karlsruhe 2011, S. 4–20.

Einführungs- und Ratgeberliteratur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Medienberichte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i  Mandy Roy et al.: Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter. In: Dtsch Arztebl Int. Nr. 106(5), 2009, S. 59–64 (Artikel); englische Version: M. Roy, W. Dillo, H. M. Emrich, M. D. Ohlmeier: Asperger's syndrome in adulthood. In: Deutsches Ärzteblatt international. Band 106, Nummer 5, Januar 2009, S. 59–64, doi:10.3238/arztebl.2009.0059, PMID 19562011, PMC 2695286 (freier Volltext) (Review).
  2. Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. (PDF, Scanner-Bilder, 7,85 MB) In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Bd. 117, 1944, S. 73–136. Besser lad-, les- und suchbar: Textgleiche Originalfassung: Eingereicht als Habilitationsschrift bei der Medizinischen Fakultät der Wiener Universität am 8. Oktober 1943 (PDF, 197 KB, 64 Seiten, Stichwortsuche möglich, abgerufen am 15. August 2015).
  3. Christian Schanze (Hrsg.): Psychiatrische Diagnostik und Therapie bei Menschen mit Intelligenzminderung: ein Arbeits- und Praxisbuch für Ärzte, Psychologen, Heilerziehungspfleger und -pädagogen, 2. überarb. und erw. Aufl. Schattauer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-7945-2951-3, S. 259.
  4. D. van KREVELEN, C. KUIPERS: The psychopathology of autistic psychopathy. In: Acta paedopsychiatrica. Band 29, Januar 1962, S. 22–31, PMID 14459626.
  5. Lorna Wing: Asperger's syndrome: a clinical account. In: Psychological Medicine. Band 11, Nummer 1, Februar 1981, S. 115–129, PMID 7208735.
  6. D. Tantam: Asperger's syndrome. In: Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines. Band 29, Nummer 3, Mai 1988, S. 245–255, PMID 3047159 (Review).
  7. a b I. C. Gillberg, C. Gillberg: Asperger syndrome–some epidemiological considerations: a research note. In: Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines. Band 30, Nummer 4, Juli 1989, S. 631–638, PMID 2670981 (Review).
  8. a b P. Szatmari, R. Bremner, J. Nagy: Asperger's syndrome: a review of clinical features. In: Canadian journal of psychiatry. Revue canadienne de psychiatrie. Band 34, Nummer 6, August 1989, S. 554–560, PMID 2766209.
  9. M. Ghaziuddin, L. Y. Tsai, N. Ghaziuddin: Brief report: a comparison of the diagnostic criteria for Asperger syndrome. In: Journal of autism and developmental disorders. Band 22, Nummer 4, Dezember 1992, S. 643–649, PMID 1483981.
  10. a b c d e f g h i Helmut Remschmidt: Das Asperger-Syndrom. Eine zu wenig bekannte Störung? In: Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 19, 12. Mai 2000 (PDF).
  11. Daniel Tibi: Wie macht sich das Asperger-Syndrom bemerkbar? Eine Kurzinformation (PDF)
  12. F. R. Volkmar, J. C. McPartland: From Kanner to DSM-5: autism as an evolving diagnostic concept. In: Annual review of clinical psychology. Band 10, 2014, S. 193–212, doi:10.1146/annurev-clinpsy-032813-153710, PMID 24329180 (Review).
  13. Geprägt wurde der Ausdruck 1971 von einem US-amerikanischen Forscherteam: M. K. DeMyer, D. W. Churchill, W. Pontius, K. M. Gilkey: A comparison of five diagnostic systems for childhood schizophrenia and infantile autism. In: Journal of autism and childhood schizophrenia. Band 1, Nummer 2, 1971 Apr-Jun, S. 175–189, PMID 5172391. Reviewed in: M. K. DeMyer, J. N. Hingtgen, R. K. Jackson: Infantile autism reviewed: a decade of research. In: Schizophrenia bulletin. Band 7, Nummer 3, 1981, S. 388–451, PMID 6116276, (freier Volltext) (Review).
  14. A. Klin, F. R. Volkmar, S. S. Sparrow, D. V. Cicchetti, B. P. Rourke: Validity and neuropsychological characterization of Asperger syndrome: convergence with nonverbal learning disabilities syndrome. In: Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines. Band 36, Nummer 7, Oktober 1995, S. 1127–1140, PMID 8847376.
  15. K. E. Macintosh, C. Dissanayake: Annotation: The similarities and differences between autistic disorder and Asperger's disorder: a review of the empirical evidence. In: Journal of child psychology and psychiatry, and allied disciplines. Band 45, Nummer 3, März 2004, S. 421–434, PMID 15055363 (Review).
  16. A. N. Witwer, L. Lecavalier: Examining the validity of autism spectrum disorder subtypes. In: Journal of autism and developmental disorders. Band 38, Nummer 9, Oktober 2008, S. 1611–1624, doi:10.1007/s10803-008-0541-2, PMID 18327636 (Review).
  17. Lorna Wing: The Relationship Between Asperger’s Syndrome and Kanner’s Autism. In: U. Frith (Hrsg.): Autism and Asperger Syndrome, Cambridge University Press, Cambridge 1991, S. 93–121.
  18. Zum Beispiel Brenda Smith Myles, Terry Cooper Swanson, Jeanne Holverstott, Megan Moore Duncan (Hrsg.): Autism Spectrum Disorders: A Handbook for Parents and Professionals, 2003; Chantal Sicile-Kira: Autism Spectrum Disorders: The Complete Guide to Understanding Autism, Asperger’s Syndrome, Pervasive Developmental Disorder, and Other ASDs, 2004.
  19. E. Pisula, K. Ziegart-Sadowska: Broader Autism Phenotype in Siblings of Children with ASD–A Review. In: International journal of molecular sciences. Band 16, Nummer 6, 2015, S. 13217–13258, doi:10.3390/ijms160613217, PMID 26068453, PMC 4490493 (freier Volltext) (Review).
  20. a b M. L. Mattila, M. Kielinen, K. Jussila, S. L. Linna, R. Bloigu, H. Ebeling, I. Moilanen: An epidemiological and diagnostic study of Asperger syndrome according to four sets of diagnostic criteria. In: Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry. Band 46, Nummer 5, Mai 2007, S. 636–646, doi:10.1097/chi.0b013e318033ff42, PMID 17450055.
  21. A. K. Halladay, S. Bishop, J. N. Constantino, A. M. Daniels, K. Koenig, K. Palmer, D. Messinger, K. Pelphrey, S. J. Sanders, A. T. Singer, J. L. Taylor, P. Szatmari: Sex and gender differences in autism spectrum disorder: summarizing evidence gaps and identifying emerging areas of priority. In: Molecular autism. Band 6:36, Juni 2015, electronic prepublication, doi:10.1186/s13229-015-0019-y, PMID 26075049, PMC 4465158 (freier Volltext) (Review).
  22. a b F. G. Lehnhardt, A. Gawronski, K. Pfeiffer, H. Kockler, L. Schilbach, K. Vogeley: The investigation and differential diagnosis of Asperger syndrome in adults. In: Deutsches Ärzteblatt international. Band 110, Nummer 45, November 2013, S. 755–763, doi:10.3238/arztebl.2013.0755, PMID 24290364, PMC 3849991 (freier Volltext) (Review).
  23. Anna M. Ehret, Matthias Berking: DSM-IV und DSM-5: Was hat sich tatsächlich verändert?. In: Verhaltenstherapie. 23, 2013, S. 258–266, doi:10.1159/000356537, (freier Volltext).
  24. DSM-5 Autism Spectrum Disorder, 299.00 (F84.0), Diagnostic Criteria, abgerufen am 11. August 2015
  25. a b F84.5 Asperger-Syndrom. ICD-10-GM 2015 auf der DIMDI-Website, abgerufen am 4. August 2015.
  26. ICD-10-GM. DIMDI-Website, abgerufen am 4. August 2015.
  27. ICD-11 Beta Draft, abgerufen August 2015
  28. Kathrin Hippler, Christian Klicpera: Das Asperger Syndrom. In: Barbara Gasteiger-Klicpera u. a. (Hsrg.): Sonderpädagogik der sozialen und emotionalen Entwicklung (= Handbuch der Sonderpädagogik. Bd. 3). Hogrefe, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8017-1707-0, S. 325–352, hier S. 332.
  29. Tony Attwood: Asperger-Syndrom. Das erfolgreiche Praxis-Handbuch für Eltern und Therapeuten. Englische Originalausgabe 1998, auf Deutsch: 3. Auflage, Thieme, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8304-6596-6, S. 22f und 219ff.
  30. Jan Johnston-Tyler: The Mom’s Guide to Aspergers Syndrome: And Related Disorders, S. 239.
  31. a b Katja Carstensen: Das Asperger-Syndrom. Alltag, Schule und Beruf, 2009, S. 28.
  32. Zum Beispiel WrongPlanet.net
  33. Christine Preißmann: Psychotherapie und Beratung bei Menschen mit Asperger-Syndrom. Konzepte für eine erfolgreiche Behandlung aus Betroffenen- und Therapeutensicht. 2. vollst. überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-020757-8, S. 67.
  34. Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. (PDF, Scanner-Bilder, 7,85 MB) In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Bd. 117, 1944, S. 73–136, S. 115 f. Besser lad-, les- und suchbar: Textgleiche Originalfassung: Eingereicht als Habilitationsschrift bei der Medizinischen Fakultät der Wiener Universität am 8. Oktober 1943 (PDF, 197 KB, 64 Seiten, Stichwortsuche möglich, abgerufen am 15. August 2015), S. 45f.
  35. E. Hesselmark, S. Plenty, S. Bejerot: Group cognitive behavioural therapy and group recreational activity for adults with autism spectrum disorders: a preliminary randomized controlled trial. In: Autism : the international journal of research and practice. Band 18, Nummer 6, August 2014, S. 672–683, doi:10.1177/1362361313493681, PMID 24089423, PMC 4230566 (freier Volltext).
  36. Gail Hawkins: How to find work that works for people with Asperger syndrome: the ultimate guide for getting people with Asperger syndrome into the workplace (and keeping them there!), London und Philadelphia, Jessica Kingsley Publishers 2004, ISBN 1843101513, S. 65f.
  37. Helmut Remschmidt: Autismus: Erscheinungsformen, Ursachen, Hilfen, 2008, S. 49.
  38. Tony Attwood: Asperger-Syndrom. Wie Sie und Ihr Kind alle Chancen nutzen: das erfolgreiche Praxis-Handbuch für Eltern und Therapeuten. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005 (englisches Original 1998), ISBN 3830432194, S. 76.
  39. The Little Professor Syndrome The New York Times Magazine (englisch)
  40. a b Asperger (1944), S. 114 (textgleich: Asperger, 1943, S. 43); Ami Klin ua.: Asperger Syndrome. In: Byron Patrick Rourke (Hrsg.): Syndrome of nonverbal learning disabilities: neurodevelopmental manifestations, 1995, S. 93–118 (besonders S. 101); Ami Klin u. a.: Assessment Issues in Children and Adolescents with Asperger Syndrome. In: Ami Klin, Fred R. Volkmar, Sara S. Sparrow (Hrsg.): Asperger Syndrome (2000), S. 309–366 (besonders S. 323)
  41. Ami Klin, Sara S. Sparrow, Wendy D. Marans, Alice Carter, Fred R. Volkmar: Assessment Issues in Children and Adolescents with Asperger Syndrome. In: Ami Klin, Fred R. Volkmar, Sara S. Sparrow (Hrsg.): Asperger Syndrome (2000), S. 309–366; Digby Tantam: Asperger Syndrome in adulthood. In: Uta Frith: Autism and Asperger syndrome, 1991, S. 147–183.
  42. Ole Sylvester Jørgensen: Asperger. Syndrom zwischen Autismus und Normalität. Diagnostik und Heilungschancen. 2002, S. 58.
  43. Manche Asperger-Autisten führen Selbstgespräche, um ihre Gedanken zu ordnen, etwa um ein bereits geführtes Gespräch vollends zu verstehen oder um ein anstehendes Gespräch zu proben (Tony Attwood: Asperger-Syndrom: Wie Sie und Ihr Kind alle Chancen nutzen: das erfolgreiche Praxis-Handbuch für Eltern und Therapeuten. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005 (englisches Original 1998), ISBN 3830432194, S. 93f).
  44. James C. McPartland, Ami Klin: Asperger Syndrome. In: Adolescent Medicine Clinics of North America, 2006, Band 17, S. 771–788.
  45. sz-online.de: Besondere Begabungen: IT-Firma sucht Autisten, 6. November 2012.
  46. Attwood: The complete guide to Asperger’s syndrome. S. 178.
  47. L. Mottron, L. Bouvet, A. Bonnel, F. Samson, J. A. Burack, M. Dawson, P. Heaton: Veridical mapping in the development of exceptional autistic abilities. In: Neuroscience and biobehavioral reviews. Band 37, Nummer 2, Februar 2013, S. 209–228, doi:10.1016/j.neubiorev.2012.11.016, PMID 23219745 (freier Volltext) (Review).
  48. Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Bd. 117, 1944, S. 73–136, S. 128 (PDF, Scanner-Bilder, 7,85 MB). Besser lad-, les- und suchbar: Textgleiche Originalfassung: Eingereicht als Habilitationsschrift bei der Medizinischen Fakultät der Wiener Universität am 8. Oktober 1943 (PDF, 197 KB, 64 Seiten, Stichwortsuche möglich, abgerufen am 15. August 2015), S. 56.
  49. Temple Grandin: Ich bin die Anthropologin auf dem Mars: mein Leben als Autistin. Droemer Knaur, 1997, ISBN 3426772884, S. 110.
  50. Sigrid von Aster u. a.: Kinder- und Jugendpsychiatrie: Eine praktische Einführung. 2008, S. 192.
  51. Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V. (BKJPP) / Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder-und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG). Ingo Spitczok von Brisinski: Asperger-Syndrom, AD(H)S, Hochbegabung – differentialdiagnostische Aspekte. (Memento vom 14. Dezember 2007 im Internet Archive) In: Forum der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Heft 4/2003, abgerufen am 5. Januar 2010.
  52. Hans Asperger: Problems of infantile autism. Journal of the National Autistic Society, London 1979. Zitiert nach Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom S. 249.
  53. Michael Fitzgerald: Autism and creativity: is there a link between autism in men and exceptional ability? 2004, S. 2 f.
  54. Christopher Gillberg: Charles XII seems to have fulfilled all the criteria of Asperger syndrome. In: Läkartidningen, November 2002, Band 99 (48), S. 4837–4838.
  55. Oliver Sacks: Henry Cavendish: An early case of Asperger’s syndrome? in: Neurology, 2001, Band 57 (7), S. 1347.
  56. Helen Muir: Einstein and Newton showed signs of autism, in: New Scientist, 30. April 2003; pro: Ioan James: Singular scientists, in: Journal of the Royal Society of Medicine, 2003, Band 96 (1), S. 36–39; Michael Fitzgerald: Einstein: Brain and Behavior, in: Journal of Autism and Developmental Disorders, 2004, Band 30 (6), S. 620–621; contra: Oliver Sacks: Henry Cavendish: An early case of Asperger’s syndrome?
  57. Erica Goode: CASES; A Disorder Far Beyond Eccentricity, New York Times, 9. Oktober 2001.
  58. Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Bd. 117, 1944, S. 73–136, S. 106, 119f (PDF, Scanner-Bilder, 7,85 MB). Besser lad-, les- und suchbar: Textgleiche Originalfassung: Eingereicht als Habilitationsschrift bei der Medizinischen Fakultät der Wiener Universität am 8. Oktober 1943 (PDF, 197 KB, 64 Seiten, Stichwortsuche möglich, abgerufen am 15. August 2015), S. 34f, 48f.
  59. a b ADHS oder Asperger-Syndrom? adhs.ch, archiviert vom Original am 12. Dezember 2013, abgerufen am 30. April 2012 (PDF; 136 kB).
  60. Peter Schmidt: Ein Kaktus zum Valentinstag. Ein Autist und die Liebe. Patmos, Ostfildern 2012, ISBN 978-3-8436-0211-2.
  61. Volker Faust: ASPERGER-SYNDROM – Eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS). (PDF; 281 kB) In: PSYCHIATRIE HEUTE – Seelische Störungen erkennen, verstehen, verhindern, behandeln
  62. Peter Schmidt: Kein Anschluss unter diesem Kollegen. Ein Autist im Job. Patmos-Verlag, Ostfildern 2014, ISBN 3-8436-0517-3
  63. Helmut Remschmidt, Inge Kamp-Becker: Asperger-Syndrom. S. 218.
  64. Hans Asperger: Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten. Bd. 117, 1944, S. 73–136, S. 132 (PDF, Scanner-Bilder, 7,85 MB). Besser lad-, les- und suchbar: Textgleiche Originalfassung: Eingereicht als Habilitationsschrift bei der Medizinischen Fakultät der Wiener Universität am 8. Oktober 1943 (PDF, 197 KB, 64 Seiten, Stichwortsuche möglich, abgerufen am 15. August 2015), S. 61.
  65. Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger Syndrom. S. 109.
  66. Sula Wolff: Loners. The life path of unusual children, London, New York, Routledge, 1995.
  67. Tony Attwood: Ein ganzes Leben mit dem Asperger Syndrom. S. 31–33.
  68. Alison J. Blackshaw, Peter Kinderman, Dougal J. Hare, Chris Hatton: Theory of Mind, Causal Attribution and Paranoia in Asperger Syndrome. Autism, Band 5, Heft 2, Juni 2001, S. 147–163, Abstract
  69. J. S. Craig, C. Hatton, F. B. Craig, R. P. Bentall: Persecutory beliefs, attributions and theory of mind: comparison of patients with paranoid delusions, Asperger’s syndrome and healthy controls. In: Schizophrenia research. Band 69, Nummer 1, Juli 2004, S. 29–33, doi:10.1016/S0920-9964(03)00154-3, PMID 15145468.
  70. Bernhard Blanz, Helmut Remschmidt, Martin Schmidt, Andreas Warnke: Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter: Ein entwicklungspsychopathologisches Lehrbuch, 2006, S. 82 ff.
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