Tiroler Landestheater Innsbruck

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Landestheater

Das Tiroler Landestheater steht in Innsbruck. Das große Haus fasst etwa 800 Sitzplätze. Die Kammerspiele als zweite Spielstätte wurden 2015/16 komplett abgerissen. Bis zur Fertigstellung der neuen Kammerspiele wird eine Halle im Messegelände als Übergangslösung genutzt. Auf dem Spielplan stehen Schauspiel, Oper, Operetten, Musicals und Tanztheater; für die Musik ist das Tiroler Symphonieorchester zuständig.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tiroler Landestheater befindet sich In unmittelbarer Nähe der historischen Altstadt, umgeben von Hofburg, Hofkirche, Hofgarten und SOWI-Fakultät der Universität Innsbruck. Direkt daneben stehen die Kammerspiele Innsbruck (Neuer Stadtsaal, ehemaliges Casineum).[1]

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Comedihaus, Hof- und Stadttheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hoftheater, aquarellierte Tuschpinselzeichnung von Joseph Leopold Strickner, 1801

Es wurde 1629 vom Architekten Christoph Gumpp den Jüngeren aus einem der Ballspielhäuser am Rennplatz zu einem Comedihaus umfunktioniert - die große Schaubühne des Erzherzogs Leopold. 1654 wurde ein neues von Christoph Gumpp erbautes Haus auf der anderen Seite des Rennwegs eröffnet, exakt dort, wo das heutige Landestheater steht. 1765 wurde das Hoftheater renoviert. Das Innsbrucker Theater hieß zur bayerischen Besatzungszeit 1805 Königlich bayrisches Hof-Nationaltheater. 1844 wurde es wegen Baufälligkeit geschlossen.

Neues Tiroler Landestheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Theatergesellschaft konstituierte sich und brachte für einen Neubau 40.000 Gulden auf. Das neue Haus wurde 1846 eröffnet. Aus dem Innsbrucker Stadttheater wurde 1945/1946 das Tiroler Landestheater. 1959 wurden die Kammerspiele im Souterrain des Stadtsaalgebäudes eröffnet. Das Tiroler Landestheater (Große Haus) wurde 1961 geschlossen und in den folgenden Jahren umgebaut und wesentlich erweitert. 1967 wurde es wieder eröffnet. 1991/1992 wurden die daneben stehenden Kammerspiele renoviert und zu einem flexiblen Raumtheater umgebaut.

Im Jahre 2003 wurde die neue Probebühne, von den Architekten Karl und Probst aus München geplant, als Anbau an das Große Haus fertiggestellt. Das Landestheater entspricht mit seinen drei Spielorten den Anforderungen eines modernen Bühnenbetriebes und stellt sicher, dass in Innsbruck weiterhin anspruchsvoll gestaltetes Theater stattfinden kann. Im Rahmen der Baumaßnahmen von 2003 wurden auch die Fassade des Landestheaters renoviert und der Vorplatz neu gestaltet. Die alten Kammerspiele direkt neben dem großen Haus wurden 2015/16 abgerissen. An gleicher Stelle soll bis 2018 das Haus der Musik entstehen. Dort sind unter anderem eine kleine Studiobühne („Black Box“) und die neuen Kammerspiele mit etwa 200 Sitzplätzen geplant. Daneben wird das Haus u. a. einen Probensaal für das Tiroler Symphonieorchester sowie Räumlichkeiten für das Tiroler Landeskonservatorium und das Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck bieten.[2][3]

Landestheater, Kammerspiele, Hofkirche, Hofburg und Pavillon bei Nacht (360° Panorama, von links nach rechts)

Trägerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gründung der Tiroler Landestheater Innsbruck und Orchester GmbH Innsbruck wurde 2005 eine Veranstaltungsholding geschaffen. Bei deren Finanzierung wurde der Aufteilungsschlüssel zwischen Stadt und Land zugunsten der Stadt Innsbruck angepasst[4] (55:45 - dies entspricht einer Entlastung der städtischen Finanzen von mehr als 700.000 Euro jedes Jahr).

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Intendant ist seit 2012 Johannes Reitmeier. Kaufmännischer Direktor ist Dr. Markus Lutz.

Uraufführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ensemble, Regie und Team von Anna Karenina bei der Nestroy-Verleihung 2015

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 wurde das Stück Anna Karenina von Armin Petras nach dem Roman von Leo Tolstoi in der Inszenierung von Susanne Schmelcher als Beste Bundesländer-Aufführung beim Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landestheater Innsbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Michael Prachensky: Haus der Künste in den Stadtsälen Innsbruck. auf: prachensky.com und Innsbruck: Stadtsaal (old). auf: andreas-praefcke.de. vergl. commons:Category:Stadtsäle Innsbruck
  2. Haus der Musik | Innsbruck Informiert. In: www.ibkinfo.at. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  3. Amt der Tiroler Landesregierung: Haus der Musik. In: Land Tirol. Abgerufen am 24. Mai 2016.
  4. 11. allgemeine Sitzung des Gemeinderates der Landeshauptstadt Innsbruck. Gemeinde Innsbruck, 10. Dezember 2009, S. 55, abgerufen am 7. Dezember 2015 (PDF).
  5. Nestroys: Wuttke und Orth sind "Beste Schauspieler". Artikel vom 2. November 2015, abgerufen am 2. November 2015.

Koordinaten: 47° 16′ 10″ N, 11° 23′ 47″ O