Trapp von Matsch

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Wappen der Freiherren von Trapp aus dem Scheiblerschen Wappenbuch
Die Churburg im Vinschgau, Südtirol
Schloss Friedberg, Tirol
Palais Trapp in Innsbruck

Die Grafen Trapp von Matsch sind ein steirisches Uradelsgeschlecht, das 1250 erstmals urkundlich genannt wird. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts waren die Freiherren von Trapp in Tirol ansässig. Nicht verwandt sind die Grafen Trapp mit der „singenden Trapp-Familie“ des ehemaligen k.u.k. U-Boot-Kommandanten Georg Ludwig von Trapp. Er war der Sohn des Fregattenkapitäns August Trapp, der erst 1876 den österreichischen Ritterstand erhalten hatte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit etwa 1450 war das Geschlecht in der Grafschaft Tirol ansässig, auf der Churburg bei Schluderns im Vinschgau (Südtirol) sowie auf Schloss Friedberg und in Innsbruck. Nachdem der letzte Vertreter der Herren von Matsch, Gaudenz († 1504), im Jahr 1487 in Ungnade gefallen war, wurde sein Besitz vom Landesherrn eingezogen. Die meisten Güter der Matsch im heutigen Südtirol, darunter auch die Churburg, fielen als Erbschaft an die Trapp, die seit 1459 bereits das Amt eines Erblandhofmeisters von Tirol innehatten. Um 1594 heiratete Katharina von Trapp den verwitweten österreichische Rat, Viertelhauptmann und Landeshauptmannschaftsverwalter an der Etsch Ferdinand von Küepach zu Ried. Ihr gemehrtes Wappen ist über dem Eingang des Ansitzes Zimmerlehen in Obervöls abgebildet.[1] 1655 erlangten die Trapp den österreichischen Grafenstand mit dem Prädikat „von Matsch“. Der Chef des Hauses war seit 1909 erbliches Mitglied des Herrenhauses, das Oberhaus des österreichischen Reichsrates. Der vollständige Titel lautete zuletzt und bis zum Adelsaufhebungsgesetz im Jahr 1919: „Graf Trapp von Matsch zu Pisein und Caldonatsch“. Wie ein auf der Churburg ausgestellter Stammbaum zeigt, waren die Grafen Trapp von Matsch durch Eheschließungen über mehrere Generationen auch eng mit den Grafen Fuchs von Fuchsberg verbunden.[2]

Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palais Trapp in Bozen

Neben der Churburg bei Schluderns im Vinschgau (Südtirol) zählt zum Familienbesitz der Grafen von Trapp auch das Palais Trapp/Wolkenstein in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße 38. Dieses Gebäude war ein 1625 von Berchtold Freiherrn von Wolkenstein erbauter Ansitz namens „Wolkenburg“, der 1700 von den Baumeistern Gumpp zu einem Barockpalais umgestaltet wurde. Die Anlage mit U-förmigem Grundriss, Vestibül und barockem Garten ist seit 1804 im Besitz der Grafen Trapp. Aktueller Besitzer der Churburg ist Gaudenz Hieronymus Oswald Trapp. Das Innsbrucker Palais besitzt Gaudenz Maria Friedrich Trapp.

1845 erwarben sie auch Schloss Friedberg bei Volders. Heutiger Besitzer ist Gaudenz Maria Friedrich Trapp. Im Besitz der Familie befand sich früher auch das Palais Trapp in der Bozener Mustergasse. Eine Familiengrabstätte befindet sich an der Pfarrkirche in Schluderns.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber einen dreimal gebrochenen roten Balken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken ein hermelingestulpter roter Hut mit geschlossenem schwarzem Flug.

Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oswald Trapp (1899–1988), Kunsthistoriker, war Landeskonservator von Tirol, er verfasste das 8-bändige Tiroler Burgenbuch.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trapp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Magdalena Hörmann: Alles Meister: Kunsthandwerk in Tirol. Athesia, 2006, ISBN 978-88-8266-408-4, S. 25.
  2. Christopher R. Seddon: Adelige Lebenswege zwischen Bayern und Österreich. Herrschaftsformen und Herrschaftsstrukturen des Landadels am unteren Inn in der Frühen Neuzeit. Wien 2009, S. 707–708.