U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße

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Gumpendorfer Straße
U-Bahn Wien.svg
U-Bahn-Station in Wien
Gumpendorfer Straße
Die Station Gumpendorfer Straße mit ihrer typischen „gekrümmten“ Fassade
Basisdaten
Bezirk: Mariahilf
Koordinaten: 48° 11′ 27″ N, 16° 20′ 16″ OKoordinaten: 48° 11′ 27″ N, 16° 20′ 16″ O
Eröffnet: 1898
Neugestaltet: 2006–2007 (saniert)
Gleise (Bahnsteig): 2 (Seitenbahnsteig)
Nutzung
U-Bahn-Linie: U6
Umsteigemöglichkeiten: 6 18 57A N6 N8

Die Station Gumpendorfer Straße der Wiener U-Bahn-Linie U6 ist eine denkmalgeschützte Station.

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie befindet sich im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf, an der Grenze zum 15. Bezirk. Es handelt sich aufgrund des dortigen Verlaufs des Gürtels um eine der wenigen Stationen im Wiener U-Bahn-Netz mit „gekrümmten“ Bahnsteigen. Namensgeber ist die 1862 benannte Gumpendorfer Straße, die an die frühere Vorstadt Gumpendorf erinnert. Beherrscht wird die Station nordseitig von der beeindruckenden neogotischen Kuppel der zwischen 1868 und 1875 nach Plänen von Friedrich von Schmidt errichtete Pfarrkirche Maria vom Siege.

Die Anlagen erstrecken sich entlang des Mariahilfer Gürtels zwischen Höhe der Gebrüder-Lang-Gasse und der Sechshauser Straße im 15. Bezirk. Betreten wird das Stationsgebäude ost- wie westseitig durch die typischen grünlackierten Schwingtüren. Von der Aufnahmehalle führen Stiegenanlagen zu den Bahnsteigen. Die Station verfügt über Aufzugsanlagen samt Rampen zur Überwindung der äußeren Stufenanlagen.[1]

Die Ausgänge führen auf den äußeren und inneren Mariahilfer Gürtel. Dort besteht die Möglichkeit, zu den Straßenbahnlinien 6 in Richtung Zentralfriedhof und 18 in Richtung Schlachthausgasse beziehungsweise Stadthalle (beide) umzusteigen. Unter der Brücke südlich des Stationsgebäudes befindet sich die Haltestelle der Autobuslinie 57A in Richtung Anschützgasse bzw. Burgring. Die Station Gumpendorfer Straße gilt als ein Brennpunkt der Drogenszene. In der Nähe befinden sich das Haus der Aidshilfe Wien, das Arik-Brauer-Haus sowie das Raimundtheater, das auch in der Stationsansage im Zug ausgerufen wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampfstadtbahn im Linksverkehr, um 1910
Ein N1/n2-Zug der elektrischen Stadtbahn im Linksverkehr, 1981

Errichtet wurde die Station für die Gürtellinie der Wiener Dampfstadtbahn. In deren frühen Planungen wurde sie teilweise noch als Gumpendorf oder Gumpendorfer Linie bezeichnet, bevor sie letztlich den bis heute gebräuchlichen Namen bekam. Wie die übrigen Stadtbahnanlagen wurde auch die Station Gumpendorfer Straße von Otto Wagner im Auftrag der Commission für Verkehrsanlagen in Wien gestaltet. Die bauliche Fertigstellung erfolgte im Juli 1896,[2] die Inbetriebnahme am 1. Juni 1898. Ab 1925 bediente ersatzweise die neue Wiener Elektrische Stadtbahn die Station, 1989 übernahm die Linie U6 diese Funktion.

Während der nach der Übernahme der Stadtbahnstrecken durch die Stadt Wien von den Österreichischen Bundesbahnen erfolgten Elektrifizierung wurde etwas nördlich der Station Gumpendorfer Straße die Abzweigstelle Gumpendorfer Straße eingerichtet. Von dieser aus führten Verbindungsgleise zum Wiener Straßenbahnnetz, die ab 1925 von der Mischbetriebslinie 18G benutzt wurden. Sie wechselte dort – von Heiligenstadt kommend – in das Straßenbahnnetz über und fuhr weiter zum Süd- und Ostbahnhof beziehungsweise von dort wieder zurück. Die nach dem Anschluss Österreichs von 1938 erfolgte Umstellung auf Rechtsverkehr, der von der Stadtbahn nicht vollzogen wurde, erforderte Umbauten an den Straßenbahngleisen im Bereich Gumpendorfer Straße, um den Seitenwechsel vollziehen zu können. Fahrplanmäßig wurde dieser Übergang das letzte Mal am 19. Februar 1945 genutzt, danach nur noch gelegentlich von Bauzügen. Am 2. August 1965 wurde das Stellwerk, das für den Betrieb der Gleisverbindung notwendig war, geschlossen. Kurz danach wurde diese Anlage abgebaut, nur am äußeren Mariahilfer Gürtel blieben bauliche Reste erhalten, die heute als Abstellfläche genutzt werden.

Bei der Stadtbahnstation Hietzing war ein solcher Gleisübergang ebenfalls geplant, wurde aber nie verwirklicht. Bei der Station Michelbeuern bestand ebenfalls ein Übergangsgleis, das fahrplanmäßig aber nur für eine Umkehrschleife mit einer eigenen Station genutzt wurde.

Zwischen dem 15. April 1985 und 7. Oktober 1989 bildete die Station Gumpendorfer Straße die südliche Endstation der Gürtelstrecke, da ab der Otto-Wagner-Brücke über den Wienfluss die zur Station Meidling Hauptstraße führende Rampe abgebrochen und anschließend bis zur näher gelegenen neuen Station Längenfeldgasse neu errichtet werden musste.[3]

In den Jahren 2006 und 2007 erfolgte eine Generalsanierung des Gebäudes, bei welcher auch auf Barrierefreiheit Bedacht genommen wurde. Der bis dahin bestehende Durchgang außerhalb der Station wurde gesperrt, der davorstehende Kiosk abgebaut.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zugänglichkeit der U-Bahn Station Gumpendorfer Straße
  2. Otto Antonia Graf: Otto Wagner. 1: Das Werk des Architekten 1860–1902. 2. Auflage. Böhlau, Wien 1994, S. 134–248.
  3. Alfred Horn: Wiener Stadtbahn – 90 Jahre Stadtbahn – 10 Jahre U-Bahn. Bohmann Druck und Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co.KG, Wien
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