NightLine Wien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Logo der NightLine
Die NightLine-Linien N58 …
… und N60 bei der Station Kärntner Ring, Oper
Seit 2010 ist die Nacht-U-Bahn in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen ein fester Bestandteil des Wiener Nachtnetzes.

Die NightLine ist ein täglich etwa zwischen 0:30 und 5:00 Uhr betriebenes Nachtverkehrsnetz in Wien.

In den Nächten vor Samstag, Sonntag und Feiertagen verkehren alle fünf U-Bahn-Linien im 15-Minuten-Intervall, 17 Nachtbuslinien der Wiener Linien im 30-Minuten-Takt, 8 Rufbus-Linien bei Bedarf sowie einige Kurse der „Casinobuslinie“ 303 nach Baden. In den übrigen Nächten sind 18 Nachtbuslinien (von denen vier die Innenstadt umrunden) im 30-Minuten-Takt, 10 Rufbus-Linien sowie die Linie 303 nach Baden unterwegs.

Um im U-Bahn-Bereich die Sicherheit in der Nacht zu gewährleisten, kommen ausschließlich durchgängige (ausgenommen U6) und videoüberwachte Garnituren zum Einsatz.

An Wochenenden ergänzt ein S-Bahn-Nachtverkehr auf der Stammstrecke und weiter bis Mödling sowie auf der Vorortelinie das NightLine-Netz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachtbusnetze gab es in Wien bereits vor vielen Jahrzehnten. In der Nachkriegszeit verkehrten zwischen dem Stephansplatz und den Außenbezirken neun Linien, die 1955 auf täglichen Betrieb umgestellt wurden.[1] 1970 wurden diese Linien eingestellt, danach existierte rund 16 Jahre lang kein öffentlicher Verkehr im nächtlichen Wien.

Am 28. Juni 1986 wurde ein neuer Nachtbusverkehr in Betrieb genommen. Die Linien N1 bis N8 fuhren in den Nächten auf Samstag und Sonntag, vom Schwedenplatz ausgehend, in 30-Minuten-Intervallen Rundkurse durch die verschiedenen Stadtteile Wiens. Der Fahrpreis betrug einheitlich 25 Schilling (heute inflationsbereinigt umgerechnet rund 3,50 Euro), was damals ein höherer Tarif als für eine Einzelfahrt tagsüber war. Die Fahrscheine gab es nur an den in den Bussen montierten Automaten und bei dem zu den betroffenen Nächten geöffneten Verkaufsschalter am Schwedenplatz. 1994 wurde noch die im Stundentakt zwischen Kagran und Eßling verkehrende Linie N11 geschaffen.

Nach einer grundlegenden Umstrukturierung nahm am 26. Oktober 1995 die täglich verkehrende NightLine mit nunmehr 22 Linien ihren Betrieb auf. Im Jänner 1999 erfolgten Änderungen an den Linienführungen, außerdem wurden neue, günstigere Tarife und im Vorverkauf erhältliche Streifenkarten eingeführt. Seit Juni 2002 ist der NightLine-Tarif in den Einheitstarif des Verkehrsverbundes Ost-Region eingebunden, wodurch für die Fahrt ein regulärer Fahrschein verwendet werden kann bzw. die Benützung der Nachtbusse für Inhaber von Zeitkarten kostenlos ist. Im März 2006 erfolgten erneut Anpassungen, die Anzahl der Linien wurde auf 28 erhöht, von denen allerdings einige nur am Wochenende bzw. täglich als Anrufsammeltaxi verkehren. Die letzten drei Kurse der Buslinie 360, betrieben von den Wiener Lokalbahnen, wurden in das Netz der NightLine aufgenommen. Diese verkehrt von Wien Oper über Vösendorf und die Shopping City Süd nach Baden. Bisher wurden vier Nachtlinien eingestellt: N52 im Frühjahr 2000 und N72 (mit der 2. Reform eingeführt) Ende Dezember 2007 sowie N50 und N58 im Zuge der Einführung der Nacht-U-Bahn. Während der EM 2008 fuhr entlang der RingstraßeZweierlinie und dem Franz-Josefs-Kai die temporäre Linie N1.

Die Nachtlinien fuhren ein Mal auch am Vormittag, am 1. Mai 1998. Nachdem von 1913[2] bis 1997, unterbrochen durch Weltkriege und Ständestaat, der Betrieb der Verkehrsbetriebe am Ersten Mai erst nach Mittag begann, um den Arbeitnehmern die Möglichkeit zu geben, am Maiaufmarsch teilzunehmen, beschloss der Gemeinderat ab 1998 ganztägigen Verkehr. Die Gewerkschaften legten sich quer, und so beauftragten die Wiener Linien vier private Busunternehmen die Nachtlinien zu bedienen.[3][4] Ab 1999 gab es dann gewöhnlichen Feiertagsfahrplan.[5]

Seit Anfang 2007 werden in den NightLine-Bussen Fahrscheinkontrollen von so genannten Nightlinern durchgeführt. Diese verkaufen Fahrgästen, die ohne gültigen Fahrschein bzw. -ausweis angetroffen werden, Fahrscheine zum Preis einer normalen Einzelfahrt (Preis bei Kauf im Fahrzeug). Die tagsüber übliche Strafgebühr wird jedoch nicht angerechnet.[6]

Im Februar 2010 wurde im Zuge einer Volksbefragung entschieden, dass die Wiener U-Bahn in den Nächten vor Samstagen, Sonntagen und Feiertagen durchgehend verkehren soll. Seit dem 4. September sind alle fünf U-Bahn-Linien in diesen Nächten im 15-Minuten-Intervall unterwegs. Während das Nachtbus-Netz montags bis freitags nahezu unverändert blieb, wurden an Wochenenden die parallel zur U-Bahn verkehrenden Buslinien verkürzt oder eingestellt, was auch das Ende der Linien N50 und N58 bedeutete. An Wochenenden verkehren seitdem keine Nachtbusse mehr rund um den Ring.

Im Sommer 2011 verkehrte aufgrund der Teilsperre der U-Bahnlinie U6 die Ersatzstraßenbahnlinie „E“ zwischen Nußdorfer Straße und Westbahnhof an Wochenenden auch Nachts.

Im Sommer 2012 gab es aufgrund der Teilsperre der Linie U1 abermals ein Wochenendnachtverkehr durch Straßenbahnen mit der Sonderlinie 68, welche zwischen Schwedenplatz und Reumannplatz verkehrte.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde ab Mitte März 2020 der Nachtbetrieb der U-Bahn an Wochenenden eingestellt und durch Nachtbusse ersetzt. Dabei wurden bis Anfang Juni 2020 auch die Intervalle der Nachtbuslinien sowohl an Wochentagen als auch an Wochenenden von 30 min auf 60 min geändert. Ab Mitte Juli 2020 wurde auf den Linien N8, N25 und N60[7], und ab Anfang Oktober auch auf der Linie N66[8] ein 15-Minuten-Intervall bis 2 Uhr Früh als Verstärkung zu den fehlenden Nacht-U-Bahn-Linien an Wochenenden eingerichtet.

Ende März 2020 ersetzte die neue Linie N65 die Streckenführung der Linie N66 zwischen Quellenplatz und Am Schöpfwerk. Die Linie N66 fährt seither von Alterlaa entlang der Linie 66A zum Quellenplatz. Im Zuge dieser Änderung wurde auch die Linie N64 in N8 umbenannt.

Anfang Juli 2020 wurden aufgrund einer gesetzlichen Änderung die Anrufsammeltaxi-Linien (ASTAX) auf Rufbusbetrieb umgestellt. Die ASTAX-Linien N23 und N29 wurden in N24 bzw. N81 umbenannt und die Linie N90 in die Linien N90 und N91 aufgesplittet.

Seit Ende August 2020 wird die frühere Buslinie 360 als Linie 303 geführt und von Dr. Richard betrieben.

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Montag bis Freitag Fahrzeugtype Samstag, Sonntag und Feiertag Fahrzeugtype Intervall (Min.)
U1 OberlaaLeopoldau U-Bahn: Type V 15
U2 KarlsplatzSeestadt U-Bahn: Type V 15
U3 OttakringSimmering U-Bahn: Type V 15
U4 HeiligenstadtHütteldorf U-Bahn: Type V 15
U6 FloridsdorfSiebenhirten U-Bahn: Type T und T1 15
N6 WestbahnhofEnkplatz, Grillgasse Niederflurgelenkbus Westbahnhof – Enkplatz, Grillgasse Niederflurgelenkbus 30
N8 HandelskaiAlterlaa Handelskai – Alterlaa 30
RUFBUS N17 Himberger Straße – Unterlaa Kleinbus Alaudagasse – Unterlaa Kleinbus 30
N20 StrebersdorfKagraner Platz Niederflurbus Strebersdorf – Kagraner Platz Niederflurbus 30
N23 Kagraner Platz – Hausfeldstraße Niederflurbus 30
RUFBUS N24 Kagraner Platz – Am Heidjöchl – Breitenlee Ort – Kagraner Platz Kleinbus Kagraner Platz – Neueßling Kleinbus 30
N25 Ring-Kai – Großfeldsiedlung Niederflurgelenkbus 30
N26 KagranEßling Schule Niederflurbus Kagran – Eßling, Stadtgrenze Niederflurbus 30
N29 Floridsdorf – Praterstern Niederflurbus Floridsdorf – Praterstern Niederflurbus 30
N31 SchwedenplatzStammersdorf Niederflurbus Schwedenplatz – Stammersdorf Niederflurbus 30
N35 Spittelau – Salmannsdorf Niederflurbus 30
RUFBUS N35 Nußdorfer StraßeSalmannsdorf Kleinbus 30
RUFBUS N36 Nußdorfer Straße – Nußdorf Kleinbus Nußdorfer Straße – Nußdorf Kleinbus 30
N38 Ring-Kai – Grinzing Niederflurbus Schottentor – Grinzing Niederflurbus 30
N41 Schottentor – Pötzleinsdorf Niederflurbus Schottentor – Pötzleinsdorf Niederflurbus 30
N43 Schottentor – Neuwaldegg Niederflurgelenkbus Schottentor – Neuwaldegg Niederflurgelenkbus 30
N46 Oper, Karlsplatz – Joachimsthalerplatz Niederflurbus Oper, Karlsplatz – Otto-Wagner-Spital Niederflurgelenkbus 30
N49 Oper, Karlsplatz – Hütteldorf Niederflurgelenkbus Hütteldorfer StraßeAuhof Niederflurgelenkbus 30
RUFBUS N54 Westbahnhof – Ober Sankt Veit Kleinbus Westbahnhof – Ober Sankt Veit Kleinbus 30
N60 Ring-Kai – Maurer Hauptplatz Niederflurgelenkbus Hietzing – Maurer Hauptplatz Niederflurgelenkbus 30
RUFBUS N61 Maurer Hauptplatz – Liesing Kleinbus Maurer Hauptplatz – Liesing Kleinbus 30
N62 Oper, Karlsplatz – Speising, Hermesstraße Niederflurbus Oper, Karlsplatz – Bahnhof Meidling, Schedifkaplatz – Speising, Hermesstraße Niederflurbus 30
RUFBUS N64 Alterlaa – Siebenhirten Kleinbus 30
N65 Quellenplatz – Liesing Quellenplatz – Liesing 30
N66 Ring-Kai – Liesing Niederflurgelenkbus Reumannplatz – Liesing Niederflurgelenkbus 30
N67 Quellenplatz – Oberlaaer Straße – Inzersdorf, Großmarkt Niederflurbus Alaudagasse – Oberlaaer Straße – Inzersdorf, Großmarkt Niederflurbus 30
RUFBUS N68 Quellenplatz – Oberlaa Kleinbus Quellenplatz – Oberlaa Kleinbus 30
N71 Oper, Karlsplatz – Kaiserebersdorf Niederflurbus Alser Straße, Skodagasse – Oper, Karlsplatz – Kaiserebersdorf Niederflurbus 30
N75 Oper, Karlsplatz – Gasometer Niederflurbus 30
RUFBUS N81 Praterstern – Praterbrücke Kleinbus 30
RUFBUS N84 Aspern, Siegesplatz – Seestadt Kleinbus 30
RUFBUS N90 Kaisermühlen – Erzherzog-Karl-Straße Kleinbus 30
RUFBUS N91 DonaustadtbrückeAspern, Siegesplatz Kleinbus 30
303 Oper, Karlsplatz – Baden Niederflurbus, Hochflurbus Oper, Karlsplatz – Baden Niederflurbus, Hochflurbus 60
Seit Dezember 2019 verkehren auch die S-Bahnen der Stammstrecke und der Vorortelinie in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen.

S-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich zum NightLine-Angebot der Wiener Linien gibt es seit 15. Dezember 2019 in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen ein Zugangebot der von den ÖBB betriebenen S-Bahn halbstündlich auf der Strecke Mödling – Wien Floridsdorf (S2/S3 über Stammstrecke), sowie stündlich bis Wiener Neustadt und halbstündlich auf der Strecke Hütteldorf – Handelskai (Vorortelinie S45).

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Nachtbetrieb der S-Bahn von Mitte März 2020 bis Mitte Mai 2020 eingestellt.

Linie Verlauf Intervall Bedientage Fahrzeugtype
Stammstrecke (Wien) S2 S3 Wien Floridsdorf – Wien Landstraße – Wien Hbf – Wien Meidling – Wien Liesing – Mödling ( – Wiener Neustadt Hbf ) 30 Minuten Samstag, Sonntag, Feiertag ÖBB 4746/4744, ÖBB 4020
Vorortelinie Wien Handelskai – Wien Ottakring – Wien Penzing – Wien Hütteldorf 30 Minuten Samstag, Sonntag, Feiertag Bombardier Talent, ÖBB 4020

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wien im Rückblick - Neun Nachtautobuslinien für "Spätheimkehrer" - Vom Stephansplatz nach allen Richtungen
  2. Österreichischer Arbeiterkammertag, Österreichischer Gewerkschaftsbund (Hrsg.): Arbeit und Wirtschaft, Band 52, Verl. des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, 1998, S. 36
  3. 01. 05. 1998: Privatbusbetrieb am 1. Mai 98, strassenbahnjournal.at
  4. Busverkehr Vormittag 1. Mai 1998 (Wien), Stadtverkehr Austria Wiki
  5. Wiener-Linien-Vollbetrieb am 1. Mai, strassenbahnjournal.at, 1999
  6. ORF Wien - "Nightliner" verkaufen Schwarzfahrer-Tickets (11. Februar 2007)
  7. Nachtbus-Angebot wird verstärkt
  8. Öffi-Angebot: Intervalle, Nachtbusse

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]