U-Bahnhof Reinickendorfer Straße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bahnsteig des U-Bahnhof Reinickendorfer Straße

Der U-Bahnhof Reinickendorfer Straße ist ein Berliner U-Bahnhof der Linie U6. Er liegt nördlich der Panke unter der Müllerstraße im Berliner Ortsteil Wedding des Bezirks Mitte und trägt das BVG-Kürzel Ri. Der Bahnhof wurde gemeinsam mit den anderen Bahnhöfen des nördlichen Abschnitts der Nord-Süd-Bahn zwischen Stettiner Bahnhof (heute Naturkundemuseum) und Seestraße am 8. März 1923 in Betrieb genommen.

Historie und Bauwerk[Bearbeiten]

Der U-Bahnhof Reinickendorfer Straße entstand im Rahmen des Baus der Nord-Süd-Bahn vom Wedding bis Neukölln. Die Planung dieser Linie geht auf einen Entwurf von 1901 zurück, der Bau wurde aber erst Ende 1912 begonnen und 1919, nach Ende des Ersten Weltkriegs wieder aufgenommen. Ebenso wie die anderen Bahnhöfe der nördlichen Nord-Süd-Linie folgte die Gestaltung des Bahnhofs dem Vorkriegs-Standardentwurf von Heinrich Jennen, der sich seinerseits an den Bahnhöfen Senefelder Platz und Schönhauser Tor (heute: Rosa-Luxemburg-Platz) orientierte.[1]

Der U-Bahnhof wurde in einfacher Tiefenlage mit 80 Meter langem und 7 Meter breitem Mittelbahnsteig, Stahlstützen und Eisenbeton-Kassettendecke angelegt. Die Zu- und Abgänge liegen in der Mitte der Müllerstraße und verfügen über keine Zwischengeschosse. Nach dem Tode Jennens im Jahr 1920 wurde die Ausgestaltung des Bahnhofs von Alfred Grenander und Alfred Fehse weitergeführt. Sie mussten aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in den 1920er Jahren auf die ursprünglich vorgesehenen Wandfliesen verzichten. Die Wände wurden weiß verputzt, die für Stützen, Stahlträger, Werbe- und Stationsschilder verwendete Kernfarbe war Rot.

Nach 1945 war der U-Bahnhof in Nord-Süd-Richtung der letzte auf West-Berliner Gebiet und galt BVG-intern als „Grenzbahnhof“. Von 1961 bis 1989, der Zeit der Teilung durch die Berliner Mauer, begann hier der Abschnitt der „Geisterbahnhöfe“, die U-Bahn-Züge zum U-Bahnhof Kochstraße hatten bis dahin nur einen einzigen Halt am Bahnhof Friedrichstraße.[2]

Von 1993 bis 1996 wurde der Bahnhof umfassend saniert: Der Bahnsteig wurde in nördlicher Richtung auf 105 Meter verlängert, die Zugänge wurden durch Einbau von Aufzug und Rolltreppen barrierefrei gestaltet, Stützen und Schilder erhielten die neue Kernfarbe Grün.

Anbindung[Bearbeiten]

Am U-Bahnhof besteht eine Umsteigemöglichkeit von der Linie U6 zu den Omnibuslinien M27 und 120 der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf
Berlin U6.svg Alt-Tegel – Borsigwerke – Holzhauser Straße – Otisstraße – Scharnweberstraße – Kurt-Schumacher-Platz – Afrikanische Straße  – Rehberge – Seestraße – Leopoldplatz – Wedding – Reinickendorfer Straße – Schwartzkopffstraße – Naturkundemuseum – Oranienburger Tor – Friedrichstraße – Französische Straße – Stadtmitte – Kochstraße – Hallesches Tor – Mehringdamm – Platz der Luftbrücke – Paradestraße – Tempelhof – Alt-Tempelhof – Kaiserin-Augusta-Straße – Ullsteinstraße – Westphalweg – Alt-Mariendorf

Literatur[Bearbeiten]

  • Sabine Bohle-Heintzenberg: Architektur der Berliner Hoch- und Untergrundbahn. Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1980, ISBN 3-922912-00-1, S. 165–167.
  • Biagia Bongiorno: Verkehrsdenkmale in Berlin – Die Bahnhöfe der Berliner Hoch- und Untergrundbahn. Michael Imhof Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-86568-292-5, S. 135–139.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sabine Bohle-Heintzenberg: Architektur der Berliner Hoch- und Untergrundbahn. Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1980, ISBN 3-922912-00-1, S. 166
  2. Berliner Bezirkslexikon. Luise Berlin.

52.53991113.370377Koordinaten: 52° 32′ 24″ N, 13° 22′ 13″ O