Bahnhof Berlin-Tempelhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Berlin-Tempelhof
Der S-Bahnhof Tempelhof
Der S-Bahnhof Tempelhof
Daten
Lage im Netz Haltepunkt
Bahnsteiggleise

2

Abkürzung

BTF

IBNR 8089090
Kategorie

4

Eröffnung

1. Januar 1872

Webadresse

bahnhof.de

Lage
Stadt/Gemeinde

Berlin

Ort/Ortsteil

Tempelhof

Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 28′ 14,7″ N, 13° 23′ 7,3″ OKoordinaten: 52° 28′ 14,7″ N, 13° 23′ 7,3″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin
i16i16i18

Der Bahnhof Berlin-Tempelhof ist ein Umsteigebahnhof im Berliner Ortsteil Tempelhof. Er befindet sich als S-Bahnhof auf einem Bahndamm an der Kreuzung des Tempelhofer Damms mit der Bundesautobahn 100, etwa einen Kilometer südlich der Empfangshalle des Flughafens Tempelhof. Unterirdisch befindet sich der – die Trasse hier kreuzende – U-Bahnhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der oberirdische Bahnhof entstand mit dem Bau der Ringbahn im Jahr 1871. Ursprünglich befand er sich etwas weiter westlich des heutigen Bahnhofs, wurde aber 1895 an den Tempelhofer Damm (damals: Berliner Straße) verlegt, um damit einen damals dort bestehenden Stützpunkt des Garde-Train-Bataillons besser an das Schienennetz anzubinden.

Im Jahr 1928 wurden die Personenverkehrsgleise der Ringbahn elektrifiziert und 1930 in das System der Berliner S-Bahn eingegliedert. Zur gleichen Zeit erhielt Tempelhof mit der Verlängerung der U6 nach Süden einen U-Bahn-Anschluss, sodass am 22. Dezember 1929 unter dem Tempelhofer Damm in Höhe des Südrings ein U-Bahnhof entstand. Von da an bestanden dort Umsteigemöglichkeiten zwischen der S- und der U-Bahn. Der U-Bahnhof Tempelhof (Südring) wurde nach einem Entwurf des Architekten Alfred Grenander erbaut.

Der U-Bahnhof

Nach dem Mauerbau 1961 kam es in West-Berlin aus Protest gegen diesen zum S-Bahn-Boykott, womit Druck auf die DDR-Regierung ausgeübt werden sollte, die über die Deutsche Reichsbahn das Berliner S-Bahn-Netz kontrollierte. Das führte zu einem extrem starken Rückgang der Fahrgastzahlen der S-Bahn. Nach einem Streik der West-Berliner S-Bahner kam es als Folge dessen zur Stilllegung einer großen Zahl von S-Bahnstrecken im Territorium. So wurde auch der West-Berliner Teil der Ringbahn – und damit auch der S-Bahnhof Tempelhof – im September 1980 außer Betrieb genommen. Der U-Bahnhof blieb weiterhin in Betrieb, allerdings ohne den Zusatz Südring in seinem Namen.

Erst nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Personenverkehr auf dem Berliner S-Bahn-Ring schrittweise reaktiviert. Pläne dafür erarbeitete der damalige Senat jedoch schon vor dem Fall der Berliner Mauer. Der S-Bahnhof Tempelhof wurde am 17. Dezember 1993 mit der Wiedereröffnung der Südringstrecke BaumschulenwegWestend wieder in Betrieb genommen und ist seitdem wieder eine Umsteigestation zwischen der S- und U-Bahn.

Am S-Bahnsteig erfolgt die Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerraum-Monitor (ZAT-FM).[1]

Ein zusätzlicher Ostzugang ist vom Land Berlin bestellt und soll voraussichtlich im Jahr 2020 errichtet werden.[2]

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof wird von den Linien S41, S42, S45 und S46 im Zuge der Ringbahn sowie der Linie U6 der U-Bahn bedient. Es besteht eine Umsteigemöglichkeit zum Omnibus-Netz der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf
Berlin S41.svg
Berlin S42.svg
Gesundbrunnen – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Sonnenallee – Neukölln – Hermannstraße – Tempelhof – Südkreuz – Schöneberg – Innsbrucker Platz – Bundesplatz – Heidelberger Platz – Hohenzollerndamm – Halensee – Westkreuz – Messe Nord/ICC – Westend – Jungfernheide – Beusselstraße – Westhafen – Wedding – Gesundbrunnen
Berlin S45.svg (Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg –) Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen
Berlin U6.svg Alt-Tegel – Borsigwerke – Holzhauser Straße – Otisstraße – Scharnweberstraße – Kurt-Schumacher-Platz – Afrikanische Straße  – Rehberge – Seestraße – Leopoldplatz – Wedding – Reinickendorfer Straße – Schwartzkopffstraße – Naturkundemuseum – Oranienburger Tor – Friedrichstraße – Französische Straße – Stadtmitte – Kochstraße – Hallesches Tor – Mehringdamm – Platz der Luftbrücke – Paradestraße – Tempelhof – Alt-Tempelhof – Kaiserin-Augusta-Straße – Ullsteinstraße – Westphalweg – Alt-Mariendorf

Güterbahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güterbahnhof mit Signalbrücke, im Hintergrund die Triebwagenhalle Papestraße, 2013

Südlich des S-Bahnhofs verlaufen die Gütergleise der Ringbahn. Hier beginnt der Güterbahnhof Tempelhof, der sich nach Westen bis zum Abzweig zur Dresdener Bahn in Höhe der Alboinstraße erstreckt. Markant war die Signalbrücke an seinem Ostkopf, die sich durch eine seltene Kombination von Licht- und Formsignalen auszeichnete.

Im Zuge der Wiederinbetriebnahme der Gütergleise auf dem Südring zwischen Tempelhof und Halensee im Jahr 2016 wurde der Güterbahnhof Tempelhof an ein elektronisches Stellwerk angeschlossen und mit neuen Ks-Signalen ausgestattet. Gleichzeitig ist der Gleisplan durch Aufgabe einiger Nebengleise vereinfacht worden. Das Stellwerk Tempelhof (TF) und die Signalbrücke gingen im August 2016 außer Betrieb und die Signalbrücke wurde abgebrochen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin-Tempelhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. September 2014, S. 179.
  2. Drucksache 17/18610. Abgeordnetenhaus Berlin, 10. Juni 2016, abgerufen am 28. Juni 2016 (PDF).