Ume

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter UME aufgeführt
Ume
Fruits of Japanese plum.jpg

Ume (Prunus mume)

Systematik
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Tribus: Steinobstgewächse (Amygdaleae)
Gattung: Prunus
Art: Ume
Wissenschaftlicher Name
Prunus mume
Siebold & Zucc.
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Ume (Prunus mume; von jap. ), auch Japanische Aprikose oder Japanische Pflaume, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie gehört wie die Aprikose und die Sibirische Aprikose zur Sektion Armeniaca in der Untergattung Prunus. Eine andere oft als „Japanische Pflaume“ bezeichnete Art ist die Sumomo (Prunus salicina).

Dieser asiatische Baum stammt aus China (Sichuan, Shensi, West-Hubei)[1] (dort méi genannt), er wuchs jedoch schon in alten Zeiten auch in Japan und auf der Koreanischen Halbinsel (dort maesil genannt). Er wird wegen seiner Früchte und Blüten kultiviert.[2]

In Japan gibt es mehr als 300 Kultursorten der Ume. Sie werden in drei Typen eingeteilt:

  • Wildpflaumen-Typ (野梅系, yabai-kei), als Pfropfunterlage genutzt
  • Purpur-blütiger Typ (紅梅系, kōbai-kei), eher als Zierbaum angebaut
  • Bungo-Typ (豊後系, Bungo-kei), liefert die besten Früchte

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wissenschaftliche Name (Prunus mume) bewahrt eine andere alte japanische Aussprache, möglicherweise die ursprüngliche mme (んめ), was als „mume“ (むめ) geschrieben wurde, da es damals noch kein spezielles Kana für den verwendeten einzelnen Nasallaut gab. Alle drei Namen (chin. méi, jap. ume und kor. maesil) stammen von der unterschiedlichen sprachenspezifischen Aussprache des Schriftzeichens ab.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ume ist ein Baum mit einer runden Krone, der Wuchshöhen von 1 bis zu 15 Meter erreicht, oder ein hoher Strauch. Die dünne Rinde ist graugrün. Die einfachen, wechselständigen, frischgrünen, mit hellerer Unterseite, hautartigen Laubblätter sind 4 bis 10 Zentimeter lang, eiförmig bis elliptisch, fein und scharf, gesägt. In der Jugend beidseitg behaart, später oberseitig kahl, unterseitig nur auf den Nerven behaart und haben oft eine lange, schiefe Spitze.[3] Die Blüten sind einzeln oder zu zweit, einfach oder gefüllt. Sie sind weiß bis dunkelrosa gefärbt, fast sitzend, erscheinen vor den Blättern und duften insbesondere abends stark. Der Blütenbecher ist breit becherförmig, es ist ein Winterblüher, die Blüten erscheinen vor den Blättern.[4][5] Die Frucht hat einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern und ist gelb oder grün, etwas behaart, kugelig und sauer bis bitter. Der Steinkern ist grubig und haftet am Fruchtfleisch.[6] Einzelne Exemplare können über tausend Jahre alt werden.[7]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16, selten 32.[8]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huà méi; getrocknete Ume-Früchte
Japanischer „Pflaumenwein“ mit Eiswürfeln
Umeboshi Pflaumen

Ume-Sirup, Extrakt wird durch Einlegen der Früchte in Zucker gewonnen.[9] Der Sirup schmeckt süß-sauer und wird im Sommer als erfrischendes Getränk in Tee Maesil-cha (매실차) geschätzt. In Nord- und Südkorea wird er mit zunehmendem Erfolg als gesundes Tonikum unter den Namen Maesil-cheong (매실청) vermarktet. Die nach dem Einlegen zurückbleibenden Ume-Früchte werden zu Maesil-jangajji (매실 장아찌) verarbeitet, entweder mit Gochujang oder koreanischer Sojasauce Ganjang und Sojabohnenpaste Doenjang, auch mit Chili-Pulver Gochutgaru, Perilla-Blättern, Knoblauch, Gurken, Winterrettich, Zuckermelone, Essig und Deodeok-Wurzeln (Codonopsis lanceolata).

Auch wird der Saft der unreifen Ume-Früchte in Japan und Korea so verwendet. Auch werden sie einfach in Sole eingelegt verwendet.

In China werden die Ume-Früchte in Salz, Zucker und Essig sowie Kräutern eingelegt Suān méi zǐ (酸梅子).[10] Eine andere Variante ist Huà méi (話梅), die Ume-Früchte werden in ein Sole eingelegt und dann an der Sonne getrocknet, dann gezuckert und mit Zitronensaft, sowie auch mit verschiedenen Gewürzen (Anis, Gewürznelken oder Zimt) gewürzt.

Auch gibt es ein erfrischendes Getränk Suān méi tāng (冰鎮酸梅湯) aus geräucherten Ume-Früchten sowie wahlweise weiteren Zutaten. Meistens mit Kandiszucker der mit der süßen Duftblüte parfümiert wird, Fiederblatt-Weißdorn (Crataegus pinnatifida), chinesisches Süßholz (Glycyrrhiza uralensis) und etwas Salz,[11] weiter können wahlweise getrocknete Mandarinenschalen, aber auch chinesisches Jujube, Zimtkassien-Rinde und Blüten, Gewürznelken sowie Rosenblüten zugegeben werden.

Sowie eine dicke, süße Sauce Méi jiàng (梅醬) oder Méi zǐjiàng (梅子醬) mit Zucker oder Rohzucker, Salz, auch mit Gewürzen, eingekochte Ume-Früchte oder auch als gezuckerte Marmelade.

In der japanischen Küche findet die Ume folgende Verwendung:

  • Umeshu (梅酒) ist ein alkoholisches Getränk, das durch Einlegen von grünen Ume–Früchten in Shōchū (einem klaren Branntwein) hergestellt wird. Es gibt auch eine chinesische und koreanische Variante.
  • Umeboshi (梅干) sind in Salz und in Shiso-Blättern eingelegte Ume-Früchte.
  • Ume-Su, Ume-Essig ist die Flüssigkeit die während der Milchsäuregärung entstanden ist. Mit seinem säuerlichen Geschmack kann man ihn genauso wie Essig einsetzen. Mit einem kleinen Unterschied: Ume-Su ist sehr salzig, somit muss dem Gericht kein Salz mehr zugegeben werden. Ume Su ist weniger säurehaltig als herkömmliche Essigsorten.

Kulturelle Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der chinesischen Kultur wird die Ume, besonders aber ihre Blüte, hochgeschätzt. Ume blüht in der kältesten Zeit des Jahres und wird deswegen als Symbol für Lebenskraft und das Trotzen widriger Bedingungen angesehen. Ume, Kiefer und Bambus werden die „Drei Winterfreunde“ (歲寒三友) genannt. Ferner bildet die Ume mit Orchidee, Bambus und Chrysantheme die „Vier Edelmänner“ (四君子).

Der Ume-Baum, der angeblich nach Kyūshū flog, um bei Sugawara no Michizane zu sein

Am 21. Juli 1964 bestimmte das Parlament der Republik China (Taiwan) Ume als Staatsblüte.[12] China Airlines zeigt deswegen auf der Heckflosse seiner Maschinen eine Ume-Blüte. Jedes dieser Bilder ist von Hand gemalt, weswegen sie alle unterschiedlich sind.

Die Volksrepublik China hat keine Staatsblüte, die Ume wird jedoch neben der Pfingstrose als die aussichtsreichste Kandidatin gehandelt.

1928 bestimmte die damalige Hauptstadt der Republik China Nanjing die Ume als Stadtblüte. 1982 wurde dieser Beschluss von der (nun volksrepublikanischen) Stadtregierung bestätigt.

Viele Autoren, unter anderem Wang Anshi[13] und Mao Zedong [14], haben der Ume Gedichte gewidmet, sie wurde auch im Man’yōshū erwähnt.

Auf der chinesischen 100 Yuan Renminbi Note ist eine Ume-Blüte abgebildet.[15]

In China ist das Schriftzeichen für Ume, chin. Méi () sehr beliebt als Frauenname.

Ume-Blüten werden in der japanischen Poesie oft als Symbol des beginnenden Frühlings verwendet. Vor allem in traditionellen japanischen Gedichten (Haiku, Tanka und Renga) sind sie ein Sinnbild (Kigo) für den Frühlingsanfang.

Die Blüten werden mit dem Singvogel Uguisu, einem der Symbole der Stadt Nara, in Verbindung gebracht.[16] Zusammen bilden beide eine der zwölf Farben der japanischen Spielkarten (Hanafuda).

In der Nara-Zeit war die Ume-Blüte beliebter als die heute bevorzugte Kirschblüte (Sakura), die erst nach der Heian-Zeit populär wurde.[17]

Der Ume-Baum wird im Shintō mit dem Kami Tenjin in Verbindung gebracht und deshalb an dessen Schreinen gepflanzt. Auch in China wird er geliebt und gefeiert und dort oft zur Dekoration des chinesischen Neujahrsfestes verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lambert M. Surhone, Mariam T. Tennoe, Susan F. Henssonow: Prunus mume. Betascript Publishing, 2010, ISBN 978-613-3-19319-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ruth Schneebeli-Graf, Ernest Henry Wilson: Blütenland China: Zierpflanzen. Band 1, 2. Auflage, Birkhäuser, 1995, ISBN 978-3-7643-5182-3, S. 98.
  2. Jules Janick: Horticultural Reviews. Band 23, Wiley, 1999, ISBN 0-471-25445-2, S. 209.
  3. Leopold Dippel: Handbuch Der Laubholzkunde. Band 3, Paul Parey, Berlin 1893, Wentworth Press, 2016, ISBN 978-1-362-69958-3 (Reprint), S. 632 f, online auf biodiversitylibrary.org, abgerufen am 14. Februar 2017.
  4. Leah Chester-Davis,Toby Bost: The Successful Gardener Guide. John F. Blair (Hrsg.), 2011, ISBN 978-0-89587-515-0, S. 99 f.
  5. Hideyuki Doi: Winter flowering phenology of Japanese apricot Prunus mume reflects climate change across Japan. In: Climate Research. Vol. 34, No. 2, 2007, online (PDF; 168 kB), auf int-res.com, abgerufen am 14. Februar 2017, doi:10.3354/cr034099.
  6. Hildemar Scholz, Ilse Scholz: Prunus. In: Hans. J. Conert u. a. (Hrsg.): Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band 4 Teil 2B: Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2. Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8.
  7. Patricia Jonas, Brooklyn Botanic Garden: Japanese-inspired Gardens: Adapting Japan's Design Traditions for Your Garden. Brooklyn Botanic Garden, 2001, ISBN 1-889538-20-5, S. 74.
  8. Prunus mume bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  9. Green Plum Syrup auf kimchimari.com, abgerufen am 16. Februar 2017.
  10. Ken Albala: Three World Cuisines: Italian, Mexican, Chinese. Altamira Press, 2012, ISBN 978-0-7591-2125-6, S. 201.
  11. Sour Plum Drink; Suān méi tang auf pressurecookrecipes.com, abgerufen am 15. Februar 2017.
  12. Republic of China (Taiwan): The Republic of China Yearbook 2015. Executive Yuan, 2015, ISBN 978-986-04-6013-1, S. 5
  13. Jürgen Weber: In den späten Jahren begehr ich nur die Stille: Chinesische Gedichte. Norderstedt, 2009, ISBN 978-3-8370-8551-8, S. 77.
  14. Hans-Christian Günther, Gu Zhengkun (Hrsg.).: Mao Zedong - Gedichte. Traugott Bautz, Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-864-7, S. 136 ff.
  15. 100 Yuan-Note mit Prunus mume-Blüte auf currencyguide.eu, abgerufen am 14. Februar 2017.
  16. S. Katsumata: Gleams From Japan. Routledge, 2011, ISBN 978-0-415-67958-9 (Reprint).
  17. Michel Conan, W. John Kress: Botanical Progress, Horticultural Innovation and Cultural Changes. Harvard University Press, 2007, ISBN 978-0-88402-327-2, S. 132.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ume – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien