Echter Sternanis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Echter Sternanis
Früchte des Echten Sternanis (Illicium verum) als Gewürz

Früchte des Echten Sternanis (Illicium verum) als Gewürz

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Austrobaileyales
Familie: Sternanisgewächse (Schisandraceae)
Gattung: Sternanis (Illicium)
Art: Echter Sternanis
Wissenschaftlicher Name
Illicium verum
Hook.f.
Früchte des Echten Sternanis mit noch unverholztem Perikarp

Der Echte Sternanis (Illicium verum) gehört zur Familie der Sternanisgewächse (Schisandraceae). Es ist ein immergrüner Baum, der in tropischen Gebieten wächst, dessen reife Früchte (anisi stellati fructus) als Gewürz genutzt werden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Echte Sternanis wächst als immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 m erreichen kann. Die Laubblätter stehen dicht an den Spitzen der Zweige. Sie sind umgekehrt eiförmig bis umgekehrt lanzettlich, 5 bis 11 cm lang und 1,6 bis 4 cm breit. Die Blattspitze ist spitz oder kurz zugespitzt, die Blattbasis ist keilförmig spitz, der Blattrand ist ganzrandig.

Die tiefroten Blüten stehen einzeln in den Blattachseln. Die Blütenhülle besteht aus sieben bis zwölf Blütenhüllblättern. Es sind elf bis 20 Staubblätter vorhanden, acht oder neun Fruchtblätter stehen in einem Quirl und sind nicht miteinander verwachsen. Die rötlich-braune Frucht besitzt einen Durchmesser von etwa 3,5 cm und besteht aus acht oder neun verholzenden Balgfrüchten. Die Samen sind braun und glänzend.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Zusammen mit Fenchel, Cassiazimt, Gewürznelke und Szechuanpfeffer wird der Echte Sternanis in der chinesischen Küche als Fünf-Gewürze-Pulver verwendet. Darüber kann es Bestandteil des indischen Currys sein. Asiatische Fleischgerichte wie die Pekingente werden mit Sternanis aromatisiert. Auch für eine würzige Brühe namens Lu-shui, die vielseitig in der chinesischen Küche verwendet wird, wird Sternanis als eines der zahlreichen Gewürze verwendet.[1]

Da die Hülle aromatischer ist als die Kerne, wird der Sternanis samt Hülle verwendet oder gemahlen. In geschlossenen Behältern aufbewahrt beträgt die Haltbarkeit etwa drei Jahre.

Echter Sternanis schmeckt anhaltend süß und lakritzartig, aber auch ein wenig pfeffrig und säuerlich. Pflanzen mit sehr ähnlichem Aroma sind Anis, Fenchel und die heutzutage selten verwendete Süßdolde (Myrrhis odorata).

Medizinische Nutzung[Bearbeiten]

Als Heildroge dienen die getrockneten Sammelfrüchte, die 70 ml/kg ätherisches Öl enthalten. Das Aroma des Sternanis wird von trans-Anethol bestimmt, welches mit mindestens 86 % den größten Anteil des ätherischen Öls ausmacht.[2]

Die Wirkstoffe des Ätherischen Öls sind Anethol (80–90 %), Methylchavicol (bis 6 %), Foeniculin, Anisaldehyd, Monoterpene, wie Limonen, Pinen und Linalool sowie Flavonoide und geringe Mengen Veranisatine.

Sternanis hat wie Anis (Pimpinella anisum) schleimlösende, Auswurf fördernde und leicht krampflösende Eigenschaften und wird wie dieser, allerdings viel seltener, bei Katarrhen der Atemwege sowie bei Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl, Blähungen und leichten Krämpfen in Teemischungen eingesetzt. Medizinisch genutztes Anisöl, das in vielen Hustenmitteln enthalten ist, wird sowohl aus Echtem Sternanis, als auch aus Anis gewonnen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der nahe verwandte und im Geruch und Aussehen ähnliche Japanische Sternanis, Illicium anisatum, wird in Japan traditionell als Räucherwerk verbrannt, er ist aber nicht als Gewürz geeignet, da er giftig ist und Leber, Nieren und Blase dauerhaft schädigen kann. Teilweise ist es durch ungewollte Vermischungen von Echtem mit Japanischem Sternanis zu Vergiftungen gekommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Buch der Heilpflanzen Franckh-Kosmos Verlag (2011), ISBN 978-3-440-12932-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Shiu-ying Hu: Food Plants of China. The Chinese University Press, Hong Kong, 2005. ISBN 962-201-860-2.
  2. Bettina Rahfeld: Mikroskopischer Farbatlas pflanzlicher Drogen, Spektrum Akademischer Verlag, 2009. ISBN 978-3-8274-1951-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Echter Sternanis (Illicium verum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sternanis bei Gernot Katzers Gewürzseiten.