Transnationale Umweltverschmutzung in Ostasien

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Die transnationale Umweltverschmutzung in Ostasien behandelt im Allgemeinen Aspekte der Luftverschmutzung, Wasserbelastung und Bodendegradation, bei denen es sinnvoll ist, die Staaten Japan, Mongolei, Nordkorea, Republik China, Russland, Südkorea und Volksrepublik China aufgrund Gemeinsamkeiten in Ursachen oder Folgen als ein System zu betrachten.

Im Besonderen sind der Smog in den Großstädten, der Saure Regen, die Wüstenbildung sowie andere Bodenbelastungen und radioaktive Meeresverschmutzungen sowie Belastungen der Binnengewässer zu nennen.

Jahreszeitlich auftretende Winde verbreiten Sand und säurehaltige Verschmutzungen der Luft über alle Staaten der Region. Ebenso sind die Meere (Gelbes Meer, Japanisches Meer) der Region betroffen. In diesem Zusammenhang ist der von der Umweltverschmutzung betroffene Staat oft nicht der verschmutzungsverursachende Staat.

Die Ansätze zur Lösung dieser Probleme sind vorwiegend auf dem Feld der Zusammenarbeit zu finden. In Ostasien sind die Verschmutzerstaaten nicht immer zwangsläufig auch Empfänger der eigenen Verschmutzungen. Die Vermeidung und Kontrolle der Umweltverschmutzung ist hier nicht immer trivial zu begründen.

Ostasien-Konzeptionen

Luftverschmutzung[Bearbeiten]

Peking nach einem Regentag (links) und einem zwar sonnigen, aber versmogten Tag (rechts)

Wichtig zum Verständnis der Luftverschmutzungsprobleme Ostasiens ist Kenntnis über die im Winter vorherrschenden Westwinde in der Region, die durch einen lang anhaltenden, kräftigen Monsunwind verursacht werden. Als Folge der vom Menschen verursachten Luftverschmutzung sammeln sich sogenannte Treibhausgase und weitere für Lebewesen schädliche Stoffe vermehrt in der Atmosphäre an.

Partikel, deren Größe unter 2 μm Durchmesser liegt, sind hauptsächlich für die verschlechterte Sicht in Ballungsräumen Ostasiens verantwortlich. Diese Partikel werden zudem von Lebewesen inhaliert und können in die Atmungsorgane eindringen, wo sie u. U. gesundheitliche Schäden verursachen können.[1] Die Schadstoffe gelangen auf unterschiedlichen Wegen in die Atmosphäre. Neben natürlichen Schadstoffausstößen (wie beispielsweise Vulkanen) spielen anthropogene Ausstöße eine wichtige Rolle in der Luftverschmutzung.

Ursachen der Luftverschmutzung[Bearbeiten]

Nach Aussage des südkoreanischen Umweltministeriums betrug 1995 allein der Anteil, der von Transportmitteln (z. B. Kfz) verursachten Emissionen 48,8 % der Gesamtemissionen in Südkorea. (Anteil der industriellen Verschmutzung: 28,8 %, Stromerzeugung: 14,6 %, Heizkörper: 8,8 %).[1] Neben den Luftverschmutzungen, die auf dem Festland verursacht werden, spielen auch die Emissionen von Schiffen eine bedeutende Rolle in der Verbreitung von Luftverschmutzung.[2] Die Schadstoffe der in Ostasien verursachten Emissionen werden durch die Westwinde im Frühjahr bis auf weit entlegene Gebiete des Pazifischen Ozeans getrieben, wo sie die Atmosphäre signifikant beeinflussen.

Chinas Anteil an den weltweiten Schwefelemissionen betrug im Jahr 1997 15 %. Verantwortlich ist in erster Linie die schnelle Entwicklung der chinesischen Schwerindustrie.[2] Emissionen aus China tragen zu saurem Regen in Südkorea, und die südkoreanischen Emissionen wiederum zu saurem Regen in Japan bei. Es ist demnach schwierig, die Verursacher isoliert zu betrachten.[1]

Urbane Luftverschmutzung in der Mongolei[Bearbeiten]

Shanghai bei Sonnenuntergang. Die Sonne hat den Horizont noch nicht erreicht: Sie geht hinter der dicken Verschmutzungsschicht unter.

Während die Urbanisierung rasch voranschritt, konnte die Umweltinfrastruktur und die Regulierungen im Sinne einer Nachhaltigkeit nicht Schritt halten. 2008 beobachtet man eine signifikante Umweltverschmutzung in den Großstädten. Insbesondere die Luftqualität ist dort betroffen. Hohe Belastungen durch Feinstaub und andere Schadstoffe stellen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar, was durch erhöhte Inzidenz von Atemerkrankungen bei Kleinkindern belegt wird. Die Abwasserversorgung gehört zu den unterentwickelsten in Asien und hat weitreichende Verschmutzungen von Grund- und stehenden Gewässern zur Folge, sowohl in Ulan Bator als auch in anderen Städten. Die Abfallversorgung deckt nur einen kleinen Teil des anfallenden Mülls ab.[3]

Mongoleispezifische Ursachen

Die Entstehung der mangelhaften Luftqualität in der Mongolei wird multikausal gesehen. Angeführt werden der großflächige Gebrauch von häuslichen Heizungen, ineffizienten Boilern, Stromerzeugung, Industrie und zunehmend auch der Transportsektor. Die Gesundheitssituation wird dadurch verschärft, dass nur 30 % der Bevölkerung Zugang zu hinreichender Versorgung haben.[3]

Saurer Regen[Bearbeiten]

Hauptverursacher von N2O (Distickstoffoxid)-Emissionen, die Sauren Regen verursachen, sind Verbrennungsmotoren für Ottokraftstoffe in Fahrzeugen. In Südkorea beträgt der Anteil von Verbrennungsmotoren an den N2O-Gesamtemissionen ca. 50 %. In den Ballungsräumen Seoul, Taejon und Kwangju liegt der Anteil bei über 70 %.[1] SO2-Emissionen, die auch zu Saurem Regen beitragen, werden vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht. Insbesondere Kohle emittiert einen besonders hohen Anteil an Schwefelstoffdioxiden. Das Problem liegt daher u. a. in der Industrialisierung der Staaten Ostasiens und der damit einhergehenden vermehrten Nutzung von fossilen Brennstoffen.

Während in Europa und Nordamerika durch multilaterale Verträge die SOx- und NOx-Emissionen deutlich gesenkt werden konnten, hat sich das Problem des Sauren Regens in Ostasien durch die zunehmende Industrialisierung verstärkt. Kohle ist die primäre Energiequelle in Ostasien, was dazu beiträgt, dass sich die SO2-Emissionen in der Region vermutlich von 29 Millionen Tonnen (1987) auf 62 Millionen Tonnen (2010) erhöhen werden.[4] Den mitunter besorgniseregendsten Anteil an den Verschmutzungen trägt hierbei die VR China. Forschungsergebnissen nach ist China für zwei Drittel der NOx-Emissionen in Asien verantwortlich. Mit fast 75 % hat die Kohle den Hauptanteil am chinesischen Energiemix und macht das Land mit 19 Millionen Tonnen SO2-Ausstoß jährlich zum zweitgrößten Verschmutzer weltweit. (Hinter den USA, mit mehr als 22 Millionen Tonnen pro Jahr, vgl. Japan: unter 1 Millionen Tonnen).[4] Nach dem Scheitern des 10. Fünfjahresplan zum Nationalen Umweltschutz in China (2002–2006)[5][6] sieht der aktuelle Fünfjahresplan eine Kürzung der Emissionen um 10 % bis 2010 im Vergleich zu Werten von 2006 vor, bei denen 43,4 % der getesteten Städte eine "gesundheitsschädigende" Luftqualität aufwiesen.[7] In 32,6 % der getesteten Städte überstieg die Inzidenz Sauren Regens 5 %.[2][8]

Japanspezifische Auswirkungen

Der Anteil des chinesischen Schwefeldioxids an der Luftvermutzung in Japan beträgt dadurch 49 %. Weitere Verursacher sind eigene Emissionen (21 %), natürliche Ausstöße (z. B. Vulkane, 13 %), die Staaten Nord- und Südkorea (12 %), der Rest Südostasiens (2 %) und Taiwan (1 %).[9] Die Intensität des Sauren Regens wird in ganz Japan an verschiedenen Messpunkten gemessen. Die bei den Untersuchungen ermittelten pH-Werte liegen allenfalls in weit abgelegenen Pazifikinseln über Werten von 5. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass obwohl Japan nicht der Hauptemittent ist, ein Großteil des industriellen Wachstums und der damit einhergehenden Verschmutzungen auf japanische Investitionen zurückzuführen ist.[4]

Bodenbelastungen[Bearbeiten]

Sand[Bearbeiten]

Eine Sandwolke verlässt die Volksrepublik in Richtung Japan und der Koreanischen Halbinsel.

Luftverschmutzung durch Sandpartikel ist ein Phänomen, was sich in allen Ländern der Nord-West-Pazifikregion beobachten lässt. Monsunwinde wehen hierbei feinen Sand aus den Wüsten Innerasiens in Luftschichten von mehr als 11 km Höhe und tragen ihn bis weit über den Pazifik. Der Sand führt besonders im Frühjahr zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Sicht und kann Krankheiten der Atmungsorgane verursachen. Die Sichtweite kann durch die Sandpartikel auf bis zu unter einem Kilometer reduziert werden.[1] In allen Ländern der Region wurde dabei in der letzten Dekade eine deutliche Zunahme in der Anzahl und der Intensität der Stürme beobachtet.

Wüstenbildung in der Mongolei[Bearbeiten]

In den 1990er Jahren wurden in der Mongolei viele staatliche Arbeitsplätze gestrichen, was dazu führte, dass Menschen in der Viehwirtschaft Arbeit suchten und die Zahl der Halter sich verdoppelte. Der Effekt war in der Umgebung größerer Siedlungsgebiete noch verstärkt, verdrängte aber insbesondere die ländliche Bevölkerung. Die natürlichen Gegebenheiten von trockenem Klima, dünn bewachsenen Böden und verkürzten Fruchtbarkeitsperioden taten ihr Übriges, dass nun große Flächen des mongolischen Weidelandes degradiert sind.[3] Nach der Jahrtausendwende gingen die Viehbestände wieder zurück.[10]

Ursachen[Bearbeiten]
Sandablagerungen in Peking, 2006

Die Ursache für die Zunahme der Sandstürme in der Region liegt in der, durch demografischen Druck verursachten, übermäßigen wirtschaftlichen Nutzung von ökologisch empfindlichen Flächen im Nordwesten Chinas (z. B. durch Kaschmirziegen). Die Nutzung führt zu einer schnellen Expansion von Wüsten in China. Nach Studien der chinesischen State Environmental Protection Administration (SEPA) entstehen die sandtragenden Winde in erster Linie in der Wüste Gobi und weiteren Wüsten im Südosten der Mongolei, im Osten Kasachstans, im Osten der Inneren Mongolei und den Xinjiang Uygur Regionen. Im Frühjahr und Winter nehmen die Winde drei unterschiedliche Routen vom Norden, Nordwesten und Westen in die Regionen der Inneren Mongolei, Shaanxi, Gansu, Ningxia, Shanxi, Hebei, Beijing, Shandong und Jiangsu.[2] Neben China, lässt sich auch in Japan eine Zunahme der Häufigkeit von Sandstürmen beobachten.[2]

Auswirkungen[Bearbeiten]

Die durch den Sand verursachten negativen Effekte auf die Umwelt wären einzeln betrachtet fast zu vernachlässigen oder nur als lästig einzuschätzen. Allerdings gibt es eine ganze Reihe negativer Effekte durch Sandverschmutzung. Hierzu gehören zum Beispiel, Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen, die durch mechanische Einwirkungen der feinen Partikel im Wind auf die Oberflächen verursacht werden. Ebenso werden Feldfrüchte beschädigt und Gewächshäuser verlieren durch die Staubschicht an Wärmeeffizienz. Beim Menschen können Feinstpartikel in Atmungsorgane eindringen und unter Umständen Erkrankungen verursachen oder zumindest verstärken. Hinzu kommt, dass mit dem Sand auch weitere schädliche Stoffe übertragen und eingeatmet werden können. Weiterhin erhöhen die Sichtbeeinträchtigungen die Risiken im Flugverkehr, verursachen Rundfunkstörungen und erschweren die Wetterbeobachtung. Auf Gletschern abgelagerter Sand führt zudem durch die dunklere Oberfläche zu einer schnelleren Erwärmung der Eisschicht und verstärkt somit ein Abschmelzen des Gletschers. Letztendlich gibt es auch eine Reihe lästiger Auswirkungen wie die Verschmutzung gewaschener Kleidung, die zum Trocknen im Freien hängt.

Positive Auswirkungen der Sandstürme sind dagegen die Verbreitung von Kalk und Mineralien in Gewässer und Böden. Durch die Kalkanreicherung (basisch) wird beispielsweise die Übersäuerung des Bodens durch Sauren Regen (alkalisch) abgemildert. Ein Kalken der Wälder, wie teils in den europäischen Alpen nötig, entfällt.

In den letzten Jahren (insb. im April 2001) wurde der asiatische Sand zudem in großen Mengen bis weit in den Nordamerikanischen Kontinent getragen. Innerhalb von zwei Wochen reisten Staubwolken bis in Regionen östlich der Rocky Mountains. Schäden entstanden dabei in USA zwar nicht, allerdings zeigt die erstmalige deutliche Wahrnehmung der Verschmutzung die erhöhte Intensität der Stürme.

Auswirkungen in Südkorea

Auch Südkorea ist von der Staub- und Sandverschmutzung der Luft betroffen, welche auch hier die Luftqualität stark beeinträchtigt und zu schlechter Sicht führt. Im Januar 1999 konnte die Sandverschmutzung in ganz Südkorea beobachtet werden. Zuvor hatte es keine derartige Beobachtung während des Winters gegeben.[1] In Südkorea beobachtet besonders die Halbleiterindustrie die wachsende Intensität der Stürme mit Besorgnis, da für die Produktion von Halbleitern und anderer feiner Elektronik eine staubfreie Umgebung benötigt wird.[2] Einen Höhepunkt erreichte die Intensität der Stürme im Jahr 2002. Die Stärke der Sandstürme führte zu einem zeitweisen Verkehrsstillstand und der Schließung von Schulen in Peking und Seoul.[2]

Wüstenbildung in der Volksrepublik China[Bearbeiten]

Etwa 3,3 Millionen Quadratkilometer beziehungsweise 34 % der Fläche Chinas sind desertifiziert.[11] Von 1999 bis 2004 konnten die Wüsten jährlich um 7.585 km² zurückgedrängt werden,[12] nachdem sie sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch mit einer Geschwindigkeit von 10.400 km² pro Jahr ausgebreitet haben. Zwischen 1975 und 1987 wuchs diese Fläche um 25.200 km², d. h. jährlich ca. 2.100 km².[13][14] Nach Aussage der China Environmental Protection Agency, hat sich die Wüste Gobi von 1994 bis 1999 um 52.400 km² vergrößert und war nur noch 240 km von Peking entfernt.[2] Das Sekretariat des chinesischen nationalen Komitees für die Umsetzung der UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation sah im Jahr 2000 400 Millionen Menschen von den Folgen der Wüstenbildung betroffen und schätzte die wirtschaftlichen Ausfälle auf etwa 6,5 Mrd. US-Dollar jährlich.[13]

Andere Belastungen in der Volksrepublik China[Bearbeiten]

Durch vielfältigste Bodenkontamination steht Chinas Landwirtschaft vor großen Herausforderungen. Nach Ministeriumsaussagen sind landesweit jährlich 12 Millionen Tonnen Getreide übermäßig mit Schwermetallen belastet. Diese Aussagen verfügen wegen mangelnder Kapazitäten jedoch nur über unvollständige Statistiken. Die Bodenkontaminationen führen zu direkten wirtschaftlichen Ausfällen von 2,5 Mrd. US-D. Von Chinas 120 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzflächen sind 10 Mio. ha verschmutzt.[15] Eine andere Quelle beziffert 1998 die Verschmutzte Fläche mit vergleichbaren Kriterien für eine „Belastung“ auf 7.7 Mio. ha Ackerland. Darüber hinaus seien 100 Millionen ha Grasland und 0.1 Mio. ha Wald von Bodendegradation betroffen.[16]

Wald in der Mongolei[Bearbeiten]

Der Forstsektor steuert auf eine Krise zu. Schätzungen sehen die Realität der Überforstungen etwa bei dem Vierfachen einer nachhaltigen Praxis. Zwischen 36 und 80% der Aktivität sei illegal.[3][17] Forcierung von Gesetzen von Oben herab erwies sich als wenig produktiv, wegen des Mangels an Rückhalt in der lokalen Bevölkerung, die auf Einnahmen aus dieser Aktivität angewiesen sind. Wenn keine alternativen Quellen für die häusliche Energieversorgung gefunden werden können, werden ernsthafte Knappheiten in den urbanen Ballungsgebieten innerhalb dieses Jahrzehntes auftreten. Obendrein erwies sich die existierende Forstindustrie als nicht in der Lage, hinreichend ausländische Direktinvestitionen zu gewinnen, um sich zu modernisieren.[3]

Wasser[Bearbeiten]

Meeresverschmutzung[Bearbeiten]

Meere Ostasiens

Meeresverschmutzung durch unterschiedlichste Faktoren findet in allen Meeren Ostasiens statt. Von besonderer Bedeutung und einem erhöhten Verschmutzungsgrad betroffen sind hierbei jedoch das Gelbe und das Japanische Meer. Hauptgründe der Verschmutzung sind die Schifffahrt, die Nutzung des Meeres als marine Müllkippe, auslaufendes Öl aus Bohrungen und Schiffsunglücken, die Einleitung von Industrie- und Haushaltsabwässern und Abwässern aus Häfen sowie die Landwirtschaft und die damit verbundene Einleitung von Pestiziden und Düngemitteln. Folgen sind erhöhte Werte von Stickstoff, Phosphat, Ammoniak, Kupfer, Ölteppiche und starke Algenblüten.

Das Gelbe Meer[Bearbeiten]

Das Gelbe Meer ist durch erhebliche Umweltverschmutzung gekennzeichnet. Es weist nur eine geringe Tiefe von durchschnittlich 45 Metern auf (max. Tiefe: 100 m). Zudem findet nur eine vergleichsweise geringe Zirkulation des Wassers statt. Der World Watch Report rechnet das Gelbe Meer zu den Sieben „sterbenden“ Meeren, nur der Zustand des Schwarzen Meers gilt weltweit als kritischer. Die Abwassereinleitung der anliegenden Industrie und die halbherzige Umsetzung von Umweltschutzgesetzen schadet zudem der Fischerei und den Aquakulturen im Gelben Meer. Zu den starken Abwasserverschmutzungen der chinesischen und südkoreanischen Industrie kommen Verschmutzungen durch Ölteppiche aus lokalen Öl- und Gasbohrungen.[2] Die Wasserverschmutzung gilt in China als eines der größten derzeitigen Umweltprobleme. 85 % des industriellen Abwassers und 90 % der Haushaltsabwässer werden ungefiltert direkt in Flüsse, Seen und schließlich auch in das Gelbe Meer geleitet.

Das Dong Hae Meer[Bearbeiten]

Das Dong Hae Meer ist weiter und tiefer als das Gelbe Meer und verfügt daher über ein größeres Potenzial, Verschmutzungen aufzunehmen. Zudem gibt es stärkere Strömungen, die Verschmutzungen auch wieder austragen. Dennoch finden ähnliche Verschmutzungen wie im Gelben Meer statt. Zudem wurde der nördliche Teil des Dong Hae Meeres zur Beseitigung radioaktiver Abfälle aus der Sowjetunion und Russland genutzt.[2]

Radioaktive Verschmutzung[Bearbeiten]

Die Sowjetunion nutzte das Japanische Meer bereits seit 1950 als maritime Müllkippe für radioaktive Abfälle.

Es wird daher von den umliegenden Staaten befürchtet, dass radioaktives Material die als Nahrungsquelle dienenden Fische und andere Tiere kontaminiert und damit auch durch den Menschen aufgenommen wird. Der Hauptteil des in Japan verzehrten Tintenfischs wird im Japanischen Meer gefangen. Tintenfisch gilt als besonders anfällig für radioaktive Kontamination.[18]

Neben dem Japanischen Meer fand die Versenkung von radioaktivem Müll durch die Sowjetunion und Russland auch im Pazifik, nahe der Kamtchatka-Halbinsel statt. Strömungen können kontaminiertes Wasser jedoch auch bis an die Küsten Japans und weiter tragen.

Über die Versenkung vor 1978 scheint es keine verlässlichen Daten zu geben, nach 1978 sind mindestens sechs Fälle bekannt geworden:

  • 1978 wurden zwei Atomreaktoren vor der Nordkoreanischen Küste versenkt.
  • Es folgte 1985 eine Versenkung radioaktiver Abfälle im Pazifik (der genaue Ort ist unbekannt).
  • Noch im selben Jahr explodierte und sank ein sowjetisches Atom-U-Boot im Japanischen Meer. Es wurde nicht geborgen, sodass noch heute Strahlung austritt.
  • 1989 versenkte die Sowjetunion kontaminierte Reaktorteile eines Atom-U-Bootes nahe Kamtchatka.
  • 1992 wurden mehrere Container mit radioaktiver Flüssigkeit durch Russland im Japanischen Meer versenkt.
  • Neben diesen Einzelfällen wurden regelmäßig schwach radioaktive Abfälle im Meer versenkt. Es wird davon ausgegangen, dass die Sowjetunion allein zwischen 1964 und 1986 ca. 17.000 Container mit festem und flüssigem radioaktivem Material in der Barentssee- und Karasee versenkt hat. Die Gefahr der radioaktiven Verseuchung erstreckt sich damit auch auf weite Teile der Arktis.[18]
  • Noch bis mindestens 2002 fanden eine Vielzahl weiterer Versenkungen statt, die teils auch auf Video dokumentiert wurden. So sendete die NHK im Herbst 1993 Filmmaterial, das von einem russischen Militärreporter aufgezeichnet wurde. In der Sendung musste die japanische Bevölkerung schockiert mit ansehen, wie 1000 Tonnen kontaminierten Wassers in fruchtbare Fischereigründe des Japanisches Meeres gekippt wurden.

Nach russischen Angaben stammte das radioaktive Material aus den Atom-U-Booten der sowjetischen Pazifikflotte. Weiterhin gab die russische Regierung gegenüber Umweltschutzgruppen an, dass die Verkippung von radioaktiven Abfällen der Pazifikflotte seit zwanzig Jahren dreimal jährlich stattfindet.[19]

Zu den nuklearen Abfällen im Japanischen Meer gehören auch russische Atom-U-Boote, die an den russischen Küsten ungenutzt gelagert werden.[2] Bisher wurden 67 russische Atom-U-Boote außer Dienst genommen und müssen nun enttankt und zerlegt werden. Bei der Zerlegung ist Russland auf die Hilfe Japans und der USA angewiesen. Derzeit können jährlich ein bis zwei U-Boote zerlegt werden, wobei die Anzahl der außer Dienst gehenden U-Boote immer noch höher ist, d. h. jährlich mehr U-Boote ungenutzt gelagert werden (Stand Mai 2000).[20]

Das Nakhodka-Tankerunglück[Bearbeiten]

Das Interesse der breiten Bevölkerung an der Meeresverschmutzung nahe der japanischen Küste wuchs bedeutsam nach dem Auseinanderbrechen des russischen Tankers Nakhodka im Januar 1997.[2] Der Nakhodka-Vorfall wurde in Japan nicht als alleinstehendes Ereignis gesehen, sondern wurde zum Symbol der sich fortsetzenden Meeresverschmutzung. In der Bevölkerung wurde befürchtet, dass sich ähnliche Vorfälle wiederholen. Ziel der Kritik wurde vor allem die inadäquate Reaktion der japanischen Regierung. Seitens von Lokalregierungen und Bürgerbewegungen wurde der Einsatz eines Krisenmanagements für das Japanische Meer gefordert. Der Unfall führte so zu einer engeren Zusammenarbeit der russischen und japanischen Behörden, weiterer Staaten der Region und den USA, sowie Lokalregierungen der Region.[21]

Binnengewässer in der Volksrepublik China[Bearbeiten]

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Wasserqualität Chinas größerer Seen 2006[22]
Quality of surface water in China in 2006.jpg
Wasserqualität in China 2006[22]

Etwa jedem zweiten der getesteten Flüsse wurde 2006 eine „gesundheitsschädigende“ Wasserqualität attestiert.[22] Lediglich 2 von 27 getesteten Seen wiesen eine „akzeptable“ Qualität auf.[22] Sterblichkeitsraten in Zusammenhang mit Krebs durch Wasserverschmutzung werden auf 64 Fälle pro 100.000 Einwohner beziffert.[5] Über die Gesundheitsfolgen hinaus werden auch hohe Wirtschaftliche Ausfälle durch die Agrarbewässerung mit belasteten Abwässern gemeldet; grob die Hälfte der Reisernte von 2003 konnte infolgedessen nicht den Lebensmittelstandards genügen.[5]

Energie bzw. Klima in der Volksrepublik China[Bearbeiten]

Entwicklung des Energiemix' in China seit 1980

China ist vor den USA der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen. Das Land veräußert mehr als 33 Prozent der weltweiten Emissionen bei einem Pro-Kopf-CO2-Ausstoß von 4,6 Tonnen im Jahre 2007.[23][24] China muss als Entwicklungsland nach dem Kyoto-Protokoll seinen CO2-Ausstoß nicht drosseln. Dieser wird der Tendenz nach stark ansteigen.[24]

Erneuerbare Energien[Bearbeiten]

In absoluten Zahlen werden in China die meisten erneuerbaren Energien generiert. Das Land tätigte 2007 mit 12,459 Mrd. USD die zweitgrößten Investitionen in diesem Bereich. Nur Deutschland investierte noch mehr in die erneuerbaren Energien als China. Im Jahre 2009 sollen die chinesischen Investitionen die der Bundesrepublik übersteigen.[25] In der Volksrepublik betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix im Jahr 2006 ca. 7 %.[6] Bis zum Jahr 2010 will die Regierung diesen auf 10 % und bis 2020Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren auf 16 % anheben.[26] Unter den Erneuerbaren Energien wird der größte Anteil durch Stauanlagen erzeugt.[26] Viele der Projekte sind wegen des erheblichen Eingriffs in die Ökosysteme[27] und die mit dem Bau verbundenen Umsiedlungen der lokalen Bevölkerung umstritten, insbesondere, weil man internationalen Standards nicht gerecht wird und die Folgen für die Betroffenen teilweise gar nicht oder nur unzureichend kompensiert werden. Die Drei-Schluchten-Talsperre ist das größte Staumauerprojekt weltweit.

Folgende Teile Abschnitt scheinen seit 2010 nicht mehr aktuell zu sein: Das Jahr 2010 ist vorbei. Hat das mit der Steigerung des Anteils geklappt? --Flominator 17:21, 15. Jan. 2012 (CET)
Bitte hilf mit, die fehlenden Informationen zu recherchieren und einzufügen.

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Ländliche Stromanbindung[Bearbeiten]

Bis 2010 will die Volksrepublik China laut Entwicklungsplan 10.000 Dörfer mit 3,5 Mio. Haushalten mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgen. Da es sich vorwiegend um Inselanlagen handelt, setzt man hier auf erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windenergieanlagen. Der ländliche Raum soll bis 2015 eine vollständige Stromversorgung erhalten.[26]

Artenschutz in der Volksrepublik China[Bearbeiten]

Die Volksrepublik China ist Mitglied des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES).[28] Dennoch wurden vermehrt Verstöße gegen das Abkommen moniert. Diese sind in erster Linie auf die mangelnden Kapazitäten bei den unterfinanzierten chinesischen Behörden zurückzuführen. Um die Behörden zu unterstützen, haben (vorwiegend „westliche“) Nichtregierungsorganisationen mit dem Themenschwerpunkt Artenschutz ein Netzwerk etabliert, das die staatlichen Kontrollstellen mit Informationen versorgt.[29] Um der Nachfrage nach den Produkten trotz aller Bedenken gerecht zu werden, bemüht sich die Volksrepublik verstärkt, den bislang illegalen Handel auf eine Völkerrechtliche Basis mit entsprechend nachhaltigen Programmen zu stellen. Die Bestrebungen hatten zuletzt am 15. Juli 2008 Erfolg mit der Listung Chinas als einem völkerrechtlich legalen Abnehmer von Elfenbein bei der CITES.[30] Die Volksrepublik ist zwar der weltweit größte Abnehmer von illegal gehandeltem Elfenbein, verzeichnet aber auf der anderen Seite auch die größten Verbesserungen bei der Bekämpfung desselben.[31]

Maßnahmen[Bearbeiten]

Nationale oder bilaterale Maßnahmen gegen transnationale Umweltverschmutzung in Ostasien sind oft nicht effizient genug, da Verschmutzung von mehr als einem Staat verursacht werden, oder die Maßnahmen, insbesondere von Staaten wie der Mongolei oder China, nicht finanzierbar sind.[2] China begann erst in den 1990ern mit Umweltschutzmaßnahmen auf nationaler Ebene. Obwohl die Anwendung neuer Umweltgesetze bereits positive Auswirkungen auf die transnationale Umweltverschmutzung hat, reichen die Regelungen nicht aus, um mit der rasant wachsenden Industrie mitzuhalten. Auf Grund undurchsichtiger Entscheidungsverfahren und Korruption, werden wirtschaftliche Projekte oft auf Kosten der Umwelt entschieden.[2]

Institutionen, Gesetze und Regulierungen[Bearbeiten]

In Japan versucht die Politik seit den frühen 1970ern die Umweltverschmutzung zu kontrollieren und nimmt in der Region eine Vorreiterrolle ein.[2] Neben der Mitwirkung der Staaten China, Japan und Südkorea auf globaler Ebene in internationalen Organisationen, die sich mit transnationalen Umweltproblemen beschäftigen, wie dem UN Environmental Programm (UNEP) oder der UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) mitsamt den dazugehörigen Vereinbarungen (wie dem Kyoto-Protokoll von 1997), spielen auch bilaterale und regionale Maßnahmen eine große Rolle in der transnationalen Umweltpolitik der Staaten Ostasiens.

Die wichtigste überregionale Institution zur Kooperation im Meeresschutz ist der Northwest Pacific Action Plan (NOWPAP), der 1994 unter Führung der UNEP gegründet wurde. Mitglieder des NOWPAP sind China, Südkorea, Japan und Russland (Nordkorea gehörte zu den Gründungsmitgliedern, ist aber kein formelles Mitglied mehr). Der Fokus der Organisation liegt ebenfalls im Schutz des Gelben Meeres, des Japanischen Meeres und des Chinesischen Meeres. Obwohl anfangs gefordert (und auch von Südkorea und Russland unterstützt) ist der NOWPAP völkerrechtlich nicht verbindlich. Japan und China lehnten eine rechtliche Bindung ab. Das japanische Verkehrsministerium argumentierte, dass die Regulierungen der japanischen Küstenwache bereits ausreichend seien.[2] Japans Haltung zum NOWPAP positivierte sich deutlich nach dem Tankerunglück der Nakhodka.[21]

Zur Bekämpfung der Luftverschmutzung orientieren sich die Staaten Ostasiens am Vorbild Europas, wo es bereits seit 1979 die Convention on Long-range Transboundary Air Pollution(LRTAP) gibt. Die Konvention dient als wertvolle Quelle für technische und institutionelle Informationen.[2]

Als Maßnahmen gegen den sauren Regen implementiert Japan seit den 1970ern folgende Maßnahmen:

  1. Ein Wechsel von stark schwefelhaltiger Kohle zu Öl.
  2. Die Entwicklung und Implementierung von Entschwefelungstechnologien.
  3. Einführung und strikte Einhaltung von Luftqualitätsgesetzen und
  4. Die Vergabe von günstigen Krediten zur Finanzierung von Umwelttechnologien.[4]

Hinzu kommen Regelungen zur NOx Reduktion, wie beispielsweise Vorschriften zur Katalysatornutzung in Kfz.[4] Zu den Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung gehört auch die Reduzierung von Treibstoffen mit hohem Schwefelgehalt und die vermehrte Nutzung von Flüssigerdgas (LNG). In Südkorea beispielsweise konnten so die Emissionen von Schwefeldioxid seit 1990 stetig reduziert werden.[1] Auch einzelne Staaten Südostasiens (Thailand, Vietnam, Taiwan, Indonesien und Hongkong) planen vermehrt auf die Nutzung von natürlichen Gasen zu setzen. Allerdings steht auch hier der Umweltschutz zweitrangig hinter wirtschaftlichen Zielen. Insbesondere die Finanzkrise 1997 verlangsamte Umweltschutzprojekte deutlich.[4]

In Südkorea finden seit den späten 1980ern Umweltschutzgesetze Anwendung.

Technische Zusammenarbeit[Bearbeiten]

China erhält eine Official Development Assistance (ODA) der Nachbarstaaten Japan und Südkorea, wobei die technische Hilfe Japans vermehrt in chinesische Umweltprojekte fließt. Die Hilfen Japans und Südkoreas werden hierbei auch von der Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik der Vereinten Nationen (United Nations Economic and Social Commission for Asia and the Pacific: ESCAP) initiiert und verstärkt.[2] China und Südkorea haben bereits 1993 Vereinbarungen zur Zusammenarbeit im Umweltschutz getroffen. Eine große Rolle in der gemeinsamen Umweltpolitik der beiden Staaten spielt die Untersuchung der Verschmutzung des Gelben Meeres und die Filterung chinesischer Küstenabwässer.

Die vermehrten Sandstürme werden in Japan seit 2003 in Messstationen aufgezeichnet, die über das ganze Land verteilt sind. Zudem wurden für einige Jahre auch Messprojekte und Gegenmaßnahmen in China mit ODA-Geldern unterstützt. Bilaterale Messstationen befinden sich beispielsweise in Peking (seit 1996), Ningxia (seit 1998) sowie Dunhuang und der Taklamakan-Wüste (seit 2000). Die chinesische Regierung begann in den 1970ern mit dem größten Aufforstungsprogramm der Menschheit. An Chinas Grüner Mauer soll noch bis 2050 weiter gearbeitet werden. Bis dahin sollen 350000 Quadratkilometer Land mit Bäumen bepflanzt sein. Es arbeiten eine Reihe japanischer NGOs in Aufforstungsprojekten in China. Auch die südkoreanische ODA-Gesellschaft KOICA unterstützt dieses Programm.[2]

Eine ähnliche Zusammenarbeit besteht auch zwischen Südkorea und Japan. 1993 gründeten Südkorea und Japan das Japan-Korea Environmental Conservation Joint Committee, das sich jährlich zu einem Austausch von Forschungsergebnissen und zur technischen Zusammenarbeit trifft. In der Vergangenheit floss zudem japanische Entwicklungshilfe in die Implementierung südkoreanischer Abwasserkläranlagen.[2]

Bezüglich der regelmäßigen Verkippung von radioaktivem Wasser aus Atomreaktoren der sowjetischen Pazifikflotte, bot Japan der russischen Marine 1993 im Zuge eines nuklearen Sicherheitsplans den Bau einer schwimmenden Entsorgungsplattform an, um das verseuchte Wasser zu filtern. Die Plattform kostete 29 Mio.US$, wurde 1997 fertig gestellt und ging 2000 in Betrieb. Seitdem werden jährlich 7000 m³ Wasser durch die Anlage im russischen Bolshoy Kamen gefiltert. Zudem stellte die japanische Regierung 1999 ca. 35 Mio. US$ für die Zerlegung russischer Atom-U-Boote zur Verfügung.[20]

Interessen der Staaten[Bearbeiten]

Japan[Bearbeiten]

Japan setzt die Entwicklungshilfegelder auch in der Diplomatie ein, um China gezielt zu einer liberaleren Wirtschaft und Politik zu führen. Japan hat zudem Interesse an einer verantwortungsbewussten Rolle Chinas in der Umweltpolitik der Region. Insbesondere bei Projekten gegen die Sandstürme (z. B. Aufforstungsprojekte) arbeitet Japan eng mit Südkorea zusammen, da die beiden Staaten zu den am stärksten Betroffenen zählen.

Mongolei[Bearbeiten]

Die Mongolei ist ein wichtiges Element in der Strategie gegen die Verwüstung und um Sandstürme zu vermeiden. Es sind etwa 4000 Mitarbeiter im Ministry of Nature and Environment (MNE) lokal oder auf Landesebene beschäftigt. Laut Weltbank ist das zum Erreichen, Überwachen und Forcieren von existierenden Gesetzen unzureichend. Die Abstimmung zwischen Regierungsressorts sei unzureichend.[3] Insbesondere wird die unkontrollierte Viehwirtschaft, die urbane Luftverschmutzung und die unkontrollierte und weitestgehend illegale Beforstung als zunehmend auch transnational problembehaftet gesehen.

Deutschland ist für die Haushaltsperiode 2008 und 2009 mit 20,5 Mio € in Projekten zu Umweltschutz und Wirtschaftsreformen engagiert.[32]

Russland[Bearbeiten]

Auf Grund der geringen Bevölkerungsdichte im russischen Teil Ostasiens rangiert die Region eher auf den unteren Plätzen der Prioritätenliste der Moskauer Regierung. Vom regionalen Umweltschutz wird daher erwartet, in möglichst geringem Kostenaufwand und hohem Empfang von Hilfsgeldern zu münden.

Südkorea[Bearbeiten]

Südkorea ist mitunter der am stärksten von transnationaler Umweltverschmutzung betroffene Staat der Region. Südkorea gilt daher als einer der engagiertesten Initiatoren transnationaler Kooperation im Umweltschutz. Die finanziellen und politischen Kräfte des Landes reichen jedoch nicht dazu aus, China zu weniger Emissionen zu drängen oder die Entwicklungshilfen (ODA) stark anzuheben. Südkorea nimmt daher in der Umweltpolitik oft die Rolle eines Mediators zwischen Japan und China ein, um von den beiden Nachbarstaaten nicht völlig an den Rand gedrängt zu werden.

Volksrepublik China[Bearbeiten]

China hat ein großes Interesse daran, sich nicht längerfristig an Verträge zu binden und bevorzugt daher die Nutzung von Entwicklungshilfegeldern (ODA) und des bestehenden multilateralen politischen Rahmens. Weiterhin versucht China maximal von technischer und finanzieller Hilfe im Umweltschutz zu profitieren, ohne dabei selbst große Ressourcen aufwenden zu müssen.

Die Vorwürfe Japans und Südkoreas, dass das aggressive Wirtschaftswachstum an der zunehmenden Desertifikation Schuld sei, werden von der chinesischen Regierung nicht gerne gehört. Diese muss sich jedoch Einwände wohl überlegen, um nicht die dringend gebrauchten ODAs zu gefährden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Owen Cameron: Japan and South-East Asia’s Environment. In: Michael J.G. Parnwell, L. Bryant Raymond (Hrsg.): Environmental Change in South-East Asia. Routledge, London 1996, S. 67–93.
  • Reinhard Drifte: Transboundary Pollution as an Issue in Northeast Asian Regional Politics. In: Klaus Vollmer (Hrsg.): Ökologie und Umweltpolitik in Japan und Ostasien. Transnationale Perspektiven. Iudicium, München 2006, S. 65–84.
  • Paul G. Harris (Hrsg.): Confronting Environmental Change in East and Southeast Asia. Eco-Politics, Foreign Policy and Sustainable Development. Sterling VA Earthscan, London 2005.
  • Meehye Lee, Zafar Adeel: Managing air pollution problems in Korea. In: Zafar Adeel (Hrsg.): East Asian experience in environmental governance: Response in a rapidly Developing region. United Nations Univ. Press, 2003.
  • Anny Wong: The roots of Japan’s international environmental politics. Garland Publishing, New York and London 2001.
  • Makiko Yamauchi: The Japanese approach to governance of air pollution problems. In: Zafar Adeel (Hrsg.): East Asian experience in environmental governance: Response in a rapidly Developing region. United Nations Univ. Press, 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Lee, Adeel
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Drifte 2006
  3. a b c d e f Länderseite mit Schwerpunkt Umwelt für die Mongolei bei der Weltbank
  4. a b c d e f Wong
  5. a b c Cost of Pollution in China (PDF; 5,8 MB) gemeinsame Reportage der Weltbank und der SEPA, 2007
  6. a b Forschungspapier (PDF-Datei; 976 kB) der Deutschen Bank zum „Wachstumsmarkt“ des Umweltsektors in China, FRANK 2006
  7. China National Environmental Protection Plan in the Eleventh Five-Years (2006–2010) (PDF; 271 kB) No.39 document of the State Council 2005
  8. SOE 2006 Atmospheric Environment, SEPA, 2006
  9. National Institute for Environmental Studies (Version vom 19. Februar 2007 im Internet Archive) (japanisch)
  10. Zahlen zu den Viehbeständen bei der FAO.
  11. Chen, G., Z. Dong, and P. Yam. 1996. Wüstenausbreitung: Internationale Forschungsthemen und -Ansätze in China. Ausbeutung der Natur, 15, 1-5 (auf Chinesisch). Siehe auch Map Asia Conference (PDF-Datei; 479 kB), Peking 2004
  12. China Länderbericht der United Nation's Convention to Combat Desertification (Konvention der Vereinten Nationen zur Wüstenausbreitung). UNCCD, 2006. New York.
  13. a b China Länderbericht der United Nation's Convention to Combat Desertification (Konvention der Vereinten Nationen zur Wüstenausbreitung). UNCCD, 2000. New York.
  14. Zhu Z.D., and T. Wang. 1993. Trends of Desertification and its Rehabilitation in China. Desertif. Contr. Bull. 22: 27-30. Siehe auch Map Asia Conference (PDF-Datei; 479 kB), Peking 2004
  15. China faces "serious" soil pollution: SEPA Presseerklärung der SEPA, die sich auf diese Veröffentlichung bezieht.
  16. H.Sun, H. Zhou, P. Wang: Progress in Research on Degradation Succession of Grasslands. Grassland China, vol.1, 1998, S. 51–56. Siehe auch Map Asia Conference (PDF; 479 kB) Peking 2004
  17. Gemeinsames Paper (PDF) von WWF-Mongolei und Weltbank
  18. a b Trade and Environment Data Base der Amerikanischen Universität Washington (Abruf am 18. März 2007)
  19. Further Japanese Investment Could Do Much for Pacific Fleet's Nuclear Security, Oslo (Abruf am 18. März 2007)
  20. a b Nuclear Threat Initiative, Washington D.C. (Abruf am 26. März 2007)
  21. a b Kim, Hyon-Jin: Hidden Shoals of Marine Environmental Cooperation in Northeast Asia (Version vom 2. April 2009 im Internet Archive) In: Nautilus of America/The Nautilus Institute: NE Asian Marine Issues - #4, 1999 (abgerufen am 30. Januar 2007).
  22. a b c d SOE 2006 Water Environment, SEPA 2006
  23. Andy Xie: „Emission Impossible“ (Version vom 23. März 2008 im Internet Archive), China Business, Dezember 2007 (Englisch)
  24. a b China's Emissions Conundrum by Jeff Logan - March 09, 2007, World Resources Institute, 20. November 2006
  25. Global Trends in Sustainable Energy Investment 2008 Report, gemeinsame Veröffentlichung vom UNEP, SEFI und New Energy Finance
  26. a b c REN21 Renewables 2007 Global Status Report, Bericht der Ren21, 2007
  27. Three Gorges Bulletin in 2007, SEPA 2007
  28. Liste der Mitglieder des Washingtoner Artenschutzabkommens
  29. Siehe The State of Wildlife Trade in China (PDF-Datei; 1,8 MB), WWF-China 2006. Mitglieder der Wildlife Trade Alliance sind TRAFFIC, der WWF, die IUCN, die Wildlife Conservation Society, Conservation International, der International Fund for Animal Welfare und WildAid.
  30. Stellungnahmen von CITES, WWF und TRAFFIC
  31. CITES (PDF; 460 kB) Durchgeführt von TRAFFIC, 2007
  32. Pressemitteilung vom BMZ, 4. April 2008.