Universitätsklinikum Jena

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Universitätsklinikum Jena
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Trägerschaft Körperschaft des öffentlichen Rechts
Ort Jena
Bundesland Thüringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 55′ 46,8″ N, 11° 34′ 46,7″ OKoordinaten: 50° 55′ 46,8″ N, 11° 34′ 46,7″ O
Vorstandssprecherin Brunhilde Seidel-Kwem
Betten 1396
Mitarbeiter > 4600
Fachgebiete 25
Zugehörigkeit Friedrich-Schiller-Universität Jena
Gründung 1558
Website www.uniklinikum-jena.de
ehemaliger Haupteingang
Das Universitätsklinikum Jena im Vordergrund, dahinter Wohnblocks in Lobeda Ost
Gebäude mit Hubschrauberlandeplatz und Notaufnahme
Christoph Thüringen auf dem beleuchteten Hubschrauberlandeplatz
Notaufnahme
Moderner Neubau
Während der Bauarbeiten 2013

Das Universitätsklinikum Jena (kurz UKJ) ist ein Krankenhaus in Jena. Es ist seit dem 1. Januar 2007 eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und Teilkörperschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Im Universitätsklinikum Jena in Thüringen stehen den Patienten in 26 Kliniken insgesamt 1.396 Betten zur Verfügung. Jährlich werden ca. 52.600 Patienten stationär betreut und über 272.000 ambulante Konsultationen durchgeführt. In der Krankenversorgung, Forschung und Lehre arbeiten über 4.600 Mitarbeiter, damit ist das UKJ der größte Arbeitgeber in der Region.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Medizinische Fakultät zählte 1558 zu den Gründungsfakultäten der Universität Jena. Im 17. Jahrhundert wurde eine größere Praxisnähe angestrebt und naturwissenschaftlich ausgerichtete Forschungen begannen sich zu etablieren. 1803 errichtete die Stadt Jena ein Krankenhaus, in das jeder Landesangehörige gegen Erstattung der Verpflegungskosten aufgenommen werden konnte.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Neu-, Um- und Erweiterungsbauten auf dem Gelände des Klinikums, wodurch sich die stationäre Betreuung mehr und mehr durchsetzte. Die Bettenzahl stieg allein zwischen 1880 und 1900 von 279 auf 539. Zahlreiche neue Kliniken eigenständiger Fachgebiete entstanden im beginnenden 20. Jahrhundert. Im Jahr 1917 gelang es mit finanzieller Unterstützung der Carl-Zeiss-Stiftung ein Kinderkrankenhaus im Stadtteil Jena-Süd zu errichten.

Während und nach dem Ersten Weltkrieg wurden weitere wichtige Klinikneubauten an verschiedenen Standorten errichtet, wie zum Beispiel die Hautklinik in der Erfurter Straße (fertiggestellt 1924) und die Hals-Nasen-Ohren-Klinik im Bereich des Landgrafen am Steiger (1928). Durch den Zweiten Weltkrieg waren besonders Gebäude im Bereich der Bachstraße wie die Zahnklinik und die Medizinische Poliklinik von Zerstörung betroffen. Das 1915 am Steiger errichtete Gymnasium wurde 1950 zur Tuberkuloseklinik ausgebaut. Heute ist hier die Urologische Klinik untergebracht.

Die bis in die 1950er Jahre als „Thüringische Landeskliniken“ geführten Einrichtungen erhielten die Bezeichnung „Kliniken der Friedrich-Schiller-Universität Jena“. Zwischen 1975 und 1980 wurde mit der Klinik für Innere Medizin in Jena-Lobeda-Ost der erste Klinikneubau seit 1928 in Jena errichtet.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Universitätsklinikum Jena verfügt über mehr als 50 verschiedene Einrichtungen. Die rechtliche Grundlage für die Organisation des Universitätsklinikums bildet das Thüringer Hochschulgesetz. Das oberste Aufsichtsgremium des Universitätsklinikums Jena ist der Verwaltungsrat. Die Leitung des Klinikums obliegt dem Vorstand. Für die Leitung der Fakultät liegt die Verantwortung beim Dekan und dem Fakultätsrat.

Kliniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen Kliniken sind über das gesamte Stadtgebiet Jenas verteilt[2]:

  • Standort Lobeda:
    • Kliniken für Anästhesiologie und Intensivtherapie; Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie; Herz- und Thoraxchirurgie; Innere Medizin (I, II und III); Kinderchirurgie; Neurochirurgie; Neurologie sowie Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
    • Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie / Plastische Chirurgie
    • Zentrale Notfallaufnahme sowie
    • Kinder- und Jugendmedizin
  • Standort Bachstraße:
    • Kliniken für Augenheilkunde; Frauenheilkunde und Geburtshilfe; Geriatrie; Nuklearmedizin sowie Strahlentherapie und Radioonkologie
  • Standort Am Steiger / Philosophenweg
    • Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- u. Ohrenkrankheiten; Kliniken für Urologie; Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
  • Sonstige
    • Kliniken für Hautkrankheiten
    • Lehrstuhl für Orthopädie
    • Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeinmedizin, Anatomie, Arbeits-, Sozial-, Umweltmedizin und- hygiene, Biochemie, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Geschichte der Medizin, Humangenetik, Immunologie, Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik, Medizinische Mikrobiologie, Medizinische Statistik, Informatik und Dokumentation, Molekulare Zellbiologie, Pathologie, Pharmakologie und Toxikologie, Physiologie, Physiotherapie, Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Rechtsmedizin, Transfusionsmedizin, Vaskuläre Medizin, Versuchstierkunde und Tierschutz, Virologie und Antivirale Therapie

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 setzten die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena Drittmittel in Höhe von 22,7 Millionen Euro für Forschungsprojekte ein. Insgesamt starteten allein 2011 am Klinikum über 100 einzelne Drittmittelprojekte[3].

Forschungsschwerpunkte am UKJ:[4]

  • Sepsis und Sepsisfolgen
  • Altern und alterassoziierte Erkrankungen

Enge Anbindung an die Schwerpunktbereiche der Friedrich-Schiller-Universität Jena:

  • Zelluläre Signaltransduktion
  • Medizinische Optik und Photonik

Unabhängig von dieser schwerpunktmäßigen Forschung unterstützt die Medizinische Fakultät mit ihren Förderprogrammen Forschungsprojekte in der gesamten Breite der medizinischen Forschung. Eine Gesamtübersicht der Projekte und Studien gibt der Forschungsbericht.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universitätsklinikum Jena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zum Klinikum. In: www.uniklinikum-jena.de. Abgerufen am 29. August 2016.
  2. Kliniken am UKJ
  3. Jahresbericht 2011 der Friedrich-Schiller-Universität Jena (PDF; 8,5 MB)
  4. Forschungsschwerpunkte am UKJ
  5. Forschungsbericht 2009/2010 des Jenaer Uniklinikums (PDF; 3,1 MB)