Universitätsklinikum Freiburg

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Universitätsklinikum Freiburg
Logo
Ort Freiburg im Breisgau
Koordinaten 48° 0′ 23″ N, 7° 50′ 16″ OKoordinaten: 48° 0′ 23″ N, 7° 50′ 16″ O
Leitung Vorstand, vertreten durch Jörg Rüdiger Siewert (Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender) und Bernd Sahner (kaufmännischer Direktor)
Betten etwa 1.610[1]
Mitarbeiter etwa 11.100[1]
Zugehörigkeit Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Website www.uniklinik-freiburg.de
Haupteingang Universitätsklinikum Freiburg

Das Universitätsklinikum Freiburg ist ein Klinikum in Freiburg im Breisgau. Es ist das drittgrößte Klinikum Deutschlands und gehört zur 1457 gegründeten Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sie wurde 2005 von KTQ zertifiziert und 2008 als eine der ersten Universitätskliniken in Deutschland rezertifiziert.[2] 2011 und 2014 erfolgten weitere, erfolgreiche Rezertifizierungen.

Das Universitätsklinikum Freiburg ist auf drei Standorte verteilt:

  • Das Zentralklinikum liegt am Rande des Stadtteils Stühlinger im Westen der Stadt.
  • Die Außenkliniken Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Hautklinik befinden sich an der Hauptstraße im nördlichen Stadtteil Herdern.
  • Die medizinisch-theoretischen Institute (Anatomie, Biochemie, Physiologie, Rechtsmedizin) sind im „Institutsviertel“ der Universität im Stadtteil Neuburg untergebracht.

Charakteristisch für das Zentralklinikum ist der „Lorenzring“, die 1926–1942 errichtete Anordnung von verschiedenen Klinikengebäuden in einem geschlossenen Ring um einen großen Grünbereich. Der Zweite Weltkrieg verhinderte die Fertigstellung der Gesamtkonzeption. Nach weitgehender Zerstörung im Krieg wurden ab 1948 die bestehenden Gebäude nach den gleichen Plänen wieder aufgebaut. In den Folgejahren wurde das Klinikangebot im jeweiligen Stil der Bauzeit erweitert, so unter anderen die Zahnklinik, die Augenklinik mit Hals-, Nasen und Ohrenklinik oder das Neurozentrum.

Seit 2014 beteiligt sich das Universitätsklinikum an der NAKO (Nationale Kohorte). Bei der NAKO handelt es sich um eine deutschlandweite Langzeitstudie. Für diese Studie wurde ein eigenes Zentrum am Klinikum eingerichtet, womit Freiburg zu den größten Standorten dieser Studie zählt.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Universitätsklinikum vereinigt in seinen Gebäuden Krankenversorgung, Forschung und Lehre. Mit circa 11.100 [3] Mitarbeitern ist es nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber in Südbaden. Der Bettenbestand liegt bei annähernd 1.610 Planbetten[3] in 110 Stationen.

Pro Jahr gibt es ungefähr 68.000[1] Patientenaufnahmen und 673.000 Ambulanz-Besuche. Täglich werden etwa 1.000 Patienten ambulant behandelt. Der Case Mix Index, der die durchschnittliche Fallschwere angibt, betrug den Wert 1,427.[1]

Nicht eingerechnet sind die 120 Betten der Tochtergesellschaft, Klinik für Onkologische Rehabilitation – UKF Reha gGmbH, welche sich im Gebäudekomplex der Tumorbiologie befindet.

Ebenfalls nicht enthalten sind die Zahlen des Universitäts- Herzzentrum Freiburg Bad Krozingen. Dieses verfügt, an beiden Standorten zusammen, über insgesamt etwa 377 Betten, ca. 1500 Mitarbeiter und führt ungefähr 22380 stationäre, sowie 43500 ambulante Behandlungen [3] durch.

Legt man die Gesamtzahlen aller zum Universitätsklinikum gehörenden Kliniken zugrunde, kommt man auf etwa 2107 Betten und circa 12533 Mitarbeiter. Behandelt werden stationär etwa 90990 und ambulant 716800 Patienten, pro Jahr.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Park des Universitätsklinikums Freiburg
Luftbild des Universitätsklinikums Freiburg

Die Universität Freiburg wurde im Jahr 1457 durch den Erzherzog Albrecht VI. von Österreich gegründet. Im Jahr 1751 übernahm die Medizinische Fakultät die Krankenversorgung im Armenspital in der Gerberau und 1780 wurde das Allgemeine Kranken-Spital im Collegium Sapientiae in der Herrenstraße eingerichtet. Im Jahr 1829 folgte die Eröffnung des Klinischen Hospitals in der Albertstraße und von 1868 bis 1911 entstanden die Frauen-, Augen-, Kinder-, Chirurgie- und Poliklinik im heutigen Institutsviertel.

Des Weiteren eröffnete im Jahr 1887 die Psychiatrische Klinik im Vorort Herdern.

Im Jahr 1922 wurde das Garnisonslazarett in Herdern zur Hautklinik umgewandelt und von 1926 bis 1931 entstand die Neue Medizinische und Chirurgische Klinik in der Hugstetter Straße. In den Jahren 1938 und 1939 schufen die Bildhauer Emil Stadelhofer, Ulrich Kottenrodt und Helmuth Hopp den Figurenzyklus Die Lebensalter. Er besteht aus sechs Sandsteinfiguren mit einer Höhe von jeweils 1,90 Meter und befindet sich noch heute im Torbogen des Klinikums.[4] Im Zweiten Weltkrieg, am 27. November 1944, wurden nahezu alle Institute und Kliniken durch einen schweren Luftangriff auf die Stadt zerstört. Daraufhin wurden die Chirurgische-, die Medizinische- und die Frauenklinik in den Jahren von 1948 und 1953 wiederaufgebaut. Nach 1953 folgte die Gesamtplanung und Errichtung weiterer Kliniken im Bereich der Hugstetter Straße. 1998 wurde die Uniklinik in eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt.

Das Freiburger "Comprehensive Cancer Center" (CCCF) wurde 2006 gegründet und im gleichen Jahr von der Deutschen Krebshilfe als "Onkologisches Spitzenzentrum" ausgezeichnet. 2009 erfolgte die Gründung eines Exzellenzzentrums für Chronische Immundefizienz im Rahmen einer deutschlandweiten Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Im Jahr 2008 begann die sukzessive Modernisierung der Freiburger Frauenklinik. Seit August 2012 ist das Notfallzentrum in Betrieb, das im Norden der Uniklinik für 42,15 Millionen Euro gebaut wurde. Der Neubau beherbergt außerdem drei Intensivstationen, neue Herzkatheterlabore und Behandlungsräume der Kardiologie. Auf dem Dach des neuen Anbaus wurde ein weiterer Hubschrauberlandeplatz gebaut, der für Hubschrauber bis zu 12 Tonnen (z. B. schwere Bundeswehrhubschrauber) ausgelegt ist.[5][6]

Zum 1. April 2012 schloss sich die Uniklinik mit dem Herzzentrum Bad Krozingen zur Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen GmbH zusammen.[7] Für die kommenden Jahre plant die Uniklinik Freiburg im Rahmen eines Masterplans die Errichtung einer neuen Kinderklinik auf dem Areal zwischen Frauenklinik und Neurozentrum sowie eine Erweiterung der chirurgischen Klinik mit einem neuen operativen Zentrum mit 15 bis 20 Operationssälen. Diese Erweiterung soll auf dem bisherigen Areal der Robert-Koch-Klinik gebaut werden.[8] Im Juli 2017 ging bei der Stadt der Bauantrag für die Kinderklinik ein. Die 140 Millionen Euro dafür müssen komplett aus Landesmitteln kommen. Baubeginn soll Mitte 2018 sein.[9][10]

Kliniken und Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chirurgische Klinik am Universitätsklinikum Freiburg
Klinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg
Notfallzentrum der Universitätsklinik Freiburg

Das Universitätsklinikum verfügt über 15 Kliniken und 10 Institute.

Kliniken:

  • Anästhesiologie und Intensivmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie
  • Dermatologie und Venerologie
  • Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde
  • Frauenheilkunde
  • Innere Medizin
  • Kinder- und Jugendmedizin
  • Neurochirurgie
  • Neurologie und Neurophysiologie
  • Medizinische Versorgung
  • Psychische Erkrankungen
  • Radiologische Diagnostik und Therapie
  • Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
  • Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen

Institute:

  • Humangenetik
  • Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
  • Medizinische Biometrie und Medizinische Informatik
  • Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
  • Musikermedizin
  • Pathologie
  • Prävention und Tumorepidemiologie
  • Rechtsmedizin
  • Umweltmedizin und Krankenhaushygiene
  • Zell- und Gentherapie

Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen GmbH[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen setzt sich aus allen kardiovaskulären Bereichen des Universitätsklinikums Freiburg, sowie aus dem Herz-Zentrum Bad Krozingen zusammen. Es bestand bereits ein Kooperationsvertrag, doch am 1. April 2012 wurden die beiden Kliniken fusioniert. Somit entstand eines der größten Herzzentren in Deutschland. Durch die Fusion entstanden in beiden Kliniken mehr Möglichkeiten der Behandlung und Forschung, was das Herzzentrum nicht nur zu einem der größten, sondern auch zu einem der führenden Herzzentren in Deutschland gemacht hat.

Forschung und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entsprechend den sich ändernden Bedürfnissen der modernen Medizin sind am Klinikum Forschungsschwerpunkte eingerichtet oder werden neu etabliert. Nur so lassen sich neueste medizinische Erkenntnisse und Behandlungsmethoden in die Praxis umsetzen. Die fünf Forschungsschwerpunkte am Universitätsklinikum Freiburg sind Immunologie und Infektiologie, Molekulare Zellforschung und regenerative Medizin, Epigenetik und funktionelle Genetik, Neurowissenschaften, Onkologie und funktionelles Imaging.

Das Tumorzentrum Freiburg - CCCF (Comprehensive Cancer Center Freiburg) des Universitätsklinikums wurde im März 2007, zusammen mit drei anderen Krebskliniken (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Uniklinik Köln, Universitätsklinikum Tübingen), von der Deutschen Krebshilfe als onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet und seither mit insgesamt drei Millionen Euro gefördert.[11] 2015 wurde mit einem Neubau für das Tumorzentrum begonnen, im Juli 2016 wurde Richtfest gefeiert,[12] und Mitte 2018 soll der 65 Millionen Euro teure Bau fertig sein. Pro Jahr sollen dort 3.000 Patienten stationär behandelt werden.[13]

Im Rahmen einer deutschlandweiten Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Förderung neuer Modellzentren, die die Patientenbehandlung und Forschung noch besser zusammenführen sollen, ist 2008 das Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI)[14] – eine gemeinsame Initiative der Universität Freiburg, des Universitätsklinikums und des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie – eingerichtet worden. Das CCI behandelt Patienten mit Immundefizienz (Abwehrschwäche). Ein interdisziplinäres Team aus Medizinern und Biologen, Grundlagenwissenschaftlern und Klinikern erforscht Ursachen, Diagnostik und Therapie dieser seltenen Erkrankungen.

Der erste Lehrstuhl für Palliativmedizin in Baden-Württemberg wurde ab 2012 an der Universitätsklinik Freiburg eingerichtet.[15] Die erste Lehrstuhlinhaberin wurde die Internistin und Theologin Gerhild Becker.

Die Forschung am Uniklinikum ist auch mit der Forschung allgemein in der Stadt Freiburg vernetzt. So arbeitet das Klinikum eng mit dem Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik und mit Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. Außerdem setzt das Klinikum auf Studien, die die Forschungsarbeit unterstützen. Es existiert sogar ein eigenes Studienzentrum. Durch die Studien hat die Uniklinik die Möglichkeit, Erkenntnisse über neue Behandlungsmethoden schnell umzusetzen. Des Weiteren hat das Deutsche Register klinischer Studien seinen Sitz am Universitätsklinikum Freiburg.

Das Universitätsklinikum Freiburg bietet auch den Studenten der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität die Möglichkeit, von Anfang an bei den Forschungsprojekten teilzunehmen. Außerdem wird viel Wert darauf gelegt, die Lehre so patientennah wie möglich zu halten.[1]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der universitären Lehre beteiligt sich das Klinikum auch an der Ausbildung für nichtärztliche Berufe im Gesundheitswesen. Es betreibt Schulen, hält im Angestellten- und Arbeiterbereich Plätze für Auszubildende vor und beschäftigt Praktikantinnen und Praktikanten. Insgesamt bestehen bei der Akademie für medizinische Berufe rund 800 Ausbildungsplätze. An den Schulen der Akademie für Medizin kann man folgende Berufe erlernen:

Das Klinikum verfügt außerdem über 23 Ausbildungsberufe mit derzeit circa 120 Auszubildenden in kaufmännischen, technischen und gewerblichen Berufsbildern wie beispielsweise Anlagenmechaniker/in, Fachkraft für Lagerlogistik oder Koch/Köchin.

In der Region bestehen 15 Akademische Lehrkrankenhäuser, die zur Uniklinik Freiburg gehören. Darunter der Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser, das Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr, das Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen, das Städtische Klinikum Karlsruhe, die St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe, Kreiskrankenhaus Lörrach und das Hegau-Bodensee-Klinikum.[16]

Doping- und Betrugsvorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Universitätsklinik Freiburg ist auch in der Sportmedizin weltweit bekannt geworden, diese wurde maßgeblich von Herbert Reindell und Joseph Keul aufgebaut. Joseph Keul war als Ordinarius für Innere Medizin und Sportmedizin der Universität Freiburg immer wieder in der Kritik, da ihm vorgeworfen wurde, unerlaubte Dopingmanipulationen nicht nur erforscht, sondern auch gefördert zu haben.[17] Schon 1977 warf der Dopingforscher Werner Franke Keul vor, die Nebenwirkungen von Anabolika zu verharmlosen.[18]

Ärzte auf diesem Gebiet waren auch Armin Klümper sowie Lothar Heinrich und Andreas Schmid. Sowohl Klümper (Sporttraumatologie, Radiologie) als auch Heinrich und Schmid (Sportmedizin) wurde vorgeworfen, den von ihnen betreuten Sportlern Dopingmittel verabreicht zu haben. Heinrich und Schmid wurden im Mai 2007 vom Klinikum der Universität wegen dieser Vorwürfe entlassen.[19] Auch der Sportmediziner Georg Huber, der Straßenfahrer des Bundes deutscher Radfahrer ärztlich betreute und unter anderem Verbandsarzt des Behindertensportverbandes, des Deutschen Skiverbandes, sowie Arzt bei den Paralympics war, wurde vom Dienst suspendiert. Huber hatte gestanden, in der Zeit vor 1990 einem U-23-Straßenradfahrer Testosteron verabreicht zu haben.[20] Auf Grund der Vorkommnisse haben die Universitäts- und Kliniksleitung eine juristische und fachliche Überprüfung der betroffenen Fachbereiche veranlasst.[21]

Im Dezember 2009 beauftragte die Universität die Kriminologin der Universität Leuven und Mafia-Expertin Letizia Paoli den Vorsitz einer Kommission zur Aufarbeitung der Dopingvergangenheit des Universitätsklinikums zu übernehmen. Sie drohte später gegenüber der Universität mit Rücktritt, weil sie sich in ihrer Arbeit durch das Rektorat der Universität nicht ausreichend unterstützt sah.[22] Die sechsköpfige Kommission hat auch den Auftrag, die wissenschaftlichen Arbeiten seit den 1950er Jahren zu prüfen.[23] Der Schweizer Anatom und Sportmediziner Hans Hoppeler, Mitglied der Kommission, ging Anfang 2015 davon aus, dass im Falle der vom ihm als „wissenschaftliches Doping“ bezeichneten Mehrfachpublikation ein und derselben Forschungsergebnisse personelle Konsequenzen haben werde.[24]

In den späten 1990er Jahren geriet ein Krebsforscher der Freiburger Universitätsklinik, Roland Mertelsmann, ins Zwielicht. Dieser war in einen Wissenschaftsfälschungsskandal um Marion Brach und Friedhelm Herrmann verwickelt. Wolfram Brugger und Lothar Kanz waren Studienleiter.[25] In einer Pressemitteilung der DFG vom 4. Mai 2001 mit dem Titel Tübinger Krebsforscher von Fälschungsvorwürfen entlastet.[26] heißt es hierzu: Angesichts der schweren persönlichen Nachteile, die beiden Wissenschaftlern durch breit veröffentlichte, jedoch nicht bestätigte Vorwürfe entstanden sind, hielt der Hauptausschuss der DFG eine in die Zukunft gerichtete Sanktion des wissenschaftlichen Fehlverhaltens, das beiden entgegenzuhalten ist, nicht für angemessen. Die DFG sieht die Ursache für die festgestellten Mängel vor allem in Unerfahrenheit und mangelnden Vorkehrungen zur Qualitätssicherung. Beides ist heute nicht mehr gegeben.

Hans Peter Friedl, von 1997 bis 2000 ärztlicher Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg, wurde 2003 vom Landgericht Freiburg in drei Fällen der fahrlässigen und in einem Fall der vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig gesprochen.[27] Über mehrere Jahre war er für eine ganze Reihe schwerster ärztlicher Kunstfehler verantwortlich gewesen, ohne dass interne Kontrollmechanismen seitens der Klinikleitung dem entgegengewirkt hätten.[28] [29]

Im Dezember 2014 wurde bekannt, dass der ehemalige Lehrbeauftragte und ehemalige Arzt der Deutschen Radsportnationalmannschaft Yorck Olaf Schumacher nach einer Berichterstattung durch das Magazin Spiegel seine Habilitation ohne Angabe von Gründen zurückgegeben hat. Sechs Wissenschaftler der sportmedizinischen Abteilung des Klinikums stehen unter Plagiatsverdacht. Die Universität Freiburg bestätigte auch den Plagiatsverdacht gegen Ulrike Korsten-Reck.[30]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Springer, Heidelberg, 1991[31]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Universitätsklinikum Freiburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Jahresbericht 2015 des Universitätsklinikums Freiburg
  2. http://www.uniklinik-freiburg.de/kliniqm/live/ktq-zertifizierung.html.
  3. a b c d Jahresbericht 2015 des Universitätsklinikums Freiburg
  4. Silvia Groß: Ulrich Kottenrodt. Die nicht vorhandene Mutter in: Michael Klant (Herausgeber):Skulptur in Freiburg: Kunst des 20. Jahrhunderts im öffentlichen Raum, modo Verlag, Freiburg 1998, ISBN 978-3-922675-76-1, S. 51.
  5. http://www.badische-zeitung.de/freiburg/grossbaustelle-uniklinik-operation-schon-fast-gelungen--41709602.html.
  6. http://www.badische-zeitung.de/freiburg/das-uni-notfallzentrum-ist-in-betrieb-zehn-jahre-planung-und-bau--62263915.html.
  7. http://www.herzzentrum.de/Home/UeberUns/Geschichte-UHZ.
  8. http://www.badische-zeitung.de/freiburg/freiburg-masterplan-fuer-die-uniklinik-21--38810690.html.
  9. jlb: Bauantrag für Kinderklinik - Freiburg - Badische Zeitung. Badische Zeitung, 1. Juli 2017, abgerufen am 15. Juli 2017.
  10. hup: Uniklinik hat kein Geld für die neue Kinderklinik - Südwest - Badische Zeitung. Badische Zeitung, 15. Juli 2017, abgerufen am 15. Juli 2017.
  11. Projektbericht von Eva Kalbheim, Deutsche Krebshilfe, 16. Juni 2011.
  12. Johannes Tran: Freiburg: Uniklinik: Richtfest für Neubau des Tumorzentrums. Badische Zeitung, 25. Juli 2016, abgerufen am 25. Juli 2016.
  13. Yvonne Weik: Freiburg: Die Uniklinik wird für 65 Millionen ein Interdisziplinäres Tumorzentrum bauen. Badische Zeitung, 7. Oktober 2014, abgerufen am 25. Juli 2016.
  14. Pressemitteilung „Neues Zentrum für Immundefizienz in Freiburg“ vom 9. Mai 2008
  15. Lindern, wenn Heilen nicht mehr möglich ist, Heinz Siebold, Stuttgarter Zeitung, Bericht vom 31. März 2012, abgerufen am 1. April 2012.
  16. http://www.uniklinik-freiburg.de/ip/live/patientenservice/Kooperationen/LehrKH.html.
  17. Anno Hecker: Die westdeutsche Vergangenheit: Doper, vereint Euch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Februar 2009.
  18. Werner Franke: Anabolika im Sport – Der Arzt als Erfüllungsgehilfe des Sportfunktionärs. Leichtfertige Verniedlichung von Nebenwirkungen. In: Medical Tribune. Ausgabe Österreich. Jahrgang 9, Nr. 16, 22. April 1977 (online auf cycling4fans.de); [1].
  19. Pressemitteilung: Universitätsklinikum weist Dopingvorwürfe gegen Freiburger Sportmediziner zurück, 30. April 2007; Pressemitteilung: Unabhängige Gutachterkommission soll Doping-vorwürfe gegen Ärzte der Freiburger Sportmedizin vollständig aufklären, 15. Mai 2007; Pressemitteilung: Nach dem Geständnis, 24. Mai 2007.
  20. Pressemitteilung: Universität und Klinikum sehen sich nach erneutem Geständnis in ihrer rigorosen Aufklärungsarbeit bestätigt, 29. Mai 2007.
  21. Pressemitteilung: Klinikumsvorstand gibt Freigabe einzelner sportmedizinischer Bereiche bekannt, 9. Juli 2007.
  22. Magazin Der Spiegel, Heft 43/2014, Doping: Blockierte Aufklärung, S. 103.
  23. Thomas Kistner: Verwurstete Doktorarbeiten. Fehlverhalten an der Freiburger Uni erreicht neue Dimensionen, in: Süddeutsche Zeitung, 9. Januar 2016, S. 38.
  24. Alan Niederer: Forschungsskandal in Freiburg i.Br. Kommission findet wissenschaftliches Fehlverhalten bei sportmedizinischen Publikationen, in: NZZ, 9. Januar 2016, S. 18.
  25. Berliner Zeitung, Roland Mertelsmann unter Verdacht.
  26. DFG Pressemitteilung.
  27. SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Germany: Rückspiegel: Der SPIEGEL berichtete ... - DER SPIEGEL 10/2009. Abgerufen am 4. September 2017 (deutsch).
  28. Schraube in der Vene. In: Der Spiegel. 1. Mai 2000, abgerufen am 4. September 2017.
  29. [2].
  30. Magazin Der Spiegel, Heft 52/2014, Radsport: Dr. Schumacher, S. 127.
  31. Eduard Seidler: Die Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau | SpringerLink. doi:10.1007/978-3-662-06665-2 (springer.com [abgerufen am 4. September 2017]).