Untersteinbach ob Gmünd

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Untersteinbach ob Gmünd
Koordinaten: 49° 12′ 34″ N, 10° 58′ 37″ O
Höhe: 380 m ü. NHN
Einwohner: 123 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91166
Vorwahl: 09172

Untersteinbach ob Gmünd ist ein Ortsteil der Gemeinde Georgensgmünd im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf einer großflächigen Lichtung in einem Waldgebiet (nördlich und östlich: Abenberger Wald, südlich: Brödling, westlich: Espan, nordwestlich: Birkach). Südlich berührt der Steinbach den Ort, ein linker Zufluss der Fränkischen Rezat, an dem sich zahlreiche Fischteiche befinden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort entstand als mittelalterliche Rodungssiedlung und wird erstmals 1407 als „Nydernstaynbach“ erwähnt.[3] Der Zusatz „ob Gmünd“ fand bereits 1818 Verwendung.[4] 1952 wurde der Ort schließlich amtlich in Untersteinbach ob Gmund umbenannt.

Im 13. Jahrhundert bestand der Ort wahrscheinlich aus 7 Ganzhöfen.[5] 1432 war das ganze Dorf außer zwei Höfen burggräflich. Im Anschluss unterstand es dem markgräflichen Oberamt Schwabach, seit 1600 dem Oberamt Roth. Im 16-Punkte-Bericht von 1608 gehörten 6 Höfe und 4 Güter dem Kastenamt Schwabach und 1 Gut dem Kastenamt Windsbach. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter im Ort 17 Haushalte. 6 Höfe, 9 Güter und 1 Gastwirtschaft unterstanden dem Kastenamt Schwabach und 1 Hof dem Kloster Marienburg.[6]

Der Hopfenhandel war lange Zeit die Haupteinnahmequelle der Bewohner.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Untersteinbach 16 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Roth aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Kastenamt Schwabach inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherrn: 15 Anwesen dem Kastenamt Schwabach und 1 Anwesen dem eichstättischen Kastenamt Abenberg (für die Abenberger Pfarrkirche). Neben den Haushalten gab es noch das Hirtenhaus, das ein kommunales Gebäude war.[7]

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1801) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

„Untersteinbach, bey Rittersbach genannt, um es von jenem auf der Haide zu unterscheiden, ist ein 16 Haushaltungen starker Weiler im Ansbachischen Oberamte Roth und liegt eine starke halbe Stunde von Abenberg gegen Süden entfernt, zwischen Obersteinbach und Mebenberg fast in der Mitte. Darinn ist ein einziger Eichstättischer zum Pfleg- und Kastenamte Abenberg gehöriger Unterthan; alle übrigen sind Ansbachisch.“[8]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Untersteinbach dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Obersteinbach zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Obersteinbach an.

Während des 2. Weltkriegs hatte Untersteinbach die Leitstelle „Schwalbe“ für Nachtjäger.[9]

Am 1. Juli 1971 wurde Untersteinbach im Zuge der Gebietsreform nach Georgensgmünd eingegliedert.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 138 150 170 151 169 142 114 148 126 122 123
Häuser[11] 29 21 32 27 22 24 25 30
Quelle [4] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [1]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die für die Region typischen hochgiebeligen Hopfenhäuser aus Sandstein prägen das Ortsbild. Das 1841 errichtete Waaghaus mit Glockenturm gilt als Wahrzeichen Untersteinbachs.

  • Haus Nr. 2, 6, 16, 18, 25: Bauernhäuser
  • Haus Nr. 4: Gasthaus zum Grünen Tal
  • Bachhaus zugehörig zu Haus Nr. 10

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Georg (Georgensgmünd) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Jakobus (Abenberg).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße RH 9 führt nach Obersteinbach ob Gmünd bzw. an der Hämmerleinsmühle vorbei nach Georgensgmünd zur Staatsstraße 2224. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mäbenberg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Untersteinbach ob Gmünd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 347 (Digitalisat).
  2. Untersteinbach ob Gmünd im BayernAtlas
  3. F. Eigler, S. 177.
  4. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 96 (Digitalisat).
  5. F. Eigler, S. 245.
  6. F. Eigler, S. 229.
  7. F. Eigler, S. 428.
  8. J. K. Bundschuh, Bd. 5, Sp. 651.
  9. W. Ulsamer (Hrsg.), S. 397.
  10. F. Eigler, S. 478.
  11. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 217 (Digitalisat).
  13. Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1090, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1257, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1191 (Digitalisat).
  16. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1264 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1302 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 825 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 179 (Digitalisat).